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Bloggen statt Lesezeichen, Tab-Friedhof und später lesen

Ich sammle manchmal mehr als 100 Quellen, Artikel, Links und hassenichgesehen zu Themen, die mich gerade aktuell interessieren.

Viel davon hängt als offener Tab in einem meiner Browserfenster. Manche Links packe ich in eine von über 6000 Evernotes. Für später.

Was ich später (nochmal) lesen will, landet im Premium Account von Pocket.

Witzige Kleinigkeiten werden getwittert und gefacebookt. Einfach um sie meinem Netzwerk aus Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten mitzuteilen.

Vlad Perun und das kleine Kommentarproblem von neulich hat mich mal wieder drauf gebracht, dass dieses Blog hier viel besser ist, um das Zeug festzuhalten, dass mich beschäftigt.

Werde ich jetzt mal wieder mehr machen. Mehr bloggen als alles andere. Erstemal für 30 Tage.

Radio Kitchen Berlin

Das Gratisproblem von Live Musikern

Markus spielt demnächst mit seiner Combo Radio Kitchen beim Berlin-weiten Fest der Musik umsonst und draußen. Und schreibt zur Kostenlos-Mentalität und dem Wertverlust von (Live)-Musik folgendes:

Wer sich heute als Musiker beschäftigt, aber weder zu den oberen Zehntausend, noch zu den staatlich geförderten Künstlern gehört, hat es schwer, wenigstens die Ausgaben für Equipment, Proberaummiete, Fahrtkosten etc. wieder reinzubekommen. Musik hat einfach keinen Wert.

Da is was dran. Durch Streamingdienste geht das Verhältnis zu Musik und was sie kostet noch ein Stück mehr verloren.

Aaaaaaber – zuerst meine kontroverse Anmerkung:

Zum einen sollten Musiker Equipment, Proberaummiete usw. nicht auf das Publikum umlegen. Das sind einfach die Opportunitätskosten, die man sich freiwillig auferlegt. Gerade sowas wie Proberaummiete finde ich schwierig. Wenn mir mittlerweile ein Ladenbesitzer bei unrealistisch hohen Preisen mit dem Argument der hohen Miete kommt, halte ich dem entgegen, dass er dann eben die Miete kürzen soll, wenn der Standort sich nicht mehr rechnet, statt sich die Kohle vom Kunden zu holen.

Zum anderen werden durch Streamingdienste und günstigere MP3 auch wieder Moneten frei, die man ganz bewusst bei den Musikern auf solchen Veranstaltungen lassen kann.

Noch’n aaaaaber – jetzt die konstruktiven Anmerkungen:

Da muss dann die Kreativität auch ein bissken über das reine Musizieren hinaus gehen. Klar, Merchandising ist für ein Spaß-Projekt dass vor allem wegen des Spielens spielt etwas übertrieben. T-Shirts oder CDs zu produzieren bedeutet teures in Vorleistung gehen und macht viel Arbeit. Aber es gibt ja auch kleinere Sachen, die man als Band machen kann.

Zum Beispiel:
Nehmt ne Kiste Bier mit und verkauft Euer eigenes Bier von der Bühne runter.

Oder Weingummi-Würstchen / Pommes gegen ein paar Euro anbieten. Damit lässt sich von der Bühne dann ja humorvoll spielen und ohne auf die Tränendrüse zu drücken, können Künstler dem Publikum die Problematik vor Augen führen.

Oder:
Nehmt ein paar Songs auf, packt die Passwortgeschützt als MP3 auf ne Webseite und legt das Passwort als Zettel in einen Hut und wer die Songs zu Hause hören möchte, tauscht Papiergeld gegen Papierdownload-Code. Muss ja nicht immer digital und iTunes sein ;)

Und wenn man dann 2-3 Leute im Publikum hat, die man vorher instruieren kann um den Anfang zu machen, setzt hoffentlich der Herdentrieb ein und ein paar mehr Leute aus dem Publikum kommen nach vorne.

