Blog 2/100 – Sprechen statt tippen

MORGENS

Yay!
6:44 aufgestanden

Der Pipiexpress hat seine kleine Passagierin pünktlich und passend zum Pott gebracht.

Mit großem grinsen und Vorfreude aufs Bloggen aufgestanden

84,1 Kilo. Nach 5 1/2 Monaten Keto-Diet sind 10 Kilo runter. Fett Anteil nimmt stetig ab und der Muskelanteil zu

FRÜHSTÜCK

Bulletproof Coffee

die beiden Sorten aus der Röstwerkstatt probiert
Kenia AB FAQ – soll rauchig schmecken. Ganz bisschen lasst es sich erahnen
Nicaragua Maragogype Superior hat etwas würziges, schokoladiges

Ich mag mittlerweile das Gefühl von Hunger am Morgen
Hunger motiviert und schärft die Sinne

Ohrwurm des Tages aus der Musikschule:

Mist, gestern Doch erst um 0:00 Uhr ins Bett gekommen und dann trotzdem heute um 6:30 Uhr aufgewacht. Aber mit einem grinsen im Gesicht und mit tierisch Bock zu bloggen. das hatte ich schon lange nicht mehr.

Falls Du es noch nie gemacht hast: 100 Tage Challenges sind super. Du lernst viel über Dich selber und zu was Du in der Lage bist. Der begrenzte Zeitraum macht es überschaubar und trotzdem motivierend.

5 Mal Lieselotte will nicht baden vorgelesen
Hat was meditatives
Gelernt: nicht immer über Kleinigkeiten aufregen

Opa und Ibo schicken Bilder von der Kieler Woche

Beim Duschen festgestellt, dass ich das Konzept von Augmented AI immer interessanter finde, von dem Elon Musk häufig spricht

Bart Rasiert. :)

Hühner mit Apfelschalen und Blumenkohlgrün gefuttert Gelernt, dass die Schildkröte sich noch nicht ins Gras traut

MITTAG

Cobb Salad mit Hähnchen und Speck. Dressing Experiment ohne Avocado dafür mit Zitrone und Mayo

Richard Gutjahr fragte auf Facebook was der erste Computer war:

  • Atari 600 XL mit Speichererweiterung
  • Davor Atari VCS 2600
  • Danach Atari 1040STe – der Grund, mit dem ich es als Jung-Atheist durch den Konfirmandenunterricht schaffte

Fühlt sich gut an, jeden Tag etwas nur für sich zu produzieren.


2 Experimente

1. Etwas das ich jetzt schon länger ausprobieren wollte ist zu diktieren statt zu tippen. Der Vorteil dabei ist das man ein bisschen mehr drüber nachdenkt was man eigentlich sagen möchte, und uns und es werden ausgefüllt hat oder als und und es geschrieben.

Mal sehen ob ich die nächsten neun 90 Texte hier tatsächlich mehr sprechen statt zu schreiben. Es würde mich schon sehr reizen außer natürlich mir fällt noch etwas ein was ich im Bett tippen möchte und ich will die Mädels nicht wecken.

Let’s see how it goes.

Mein WorkFlow sieht übrigens momentan so aus das ich in Apple Notizen auf iOS Notizen vor schreibe beziehungsweise vor diktiert. Zum einen scheint mir das Diktieren irgendwie am fleißigsten zu funktionieren und die App es am schnellsten offen. Meine Hauptarbeit software es evernote die dauert mir aber zu lange bis sie gestartet es wenn ich kurz einen Gedanken hinzu führen will, Notion ist noch langsamer beim Starten als Evernote und iAWriter muss ich erst neu installieren dass ist eventuell noch eine andere Option zu iOS Notizen.

Immer wenn wir etwas durch den Kopf schießt, füge ich das im Laufe des Tages der Notiz hinzu und abends mache ich Copy und Paste zu iAWriter, dann als Markelwn umwandeln und dann ins WordPress rein, formatiere den Text noch mal bisschen und publishe.

2. wo ich hier schon wieder anfange zu schreiben, kann ich auch gleich den WordPress Theme aufmöbeln. Zum selbst designen bin ich zu sehr raus und auch zu faul :) aaaaaaber es gibt ja immer feine, experimentelle Themes da draußen. Dieser hier heisst Atomic Blocks und lässt sich bereits mit dem neuen WordPress Editor Gutenberg kombinieren. 

