Mitsubishi Pajero 3.2 Diesel Intense – Testbericht – Probefahrt

Mitsubishi Pajero 3.2 Diesel Intense – Testbericht – Probefahrt

Das hier ist wieder ein Archivartikel aus dem letzten Jahr. Mittlerweile hat sich die Bedarfslage geändert und entgegen zu meiner Aussage unten, könnte ich jetzt was geländegängiges gut brauchen ;)

mitsubishi_lenz.jpgHA! Mein erstes Double Feature! Ok – nicht ganz. Ich bin zwar zwei Autos direkt nach einander gefahren, aber den Doppelposting two-in-one Artikel krieg ich dank meiner letztwöchigen Rüsselpestaktion zwitlich nicht hin, also doch schön der Reihe nach:

Weil ich ein bisschen zu doof war, mein Portemonnaie einzustecken, stand ich pünktlich wie ein Maurer bei Mitsubishi vor der Tür als ich merkte: “Toll! Papiere nich dabei.” Also kurz bescheid gesagt, dass es später wird und wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

mitsubishi_lenz2.jpgDabei sah ich dann den netten Nachbarn von Mitsubishi Lenz – Nissan Mattern. Zumindest stand Mattern an der Scheibe gross und breit. 11833 angerufen “Nen Mattern gibt’s in Belefeld nicht…” Hm. Den nächstbesten von den 3 gefundenen Nissanhändler geben und durchstellen lassen. Der war am andern Ende der Stadt und kannte Mattern nicht. Ok. Also mal bei der Konkurrenz versuchen: 11880 fand nur noch 2 Nissanpartner in Bielefeld. Davon passte aber auch keiner. Toll. Ich bin doch nicht blind oder blöd. Vergesslich ja. Aber nicht blind. 15 Minuten später hatte ich dann einen Mattern in Herford. Könnte ja sein, dass da schon Herford losgeht.
Ne, war ne Filiale, die mir glücklicherweise die passende Nummer gegeben hat und siehe da: Der Laden hat noch ne Stunde länger auf UND einen X-Trail da. Sauber. Also gleich als Anschlussfahrt georgt und zwei SUVs mit einer Klappe geschlagen.

In der Zwischenzeit war ich dann auch endlich wieder bei Mitsubishi Lenz angekommen und Frau Busch hatte netterweise schon alles vorbereitet und es konnte direkt mit dem Mitsubishi Pajero losgehen.

mitsubishi_pajero_front.jpgDie Erscheinung des Pajeros ist mächtig, aber durch das Durchgestylte und die abgerundeten Ecken lange nicht so massiv wie der ganz alte Pajero, ein Range Rover oder gar Defender. Leider sehen mittlerweile beinahe alle Geländewagen aus, wie ein abgelutschter Drops und nicht mehr nach martialischem Arbeits-, Expeditions- und Kriegsgerät wie noch vor ein paar Jahren. Schade eigentlich – gerade bei so einem Urgestein der Schlammwühler, da würde ich mir eine deutlchere Abgrenzung zu den Life-Style SUVs wünschen. Erinnert mich ein bißchen an das Gefühl, das einen beschleicht, wenn man in einer Talkshow Götz George im Anzug intellektuell und arriviert reden hört, wo man doch eigentlich nur einen polternden Schimmi in seinem M65-Parka sehen möchte: Irgendwie faszinierend und bewundernswert, aber eigentlich nicht das, was man will.

mitsubishi_pajero_rad.jpgIn dem Moment wo der Pajero seinen eigenen Khaki-Parka überwirft und durch die Wüste gehetzt werden (RiP Paris-Dakar :( ) besinnt sich er sich auch äußerlich wieder auf seine rauhbeinigen Qualitäten zurück (warum werden eigentlch generell keine limited Dakar Edition im Sport-Trim von den Rally Teilnehmer-Herstellern angeboten?) aber hier steht er erstmal ein bißchen so vor mir als wolle er jemandem aus dem mittleren Management becircen. Irgendwie zu hübsch.

