Probefahrt Porsche Cayenne 3.2 V6 Testbericht

Probefahrt Porsche Cayenne 3.2 V6 Testbericht

Schon strange: Das erste Mal, daß ich nen Porsche weiter als 50m fahre und dann ist es ein SUV. Eine schwäbische Sportwagen Entjungferung hätte ich mir grundsätzlich ja flacher und boxeriger vorgestellt. Egal. Endlich fange ich wieder richtig mit dem Probefahren an und da ist auch ein Cayenne ein gediegener und standesgemäßer Wiedereinstieg, wie ich finde :-)

Aber gut, was nicht ist, kann ja noch werden. Und ein 3.2l V6 für den Wald tut’s ja auch.

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Wenigstens das Zündschloß ist links :)

Eins mal vorweg – ich bin ja echt kein Anleitungsleser. Mal so gar nicht. Aber bei diesem Auto konnte ich in der halben Stunde, in der ich gefahren bin gleich zweimal ins Handbuch kucken :)

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1. Handbremse.

IMG_3880.JPGFußfeststellbremsen sind mir ja druchaus ein Begriff. Hab ja schonmal im Mercer gesessen. Aber im Cayenne ist die tricky:
Erstmal habe ich bei einem Auto, daß enger mit Q7 und Touareg verwandt ist, in der Schaltungsgegend nach nem Knopf gesucht. Ok. Da war nix. ALso links unten gekuckt, ob neben dem Fußabstellteil noch ein Pedal ist – auch nix. Wer kann denn ahnen, daß man das Pedal kaum sieht, wenn es getreten ist und man auch noch einen Griff rausziehen muss.

2. Motorhaube.

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Besagtem Feststellbremsengriff hatte ich eigentlich die Funktion zugeschrieben, die Haube zu öffnen. War ja nix. Wo ist dann der Griff für die Motorhaube wohl? Wieder ins Handbuch gelinst, nur um rauszukriegen, dass der Hebel schon in der Ecke untergebracht ist, wo ich ihn erwartet hatte nur eben hochkant und gut getarnt.

Damit ist der Porsche Cayenne mindestens schonmal geeignet, die M-Klassen von Benz in der Bundeswehr zu ersetzen:
Nach der Einweisung auf den Autos einfach die Anleitung wegschmeissen und sollte der Feind das Auto in die Finger kriegen, kann er damit nix anfangen, ausser er foltert den Fahrer oder hat einen guten Draht nach Zuffenhausen. Äh – Leipzig meine ich. Da wird der in Stuttgart verwurzelte Stoppelhopser nämlich gebaut.

Nach der kleinen Lesestunde konnte ich das fast 2m breite Schiff dann auch endlich mal vom Hof bewegen. Unseren holprigen Zufahrtsweg hat er recht gut gemeistert. Die Federung stand auf normal. Für einen Test auf Sport und Komfort hatte ich leider keine Zeit. Kommentare von Cayenne Fahrern bezüglich des Fahrwerkskomfors sind höchstwillkommen.

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Beim Rumspielen an den Bedienelementen wurde mir aber eins recht deutlich: An manchen Stellen hat Porsche da in meinen Augen etwas die Haptik vernachlässigt. Einige der Kippschalter und Hebel wackeln doch bedenklich in ihren Halterungen. Und wenn ich in der Schaltkulisse auf kühles, gebürstetes Alu fasse und in der Mittelkonsole dann Plastikschalter im Alu-Look zwischen den Fingern habe, ist das schon ein klein bißchen ernüchternd.

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Ähnliches hinterm Lenkrad:
Armaturen und vor ganz besonders Blinker- und Scheibenwischerhebel vermitteln ein bißchen das Gefühl, die Porsche-Techniker hätten eher in das VW-Golf Regal gegriffen. Das ist zwar kein Showstopper, aber ich hatte doch etwas mehr erwartet. Ebenso vom Kunststoffmaterial. Vermutlich ist die Basisversion wirklich für Edelförster gedacht, die mal mit schmodderigen Gummistiefeln einsteigen. Robust und pflegeleicht ist die Oberfläche. Aber eben nicht grade edel. Da muß schon höher ins Regal gepackt und ein lederbezogenes Armaturenbrett bestellt werden.