Und am allerbesten: Schreibt nen Song über das Thema, der den Menschen witzig und eingängig das Geld in der Tasche lockerer macht :)

So nice! :-)

Und wohlweislich habe ich diesen Text im Kommentarfeld von willsagen.de kopiert. Denn die Kommentarfunktion tut’s nicht und mein toller Ratschlag wäre weg gewesen. So poste ich ihn einfach hier :-D Aber so haben Blogs ja auch mal angefangen, als noch gar keine Kommentarfunktionen gab: Eine bloggt was und die andere antwortbloggt drauf.

Das Artikelbild habe ich drüben bei willsagen.de ausgeliehen und weiß leider nicht, welchem Photographen ich die Credits ankreiden kann.

Ein Flügel im Wohnzimmer

Ein Flügel im Wohnzimmer

Die kleine Piratin ist jedenfalls schwer begeistert. Wir sind gerade alle schwer vom Piano-Fieber gepackt.

Auch wenn in dem kleinen Flügeligen nur ein Xylophon steckt, macht das echt Spaß, das Dingen. Eigentlich fehlen jetzt nur noch Schröders Kuscheldecke und Snoopy.

Und: Wer kann schon von sich behaupten, einen Flügel im Kofferraum transportiert zu haben :)

Das erste Mal in der Oper – Le Comte Ory von Rossini

Das erste Mal in der Oper – Le Comte Ory von Rossini

Gerade erst im Klassische Musik für Einsteiger Vortrag gewesen, ZACK geht es schon in die erste Oper! Christoph Müller-Girod, der als Online Producer und Social Media Experte für das WDR Funkhausorchester am Start ist, las den Artikel und lud mich kurzerhand zur Opernvorstellung nach Dortmund ein.

Christoph bei der Arbeit

Eins kann ich Euch sagen: In einer Oper zu sitzen und quasi per Auftrag twittern zu dürfen ist schon eine bizarre aber entspannte Angelegenheit. Jedenfalls bis zur Pause – dann machen plötzlich alle zighundert Besucher ihre Telefone wieder an und das Netz ist schlagartig mit dem letzten Ton der Musik überlastet und weg.

Hammerbesetzung mit einem der besten Tenöre der Welt

Das WDR Funkorchester ist manchen vielleicht noch durch den Star Wars Flashmob von 2012 ein Begriff. Damals stellten sich die Musiker inkognito in die Kölner Fußgängerzone und spielten vor den verdutzten Passanten auf einmal den Star Wars Main Theme. DaDaDa Daa Daa Di Da Da Daa Daa :) Hier das Making-of von damals.

Die Aktion zeigt sehr schön die Berufung des Orchesters: Die 50 Musiker_innen  spielen Unterhaltungsmusik in einer Bandbreite, die europaweit einzigartig ist.

Mit dabei war auch der WDR Rundfunkchohr für die feine aber gleichzeitig druckvolle Gesangsunterstützung der Solisten. Wenn man noch nie einen Chor live gehört und dann auch noch mit einem solch erstklassigen Orchester gehört hat, dann zieht es einem erstmal die Schuhe aus.

Lawrence Brownlee und Jessica Pratt bei der Arbeit

Das Dortmunder Klangvokal Festival hatte zum Auftakt noch eine Schippe drauf gelegt und u.a. den als bester Sänger des Jahres ausgezeichneten Tenor Lawrence Brownlee aus den USA und die Sopranistin Jessica Pratt aus Australien auf die Bühne geholt.

Lässig: Während der einen Woche, die geprobt wurde, haben Dirigent Giacomo Sagripanti (übrigens 2016 als bester Nachwuchsdirigent ausgezeichnet) und Tenor Lawrence Brownlee erstmal mal ne Runde Tennis gespielt:

Hier mal eine Kostprobe von Jessica Pratt und Lawrence Brownlee, die ich durch mein Opernglas mit dem iPhone gefilmt habe:

Le Comte Ory – eine Spaßoper :)

Vorweg: Das ist so ein Stück, das einem mit tierisch viel Geschichte zwischen den Zeilen, die Ehrfurcht um die Ohren haut: Die Musik schrub Rossini zur Krönung König Karl X. für das Stück “Die Reise nach Reims”. Das wurde aber nur 3 Mal aufgeführt, dann von Rossini zurück gezogen und er machte “Der Graf Ory” draus. In der Konzerteinführung wurde gesagt, Le Comte Ory sei der Höhepunkt von Rossinis Schaffen gewesen.

