Es muss nicht immer Multimedia sein

Ich gebe ja zu: Diese ganzen Scrollytelling-Geschichten wie Snowfall oder A Game of Sharks and Minnows finde ich sehr großartig.

 

Christian Jakubetz fragt zum einen hier ob nun jede Geschichte Multimedia-Storytelling braucht und erklärt dazu noch sehr gut, wie die 5 Journalisten-Ws in solch einer Multimedianummer umgesetzt werden können und Konrad sagt, der Artikel stirbt aus.  

 

Das was ich dabei bemerkenswert finde ist, dass die meisten Journalisten, Publizisten und andere -isten vor allem auf Multimedia konzentrieren. Darum geht es doch eigentlich gar nicht. Du musst nicht zig Videos, Sound-Bites und animierte Karten in einem Artikel unterbringen. Viel wichtiger ist es, dass der Artikel an sich gut und schön und mit Liebe gebaut ist. 

  • Gute Geschichte
  • Schön lesbar und anzusehen
  • Fein gelayoutet und spannungsgebogen

Multimedia, Scrollytelling und andere Effekte sind dann nur noch die Kirsche auffer Torte. 

 

Eine Formel1 Runde in Spa lehrte mich Demut

Shell at the Belgium F1 Grand Prix

Renn-Simulationen waren schon immer ein Faible von mir. Auch wenn ich seit Jahren keine mehr gespielt habe. Vor ein paar Wochen habe ich dann eine Lebenslektion im Formel-1-Simulator von Shell und Ferrari bekommen :)

Ich war mit Shell beim Formel1 Rennen in Spa. Im hinteren Bereich der Shell-Lounge war ein Formel1 Simulator aufgebaut, der in dieser Form nur ein paar Mal auf der Welt existiert:

  1. Bei der Scuderia Ferrari in Fiorano um neue Fahrer zu trainieren
  2. Bei Alonso im Wohnzimmer um sich selbstzu trainieren
  3. Bei Shell um Menschen ein Gefühl dafür zu geben, wie es ist einen Formel1 Ferrari zu fahren

Zu dem Zeitpunkt war es auch der einzige Simulator, der schon vollumfänglich die Regeländerungen der Saison 2014 verpasst bekommen hatte – inklusive der neuen 6 Zylinder Motoren.

Normalerweise mache ich weder Preisausschreiben noch Wettbewerbe mit

Ich bin zwar kein schlechter Verlierer. Aber wenn es schon um etwas geht, dann bin ich schon sowas, was man im englischsprachigen Raum “competitive” nennt. Als am Morgen des Samstag Fernando Alonso in der Shell-Lounge zu Gast war und eine Modellversion seines Helmes signiert hat, habe ich mir noch nichts dabei gedacht.

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Dann hieß es, der Helm geht an den schnellsten Fahrer des Tages im Simulator. “Pffff. Ja ok, macht Ihr mal Euer Rennen. Gestern hat ein 15-jähriger Knirps mit einer 1:47 abgeräumt. Meine Virtual Racing Tage mit LfS.net sind vorbei und Geoff Crammond ist ja auch schon lange in Rente. Außerdem war an dem Simulator eine durchgehend lange Warteschlange, da wollte ich die Zeit dann doch lieber zum Photographieren nutzen.

Als ich dann hörte, dass unsere Gruppe von 12 bis 13 Uhr den Simulator für sich hätte, sah die Welt schon etwas anders aus. Kein Warten und wir liefen ja eh außer Konkurrenz. Also könnte ich ja mal ein paar Runden drehen. Punkt 11:45 stand ich neben dem halben Ferrari-monocoque mit den 2 Beamern unter dem angedeuteten Heckflügel. Nur um von den Instruktoren darauf hingewiesen zu werden, dass es auch für unsere interne Gruppe eine Warteliste gibt. Hmpf. Hatte mir niemand gesagt. Als Letzter auf der Liste verschwand ich genervt wieder aus der Simulator-Lounge und ging zurück ins Porsche-Cup Fahrerlager und suchte nach dem Team, das hier aus Gütersloh kommt.

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Clevererweise hatte ich mir genau den Zeitpunkt ausgesucht, an dem es für die 911er auf die Strecke ging. Nochmal Hmpf und wieder zurück zum Simulator. Einer der Engländer die bei uns in der Gruppe waren, war schon am Tag vorher dran gewesen und ließ mir netterweise den Vortritt. So konnte ich die letzten 2 Runden meines Vorgängers beobachten und ein bisschen die Strecke lernen.