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Der Rest des Interieurs ist aber vom Feinsten. Die Ledersitze sind super verarbeitet und bequem wie sonst was. Da kann man’s schon drin aushalten.

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IMG_3863.JPG Als ich das erste mal direkt vor dem Auto stand, hat mich die Form – v.a. die Schnauze ja ein bißchen an den Golf Country erinnert. Also vom Prinzip her. Elfer nehmen, hochlegen, bißchen bulliger – fertig. Also von vorne ist der Cayenne nicht so meins. Zu glatt und zu stromlinienförmig für einen Geländewagen (auf der Autobahn interessiert das dann übrigens nicht mehr wie es aussieht, denn fahren läßt er sich super. Und das geht eben nicht mit der Aerodynamik eines IKEA PAX Kleiderschranks.). Da fehlt mir das martialische. Aber das problem habe ich mit vielen anderen Genrevertretern auch.

Aber die hintere Seitenlinie.
Mein lieber Herr Gesangsverein. Das ist eine der schönsten Perspektiven, die ich seit langem an einem Auto gesehen habe. Das letzte Mal hab ich sowas glaube ich an einem Maserati bewundern dürfen.

Wie fährt er sich denn nu? V.a. im Gelände.? Ich muss gestehen, ich war zu feige ;) Wir haben hier ja eine schöne Offroadtaugliche Baustelle hinterm Haus und ich habe mich auch gerade noch getraut reinzufahren, aber dann schön durch den Schlamm durchwühlen wollte ich dann doch nicht. Ich glaub der Händler hätte es nicht so ganz witzig gefunden, das Auto am Samstag Mittag nochmal durch die Waschhalle zu schicken ;)

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Aber auch auf der Straße macht auch der kleine Cayenne schon mächtig Spaß. UND Sound. Wenn der V6 mal richtig ans Rotieren kommt, faucht er schon sehr ordentlich :-) Für einen kurzen Moment meint man auch einen Turbo gehört zu haben, aber dafür fehlt dann doch etwas der Dampf :) Ich glaube der Spaß hält auch nicht so wahnsinnig lange an. Wenn ich den 3.2 etwas länger fahren würde – v.a. wenn ich ihn gekauft hätte – käme bei mir recht schnell der Gedanke auf:

Ach Mist, hättest Du mal doch den Achtzylinder oder gleich den Turbo S genommen

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Zumal er auf der Autobahn jetzt auch nicht gerade sooo heldenmäßig unterwegs ist. Mit 4 Leuten drin 210km/h, dann is Feierabend. Und 20 EUR sind in 100km auch schnell durchgepustet. Wenn man vorsichtig fährt. Also auch das kleine Modell ist nix für den schmalen Geldbeutel ;) Geht auch erst bei gut 51.000 Krachern los.

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Für genauere Aussagen hätte ich mehr Zeit gebraucht, um auf meinen Hausstrecken mal alle Fahrwerkseinstellungen durchzuprobieren. Aber das werde ich bei Zeiten nochmmal mit dem Cayenne Turbo S nachholen. Dann hoffentlich mit mehr Zeit und vollem Tank. Für mehr hat es leider nicht gereicht dieses Wochenende, da wir direkt auf eine Hochzeit gefahren sind und den Cayenne für die Strecke zu nehmen, wäre mir dann doch nen bißken teuer gewesen bei dem Durst ;)

Spaß macht er definitv. Wer einen Cayenne gebrauchen kann, sollte aber definitiv mind. mit dem Achtzylinder anfangen. Ob der Diesel einen Blick wert ist, kann ich nicht beurteilen. Ich würde keinen Zuffenhausener mit Dieselmaschine haben wollen :-)

Genaue Daten zum Porsche Cayenne in der Wikipedia oder bei Porsche selber. Wie der Cayenne übrigens in 2011 vermutlich aussehen wird, gibt es hier zu sehen.

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3 Comments

Red' mit und lass mich nicht dumm sterben!

  1. hamma karre!!!
    haben will :D

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