Die Lernkurve ist nicht so ganz flach, aber ich bin ja Optimist. Jeder Absatz ist ein eigener Contentblock und kann theoretisch unabhängig von allen anderen Blöcken gestaltet werden. Damit lassen sich sehr schöne Artikel bauen. Ich demonstriere das mal:

Dieser Block hat einen schwarzen Hintergrund und größere, weiße Schrift.

NACHMITTAG

Deutschland : Mexico

Vor der WM nicht nur davon ausgegangen dass ich gar nicht gucken will und gar keine Lust habe und Fußball mal wieder doof ist und war die WM läuft schalte ich mindestens einmal jeder Spieler rein und merke das du die hören das Fußballfieber mich mal wieder packt. Alle zwei Jahre zur WM und EM Fußball Fan sein ist schon OK

Wenn ich mir dankTims Post The Tail End vor Augen führe, dass ich vermutlich – wenn es gut läuft noch 10-12 WM und EM sehen darf – dann nehme ich ein nur 4 Jahre wieder kehrendes Ereignis plötzlich anders wahr.

JUNGS! Ich bin über 40, sowas könnt ihr doch nicht mit mir machen!

ABENDS

Beef ‚n‘ Broc

Eis mit Erdbeeren, Himbeeren, roten und diesmal auch schwarzen Johannisbeeren von Oma

Hab mir schon wieder nen Husten eingefangen hmpf

NACHTS

Neues Schlafengehritual testen

2 Auftragsartikel schreiben

Jemandem mit einer WIRED.com Mailadresse schreiben. 

YEAH! Was ein Sonntag :-D Bin jetzt aber auch voll durch den Koffer und morgen wieder um 6 aufstehen. JAPS

23:45 – ins Bett.

n8i

Blog 1/100: DgaF – A Life not shared is a Life not lived

Danke für das Motto DgaF Marcel Wie man in 2018 einen erfolgreichen Blog führt

Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, wieder mehr zu bloggen?

Wie oft habe ich schon andere Posts von anderen gelesen, die sich vorgenommen haben wieder mehr zu bloggen?
Und dann doch nicht mehr gebloggt haben.
Warum überhaupt?
Warum nimmt man sich solche Dinge überhaupt vor?

Also ich meine:
Warum MACHEN wir es nicht einfach, statt es uns vorzunehmen?

Das ist der gleiche Schwachsinn, wie bis Silvester zu warten, um mit dem Rauchen aufzuhören, um spätestens am 2.1. wieder nen Docht auf dem Zahn liegen zu haben.

Also fange ich jetzt einfach wieder an.

Warum ich gerade heute starte fragt ihr? Weil jeder weitere Tag ein tag zu spät wäre. Und warum DAS so ist, erklärt Casey unten in seinem aktuellen Video.

Und damit ich mir erstmal einen Rahmen stecke, werde ich:
100 Tage lang jeden Tag bloggen.
Das Ziel ist das gleiche wie beim 100 Tage Vlog-Experiment:
100 Tage fest- und durchhalten.
Für mich.
Für meine Tochter.
Und für alle, die es vielleicht interessiert.
Sonst nix.

Los geht’s

Samstag 16.6.2018 – Super Wetter. Nicht zu heiß, nicht zu kühl

MORGEN

6:00 aufgestanden
Die Dame zur Arbeit gebracht
Mini-Elternzeit mit Tochter auf den Kopp gehauen
Viele Kinderbücher gelesen
Bulletproof Coffee gefrühstückt

Mozart Sinfonien 38, 40 und 41 vom Prague Chamber Orchester gehört

Tomte Tummetott kennen gelernt
Mindestens 33 Pixi Bücher durchgearbeitet
Super Angebot gekriegt, nen Event in Berlin zu organisieren

Möbel verkauft
Geschaukelt, gerutscht, Kettcar gefahren
Wenig Ring-Training. Zu müde.

Gute Ideen mit Kundem über WhatsApp Sprachnachrichten ausgetüftelt.
Sprachnachrichten sind ECHT praktisch. Ich LIEBE es, wenn ich von meinen Kunden etwas lernen darf!

Tageszeitungstext im Slack gelesen: „die sogenannte Community“ – danach jung gefühlt.

Großen emotionalen Schritt Richtung Tiny Ziel geschafft

Mit Nachbarn geschnackt, und mal wieder gelernt, dass es nicht viel braucht, um ein interessantes Leben zu führen.

