Wir wollten gar nicht Politiker sein, die Politiker aber schon.

Habe noch nie soviel über Politik in einem einzelnen Text gelernt wie in diesem Interview mit Jón Gnarr, dem ehemaligen anarchistischem Bürgermeister von Reykjavik. Danke Constantin Seibt und Yann Cherix
deckt sich alles sehr mit meinem kleinen und deutlich erfolgloseren Ausflug in die Politik. Mit Gnarrs Einstellung wäre es nochmal einen Versuch wert.

Hier geht’s zum Interview beim tagesanzeiger

Ein Best-of:

Ja. Die rechten Parteien arbeiten mit der Angst, weil sie selber ängstlich sind. 

Ich wendete das an, was ich als Künstler gelernt hatte. In einer Band, in den Vorbereitungen zu einem Film oder Theaterstück muss man auch viel reden. Es geht darum, gemeinsam an einer Idee zu arbeiten. Ich fragte also die Leute: Was wollt ihr? Was könnt ihr nicht tun? Welche Ideen habt ihr?

Wir wollten gar nicht Politiker sein, die Politiker aber schon. Der Wunsch, gewählt zu werden, macht sie erpressbar.

Politik ist für jedermann. … Ein Politiker sollte einfach verantwortungsbewusst sein, regelmässig im Büro erscheinen und einfach seinen fucking Job machen.

Der Nachteil an der Demokratie ist, dass auch Idioten mitreden können. Und ich meine damit nicht einfache Leute, die vielleicht nicht so eine gute Bildung haben. Idioten sind für mich Menschen, die einfach immer nur nehmen und das nicht einmal merken.

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160 Jahren verändert hat (NY Times)

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