Die erste Etappe ist geschafft #PanTourDeMeer

Eins vorweg: Hier is EDGE-Land – also erwartet keine Bilders ;)

Un-Glaub-Lich – wir sind wirklich 88,08 Kilimoter Fahrrad gefahren heute. An einem Stück.

Und es tut gar nicht soooooo weh, wie ich befürchtet hatte. Angie kämpft noch etwas mit ihrer Erkältung und mir tut lustigerweise nur der Rücken weh. Aber ein bisschen Schwund ist jja immer.

Wären wir heute pünktlich los gekommen und hätten nicht bis 10.30 noch die Hütte getüddelt (man will ja doch auch wieder in eine hübsch saubere WOhnung zurück kommen) – hätten wir uns noch deutlich mehr umkucken können. Letzten Endes haben uns heute viele Kleinigkeiten immens viel Zeit gekostet:

1. Der fiestes Berg kam gleich zu Hause.
2. Mit dem Gepäck in den Packtaschen war zu wenig Druck auf den Reifen
3. Es ist wie beim Elektro-Auto fahren: Berge fressen Strom des E-Mobilisten um Frühstück

Das heißt gleich nach dem fiesen Berg sind wir auf der anderen Seite kurz bei B.O.C. eingekehrt und haben nach Hilfe beim Luftdruck gefragt. Lustigerweise kam dann vom Fahrradmechaniker die Fragen, ob wir denn selbst pumpen wollen – falls ein Reifen explodiert wird so oder so keine Haftung übernommen.
Mein Argument, dass ich dann wohl gleich an eine Tanke fahren könnte, war wohl überzeugend genug, dass werde Angie noch ich wüssten, wie wir den richtigen maximalen Luftdruck überhaupt rausfinden würden.

Die Reifen sind nicht geplatzt und mit 3,5 Bar auf Angies Rad und 2,8 auf meinem mit den Big Apple Reifen konnten wir dann weiter und das Pendeln bei mir im Lenker war danach auch weg.

Danach waren wir beide völlig begeistert darüber, wo uns das Falk Lux 30 Navi lang geführt hat. Immer nur die hübschesten Strecken wo möglich. Highlight war der Kirchplatz in Herford wo ich sonst wohl NIE hingefunden hätte :) Zum SChluss der Etappe führte es uns über wunderbar ruhige Straßen zwischen den Feldern hindurch wo wir über eine Stunde lang keine Menschen sahen. Als uns das auffiel, kamen wir grad an einer Grillparty vorbei :)

Trotz Angies Resterkältung und immer noch fiesen Hustens, der hoffentlich morgen abklingt, hat sie den ersten Geschwindigkeitsrekord der Reise vorgelegt: 55,3 km/h auf ihrem wei0en Panther.

Ich konnte zwar hinterher nochmal um 2,5 auf 57,8 Sachen erhöhen, aber nicht über eine so lange Strecke (wurd ECHT kalt bei dem Speed *g*). Respekt an meine Süße. Sie schlägt sich wacker.

Bei Porta Westfalica – das gar kein Dorf ist wie ich heute gelernt habe, sondern eine Ansammlung von 15 Dörfern – sind wir dann nach dem Großen Weserborgen in die Flugplatz Restauration eingekehrt – da ließ uns Bedienung Nina die Akkus laden und schwärmte uns vom Camping-Platz unseres Etappenziels Rehburg-Loccum und dem Natur-Pool dort vor.

Nach Pool war uns nicht zu Mute, denn wir waren gerade in die Pilotenpinte reingestolpert, da fing es an zu schütten.
Ok, ich hätte auch einen von den Fliegern vor Ort fragen können, wie sich das Wetter entwickelt – am Nebentisch ging ein Fluglehrer gerade die letzte Flugstunde mit seiner Schülerin durch – aber die Regenradar App tat ihren DIenst auch.

Innerhalb von Sekunden war klar, dass wir noch 1 Stunde hier bleiben müssten, bis der Regen durchgezogen war. Dann mussten wir uns ranhalten, damit wir in der Lücke zwischen dem durchgezogenen und dem kommenden Regengebiet trocken durch kämen.