Eingezwängt in 500.000 EUR Hightech

In einer halben Million Euro als echtes Auto zu sitzen ist ja schon beeindruckend. Aber von der gleichen Summe in einem Simulator zu sitzen durchaus auch Ehrfurcht gebietend – mit dem Unterschied, dass man hier nichts kaputt machen kann. In den Unterhaltungen vorher hatte ich mitbekommen, dass das Bremspedal wohl nur ein unbeweglicher Drucksensor sein sollte. Quasi ein Brett. Tatsächlich erklärte mir mein Instruktor aber, dass das Bremspedal auf Alonsos Fahrweise eingestellt war. Es bewegte sich nur wenige Millimeter. Wenn der Instruktor rief “VOLL BREMSEN!” dann bedeutete das, dass ich mich am Lenkrad festhaltend mit aller Kraft mit dem linken Bein in die Bremse stellen sollte, sodass ich vollständig aus dem Hartplastiksitz gehoben wurde. Und das war nur eine Testbremsung bei 60 km/h in der Boxengasse. Na Prost, Mahlzeit.

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Die Perspektive und Position im Auto ist wirklich gewöhnungsbedürftig und weit entfernt von allem, was man so kennt. Selbst in einem Kart sitzt man bequemer. Vor allem hat man in einem Kart bessere Sicht. Im F1-Auto liegst Du so tief mit dem ganzen Körper, dass die Hälfte des Gesichtsfeldes von Lenkrad und Rest-Cockpit eingenommen wird. Die Strecke vor Dir musst Du kennen und erahnen.

Die erste Runde war nur lockere Einführung. Auf der zweiten durfte ich schon schneller unterwegs sein. El Instructore gab mir vor jeder Kurve Kommandos, in welchen Gang ich runterschalten sollte, welche Geschwindigkeit in etwa anliegen musste und ob die Kurve rechts oder links rum ging. Meine letzten virtuellen Kilometer in Spa sind einige Jahre her und fanden in einem Schreibtischstuhl hinter einem Logitech Momo Racing-Wheel statt. Also war ich für jeden Tip dankbar. Der Simulator bot als physikalisches Feedback nur leichtes in die Kurve legen.

Einfach tun was der Instruktor sagt

Darauf zu hören, was andere Menschen sagen, fällt mir manchmal durchaus schwer ;) Hier war mir sofort klar, wenn ich einigermaßen sauber und unblamabel aus dem roten Monocoque aussteigen will, muss ich auf die Anweisungen vom Meister hören, der neben mir hockte.

Mit Vollgas die Eau Rouge hoch in den Himmel fahren und dann die schnelle Kurvenkombination danach ohne zuviel lupfen zu nehmen kostet auch in einem Simulator einiges an Überwindung. In der ersten Runde tastete ich mich nur langsam ran. Denn auch die Reifentemperatur wurde simuliert und ich habe bei meinem Vorgänger selbst in der zweiten Runde noch gesehen, wie er sich wegen zuviel Gas geben gedreht hat.

Shell at the Belgium F1 Grand Prix

Besonders aus der langsamen Haarnadel-Kurve vor Start-Ziel sauber und mit viel Schwung rauszukommen war ne Herausforderung.

Blöderweise hatte ich mich vertan und dachte, ich könnte 4 Runden hinlegen und schaute etwas blöd aus der Wäsche als nach Runde drei der Bildschirm schwarz wurde und mir mein Einweiser begeistert auf die Schulter haute:

“Hammer! Das war die schnellste Zeit heute! 2:03!”
“Ähm. Im Ernst jetzt? Ich habe doch einfach nur das gemacht, was Du gesagt hast?”
“Ja eben. Das hat bis jetzt noch keiner gemacht ;-) Sehr sauber gefahren! Mit einiger Luft nach oben!”
“Ja, ungefähr 20 Sekunden :-)”
“Hey sei nicht zu hart mit Dir.”

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simelfie

Die zitternden Hände beim Aussteigen hatte ich nicht nur wegen des Adrenalinkicks, sondern wegen der körperlichen Anstrengung, die bereits diese Simulation auslöste. Nicht auszudenken, wie man sich in einem echten Formel 1 Auto fühlen muss. In dem man eine MENGE kaputt machen kann – insbesondere sich selbst. Mein Ausflug in die Erfahrung “Wie fühlt sich Formel 1 Fahren an” in der kuscheligen Shell-Lounge dauerte etwa 6 Minuten. Nimm das ganze mal 20 und Du hast die Belastung, die Alonso, Kimi und Kollegen auszuhalten haben.

