Google, mach doch bitte endlich selber Print!

Nachdem ich die beste Erklärung zum Leistungsschutzrecht LSR von @Frank_Rieger auf FAZ gelesen habe, hätte ich da einen Wunsch:

Google, mach doch bitte mal Papier bunt.
 Ok, schwarz weiß würde schon reichen.

Nach dem Artikel stellte sich mir erstmal die Frage:

Wem gehören eigentlich die News? 

Ami-Medien bringen ja gerne mal so markige Sprüche wie:
WE MAKE THE NEWS!

No, you don’t!
NEWS HAPPEN, STUPID!

Dabei konsumiere ich derzeit fast gar keine News.
Warum? Weil ich kein Interesse an Hopplahopp-Tages-Journalismus habe.

Neutrale Zahlen, Daten Fakten würden mir zur Meinungsbildung reichen.

Finde ich aber nirgends – und das, obwohl die Nachricht an sich – die Zahl, der Fakt, das Zitat doch eigentlich erstmal frei ist da draußen. Sie gehört keiner Redaktion, keinem Verlag und keinem Journalisten – außer sie haben sie selber geschaffen: Also recherchiert, ausgerechnet, aus unterschiedlichen Quellen in Zusammenhang gebracht.

Im Artikel schreibt Frank Rieger Facebook könnte einfach die insolvente Nachrichtenagentur dapd kaufen. Ist doch aber eigentlich gar nicht nötig:

 

Mittlerweile mein Traum, der damals im EPIC 2015 Filmchen noch als Alptraum dargestellt wurde:

 

Ein Tageblatt per Algorithmus zusammen gestellt.

Ohne Schlagzeilen und ohne Meinungsmache, so distanziert und emotionslos wie möglich.

Als Print im praktischen Tabloid-Format und natürlich auch als App.

 

Zahlen werden als Durchschnitt aller Agenturmeldungen und Publikationen dargestellt.

Fakten werden semantisch ausgewertet und möglichst neutral wieder gegeben

Deutlich erkennbare Pro und Contra Positionen werden bei jedem Thema wo sie auftauchen deutlich raus gestellt.

Über APIs und Formulare können Meldungen von Pressestellen und anderen Quellen eingereicht werden und werden vom Algorithmus auf Authentizität und danach Relevanz sortiert (Absender-IP, Hashes, PGP-Keys, etc).

 

OHNE journalistische Redaktion

OHNE Meinung und Einordnung

OHNE Bilder – ich will wissen was passiert. Nicht wie es aussieht.

 

Das ganze Blatt mit immer gleicher Ressortierung. In den Ressorts wird nach einem Algorithmus der Aktualität, Zahl der externen Links und Meldungen sowie Bedeutung in einem langfristigen Kontext berücksichtigt sortiert. Kurzfristig spektakuläres aber langfristig unwichtiges fällt im Zweifel raus.

 

Dafür wäre ich schonmal bereit nen Euro pro Tag zu zahlen.

 

Wochenzeitung als Sahnehäubchen on Top – dann gerne auch mit Bildern:

Jeden Freitag hätte ich gerne eine Wochenzeitung. Von Journalisten? Nicht unbedingt. Zu jedem Thema wird das erfolgreichste unabhängige Blogposting der Woche abgedruckt. Wenn nötig die 2 gegensätzlichsten Postings: Pro und Kontra. Argument und Gegenargument. Ausgewählt von einer kleinen Redaktion. Geschrieben von Bloggern oder bloggenden Journalisten am Liebsten aber Experten im Thema, die ihre Meinung sagen und gut erklären können. Gut recherchiert und dargelegt muss es sein.

Das reicht mir schon.

Ach ja: International natürlich. Die besten Posting gehen einmal durch den Translator und werden nochmal kurz nach redigiert.

Die Autoren erhalten aus dem Topf von Verkaufserlösen und 1€ pro Tag Abos ein Honorar das mindestens an Printhonorar rankommt. Eher höher.

 

Warum?

 

Ich will mich täglich kurz und knapp informieren und mir meine Meinung selbst bilden und bei Bedarf selber recherchieren. Am Wochenende habe ich Zeit. Und Lust mich mit Meinungen, Einordnungen und Erklärungen anderer in der Tiefe auseinander zu setzen. Die müssen nicht zwangsläufig von Journalisten kommen.

 

Ich weiß Google, ist jetzt erstmal nicht direkt Euer Business-Model. Waren soviele andere Sachen aber auch nicht und die habt Ihr verdammt gut hingekriegt. Könnt Ihr da bitte mal was machen? Ist nötig. Ehrlich. Und dann hätten die Verlage endlich mal einen Grund rumzuheulen. Dann würde vermutlich sogar die BILD heulen und das würde uns doch allen gefallen oder?

 

Die einzige Schlagzeile, die ich vermissen würde, wenn es keine reißerischen Schlagzeilen mehr gäbe würde so lauten:

GOOGLE TREIBT BILD IN INSOLVENZ 

 

Weil:

Werbung gibt es nur noch unauffällig in einer Spalte am Rand. Google AdWords in Print. 2 Zeilen Anzeige und ein 4-stelliger Code der zum Anbieter führt. Was macht man mit dem Code um zum Angebot des werbenden zu kommen?

 

Klar: Er wird gegooglet. 

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Nicht nachdenken. Einfach machen.

12 Comments

Red' mit und lass mich nicht dumm sterben!

  1. Die Utopie von einer absoluten und objektiven Berichterstattung finde ich bemerkenswert, denn auch ich habe mir so ein Blatt schon oft gewünscht, versteckt sich doch oft ein persönliches Interesse hinter den heutigen Nachrichten. Das könnte man durch einen Algorithmus sicherlich lösen aber auch da müsste man Prioritäten bestimmen. Es käme wieder auf die Perspektive an. Am Ende könnten wir auch gar nicht alle Informationen aufnehmen. Es muss also vorher eine Auswahl stattfinden. Und wird wissen, dass man einen Algorithmus manipulieren kann.