Auto-Designer – die Köpfe und Hände im Hintergrund

Hallo zusammen!

Ich richte mich mal mit meiner Frage an Euch DesignBloggerinnen da draußen, weil ich mich grade verstärkt mit Auto-Design und Designern beschäftige und mir dabei folgendes aufgefallen ist:

In der Mode ist der Designer meistens die Marke – oder zumindest ihre Star: Joop, Lagerfeld, Dolce&Gabbana usw.

Selbst bei Gebrauchsgegenständen und Möbeln finden wir das noch ab und an wieder – Rolf Benz, Colani und selbst IKEA lässt im Katalog Designer zu Wort kommen.

Warum ist das bei Auto-Designern nicht der Fall?

Klar, arbeiten hier viele unterschiedliche Designer an verschiedenen Teilen eines neuen Modells zusammen und teilen sich die Entwicklung mit Ingenieuren. Aber ein Chef-Designer hat ja meist für das Erscheinungsbild des Models und “den Hut auf”. DIe Ingenieure entwickeln dagegen Technologien, die für mehrere Modelle zum Einsatz kommen.

Ich glaube kaum ein Auto-Fahrer kennt den Designer seines Wagens, oder wie sieht das bei Euch aus? Außer Pininfarina und Enzo Ferrari, Sir Alec Issigonis und Ferdinand Porsche (wobei die letzten drei jetzt auch mehr Ingenieure als Designer waren) fallen mir kaum welche ein.

Fragt mal Mercedes-Fahrer, ob sie Peter Pfeiffer kennen. Oder Mini- 3er BMW Fahrer, was ihnen der Name Chris Bangle sagt, oder Seat, Alfa oder Audi-Besitzer nach Walter de’Silva. Ob Audi TT und Kia Soul Besitzer wohl die gemeinsame Parallele des Peter Schreyer bemerkt haben?

Also – was denkt Ihr, warum Auto-Designer so im Hintergrund stehen?

Posted by Alex

Schreibe hier auf dLimP seit über 10 Jahren privat vor mich hin :) Mit Autos hatte das hier auch mal zu tun. Das findest Du heute hier fokussiert auf Familienautos. digital-dictators.de klingt martialisch ist aber schon seit 1998 ein kleiner Freundeskreis von Gamern gewesen. Nichtsdestotrotz ist mir bewusst, wie traurig sich dieser mal witzig gemeinte Name mittlerweile bewahrheitet hat. Wenn dich mein berufliches Zeug als Berater interessiert, schau doch mal auf LXKHL.com vorbei

8 Replies to “Auto-Designer – die Köpfe und Hände im Hintergrund”

  1. Weil es Industriedesign ist. Und für Industriedesigner sind die besten Auto-Designer schon ziemlich bekannt, bekannter als es ein Besteckgestalter je sein könnte. Schau dazu aber eher in die englischen Medien als in den deutschen Pressebrei.

  2. Ich denke, es ist ein Mittelweg, die erwähnten Namen haben ja schon in gewissen Kreisen ihre Bekanntheit, was bei Automobilen aber an oberster Stelle steht ist die Marke selbst und da sind zusätzliche Identitäten, die die Herkunft eher diffuser machen, gar nicht so erwünscht. Man fährt einen Porsche und eben keinen Michael Mauer. Das ist ein bisschen von den Kunden so erwünscht, die Identifikation mit der Marke ist eben größer. Zudem stellt ein Auto je ein nicht gerade unerheblich teures und vergleichsweise langlebiges Investitionsgut dar, dessen Wert nicht vom Designer, sondern der Produktqualität bzw. ihrer aktuellen Einschätzung im Marktumfeld abhängt..

    Bei eher günstigen Artikeln bis hin zum Sofa des schwedischen Möbelhauses oder eben Saisonware wie Mode, die man nur einige Monate lang trägt, ist der Bezug ganz anders. Meist ist hier der Designer die Marke (auch wenn oft andere die Entwürfe machen) oder die Erwähnung soll das Produkt mit einer Geschichte beseelen. Anders wären ein paar Quadratzentimeter Stoff oder Leder kaum zu exorbitanten Preisen an den Mann oder die Frau zu bringen.

  3. I beg to differ. Ich kenne keinen Sofa-Designer. Ich kenne viele Mode-*Marken*, und deshalb verkaufen sich die Designer ja selbst als Modemarke: “Hugo Boss” ist mehr Marke als Name und dasselbe gilt fast überall. “Ferrari” und “Porsche” waren ja eigentlich auch mal nur Nachnamen.

  4. Hmm, Rolf Benz für Sofas oder Eames Lounge Chair für einen Sessel sind mir schon ein Begriff. Bei letzterem kenne ich allerdings wirklich nur dieses eine Produkt.

  5. @Alex: Siehste? Markennamen. Das ist bei Dir ja nicht anders: “Alexander Kahl” und “der Probefahrer” sind im Kundenhirn dasselbe wie andere Markennamen. Deshalb kann es sich ja so lohnen, als Firma oder gar als Einzelperson virtuelle Personen mit diesem Markennamen zu verknüpfen.

  6. Alexander Lohr 21. Januar 2011 at 15:55

    Dazu kommt auch, dass die Automobilindustrie nicht auf DEN Designer setzt. Klar gibt es einen Chefdesigner, aber bei BMW zum Beispiel gibt es drei eigene Designbüros (Deutschland, USA, China). Bei einem Designcontest dürfen alle Designer aller drei Büros ihre Entwürfe einreichen. Diese werden durch verschiedene Instanzen gesiebt, bis der endgültige Entwurf und damit auch der endgültige “Verursacher” des speziellen Design feststeht. Klingt dann -für den Kunden- auch blöd, wenn gefühlt jedes Auto von wem anders designt wird, die Autos sich aber auch wieder sehr deutlich ähneln, weil sie eine Markensprache sprechen sollen.

    Ich glaube den tatsächlichen Designer eines “Konsum-Guts” (vs. Designobjekte) zu kennen ist eh die Ausnahme. Oder malt der Hugo alle Boss-Anzüge selber?

  7. “Ich glaube kaum ein Auto-Fahrer kennt den Designer seines Wagens”
    Jo, würde ich so unterschreiben. Weil nämlich für viele das Auto ein Gebrauchsgegenstand ist und es sie einfach nicht interessiert. Im Gegensatz zum Gestalter meiner NoName-Klamotten, bei denen es mir egal ist, woher sie kommen, wusste ich bei den Autos, die ich mir ihrer Form wegen gekauft habe, als Autospinner schon, wer sie geformt hat: Dante Giacosa, Flaminio Bertoni (nein, nicht Bertone), F. A. Porsche, Walter da Silva, Chris Bangle, Vignale, Pininfarina. Die Namen wüsste ich alle nicht, wenn es mich nicht interessieren würde, wie wohl 99,9% der Auto-“Nutzer”.
    Und jetzt sag du mir, welche Autos dazu gehören, ohne Wikipedia zu benutzen!!! Müsste ja gehen, oder? ;)

  8. Eigentlich sollte man die gesamte Designer welt nciht unterschätzen sie schaffen letzlich vieles was wir nutzen. Nur der normale Verbraucher interessiert sich oft nicht dafür, was eigentlich schade ist, da auch hier sehr kreative Köpfe sitzen.

kommentiert gerne hier unten oder schickt mir was nettes an alex@dlimp.de

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