Hut ab!

Und was war jetzt mit der Demut?

Nach mir fuhr dann Hunter von digitalSpy aus England. Was soll ich sagen? Er hat ne 2:00 hingelegt. Gar nicht mal so weit weg von meiner Zeit. Und kurz bevor es zurück ins Hotel ging meinte unsere Ansprechpartnerin von Shell “Wir müssen noch auf die Siegerehrung warten – Jemand aus unserer Gruppe hat Alonso Helm gewonnen”.

Ok, das war dann der Moment in dem ich blass wurde. “Hunter?” fragte ich? Crystal grinste nur.

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Tja. Naja, wenigstens anfassen durfte ich “den Pott” wenigstens mal ;)

Hätte ich mich mal ein paar Minuten zum beobachten und Strecke einprägen in die Schlange gestellt, könnte Alos Kopfbedeckung nun auch bei mit im Regal stehen.

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Insel Pellworm versorgt sich selbst mit Energie – Stimmt mal mit ab!

Pellworm-Leuchtturm-Flickr-m20-Michael-Schmid

Ein Freund von mir war an dem Projekt SmartRegion Pellworm beteiligt. Die Insel mit 1100 Einwohnern versorgt sich mittlerweile durch Wind- und Solarenergie vollständig selber mit Energie. Genau genommen produzieren Sie sogar mehr Energie als auf der Insel verbraucht wird.

Und besonders clerver: Die Nachtspeicheröfen werden bsw. zum Zwischenspeichern der Energie genutzt. Nicht nur zum Heizen.. Über ein smartes Netzwerk tauschen sich die Erzeugungsanlagen und Haushalte aus, damit möglichst effizient verbraucht und gespeichert wird.  Ich hatte ja mal den Nissan LEAF zum Test. Für das Elektroauto gibt es auch einen Kasten, über den sich die 22 Kilowattstunden im Autoakku wieder ausliefern lassen. Damit kann im Fall eines Stromausfalls ein kompletter Haushalt 3-4 Tage versorgt werden.

Hier könnt Ihr direkt für die SmartRegion Pellworm abstimmenHaut rein, das Voting läuft nur noch bis zum 5.11.

  1. SmartRegion-Pellworm-votenLink klicken
  2. Abstimmen für SmartRegion Pellworm anklicken
  3. Mail-Adresse eingeben
  4. Link in der Bestätigungsmail von ausgezeichnete Orte klicken: Fertig. Pellworm als ausgezeichneter Ort gewählt.
  5. Am nächsten Tag bis zum 5.11. wiederholen :)

Also hat Pellworm neben seinem rot-weißen Leuchtturm nun auch noch ein echtes Leuchtturm-Projekt :)

Foto von Flickr: Pellworm Leuchtturm User m20 Michael Schmid

 

 

 

Alle Gladiatoren waren Vegetarier. ALLE Gladiatoren?

Gladiatorenkampf - Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gladiators_from_the_Zliten_mosaic_3.JPG

Ach es ist schon lustig, wie wissenschaftliche Studien in beliebige Zusammenhänge gebracht und Interpretationen gefärbt werden.

Auf dradiowissen lief eben eine kurze Meldung darüber, dass die Unis Wien und Bern Knochen von einem Gladiatorenfriedhof bei Ephesos untersucht haben. Dabei kam man zu der Erkenntnis, dass Gladiatoren sich hauptsächlich vegetarisch ernährt haben, laut Literatur “Gerstefresser” genannt wurden und einen “Zaubertrank” aus Pflanzenasche getrunken haben um Strontium- und Calcium in den Knochen zu erhöhen.

Mal abgesehen davon, dass wohl damals kaum jemand wusste, was Calcium und Strontium im Körper funktionieren, wurde in dem Beitrag zwischen den Zeilen reininterpretiert, dass sich die heldenhaften Belustigungskrieger Roms vegetarisch ernährten und daher so stark waren. Äääähm, darf ich da mal folgednes zu bedenken geben:

Die untersuchten Knochen stammen von einem Gladiatoren-Friedhof. Es ist also viel eher davon auszugehen, dass da  hauptsächlich die _VERLIERER_ von Gladiatorenkämpfen lagen.