MITTAG

Cobb Salad mit Hähnchen und Avocado
Den Hühnern den Verschnitt vom Salat gebracht

Eingekauft.
Die Dame benutzt ENDLICH bring! App statt Zettel und Stift für die Einkaufsliste. Achtungserfolg und viel produktiveres Einkaufen

5 Kinderbücher zur Stadtbibliothek gebracht
21 Kinderbücher aus der Stadtbibliothek mitgenommen
AUCH ein uns bisher unbekanntes Lieselotte Buch. JACKPOT!

Kaffee in der Röstwerkstatt am Sigi gekauft. Nicaragua und Kenia
In der Röstwerkstatt einen Burundi zum Probieren bekommen.
Lecker.
Aber: Zu viel Kaffee heute.

CSD Vorbereitungen angeschaut

Die Dame von der Arbeit abgeholt

Spitzenmässiges Schlickerzeug als Dankeschön fürs Pferdehüten geschenkt  bekommen. Wird weggeschlossen, bis das Jahr Keto-Diet voll gemacht ist

Mal wieder gefreut, dass Google Home VIEL mehr Tierstimmen kann, als Alexa. Freut die Tochter auch. Und: Google versteht sie

Netzwerk Recherche Konferenz in Hamburg leider absagen müssen

Island : Argentinien 1:1
HUH!

Tochter hat dabei einen Kamin auf dem iPad Pro gemalt. Endlich eine sinnvolle Verwendung für die größte Fehlinvestition seit langem (also das iPad)

Außerdem gewöhne ich es mir JETZT ab, für jeden Scheiss Weckererinnerungen im iphone einzustellen
Macht man sich bei Kunden mit Großraumbüros keine Freunde mit

ABENDESSEN

Schweinefilet, Broccoli und Grillfackeln fürn Jeschmack. Alles aus der Pfanne. Yummster

Keto Eis mit der Eismaschine aus Omas Gartenfrüchten – Himbeer, Erdbeer, Johannisbeer Mix – 270g Frucht, 120g griechischer Joghurt + Schalgrahm für mehr Fett. 2 TL Xilit

Insgesamt 5 Kaffees (250ml) eindeutig Zuviel. Ab morgen nur noch Max 2,5 oder ab 2 Decaf

Freu mich für einen Kunden, der heute Abend Ed Sheeran im fucking WEMBLEY Stadion feiern wird! Es läuft hier seit Monaten fast den ganzen Tag wenn die Dame zu Hause ist. Nancy Mulligan, das kleine Galway Girl vom Caste in the Hill.

Außerdem:

A Life not shared is a Life not lived

https://www.youtube.com/watch?v=MTBMJ40MM8E

Thx Errol and RiP

http://canceragogo.com/about-cancer-a-gogo/

NACHT

22:02
Blogpost 1/100 fertig.
Noch etwas lesen, dann schlafen.

Yoda stolz auf mich wäre: X-Wing selber gebaut aus Revell Adventskalender

Und er fliegt sogar! Zugegeben, ich musste dafür mächtig schlechtes Karma in Kauf nehmen – ich habe einen Adventskalender, den ich gestern zum Geburtstag geschenkt bekam, innerhalb von 2 Stunden geplündert. Da ich nicht abergläubisch bin, auch kein Problem für mich. Der große Vorteil: Keine Kalorien!

Das letzte Mal als ich einen Adventskalender in Rekordzeit gekillt habe, war das einer von IKEA. Auf dem IKEA Parkplatz. Innerhalb von 10 Minuten. Alter Falter, war mir schlecht.

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Wie fühlt man sich so beim Autofahren? Die #ShellDrivesYou Studie will das #GoWell Gefühl verbessern (sowas wie ne Anzeige)

Ich experimentiere ja schon lange mit Quantified Self rum. Angefangen mit eigenen EXCEL und Tagebuch Selbstvermessungseinträgen, dann kam irgendwann nen Withings Pulse, dann ein Garmin Vivosmart HR+, Xiaomi Band 2, Apple Watch und jetzt das 37 Degree Journey.

Im weitesten Sinne ist das hier so etwas wie eine Anzeige, denn Shell zahlt uns Teilnehmern einen Beitrag für die Arbeit, die wir in die Studie stecken.  

