ADAC – Gelbe Engel zurückgeben ist das Eine – Austreten das Andere?

Das letzte Mal, das ich den ADAC anrufen musste ist schon etwas her. Insgesamt habe ich ihn vier Mal angerufen, wenn ich mich recht erinnere:

  1. leere Batterie (und mir wurde keine neue angedreht, ob wohl eine nötig gewesen wäre *g*)
  2. kaputtes Steuergerät – abschleppen zu meiner “Haus und Hof”-Werkstatt obwohl andere näher gewesen wären
  3. kaputte Benzinpumpe
  4. leerer Tank wegen kaputter Benzinuhr – Helfer hat frischen Sprit mitgebracht. Da ich kein Bargeld dabei hatte, fuhr er zur nächsten Tanke hinter mir her und dort haben wir unbürokratisch seinen 5L Kanister wieder voll gemacht

    Für ORI10K habe ich als ADAC-Mitglied damals einen Schuhkarton voll Europa-Karten bekommen (die sich als wirklich gut recherchiert und nützlich heraus gestellt haben) und – festhalten:
    Die komplette Route entlang der westeuropäischen Küste als Routen-Ausdruck auf DIN A4 Blättern :-D Sinnlos übermotiviert, aber drollig und lässt auf das (zumindest damalige) Zielgruppenverständnis schließen.

    Die ADAC-Helfer habe ich immer als super hilfsbereit kennen gelernt.

    Einzig an der Reaktionszeit müsste was getan werden. Wenn ich zu Hause warte, kann ich mit 1-2 Stunden leben. Wenn ich schnell weg muss, nehme ich halt ein Taxi. Aber wenn ich auf dem Randstreifen einer Autobahn liegen bleibe, erwarte ich, dass diese gefährliche Situation schnellst möglich beseitigt wird, auch wenn dafür evtl. Leute zu Hause länger warten müssen. An denen ballern dann aber auch keine 40 Tonner vorbei.

    Damit ließe sich leben.

    121 Mal waren die Rettungshubschrauber in 2010 unterwegs. AM TAG! Wenn ich zu diesem Rettungsnetzwerk mit meinen irgendwas um die 80 EUR im Jahr etwas beitragen kann, dann mach ich das gerne.

    Wenn damit der Präsi durch die Gegend fliegt oder irgendnen Stadion trocken gefönt wird, fehlt mir aber jedes Verständnis.

    Ich werde jedenfalls mal genau nachrechnen und schauen, ob ich den ADAC wirklich brauche:

    • Pannenhilfe habe ich noch in der Mobilitätsgarantie vom Auto
    • Schutzbrief habe ich in meiner Autoversicherung
    • Reise- und Rückhol-Versicherung in meiner Krankenversicherung
    • Abschleppen lassen geht auch im Freundeskreis

    Die ADAC Motorwelt bekomme ich seit Jahren nicht mehr, weil irgendwas mit dem Adressdatensatz nicht stimmt. Alle paar Monate rufe ich an, dann kommt wieder eine Ausgabe, dann monatelang wieder nix. Vermisse ich aber auch kein bisschen. Auch kein Grund zu bleiben.

    Die 4 Pannenhilfen haben mich jetzt in 22 Jahren also ca. 1700 EUR gekostet. Als Zugabe bekam ich halt ein bisschen heimeliges Sicherheitsgefühl.

    Ob ich meine ADAC-Mitgliedschaft kündigen werde, hängt mehr mit meiner Bequemlichkeit zusammen. Aber dass ich darüber nachdenke, dazu haben die Meldungen der letzten Wochen durchaus geführt.

    Zum Wahl-“Skandal” kann ich nur sagen: “Ach wer hätte DAS gedacht?”. Klar. Ist doof gelaufen. Wird hoffentlich nun geändert, die Säcke, die rumgekungelt haben raus geschmissen und in Zukunft besser gemacht.

    Und es überrascht mich auch nicht wirklich.

    Wenn Organisationen zu groß und unübersichtlich und Einzelpersonen zu mächtig werden, sodass sie machen können, was sie wollen, dann passiert so etwas eben. Dass eine eigentlich gemeinnützige Organisation sich wertschöpfende Gewschwüre ranzüchtet, die dann mit ekliger Sauerei platzen, sollte nicht sein.

    Ich denke allein aus diesen Gründen, ist ein Austreten aus dem ADAC und Wechsel zu einem der kleineren Anbieter ein guter Mikro-Denkzettel, den ich als Einzelperson verpassen kann, auch wenn es mir etwas Unbequemlichkeit bereitet. Bei genügend Gleichgesinten auch eine feine Maßnahme, um den Laden gesund zu schrumpfen.

    .oO(Bei der Gelegenheit werde ich auch gleich mal aus der Kirche austreten)Oo.

    Wer sich von Leserwahlen wie auch Juryentscheidungen beeinflussen oder das Denken abnehmen lässt, ohne kritisch zu hinterfragen und mehrere Meinungen und Auswertungen heranzuziehen ist schlicht selbst Schuld, wenn die falsche Entscheidung getroffen wird.
    Stellt einfach IMMER die “cui bono”-Frage, schaut in die Mediadaten und auf die Anzeigenverkäufe bevor Ihr Euch bei wichtigen Entscheidungen welcher Art auch immer beeinflussen lasst.
    Egal ob das beim Autokauf ist oder bei langfristigen Verhaltensweisen wie Sport oder Ernährung. Ärgerlichenfalls verliert Ihr ein bisschen Zeit, Geld oder Nerven. Schlimmstenfalls Gesundheit oder Leben-(squalität).

    Gute und informierte Entscheidungen zu treffen ist unbequem und harte Arbeit.

    Dass Autohersteller Ihre Gelben Engel zurückgeben ist als demonstrative Geste ungefähr so aussagekrätftig, als ob in Moskau ne Tür zu fällt. Das kostet kein Geld. Tut also nicht weh.

    A pros pos Moskau:

    Wenn Ihr Eure gelben Engel schon los werden wollt, dann malt sie doch in Regenbogenfarben an und schickt sie Putin nach Sotchi.

    Oder macht gelbe Gen-Mais-Engel draus und stellt sie Merkel auf den Schreibtisch.

    Es gibt da draußen nämlich auch so richtig wichtige Themen.

    Vielleicht sollte der ADAC das Angebot von Piratin Carolin annahmen. Damit ließen sich einige Fliegen mit einer Klappe schlagen und wenn ich dann meinen Parteiausweis gleichzeitig als Mitgliedskarte… Ach lassen wir das ;)

    Jens, Tom und Derek haben zum Thema nochmal ganz andere Meinungen und Frank sagt “Jeder manipulitert” (ich meine, dazu gehört auch immer noch einer, der sich manipulieren lässt).

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