Wikipedia sagt zum Thema Gladiatoren:

Gladiatoren genossen in der römischen Gesellschaft einen ähnlichen Ruf wie heutige Popstars

Wie wahrscheinlich ist es, dass die erfolgreichen Gladiatoren, auf diesem Friedhof liegen? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass dort hunderte Gladiatoren liegen, die von deutlich besser genährten und daher stärkeren Kämpfern besiegt wurden? Die siegreichen Gladiatoren, die in Freiheit entlassen wurden wird man vermutlich nicht auf speziellen Friedhöfen finden. Ihre Knochen würden uns aber vermutlich deutlich besser Auskunft darüber geben, welche Ernährung empfehlenswerter ist.

Gemüse, Fleisch, Eier, Obst, Fisch, Nüsse, Wasser, Fermentiertes. Abwechslungsreich zubereitet. Mal roh, mal gebraten, gegrillt oder gekocht. So schwer ist es nicht, sich ausgewogen zu ernähren. Den Unterschied in der Leistungsfähigkeit merke ich persönlich deutlich. Sei es Müdigkeit, Konzentrationsfähigkeit oder auch einfach nur das Gewicht auf Hantelstange.

Nichts gegen vegetarische Ernährung – soll jeder machen wie er meint – aber über solch missverständliche Schönfärberei von medizinischen und historischen Erkenntnissen kann ich nur den Kopf schütteln.

Hier geht es zur Studie.

 

Wenn Bloggers Urlaub machen: Mittrompeten bei ner Blogparade

Sintra-Portugal

Wann habe ich eigentlich das letzte Mal so richtig Urlaub gemacht? Also das was sich die meisten Menschen unter Urlaub vorstellen: Am Strand rumliegen, morgens, mittags und abends Buffet in sich reinstopfen und sich um nichts kümmern müssen. Ich schätze so ziemlich genau vor 20 Jahren.

Diese Art Urlaub ist einfach nicht meine. Genauer gesagt ist diese Art Leben auch nicht meins. Reisen? Ja gerne. Menschen kennen lernen? Auch. Die Seele baumeln lassen? Aber immer doch!
Das ganze nur 1 bis 2 Mal im Jahr und dazwischen einer Tätigkeit nachgehen, mit der ich mich nicht identifizieren kann und die mich nicht zufrieden macht? Schwierig.

Urlaub im Sinne von Erholung setzt ja voraus, dass man vorher etwas SO aufreibendes getan hat, dass man sich davon erholen muss. Und das passiert mir seit einigen Jahren nicht mehr. Meine Arbeit ist mein Hobby, ist meine Leidenschaft, ist mein Ruhephase, ist meine Zerstreuung. Im Grunde versuche ich in meiner Arbeit immer etwas spaßiges und sinnvolles zu finden und in jeder noch so stupiden, sinnfreien oder spaßigen Beschäftigen etwas für meine Arbeit heraus zu ziehen.

Darum brauche ich in dem Sinne auch keinen Urlaub.

Außerdem nehme ich mir Ruhepausen, wenn ich sie brauche. Wenn ich mich ernsthaft krank fühle (was in den letzten 2 Jahren nicht vorgekommen ist) lege ich mich ins Bett. Wenn ich mich unwohl und schlapp fühle schlafe ich.

Grundsätzlich versuche ich mindestens 8 Stunden – wenn möglich eher 10 Stunden pro Nacht zu schlafen und mir im Laufe des Tages Ruhepausen zu gönnen. Daher habe ich kein dringendes Bedürfnis nach Urlaub.

Mal raus kommen?

Is nett. Manchmal. Meistens aber auch eher mit Stress verbunden. Wie gesagt liebe ich meine Arbeit. Da ist ein längeres wegbleiben nach 2-3 Tagen eher mit innerer Unruhe und wieder an den Stehschreibtisch zurück kommen wollen verbunden. Und dann müssen meistens nicht nur die Dinge verarbeitet werden, die dort eh schon liegen, sondern auch noch die neuen Eindrücke. Von daher habe ich mir für dieses Jahr eine Reisebeschränkung, eine Facebook-Sperre und eine News- und Medien-Diät auferlegt um endlich mal ein paar Sachen abzuschließen, die schon lange so am rumgähren sind.