Das Opernhaus Zürich hier erklärt das Stück in 12 Minuten sehr schön:

Was mir so durch den Kopf ging war, wie krass das vor 190 Jahren gewesen sein muss: Wenn man wusste, ich kann dieses Stück JETZT UND HIER EINMAL hören und danach vermutlich nie wieder. Selbst wer ein Grammophon zu Hause stehen hatte, konnte sich ja nicht jedes Stück ins Regal stellen. Geschweige denn vervielfältigen. So sehr die ganzen digitalen Entwicklungen von der CD zu MP3 und zum Streaming der Musikindustrie Kopfzerbrechen machen: Ohne das hätte ich den Zugang zu klassischer Musik vermutlich heute noch nicht gefunden.

Die Inhaltsangabe liest sich wie eine typische Verwechslungskomödie und Eis am Stiel  im Mittelalter der Kreuzzüge. Graf Ory muss scheinbar nicht in den Krieg ziehen und kann seine adelige Zeit statt dessen damit verbringen, hinter den (Stroh)-Witwen her zu sein.

So versucht er sich an die vermeintliche Witwe Adèle ranzuschmeißen. Erst als Eremit verkleidet, dann schleicht er sich mit seinen Ritter-Kumpels als Frauen verkleidet in Adeles Burg. Ziemlich plötzlich kommen dann die Kreuzritter doch innerhalb eines Tages wieder nach Hause. Orys Buddies haben den Weinkeller leer getrunken (gegen 20 Weinländer gleichzeitig gekämpft g), Ory gesteht der falschen Person seine Liebe (die eine Hosenrolle ist: Eine Frau in Männerkostüm) und dann hauen alle durch einen Geheimgang ab.

Nicht gerade die vielschichtigste Story, aber tatsächlich mit witzigen Stellen.

Allerdings habe ich irgendwann aufgehört, die deutsche Übersetzung mitzulesen, die per Beamer über die Bühne projiziert wurde und habe stattdessen einfach die Musik und die Akteure unten auf der Bühne genossen.

Bemerkenswert was für ein Tonhöhe und Lautstärke so Weltklasse Sopranistinnen und Tenöre erreichen können, ohne dass es einem unangenehm wird. Ganz im Gegenteil. Oper ist glaube ich wirklich etwas, das live nochmal viel emotionaler wirkt, als digital. Aber die schiere Lautstärke mit der die so einen RIESENSAAL mit Stimme füllen ist beeindruckend und das dann auch noch schön, virtuos und exakt hin zu bekommen, eine Hammerleistung.

Das Panorama kann nur andeuten, wie groß diese Halle ist!

Hier könnt ihr mal kurz in die Proben reinschauen und Lawrence und Jessica hören.

Meine Beobachtungen in der Oper

  • Die Menschen waren ziemlich sommerlich und entspannt gewandet. Keinen einzigen Frack gesehen
  • Die Smartphone- und Tablet-Dichte im Publikum war erstaunlich hoch
  • In der Pause: Pausenticket holen und dahin gehen, wo das Verhältnis von Gästen zu Bedienung 5:1 statt 250:1 ist
  • Opernsänger haben sichtlich Spaß an ihrer Arbeit
  • Vor einem Konzert gibt es einen Einführungsvortrag, in dem Komponist, Stück und Mitwirkende vorgestellt werden
  • Konzerteinführer gab mir den Newbie-Tipp: Einfach auf sich wirken lassen

Hier könnt Ihr mal einen kleinen Mitschnitt vom Ende des ersten Aktes auf Euch mit ordentlich Dampf auf Euch wirken lassen. Übrigens überrascht mich hier die Aufnahmequalität des iPhone 6s plus:

Aber wer ist denn eigentlich Rossini?

Ich hatte schonmal von den Opern Der Barbier von Sevilla und Othello gehört. Sonst brachte ich den Namen Rossini eher mit einem der besten Italiener hier in Bielefeld in Verbindung. Insgesamt hat Gioachino Rossini alleine 42 Opern geschrieben! Und seinen 225. Geburtstag hätte er dieses Jahr am 29.(!) Februar auch feiern können. Außerdem konnte er zu Lebenszeiten feiern, dass seine Mama ihn davor bewahrt hat, zum Gesangskastraten gemacht zu werden.