Shell möchte in seiner #ShellDrivesYou Studie mit insgesamt 300 Teilnehmern (Mit dabei z.B. auch Rad-ab.com, der gute alte Sandmann, Carrie Schreiner Racing und MamaHoch2) in Deutschland heraus finden, wie geht es Autofahrern körperlich und psychisch während der Fahrt. Dazu kombinieren sie den Fitness Tracker 37 Degree Journey samt App für die Aufzeichnungen der Fahrerdaten mit der Shell Drive App, die wiederum die Daten des Autos aufzeichnet.

GO WELL ist das Ziel von Shell dabei. In meinen Workshops und Beratungen erkläre ich oft, was die Customer Journey ist und wie man seine Kunden dort passend abholen kann. Shell geht da einen großen Schritt weiter und will herausfinden, wie sich Kunden tatsächlich fühlen während sie auf welcher Reise auch immer unterwegs sind.

Denn, die Customer Journey fängt ja nicht an der Zapfsäule der Tankstelle an und hört an der Kasse auf. Da spielt noch sehr viel mehr rein. Nicht zu wissen, wo sich die nächste Tankstelle befindet und am man sie mit dem Rest Kraftstoff noch erreicht, kann bsw. erheblichen Stress auslösen. Daran kann ich mich noch gut erinnern, als seinerzeit die Tankuhr bei meinem alten Volvo den Geist aufgegeben hatte.

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Was mir 30 Tage Klavier lernen beigebracht haben

“Das Klavier ist für die Musik, was die Druckerpresse für Poesie ist” so zitiert Clint Eastwood zu Anfang seines Films den Dichter George Bernard Shaw. Alleine das ist eigentlich schon Grund genug, sich mit dem Piano zu beschäftigen.

Ich habe mich 42 Jahre lang nicht ans Klavierspielen rangetraut. Auch wenn ich Kindheitserinnerungen habe, in denen man mich fast operativ vom Piano das bei Verwandten stand entfernen musste, als wir dort zu Besuch waren.

Macht es mit 42 Jahren noch Sinn Klavier zu lernen?

Genauso gut könnte man auch fragen: “Macht es Sinn Fahrrad fahren zu lernen, auch wenn man nie die Tour de France mitfahren wird?”

Meine wichtigste Erkenntnis aus den ersten 30 Tagen Klavier lernen:
Es tut gut, richtig schlecht in etwas zu sein. Aber jeden Tag etwas besser zu werden.

Und: Das Metronom kann ein Arschloch sein. Aber auch Dein bester Freund. :-D

Als ich für meinen Artikel über den Klassik-Vortrag von Frank und Eva recherchiert habe, stieß ich auf James Rhodes, der in einigen Videos behauptet: JEDER kann in 6-8 Wochen das bach Praeludium 1 in C-Dur lernen.

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How to make yourself immune to pain

David Goggins ist ein Tier. Und ein bisschen irre dazu. Seid ich Jesse Itzlers Buch “Living with SEAL” gelesen habe, läuft es mir immer kalt den Rücken runter, wenn ich über Goggings lese :)

Bloggen statt Lesezeichen, Tab-Friedhof und später lesen

Ich sammle manchmal mehr als 100 Quellen, Artikel, Links und hassenichgesehen zu Themen, die mich gerade aktuell interessieren.

Viel davon hängt als offener Tab in einem meiner Browserfenster. Manche Links packe ich in eine von über 6000 Evernotes. Für später.

Was ich später (nochmal) lesen will, landet im Premium Account von Pocket.

Witzige Kleinigkeiten werden getwittert und gefacebookt. Einfach um sie meinem Netzwerk aus Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten mitzuteilen.

Vlad Perun und das kleine Kommentarproblem von neulich hat mich mal wieder drauf gebracht, dass dieses Blog hier viel besser ist, um das Zeug festzuhalten, dass mich beschäftigt.

Werde ich jetzt mal wieder mehr machen. Mehr bloggen als alles andere. Erstemal für 30 Tage.

Das Gratisproblem von Live Musikern

Markus spielt demnächst mit seiner Combo Radio Kitchen beim Berlin-weiten Fest der Musik umsonst und draußen. Und schreibt zur Kostenlos-Mentalität und dem Wertverlust von (Live)-Musik folgendes:

Wer sich heute als Musiker beschäftigt, aber weder zu den oberen Zehntausend, noch zu den staatlich geförderten Künstlern gehört, hat es schwer, wenigstens die Ausgaben für Equipment, Proberaummiete, Fahrtkosten etc. wieder reinzubekommen. Musik hat einfach keinen Wert.