Innenleben und Gadgetkrams
mitsubishi_pajero_innen.jpg Als ich drin sitze ist die Außenhaut erstmal wieder vergessen. Alles superedel iher drin und saubequem. Eins der schönsten Cockpits die ich bisher gesehen habe und feinstes Leder. Ist natürlich auch eine Frage des Anwendungszweckes, welche Ausstattung man wählt. Auch wenn er von aussen nicht mehr nach dem Dienstgefährt vom Forsthaus Falkenau aussieht (oder war das nen Mercedes G?) – das Zeug dazu hat er natürlich noch. Aber will man diese edle Inneneinrichtung vollschmoddern, wenn man grade über durch den Wald gestiefelt ist und die Stiefel voll Schlamm hat? Eigentlich nicht.
Egal.
Ich geniesse die Aussicht und die hohe Sitzposition. Herrlich, diese Aussicht. Dabei lasse ich mich auch zu dem Gedanken verleiten, dass möglicherweise genau deswegen soviele SUVs verkauft werden: Weil die Menschen gerne auf die Anderen herunterkucken. Hier oben fühlt man sich schon wie King Louis ;)

mitsubishi_pajero_lenkrad.jpgToni hat derweil extrem viel Spass mit den vielfältig elektrisch verstellbaren Sitzen gehabt. Hoch, runter, vor, zurück. kippen, Aufpusten und was es da nicht alles gibt. Nur die Massagefunktion aus dem A5 hat er vermisst. Verwöhnte Jugend! Gibt man ihnen den kleinen Finger und so – Ihr wisst schon – wollen Sie gleich ne persönliche Masseuse im Auto ;)

Die Hupe bittet aber echt mehr um Verzeihung, als dass sie ordentlich Krach machen würde ;) Damit verscheuchste kein Wildschwein vom Feldweg.

mitsubishi_pajero_bordcomputerr.jpgHA! Der Bordomputer vermittelt wenigstens ein bißchen Offroad Feeling. Erstens zeigt er lustige Sachen an wie zurückgelegte Höhenunterschiede, Kompass und all so ein wichtiges Zeug (siehe Gallerie) und zweitens passen die rustikalen Plastikknöpfe dann doch eher zum Einsatzzweck ;) Nach dem Mondeo und seinem Touchscreen und dem A5 MMI bin ich aber auch ein bisschen verwöhnt.

Motor, Leistung, Fahrgefühl
mitsubishi_pajero_motor.jpg In diesem Auto macht mir auch der Diesel nix aus. Hier gehört ja schliesslich einer rein. Und Durchzug hat er mal! An der Ampel auf den Pinn getreten und er geht schööön hinten in die Knie, man sieht wie einem die Haube entgegen kommt und ehe man sich’s versieht sind die hinter einem fix ganz klein im Spiegel ohne dass man das Gefühl hätte, wie wild zu heizen.
Fahrgefühl ist durch die Stollenreifen etwas “rumpelig” – will man in den Wald oder übern Acker crossen muss das auch sein. Fährt man größtenteils Straße wird das irgendwann nerven.

mitsubishi_pajero_hinten.jpgGeil ist aber anfahren am Berg und v.a. der Durchzug am selbigen. Ich war langsam an unsere heftigste Steigung hier in der Gegnd rangerollt und wollte eigentlich dran halten. Dann kam im Spiegel nen Golf recht fix näher – also rankommen lassen und dann mal nen Kickdown gemacht :D So ein beeindruckender Bergaudsprint ist schon was Feines – und Toni wurd zum ersten Mal ordentlich in die Sitze gedrückt – fand er mal ordentlich cool ;)

Meine Freundin, die Automatik
mitsubishi_pajero_automatik.jpgDamit werde ich wohl nie warm. Sogar diese hier ist mir zu nervös. Tritt man zu einem Drittel passiert wenig, bei 3/5 geht ein bißchen und bei mehr als 2/3 geht meist zuviel. Und wenn er erstmal in Schwung ist, dann marschiert er ordentlich los, der Silberrücken. So easy dahinrollen geht auch nicht, da man immer mal wieder das Gas antippen muss, um Schwung zu bekommen. Echt schwer zu dosieren kann ich Euch sagen. Da hab ich doch lieber ne Schaltung, mit der ich immer die Drehzahl bekomme, die ich möchte und auchmal schön untertourig dahin tuckern kann.
Und bei einem KickDown ist mal wieder eine gewisses Delay da, bis etwas passiert anstatt direkt auf meinen Gasfuss zu reagieren.

Wendekreis und sowas
mitsubishi_pajero_rechts.jpg Ein Schiff ist ein Schiff ist ein Schiff ist ein Schiif. Wenn wir irgendwann mal auf nem Bauernhof wohnen und auf alten Fuhrwegen und Waldschneisen zum Zaun auf der Südweide fahren müssen, dann ist mir das egal. Aber für mitten in der Stadt mit Strassen die Platz für grade mal 1 1/2 Volvos bieten ist das wohl nix hier :) Zumindest so lange ich die Abmasse vom Auto nicht kenne. Das braucht schon einiges an Eingewöhnungszeit.
Einen Vorteil hat aber das schiffige wieder: Wenn einem in nem kleinen Sträßchen entgegen kommt, braucht man nur stehen bleiben und warten *g* Dann wird die Straße von ganz alleine wieder frei – auch wenn das alles andere als die nette Tour ist keine Frage, aber anders wußte ich mir erstmal nicht zu helfen. Schließlich wollte ich ihn ungern mit nem Spiegelkratzer auf der rechten Seite zurückbringen.