Neben seiner großen Produktivität ist mir vor allem eines aufgefallen: Sein Humor.

Kein Wunder, er schrob eine Menge komischer Opern. Aber viel witziger fand ich noch die Stücke, die er als “Alterssünden” bezeichnet hat bzw. vielmehr deren Titel:

  • Gefolterter Walzer
  • asthmatische Etüde
  • chromatischer Drehteller
  • Fehlgeburt einer PolkaMazurka

Bemerkenswert aber auch, dass er offenbar zu Lebzeiten einen solchen Eindruck hinterließ, dass Giuseppe Verdi persönlich die 12 bedeutendsten Komponisten Italiens zusammen trommelte um mit ihnen ein Requiem – die Messe per Rossini zu schreiben. Die aus merkwürdigen Gründen erst 1988 das erste Mal aufgeführt wurde und sich so anhört:

1000 Euro für ein Buch mit Noten?!

Natürlich hab ich mich vorher ein bisschen informiert, was es mit Rossini so auf sich hat. Dabei stieß ich auch auf ein Buch mit Noten zum Stück, das vom britischen Barenreiter Verlag raus gegeben wurde. Als ich den Preis sah, dachte ich erstmal an ein Komma, das 2 Stellen zu weit nach links gewandert war.

Über 1000 Euro für ein Buch mit Noten klingt nach – naja sagen wir mal VIEL!

Ein bisschen Licht ins Dunkel brachte eine Mitlesende auf Twitter, die mein gemostetes Bild der Originalnoten von 1828 kommentierte und mich auf einen Artikel der New York Times hinwies. Dort hab ich dann gelernt, dass fast 180 Jahre lang nicht die Original-Noten der Uraufführung im Umlauf gewesen sind, sondern eine vereinfachte Version für Provinztheater.

Die Originalversion wurde aufwändig restauriert und re-engineered. Und der Batzen Arbeit, der da drin steckt, spiegelt sich eben in einem 1.000 Euro Buch wieder. Wieder was dazu gelernt.

Für sowas liebe ich ja das Internet

Auf Twitter bin ich ja hemmungslos und hatte schon 2 Tage vor dem Konzert angefangen mit den Sängern und dem Dirigenten zu twittern, die sogar fleissig antworteten oder retweeteten :)

Außerdem: Hinter dem Konzerthaus Dortmund befindet sich die Polizei-Wache CITY. In dem Gebäude war früher eine Musikschule und dementsprechend haben die damals ihre Hauswand angemalt:

Mit den Noten eines Liedes.

Neugierig wie ich nunmal bin, wollte ich wissen, welches Stück das ist. Die Dortmunder Philharmoniker gaben den ersten Hinweis, dass es sich auf Grund des Notenschlüssels um ein Cello-Stück handeln muss. Die Musik und Kunstschule Bielefeld konnte dann auflösen:

Es ist das Cello-Konzert in C-Dr von Haydn 

Und das Logo-Tier des Konzerthaus Dortmund ist deswegen ein Nashorn, weil die Rhinos extrem gut hören können. Und Musik verleiht natürlich Flügel:

Doof geguckt, weil ich konzertant nicht kannte :)

Konzertant bedeutet eine nicht-szenische Aufführung.

Heißt: Keine Kostüme, kein Schauspiel, kein Bühnenbild.

Musik pur. Eigentlich geil. Nur guckt man erstmal doof aus der Wäsche wenn man die Orchesterbühne sieht und sich fragt: Ja aber wo spielen die denn gleich? :-D

Die Sänger konnten sich ein bisschen Schauspielern aber dennoch nicht verkneifen. Manchmal torkelten und rannten zwei Nebenrollen vor der Bühne her, dass ich dachte “Na? Zu spät aus der Pause gekommen und jetzt die Plätze nicht wieder finden?” und dann schäkerten sich Brownlee und die Damen auf der Bühne heftigst an, dass ich die Story doch irgendwie miterleben konnte.