Da is was dran. Durch Streamingdienste geht das Verhältnis zu Musik und was sie kostet noch ein Stück mehr verloren.

Aaaaaaber – zuerst meine kontroverse Anmerkung:

Zum einen sollten Musiker Equipment, Proberaummiete usw. nicht auf das Publikum umlegen. Das sind einfach die Opportunitätskosten, die man sich freiwillig auferlegt. Gerade sowas wie Proberaummiete finde ich schwierig. Wenn mir mittlerweile ein Ladenbesitzer bei unrealistisch hohen Preisen mit dem Argument der hohen Miete kommt, halte ich dem entgegen, dass er dann eben die Miete kürzen soll, wenn der Standort sich nicht mehr rechnet, statt sich die Kohle vom Kunden zu holen.

Zum anderen werden durch Streamingdienste und günstigere MP3 auch wieder Moneten frei, die man ganz bewusst bei den Musikern auf solchen Veranstaltungen lassen kann.

Noch’n aaaaaber – jetzt die konstruktiven Anmerkungen:

Da muss dann die Kreativität auch ein bissken über das reine Musizieren hinaus gehen. Klar, Merchandising ist für ein Spaß-Projekt dass vor allem wegen des Spielens spielt etwas übertrieben. T-Shirts oder CDs zu produzieren bedeutet teures in Vorleistung gehen und macht viel Arbeit. Aber es gibt ja auch kleinere Sachen, die man als Band machen kann.

Zum Beispiel:
Nehmt ne Kiste Bier mit und verkauft Euer eigenes Bier von der Bühne runter.

Oder Weingummi-Würstchen / Pommes gegen ein paar Euro anbieten. Damit lässt sich von der Bühne dann ja humorvoll spielen und ohne auf die Tränendrüse zu drücken, können Künstler dem Publikum die Problematik vor Augen führen.

Oder:
Nehmt ein paar Songs auf, packt die Passwortgeschützt als MP3 auf ne Webseite und legt das Passwort als Zettel in einen Hut und wer die Songs zu Hause hören möchte, tauscht Papiergeld gegen Papierdownload-Code. Muss ja nicht immer digital und iTunes sein ;)

Und wenn man dann 2-3 Leute im Publikum hat, die man vorher instruieren kann um den Anfang zu machen, setzt hoffentlich der Herdentrieb ein und ein paar mehr Leute aus dem Publikum kommen nach vorne.

Und am allerbesten: Schreibt nen Song über das Thema, der den Menschen witzig und eingängig das Geld in der Tasche lockerer macht :)

So nice! :-)

Und wohlweislich habe ich diesen Text im Kommentarfeld von willsagen.de kopiert. Denn die Kommentarfunktion tut’s nicht und mein toller Ratschlag wäre weg gewesen. So poste ich ihn einfach hier :-D Aber so haben Blogs ja auch mal angefangen, als noch gar keine Kommentarfunktionen gab: Eine bloggt was und die andere antwortbloggt drauf.

Das Artikelbild habe ich drüben bei willsagen.de ausgeliehen und weiß leider nicht, welchem Photographen ich die Credits ankreiden kann.

Ein Flügel im Wohnzimmer

Die kleine Piratin ist jedenfalls schwer begeistert. Wir sind gerade alle schwer vom Piano-Fieber gepackt.

Auch wenn in dem kleinen Flügeligen nur ein Xylophon steckt, macht das echt Spaß, das Dingen. Eigentlich fehlen jetzt nur noch Schröders Kuscheldecke und Snoopy.

Und: Wer kann schon von sich behaupten, einen Flügel im Kofferraum transportiert zu haben :)

Das erste Mal in der Oper – Le Comte Ory von Rossini

Gerade erst im Klassische Musik für Einsteiger Vortrag gewesen, ZACK geht es schon in die erste Oper! Christoph Müller-Girod, der als Online Producer und Social Media Experte für das WDR Funkhausorchester am Start ist, las den Artikel und lud mich kurzerhand zur Opernvorstellung nach Dortmund ein.