Stefan hat in seiner Blogparade auf die ich mich hier beziehe einige Fragen gestellt, von denen ich einige gerne aufgreife:

  • Hinweise auf “blogfreie” Zeit oder eine Urlaubsmeldung halte ich für überflüssig. Der Blog ist ja mein öffentlich ausgelagertes Herz und Hirn. Wenn mir mal ein paar Wochen nix einfällt dann ist das eben so. Wenn sich jemand über fehlenden Input beschwert, nehme ich gerne Blogpausenvertretungspostings entgegen ;)
  • Den längsten Zeitraum ohne Posting weiß ich gar nicht. Auch Kommentare beantworte ich dann, wenn mir etwas sinnvolles zum beantworten einfällt, nicht um des beantwortens willen
  • In Corporate Blogs sieht das in den meisten Fällen natürlich ganz anders aus. Das eine ist Privatspaß, das andere eine Dienstleistung, ein Produkt für Kunden.
  • Reisende Blogger (egal aus welchem Themenbereich) machen selten Urlaub, wenn Sie im Zusammenhang mit ihrem Blog unterwegs sind – auch wenn das für Außenstehende den Anschein haben mag.

Wenn ich das ganze mal als Leser oder Podcasthörer aus der anderen Perspektive betrachte, dann bin ich schon froh, wenn ich Bescheid weiß, ob jemand gerade auf Reisen ist und deswegen nicht veröffentlicht. Tatsächlich habe ich mir um einen Podcaster letztens schon fast Sorgen gemacht, als einige Tage weder neue Episoden, noch Tweets oder sonstwas kamen. Nicht, weil ich einen Anspruch auf neues Zeug sehe, sondern weil ich tatsächlich dachte, da wäre was schlimmes passiert.

Und es gibt einige wenige Blogs, die ich so gerne lese, dass ich ich enttäuscht bin, wenn lange nichts neues kommt.

Mein Tip ist: Nehmt Euch lieber viele kleine “Urlaube”. Bastelt Euch schöne Momente und genießt sie dann auch gebührend. Manchmal mehrmals täglich.

Fragt meine Süße, wie oft ich irgendwo beim Essen auf einer Terrasse sitze, oder auf unserer Treppe und auf die Pferde schaue, oder um die Teiche gehe, oder auch im Winter einfach mal den Liegestuhl raushole um ne halbe Stunde in der Sonne zu sitzen und sage:

Hach. Das is wie Urlaub.

Stimmt gar nicht.

Das ist dann tatsächlich ganz kurz Urlaub.

 


 

Hier die weiteren Teilnehmer an der Blogparade (C&P aus Stefans Blog ;)):

Frank Johnson: “Bloggen im Urlaub? Oder Urlaub?”
Thomas Jansen
: “Wenn (Reise-)Blogger Urlaub machen”
Max Adler
: “Weg von der Costa de la Luz? Wo macht die Strandgazette Urlaub?”
Heike Lorenz: “Holland in Not – Hacker-Angriff im Blogger-Urlaub”
Kristina Marino: “Wenn Blogger Urlaub machen – Blogparade”
Eva Ihnenfeldt: “Der Blog und die Urlaubspause – pro und contra!”
Martin Skerhut: “Wenn Blogger Urlaub machen”
Alexander Liebrecht: “Wenn Blogger Urlaub machen, was passiert dann mit dem eigenen Blog?”
Christopher Back: “Wenn Blogger Urlaub machen…”
Hans Reuter: “Bloggen im Urlaub?”
Claudia Dieterle: “Sommerferien und Blogpause?
Robert Weller: “Neuer Content trotz Urlaub: Wie (und warum) Blogger dieses Problem lösen müssen
Benjamin Becker: “Macht der Reisetagebuch Blog auch Urlaub?
Jan Westerbarkey“Urlaub und Blog
Ulrike Hecker: “Bloggen im Urlaub oder nicht?”

 

Hermes ist eingezogen

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Nein, nicht der Paketbote und auch nicht der griechische Gott mit den Flappy-Birds am Helm.

Nachdem Zeus gegangen ist, mussten wir trotz unserer Trauer recht schnell einen neuen Gefährten für Apollo finden. Meerschweinchen sollten nicht allzu lange alleine im Käfig sitzen.

Zoohandlung und Baumarkt kamen für uns nicht mehr in Frage – schon gar keine Baumärkte, auch wenn wir dort am liebsten alles frei kaufen würden. Also blieb die Überlegung Tierheim oder eine andere Lösung. Im Tierheim Bielefeld scheint es derzeit keine Meerschweinchen zu geben, aber beim rumgooglen entdeckte ich eine Meerschweinchen Notstation hier in Ostwestfalen – in Bünde um genau zu sein.

Silke und Stephan machen dort einen wahnsinnig tollen und aufopferungsvollen Job und so haben wir dort Apollos neuen Gehege-Genossen abgeholt. Bis wir zur Tür rein kamen hieß er noch “Florian” – fragt nicht, wo der Name her kam.