Dank DFB-Pokal mit Hindernissen

Die Planung zur Anfahrt vorab war etwa schwierig. Dortmund hat Samstag den DFB-Pott in den Pott geholt. Das hieß auch: Sonntag ist Autocorso mit der Mannschaft durch die Innenstadt. Bei Kaiserwetter. Sowohl die Klangvokal Webseite als auch die Seite der Stadt Dortmund warnten vor Verkehrs- und vor allem Parkplatz Chaos.

Ich bin dann einfach mal losgefahren, habe eine Ausfahrt verpasst, wurde von hinten durch die kalte Küche über den Hafen nach Dortmund rein navigiert und landete direkt vorm Parkhaus des Konzerthaus Dortmund. Eigentlich perfekt, aber: Das Parkhaus macht erst 2 Stunden vor Beginn der Aufführung auf. Einerseits gut – so konnten die 200.000 oder mehr BVB Fans die Kulturparkplätze nicht besetzen ;) aber ich stand dann etwas über ne Stunde vor verschlossenem Tor und habe gewartet.

Aber:

Während des Wartens durfte ich bereits 5 Musiker des Orchesters kennen lernen, die in heller Aufregung nach Parkplätzen suchten, um pünktlich zur Probe zu kommen :) War auch nett. Als die Schranke dann endlich aufging hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben freie Platzwahl im Parkhaus. Immerhin. Im Konzerthaus waren die Plätze natürlich zugewiesen :)

Immerhin habe ich mir auch noch ein Steinway and Sons BVB-Andenken mit Autogrammen der Borussia-Spieler mitgenommen:

 

Ganz lieben Dank für das tolle erste Opern-Erlebnis!

Vorneweg Christoph für die Einladung.

Aber natürlich auch das WDR Funkhausorchester, das Klangvokal Festival, den WDR, das Konzerthaus Dortmund, Lawrence, Jessica, Giacomo, alle anderen Mitwirkenden und den BVB, dass das Chaos in der Stadt doch nicht so riesig war wie angekündigt :)

Ach so und wenn Ihr Euch die gesamte Oper mal geben möchtet: Bei YouTube gibt’s ja alles. Auch mir Kostümen:

unbeschreibliches Gefühl 

wenn nach 3 1/2 Wochen der ersten Kinder-Familiy-Erkältung sich so ein leichtes Gefühl des wieder besser gehens breit macht.

Die Watte im Kopf weicht 

Die Nase wieder freier wird

Und so langsam Kraft in den Körper zurück kehrt

AAAAAAH was is das? Die nächste Bazillenschleuder macht sich bereit und die Mama hat’s erwischt. Na das kann ja Eiter werden.

UX beim Sonos Boxen einrichten

UX beim Sonos Boxen einrichten

Ein Kumpel fragte neulich, wie er am besten in diversen Räumen Musik verteilen könnte. Im Sinne von: In allen Räumen soll das gleiche gespielt werden. Musik vom iPhone / iPad, Web-Radio, Amazon Music unlimited.

Ausnahmsweise bin ich was HiFi angeht ja momentan schwer im Bastelmodus unterwegs und probiere verschiedenste Höreröebnisse aus. Das ist aber mit einigem an Eigeninitiative und experimentieren verbunden. Er wollte eine einfache auspacken, aufstellen, genießen Lösung.

Also hab ich ihm Sonos empfohlen. Das letzte Mal, dass ich die Teile gehört hatte ist zwar schon etwas her, aber für eine solide Multi-Room-Beschallung ohne HiFi fand ich die vor gut 4 Jahren schon recht bringbar.

Gestern kamen die Teile dann an und ich kriegte ne iMessage mit “Alter! Komm vorbei! Ich warte noch mit der letzten Box. Die EINRICHTUNG musst Du erleben! Das ist der Hammer”.

Ok.

Ich sag mal so: Meine Erwartungshaltung auf Trab zu bringen ist grundsätzlich schon nicht schwer, aber nach der Aufforderung ist sie aus dem Stand im gestreckten Galopp gelandet.