Einmal am Kiosk Kippen holen und danach wieder zurück nach Hause führt zu einem “Wenden in 23 Zügen”-Manöver. Liegt sicherlich auch ein bißchen dran, dass ich bei nem geliehenen Auto ein bisschen feige bin, aber dennoch bleibt das Auto GROß!

mitsubishi_pajero_hinten_innen.jpgUnd sonst so…
Der Platz hinten ist natürlich mehr als ordentlich. Dazu hat die Ladefläche hinten noch eine kleine zusätzliche Sitzbank für 2 Personen, allerdings war die Bedienung nicht so 100% intuitiv – ich hab jedenfalls recht fix wieder aufgegeben.
Cool finde ich ja die vielen Fächer und Ablageflächen – SO muss das sein.

Haben wollen?
mitsubishi_pajero_kofferraum.jpgAch ja – wie gesagt. Wenn ich mal Oberförster werdenoder ein grosses Anwesen mit viel Platz, Feldwegen drumrum und ner steilen Zufahrt haben sollte: Definitiv.
Solange ich in der Stadt oder stadtnah wohne und nicht wirklich Verwendung für die außergwöhnlichen Leistungseigenschaften so eines Gerätes habe – eher nicht. Dafür war es mir dann doch zu umständlich zu parken, zu wenden und so. Außerdem fühlt man sich nicht ausgelastet, wenn man nicht mal eben auf nen Acker fahren oder Colt Seavers mäßig über irgendwelche Huckel springen darf ;) So ein leistungsfähiges Auto nicht in den Dreck zu lassen, ist wie nen Hütehund, der nichts zu hüten kriegt. Und ich will ja kein Jeepquaeler sein. Schon ein tolles Auto, wenn man es wirklich einsetzen kann.
Könnte für meinen Geschmack nur etwas mehr so martialisch wie früher sein.

mitsubishi_pajero_daten.jpgKennt eigentlich jemand den Kletterpark im Hintergrund? Ist in Bielefeld oben auf dem Johannisberg – taugt der wohl was?

Ach dammit – hab vergessen für Cheffe nach iPod-Konnektivität zu kucken. Aber der hat eh schon sowas SUViges glaube ich aus Deutschland – und kann es auch gebrauchen ;)

Daten und das ganze Zeug wie immer bei den Herrschaften Hersteller.

Weitere Erfahrungs- und Testberichte zum Mitsubishi Pajero gibt’s bei autoplenum.de

www.flickr.com

probefahrer.alex Mitsubishi Pajero photoset probefahrer.alex Mitsubishi Pajero photoset

Next Article

Heutiges Getwitter

6 Comments

Red' mit und lass mich nicht dumm sterben!

  1. Ha, ich fahre noch den schönen alten Pajero.
    Bin begeistert von meiner robusten ollen Hundekutsche.
    Allerdings Platz? Der dicke Kangal ist ganz hinten und Madam Kira muss sich auf der Rücksitzbank lümmeln, gemeinsam mit dem Kind.
    Aber Fahrspaß allemal.
    Auch wenn ich eine Frau bin und denen nachgesagt wird sie können nicht einparken, fahren etc., ich komme sehr gut klar damit.
    Fahre auch ab und an mal nach Hamburg in die Stadt rein und ich muss sagen hatte noch nie Probleme.
    Keine Beule nix garnix. Parken, wenden kein Problem.

    LG Kiki
    PS:
    nicht weiter tragisch mit dem übersehenem Kommentar.
    Was mich aber interessiert, weißt du ob dieser hübsche Kangal gut vermittelt wurde?

  2. Hi! Wer hat Lust mit mir zu chatten? http://bit.ly/cmCLSz

  3. Ich habe mich vor einem halben Jahr für einen Mitsubishi Pajero entschieden und bin sehr zufrieden damit. Gelungener Bericht von dir …

  4. Merci Torsten!

    :)

Trackbacks for this post

  1. Probefahrt Mitsubishi Pajero 3.2 : Mitsubishi
  2. Mitsubishi hat’s jetzt aber echt nicht mit Namen: iMieV