Christoph bei der Arbeit

Eins kann ich Euch sagen: In einer Oper zu sitzen und quasi per Auftrag twittern zu dürfen ist schon eine bizarre aber entspannte Angelegenheit. Jedenfalls bis zur Pause – dann machen plötzlich alle zighundert Besucher ihre Telefone wieder an und das Netz ist schlagartig mit dem letzten Ton der Musik überlastet und weg.

Hammerbesetzung mit einem der besten Tenöre der Welt

Das WDR Funkorchester ist manchen vielleicht noch durch den Star Wars Flashmob von 2012 ein Begriff. Damals stellten sich die Musiker inkognito in die Kölner Fußgängerzone und spielten vor den verdutzten Passanten auf einmal den Star Wars Main Theme. DaDaDa Daa Daa Di Da Da Daa Daa :) Hier das Making-of von damals.

Die Aktion zeigt sehr schön die Berufung des Orchesters: Die 50 Musiker_innen  spielen Unterhaltungsmusik in einer Bandbreite, die europaweit einzigartig ist.

Mit dabei war auch der WDR Rundfunkchohr für die feine aber gleichzeitig druckvolle Gesangsunterstützung der Solisten. Wenn man noch nie einen Chor live gehört und dann auch noch mit einem solch erstklassigen Orchester gehört hat, dann zieht es einem erstmal die Schuhe aus.

Lawrence Brownlee und Jessica Pratt bei der Arbeit

Das Dortmunder Klangvokal Festival hatte zum Auftakt noch eine Schippe drauf gelegt und u.a. den als bester Sänger des Jahres ausgezeichneten Tenor Lawrence Brownlee aus den USA und die Sopranistin Jessica Pratt aus Australien auf die Bühne geholt.

Lässig: Während der einen Woche, die geprobt wurde, haben Dirigent Giacomo Sagripanti (übrigens 2016 als bester Nachwuchsdirigent ausgezeichnet) und Tenor Lawrence Brownlee erstmal mal ne Runde Tennis gespielt:

Hier mal eine Kostprobe von Jessica Pratt und Lawrence Brownlee, die ich durch mein Opernglas mit dem iPhone gefilmt habe:

Le Comte Ory – eine Spaßoper :)

Vorweg: Das ist so ein Stück, das einem mit tierisch viel Geschichte zwischen den Zeilen, die Ehrfurcht um die Ohren haut: Die Musik schrub Rossini zur Krönung König Karl X. für das Stück “Die Reise nach Reims”. Das wurde aber nur 3 Mal aufgeführt, dann von Rossini zurück gezogen und er machte “Der Graf Ory” draus. In der Konzerteinführung wurde gesagt, Le Comte Ory sei der Höhepunkt von Rossinis Schaffen gewesen.

Das Opernhaus Zürich hier erklärt das Stück in 12 Minuten sehr schön:

Was mir so durch den Kopf ging war, wie krass das vor 190 Jahren gewesen sein muss: Wenn man wusste, ich kann dieses Stück JETZT UND HIER EINMAL hören und danach vermutlich nie wieder. Selbst wer ein Grammophon zu Hause stehen hatte, konnte sich ja nicht jedes Stück ins Regal stellen. Geschweige denn vervielfältigen. So sehr die ganzen digitalen Entwicklungen von der CD zu MP3 und zum Streaming der Musikindustrie Kopfzerbrechen machen: Ohne das hätte ich den Zugang zu klassischer Musik vermutlich heute noch nicht gefunden.

Die Inhaltsangabe liest sich wie eine typische Verwechslungskomödie und Eis am Stiel  im Mittelalter der Kreuzzüge. Graf Ory muss scheinbar nicht in den Krieg ziehen und kann seine adelige Zeit statt dessen damit verbringen, hinter den (Stroh)-Witwen her zu sein.

So versucht er sich an die vermeintliche Witwe Adèle ranzuschmeißen. Erst als Eremit verkleidet, dann schleicht er sich mit seinen Ritter-Kumpels als Frauen verkleidet in Adeles Burg. Ziemlich plötzlich kommen dann die Kreuzritter doch innerhalb eines Tages wieder nach Hause. Orys Buddies haben den Weinkeller leer getrunken (gegen 20 Weinländer gleichzeitig gekämpft g), Ory gesteht der falschen Person seine Liebe (die eine Hosenrolle ist: Eine Frau in Männerkostüm) und dann hauen alle durch einen Geheimgang ab.