Aber was soll ich sagen: Das Auspack-Erlebnis an sich ist schon ganz nett. Die Boxen sind schön ansprechend verpackt. Das erinnert schon beinahe ans iPhone auspacken. Wir mussten kurz überlegen, wo im Esszimmer die Sonos 1 gut hinpassen würde. Als dann ein sinnvoller Platz gefunden, die Sonos eingeschaltet und die App gestartet war, meinte mein Kumpel nur:

“Und jetzt kommt das Geilste! Jetzt scannt sie den Raum”

Dann erzeugt die Box einen unglaublich spacigen BEam-Photonen-Torpedo-Sound und Nutzer rennt mit seinem iOS Device durch den Raum. Das Prinzip dahinter ist: Der Sound wird vom iPhone-Mikro aufgenommen und analysiert und passend dazu werden die Feineinstellungen der Box vorgenommen.

Ungefähr so hört sich das an und sieht das aus:

Ich habe bisher noch nicht gefunden, wie das tatsächlich funktioniert. Vor allem: Was die Box an sich selber tuned. Aber es macht Spaß :) Klingen tun die kleinen Brüllwürfel auch so sehr OK.

Wenn Rick Rubin das Sonos Tuning in seiner Hütte macht, sieht das irgendwie nochmal lässiger aus :)

Ich habe mich Irland immer verbunden gefühlt.

Vielleicht weil mir aus der Kindheit der Terror in Nordirland am meisten im Kopf geblieben ist.

Oder weil wir durch unsere britische Partnerschule so viel über den Konflikt gelernt haben

Vielleicht war es auch einfach schon immer die Musik.

Ich weiß es nicht genau. Aber das Lied kannte ich bis heute noch gar nicht. Und es ist nicht nur das beste Beispiel
dafür warum der Krieg in Nordirland scheisse war – wer nach dieser wahren Geschichte nicht versteht, warum Krieg immer und überall scheisse und unnötig ist, dem ist nicht zu helfen.

There Were Roses
And the Tears of the People run together

There were roses

So my song for you this evening,
it’s not to make you sad
Not for adding to the sorrows
of this troubled northern land
But lately I’ve been thinking
and it just won’t leave my mind
To tell you of two friends one time
They were both good friends of mine

Alan Bell from Banagh,
he lived just across the fields
A great man for the music,
and the dancing and the reels
O’Malley came from South Armagh
to court young Alice fair
And we often meet on the Ryan Road
and laughter filled the air

-Chorus-
There were roses, roses
There were roses
And the tears of the people ran together

Though Alan he was Protestant
and Sean was Catholic born
It never made a difference,
for the friendship it was strong
And sometimes in the evening
when we heard the sound of drums
We said it won’t divide us,
we will always be the one

For the ground our fathers plowed in,
the soil it is the same
And the places where we say our prayers
have just got different names
We talked about the friends who’d died
and we hoped there’d be no more
It’s little then we realized the tragedy in store
-Chorus-

It was on a Sunday morning
when the awful news came round
Another killing has been done
just outside Newry Town
We knew that Alan danced up there,
we knew he liked the band
But when we heard that he was dead
we just could not understand

We gathered at the graveside
on that cold and rainy day
And the minister he closed his eyes
and he prayed for no revenge
And all the ones who knew him
from along the Ryan Road
Then bowed our heads and said a prayer
for the resting of his soul
-Chorus-

Well fear it filled the countryside
there was fear in every home
When the car of death came
prowling round the lonely Ryan Road
A Catholic would be killed tonight
to even up the score
Oh Christ it’s young O’Malley
that they’ve taken from the door

Alan was my friend! he cried,
he begged them with his fear
But centuries of hatred
have ears that can not hear
An eye for an eye, was all that filled their minds
And another eye for another eye
till everyone is blind
-Chorus-

So my song for you this evening,
it’s not to make you sad
Not for adding to the sorrows
of this troubled northern land
But lately I’ve been thinking
and it just won’t leave my mind
To tell you of two friends one time
They were both good friends of mine

I don’t know where the moral is
or where this song should end
But I wonder just how many wars
are fought between good friends
And those who give the orders
are not the ones to die
It’s Bell and O’Malley
and the likes of you and I

There were roses, roses
There were roses
And the tears of a people ran together
There were roses, roses
There were roses….