Da wir aber in unserem Olymp-Namespace bleiben wollen (der ja wie gesagt eigentlich von Magnum stammt) haben wir hin und her überlegt. Dann hat Hermes Apollo ein Stück Salat aus dem Maul geklaut. Auch wenn es keine 50 Rinder waren, passte das einfach perfekt und der Name war entschieden. So schnell wie der Kurze rennt, muss der auch Flügel an den Füßen haben ;)

Schlaf schön, Zeus

Schlaf schön Zeus

Wir haben unseren Zeus begraben. Morgens um 6 war er schon leicht apathisch im Käfig, wollte keinen Salat anrühren, das hat mich sofort alarmiert. Infusion und entzündungshemmende Schmerzspritze beim Tierarzt und Flüssig-Nahrungsversorgung zu Hause haben nur noch 6 weitere Stunden gebracht. Mir war nicht bewusst, wie schnell es manchmal gehen kann :( Gestern hat er mir noch die Gurke aus der Hand gerissen.

Zeus war vermutlich das schlecht gelaunteste Meerschweinchen, das man sich nur vorstellen kann. Aber er war unseres. Zeus hat aus Angie und mir nach wenigen Monaten eine kleine Familie gemacht und uns zusammen geschweißt. Als Apollo dazu kam zeigte er sich hin und wieder von seiner rüpelhaften Seite. Er war halt der Chef im Käfig und trug seinen Namen als oberster griechischer Gott völlig zu Recht (ok, auch wenn ich Zeus und Apollo damals mehr wegen Higgins Dobermännern aus Magnun vorgeschlagen hatte).

Ich gestehe, ich konnte vorher mit Kleintieren nicht viel anfangen. Auch mit Zeusi musste ich erst warm werden. Erst als er durch Erschrecken Angie den Finger blutig gebissen hatte, dachte ich mir “Respekt! Du kannst ja doch mehr als Angst haben *g*”

Und trotz seiner Mopsigkeit schaffte er es in jungen Jahren in Mülleimer zu springen und über so ziemlich jede Freilaufbarriere zu klettern und das eine oder andere Ladekabel zu killen. Manchmal hat er die Barrieren auch einfach umgerannt.

Fünfeinhalb Jahre lang brauchte er nicht einmal zum Tierarzt. Heute ging dann alles ganz schnell. Ob es das Geschwür war, das sich scheinbar innerhalb weniger Tage gebildet hat, die Hitze, das Alter, eine Krankheit oder von allem etwas: Wir werden es nicht mehr erfahren.

Du wirst uns fehlen Zeus.

Dein forderndes Quieken nach Fressen.

Dein ungelenkes Winken über die Käfigkante, wenn Du Gurke wolltest.

Deine empört weit aufgerissenen roten Augen, wenn ich Dich dann doch mal kurz hinterm Ohr gekrault habe, was Du eigentlich gar nicht mochtest.

Wenn Du in der Kapuze meines Hoodies gesessen hast

Und Deinen roten Iro natürlich, wegen dem ich Dich damals ausgesucht habe.

Eines habe ich heute gelernt:
Auch wenn dieser kleine rote Pelzball uns “nur” 5 1/2 Jahre begleitet und das Gemüse weggeknabbert hat und sein Weggehen gerade unglaublich weh tut:

Ich kann die Vergänglichkeit nur akzeptieren. Und je mehr ich sie akzeptiere, desto besser. Was wäre uns ein Leben wert, wenn es ewig dauern würde? Wir wollen keine Veränderung. Ich jedenfalls möchte keine Veränderung wie diese heute. Ich möchte meine Lieben eigentlich immer um mich haben. Aber statt Energie darauf zu verschwenden Wünsche zu wünschen, die sich nicht erfüllen lassen, muss ich das Schöne schätzen und im Bewusstsein genießen, dass es jeden Moment wieder vorbei sein kann.

Zeusi, wenn der Schmerz, der Schock und die Traurigkeit überwunden sind bin ich froh über jeden Moment mit Dir, jeden einzelnen Morgen, an dem Du uns begrüßt hast und jeden Abend, an dem ich Dir “Schlaf schön” gesagt habe.

Heute habe ich Dir zum letzten Mal “schlaf schön” gesagt.

“Ein Ende des Trauern findet,
auch wer es nicht mit Absicht gesucht hat,
mit der Zeit.”
Seneca

We will keep you in our hearts.