Die dritte Etappe war ne nasse #PanTourDeMeer

Abfahrt in Vreden, wo Jens von Rad-ab.com noch überlegt hatte uns zu besuchen. Kurz mal überschlagen: Auto-Fahrtzeit 1,5 Stunden. Unsere Fahrtzeit: 1,5 Tage. *japs* da wird uns zum ersten Mal klar was wir hier eigentlich machen :)

82 Kilometer
20,3 km/h Durchschnitt

1. Windräder sind toll – an Wind kann man sich auch mal anlehnen ;)
2. 4 Kilometer Kopfsteinpflaster nacht AUA und Schrauben locker
3. “Gute Reise und zankt Euch nicht…”

Auf der 3. Etappe war Kilometerfressen angesagt. Wir wollten nur ankommen und viel spektaluräes war nicht drin.

Beim Frühstück trafen wir unsere Ampelbekanntschaft noch einmal wieder. Die beiden kamen aus Potsdam und waren schon seit 3 Wochen auf dem Elberadweg unterwegs, den sie nun endlich komplettieren wollten. Seit 17 Jahren machten die beiden schon Fahrrad-Touren – vom mehrwöchigen Urlaub bis zu Tagestrips. Am Elberadweg knabberten sie seit 3 Jahren und fuhren immer wieder ein Stück.
Sie verrieten uns Tips wie z.B. Ersatzschuhe mitnehmen oder mal die Radwege im Osten auszuprobieren. Seit der großen Flut damals sind die nicht nur niegelnagelneu sondern Fahrrad Fahrer durften auch bei der Streckenführung mitreden, sodass interessante Passagen entstanden sind.
Wir mussten den beiden nochmal unsere E-Bilkes genau erklären. Er wollte Ihr eins schmackhaft machen, damit er auch mal vorweg fahren und sie die Geschwindigkeit mithalten kann ;)
Zum Abschied wünschten wir uns gute Reise und bekamen den Ratschlag “Zankt Euch nicht auf dem Weg” :-)

Bis jetzt halten wir uns dran. :)

Die ersten Kilometer führen uns durchs Moor. Ich meine durchs Teufelsmoor war’s.

Große Strecken waren eher langweilig, aber der Teil wo die Moorleichen wohnen sollen war hübsch ;)

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STURMWARNUNG! Der Wind war das erste Mal so stark von West, dass wir uns in ordentlicher Schräglage dagegen lehnen konnten, ohne umzufallen. Sehr witziges Gefühl, wenn Du so seitlich gehalten wirst :)

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Nach gut 4 Kilometern Kopfsteinpflaster hatten sich nicht nur unsere Hintern bedankt, auch die Halteschrauben der Ständer-Beinchen (die Angie immer Anker nennt *g*) unserer Panther brauchten ein paar Umdrehungen mit dem Imbus. So langsam hatte ich das Gefühl, mit etwas zu wenig Luft zu fahren. Das Navi fand ein paar Kilometer weiter einen Fahrrad-Händler, der sollte sich das ganze mal ansehen.
Ok, TAT Autoteile klingt nicht grade nach Fahrrad-Werkstatt, lustigerweise standen aber mehr Räder als Autos vor der Tür. Cheffe kam auch gleich mit raus und fing uns gleich zu den Pantherbikes auszufragen,
“Wie seid Ihr denn zufrieden damit?”
“240km schon? Also auch Langstreckentauglich?”
“Was sagt Ihr zum BOSCH-Motor”…
Es stellte sich raus, dass er auch Pantherbike vertkauft :)
Und mein Luftdruck passte noch perfekt.

In einer Beef-Jerky-Pause stand ich da so mit meiner Cam auf einem Feldweg rum und fummelte sie für eine Selbstauslöser-Aufnahme aufs Stativ.
Angie so: “Geh mal zur Seite, da kommt was.”
Ich so: “sofort” *fummel*
Angie so: “Ähm zur Seite gehen?”
Ich so “mooohmääähääänt”
“Da kommt was GROßES!”
In dem Moment wurde es dann auch dunkel und ich sprang den größten Trecker meines Leben aus dem Weg. Und ich habe schon ein paar gesehen. Mein lieber Herr Gesangsverein, war das ein Brocken.

Je mehr wir fahren, desto mehr fragen wir uns, ob es in Bielefeld und drumzu eigentlich auch so schöne Strecken gibt, wie sie uns das Fallk Fahrrad-Navi auf unserer Reise immer raussucht. Aller erste Sahne!

Dann kam der Regen.

Die zweiten 40 Kilometer hat es so bielefelderisch durchgenieselt. Alles kein Problem. War sogar ganz gemütlich in den Regensachen, die Vaude uns zur Verfügung gestellt hat. Nach 4 Stunden wird’s vielleicht ein bisschen warm :)

Ich rief in der Pension an, dass wir so in 15 Minuten ankommen und die Däne meinte mit hessischem!! Dialekt, sie hätte und schon die Heizung angemacht. “Das ist lieb” meinte ich, “bis jetzt sind wir noch verhältnismäßig trocken. Bis gleich”.

Genau 1000m vorm Ziel hat der Himmel über Bremervörde sich gedacht:
“Wollen mall sehen ob die Sachen wirklich dicht sind: Hrrhrr. SCHLEUSEN AUF!”

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Klatschnass ist Kindergeburtstag dagegen. ABER nur äußerlich. Unser Vaude Regenzeugs hat 1a dicht gehalten.

Als wir dann vom Essen zurück fuhren: Im Dunkeln, bei 8 Grad *bibber* fing es dann nochmal an zu regnen. Genauso heftig. Wieder ca. 1,5km vor der Pension.
Wieder waren wir klatschnass. Diesmal dann auch bis auf die Haut. Wir hatten blöderweise das wasserdichte Zeugs zu Hause gelassen.

Regel Nummer 1 von “Per Fahrrad durch die Galaxis”: Des Radfahrers Handtuch ist sein Regenzeug.

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