Nicht gerade die vielschichtigste Story, aber tatsächlich mit witzigen Stellen.

Allerdings habe ich irgendwann aufgehört, die deutsche Übersetzung mitzulesen, die per Beamer über die Bühne projiziert wurde und habe stattdessen einfach die Musik und die Akteure unten auf der Bühne genossen.

Bemerkenswert was für ein Tonhöhe und Lautstärke so Weltklasse Sopranistinnen und Tenöre erreichen können, ohne dass es einem unangenehm wird. Ganz im Gegenteil. Oper ist glaube ich wirklich etwas, das live nochmal viel emotionaler wirkt, als digital. Aber die schiere Lautstärke mit der die so einen RIESENSAAL mit Stimme füllen ist beeindruckend und das dann auch noch schön, virtuos und exakt hin zu bekommen, eine Hammerleistung.

Das Panorama kann nur andeuten, wie groß diese Halle ist!

Hier könnt ihr mal kurz in die Proben reinschauen und Lawrence und Jessica hören.

Meine Beobachtungen in der Oper

  • Die Menschen waren ziemlich sommerlich und entspannt gewandet. Keinen einzigen Frack gesehen
  • Die Smartphone- und Tablet-Dichte im Publikum war erstaunlich hoch
  • In der Pause: Pausenticket holen und dahin gehen, wo das Verhältnis von Gästen zu Bedienung 5:1 statt 250:1 ist
  • Opernsänger haben sichtlich Spaß an ihrer Arbeit
  • Vor einem Konzert gibt es einen Einführungsvortrag, in dem Komponist, Stück und Mitwirkende vorgestellt werden
  • Konzerteinführer gab mir den Newbie-Tipp: Einfach auf sich wirken lassen

Hier könnt Ihr mal einen kleinen Mitschnitt vom Ende des ersten Aktes auf Euch mit ordentlich Dampf auf Euch wirken lassen. Übrigens überrascht mich hier die Aufnahmequalität des iPhone 6s plus:

Aber wer ist denn eigentlich Rossini?

Ich hatte schonmal von den Opern Der Barbier von Sevilla und Othello gehört. Sonst brachte ich den Namen Rossini eher mit einem der besten Italiener hier in Bielefeld in Verbindung. Insgesamt hat Gioachino Rossini alleine 42 Opern geschrieben! Und seinen 225. Geburtstag hätte er dieses Jahr am 29.(!) Februar auch feiern können. Außerdem konnte er zu Lebenszeiten feiern, dass seine Mama ihn davor bewahrt hat, zum Gesangskastraten gemacht zu werden.

Neben seiner großen Produktivität ist mir vor allem eines aufgefallen: Sein Humor.

Kein Wunder, er schrob eine Menge komischer Opern. Aber viel witziger fand ich noch die Stücke, die er als “Alterssünden” bezeichnet hat bzw. vielmehr deren Titel:

  • Gefolterter Walzer
  • asthmatische Etüde
  • chromatischer Drehteller
  • Fehlgeburt einer PolkaMazurka

Bemerkenswert aber auch, dass er offenbar zu Lebzeiten einen solchen Eindruck hinterließ, dass Giuseppe Verdi persönlich die 12 bedeutendsten Komponisten Italiens zusammen trommelte um mit ihnen ein Requiem – die Messe per Rossini zu schreiben. Die aus merkwürdigen Gründen erst 1988 das erste Mal aufgeführt wurde und sich so anhört:

1000 Euro für ein Buch mit Noten?!

Natürlich hab ich mich vorher ein bisschen informiert, was es mit Rossini so auf sich hat. Dabei stieß ich auch auf ein Buch mit Noten zum Stück, das vom britischen Barenreiter Verlag raus gegeben wurde. Als ich den Preis sah, dachte ich erstmal an ein Komma, das 2 Stellen zu weit nach links gewandert war.

Über 1000 Euro für ein Buch mit Noten klingt nach – naja sagen wir mal VIEL!

Ein bisschen Licht ins Dunkel brachte eine Mitlesende auf Twitter, die mein gemostetes Bild der Originalnoten von 1828 kommentierte und mich auf einen Artikel der New York Times hinwies. Dort hab ich dann gelernt, dass fast 180 Jahre lang nicht die Original-Noten der Uraufführung im Umlauf gewesen sind, sondern eine vereinfachte Version für Provinztheater.