Die Welt aus neuer Perspektive

Nach diesem Jahr genau 20 Jahren AUto fahren ohne ein Fahrrad ernsthaft anzupacken ist es eine VÖLLIG neue Perspektive auf dem Rad.
An der Seite der A2 über eine Autobahnbrücke zu fahren und den Verkehr auf der Bahn mal ganz hautnah ohne Büchse drumherum zu erleben war schon abgefahren.

Und lehrreich: Erkenntnis des Tages: Wir brauchen mehr Elektroautos -PUNKT-

Eben in Rehburg-Loccum angekommen haben wir kurz die Penison soweit bezogen und sind dann in den Möncheberger Hof zum essen.

Herrlich urige Kneipe mit erhöhtem Spelunken-Potenzial. Ich wurde in der Waldquelle in Bielefeld sozialisiert, also kann ich das beurteilen :)

Ich war hin und her gerissen, ob ich nun nen Tequila SunriCe! oder nen Rotwein trinke. Als unsere Bedienung meinte: “DU! Ich hab aber NUR trockenen Rotwein” war klar: “Der soll’s dann sein”.

ALTER Verwalter! Das Zeug war ganz lecker. OK. Aber letzten Endes SO quietschesüß, dass ich dachte ich hätte Himberr-Met gekriegt. Ich glaub ich schicke mal ne Flasche Chateau Giscours vorbei, nur mal so als Trockenheits-Benchmark :) Egal, ich trink ja auch süß.

Die Schnitzel warn Spitze und in dem Laden wird nicht nach der Bedienung gerufen, sondern einfach mit der Lampe überm Tisch gewackelt. Schön pragmatisch. Und man kriegt einen Aschenbecher AN DEN TISCH! Würde ich noch rauchen, hätte mich das sogar gefreut ;) Angie hats gefreut – ist ne Kippe doch momentan der ultimative “bin ich noch gesund?”-Test :)

Die Etappe morgen wird deutlich kürzer so wie es aussieht.

Von hier bis Verden an der Aller sinds mal eben 70km Also können wir uns nach dem Einstiegsritt heute etwas schonen.

Unsere Panther schnurren jedenfalls tatsächlich wie die Elektro-Kätzchen. Nach dem Mittagessen waren die Akkus wieder voll und wir sind für das letzte Drittel sind wir dann auch aus dem TOUR Modus in den SPORT Mode gewechselt. Der BOSCH Motor macht dann noch deutlich mehr elektrifizierten Rückenwind. So konnte ich mein mittlerweile etwas schmerzendes Knie wieder zur Mitarbeit überreden :)

Aber Hey:
Ich wollte ja wissen, ob man als Untrainierter, der das Radfahren fast verlent hat schafft, 500km am Stück zu fahren.

Bisher klappts sehr gut. Zumindest die ersten 88,08 :)

Ach ja:
Unsere Bedienung hatte uns dann noch aufgeklärt, dass sie Angie statt Roiboos auch einen Schlich-Tee anbieten könnte.

Wir so:
HÄH?

Sie so:
Ach, das ist son Schnaps, den wir heir gerne trinken.

Ich so:
Schinkenhäger von Schlichte?

Sie so:
Jau, genau den. Kennste den etwa?

Ich so:
Hey, ich KOMME aus Steinhagen ;)

Sie so:
Nein EEEECHT?

Ich so:
Jau.
Aber wenn ich den jetzt trinke, komme ich niorgen nicht mehr aufs Rad ;)
Danke schön und zahlen bidde.

Mal gucken, ob wir morgen leiden oder nicht.
Jetzt muss ich mich erstmal auf das Extra-Gästebett hauen, weil wir wegen der Verzögerung um einen Tag nun nur das Einzelzimmer gekriegt haben, in dem ich auf nem Klappbett penne, was sonst die Monteure kriegen.

Chhhhhrrrrrrrr…..

One Comment

Red' mit und lass mich nicht dumm sterben!

Trackbacks for this post

  1. Lange Strecken mit dem Fahrrad? Mit einem E-Bike kein Problem – selbst für unsportliche Geeks und Nerds! > bandee:, Outdoor > bandee-blog.de