Die Originalversion wurde aufwändig restauriert und re-engineered. Und der Batzen Arbeit, der da drin steckt, spiegelt sich eben in einem 1.000 Euro Buch wieder. Wieder was dazu gelernt.

Für sowas liebe ich ja das Internet

Auf Twitter bin ich ja hemmungslos und hatte schon 2 Tage vor dem Konzert angefangen mit den Sängern und dem Dirigenten zu twittern, die sogar fleissig antworteten oder retweeteten :)

Außerdem: Hinter dem Konzerthaus Dortmund befindet sich die Polizei-Wache CITY. In dem Gebäude war früher eine Musikschule und dementsprechend haben die damals ihre Hauswand angemalt:

Mit den Noten eines Liedes.

Neugierig wie ich nunmal bin, wollte ich wissen, welches Stück das ist. Die Dortmunder Philharmoniker gaben den ersten Hinweis, dass es sich auf Grund des Notenschlüssels um ein Cello-Stück handeln muss. Die Musik und Kunstschule Bielefeld konnte dann auflösen:

Es ist das Cello-Konzert in C-Dr von Haydn 

Und das Logo-Tier des Konzerthaus Dortmund ist deswegen ein Nashorn, weil die Rhinos extrem gut hören können. Und Musik verleiht natürlich Flügel:

Doof geguckt, weil ich konzertant nicht kannte :)

Konzertant bedeutet eine nicht-szenische Aufführung.

Heißt: Keine Kostüme, kein Schauspiel, kein Bühnenbild.

Musik pur. Eigentlich geil. Nur guckt man erstmal doof aus der Wäsche wenn man die Orchesterbühne sieht und sich fragt: Ja aber wo spielen die denn gleich? :-D

Die Sänger konnten sich ein bisschen Schauspielern aber dennoch nicht verkneifen. Manchmal torkelten und rannten zwei Nebenrollen vor der Bühne her, dass ich dachte “Na? Zu spät aus der Pause gekommen und jetzt die Plätze nicht wieder finden?” und dann schäkerten sich Brownlee und die Damen auf der Bühne heftigst an, dass ich die Story doch irgendwie miterleben konnte.

Dank DFB-Pokal mit Hindernissen

Die Planung zur Anfahrt vorab war etwa schwierig. Dortmund hat Samstag den DFB-Pott in den Pott geholt. Das hieß auch: Sonntag ist Autocorso mit der Mannschaft durch die Innenstadt. Bei Kaiserwetter. Sowohl die Klangvokal Webseite als auch die Seite der Stadt Dortmund warnten vor Verkehrs- und vor allem Parkplatz Chaos.

Ich bin dann einfach mal losgefahren, habe eine Ausfahrt verpasst, wurde von hinten durch die kalte Küche über den Hafen nach Dortmund rein navigiert und landete direkt vorm Parkhaus des Konzerthaus Dortmund. Eigentlich perfekt, aber: Das Parkhaus macht erst 2 Stunden vor Beginn der Aufführung auf. Einerseits gut – so konnten die 200.000 oder mehr BVB Fans die Kulturparkplätze nicht besetzen ;) aber ich stand dann etwas über ne Stunde vor verschlossenem Tor und habe gewartet.

Aber:

Während des Wartens durfte ich bereits 5 Musiker des Orchesters kennen lernen, die in heller Aufregung nach Parkplätzen suchten, um pünktlich zur Probe zu kommen :) War auch nett. Als die Schranke dann endlich aufging hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben freie Platzwahl im Parkhaus. Immerhin. Im Konzerthaus waren die Plätze natürlich zugewiesen :)

Immerhin habe ich mir auch noch ein Steinway and Sons BVB-Andenken mit Autogrammen der Borussia-Spieler mitgenommen:

 

Ganz lieben Dank für das tolle erste Opern-Erlebnis!

Vorneweg Christoph für die Einladung.

Aber natürlich auch das WDR Funkhausorchester, das Klangvokal Festival, den WDR, das Konzerthaus Dortmund, Lawrence, Jessica, Giacomo, alle anderen Mitwirkenden und den BVB, dass das Chaos in der Stadt doch nicht so riesig war wie angekündigt :)

Ach so und wenn Ihr Euch die gesamte Oper mal geben möchtet: Bei YouTube gibt’s ja alles. Auch mir Kostümen: