Ein Paar Software und Einsteigertips für den Apple MacMini Padawan

Für einen Freund, der sich gestern einen MacMini gekauft hat und alle anderen, die sich für Mac-Apps und Workflows interessieren :)

Safari aus dem Dock schmeißen und vernünftigen Browser installieren

Safari ist mir zu langsam und zu unhandlich. Mein Daily-Driver-Browser ist Google Chrome im Beta-Channel. Firefox ist auch als Ausweichlösung installiert, aber momentan läuft Chrome gefühlt schneller, absturzsicherer und gefällt mir insgesamt einfach besser.

Reeder für RSS-Feeds – mal sehen was nach Google Reader kommt

Aktuell lese und v.a. verwalte ich Feeds aktuell im Google Reader. knapp über 1000 RSS-Abos aktuell. Nach Themen in Ordner sortiert. Ich hoffe, dass ich daran auch nicht zuviel ändern muss, wenn Google beim GReader den Stecker zieht *schnüff*. Die App Reeder kostet ein paar Taler. Ist aber recht hübsch, hat viele Sharing-Optionen und ganz wichtig: Eine quote.FM Anbindung.

Gute offline-RSS-Reader Alternative ist NetNewsWire

Pocket ist meine Wahl für alle langen Artikel

Es gibt ja auch noch Readability und Instapaper. Aber ich bin bei ReadItLater / Pocket gelandet. Schönes Cloud-Tool in das ich über alle Geräte, Browser und Apps Artikel, die ich später lesen will reinschubse. Wo ist der Unterschied zu Reader?
Ich abonniere grundsätzlich nur private RSS-Feeds / Blogs und keine Massenmedien, Magazine oder Zeitungen. Manchmal schreiben die aber auch was interessantes ;) Und diese Artikel packe ich dann einzeln ins Pocket. Auf dem Mac lese ich dann v.a. die Artikel, mit denen ich arbeiten will und wozu ich ausführlicher Platz zum Schreiben brauche.
Zum einfachen Lesen der Pocket-Artikel sind iPhone und iPad auch großartig. V.a. weil die App die Artikel zum Offline-Lesen abspeichert.

WordPress Editor

Bin ich nie so recht mit warm geworden. Ich habe Ecto vor Urzeiten mal gekauft, aber nie genutzt. Die letzten Tage habe ich mit MarsEdit rumprobeirt. Ist aber irgendwie auch nicht meins. Der Full-Screen Schreibmodus von WordPress im Browserfenster reicht mir zum ablenkungsbereinigten Schreiben eigentlich aus. (Bin ich aber auch erst vor ein paar Monaten drauf gekommen  danke an René an dieser Stelle *g*)

All das was ich aufschreibe, schreibe ich in Evernote

Evernote die Eierlegende Wollmichsau.

Gerade gestern habe ich noch nen Artikel darüber gelesen, dass Evernote erst dann richtig Sinn macht, wenn man möglichst viel dort reinschmeißt. Und das tue ich seit Monate. Jeder Gedanke, Postingentwurf, Bucketlist, ToDos, Einkaufszettel, Visitenkarte, Buchcover im Buchladen… Alles was ich erinnern, weiter entwickeln oder aufschreiben will landet im Evernote. Visitenkarten, Buchkarten und sowas als Foto. Fleißige Algoritmen oder Outsourcingkräfte im sonnigen Süden Asiens sorgen für Schrifterkennung und Durchsuchbarkeit der Bilder.
Das einzige, was mir im Evernote fehlt ist eine Wiki-Funktion um einfach einen Link anzulegen, den Link anzuklicken und daraus eine neue Notiz zu generieren.
Empfehlung: Evernote Clearly zum Fullscreen Lesen im Browser. Blendet nicht nur Werbung aus, sondern die gesamte Seite und zeigt nur noch den Text an. Aus Clearly lassen sich dann auch Textpassagen in Evernote Notizen schicken.

Scrivener zum Schreiben der ganz langen Texte

Scrivener von Literature&Latte ist überhaupt der Grund, warum ich einen Mac haben wollte. Wenn Du lange Texte mit ausführlicher Recherche schreiben willst, ist es das Tool der Wahl. Un es ist einfach schön. Und hat einen wahnsinnig tollen Workflow.

Delicious Monster

Auch so ein Nur-Mac-Tool. Delicious Monster ist der heimische Bibliotheks-Katalog. Das coole: Du musst Bücher, DVDs, CDs, Spiele usw. nur mit dem Barcode vor die Webcam halten und Delicious haut sie ins Regal.
Mittlerweile kann man auch aus DM heraus direkt Amazon-Angebote erstellen.

Office-Krams.

iWork ist schon fein mit Keynote, Pages und Numbers. Allerdings will mein MacBook Air meine gekaufte iWork Version vom MacBook Pro nicht übernehmen. Bis ich dafür eine Lösung gefunden habe, spiele ich gerade mit LibreOffice rum. Microsoft Office habe ich auf dem Mac noch nie probiert. Wenn Du Deine Firmen-Lizenz am Start hast muss ich mir das bei Dir mal anschauen.
Und sonst komme ich Office-technisch für den Hausgebrauch auch mit Google Drive aus.

VPN Client Tunnelblick

Open Source. Kostenlos. Funktioniert.

Text-Editor zum Coden: Sublime Texteditor 2

Ist so eine “zahl was es Dir wert ist” Geschichte, wenn ich mich recht erinnere. Ich benutze ihn leider zu selten. Wenn ich ein Coder wäre, würde ich mich wahrscheinlich zwischen Sublime und Textmate entscheiden.

Terminal / Konsole App

Das MacOS-Terminal ist dank UNIX Unterbau schon ok. Aber iTerm 2 kann noch ein bissken mehr.

The Unarchiver für RAR-Dateien

VLC VideoLAN als Mediaplayer

iTunes nutze ich nur als Bibliothe udn Orga-Tool. Bis das mal gestartet ist, dauert mir viel zu lange. VLC rockt halt immer noch ;)

YouTube und Vimeo-Videos runterladen mit ClipGrab

Ich schaue gerne Talks von Konferenzen. TED-Talks, Webstock, Creative Mornings und so Zeugs. Das Google Chrome Addon um YouTUbe Videos an die Synology zum Download zu schicken funktioniert prinzipiell ziemlich gut, ABER:
YouTube ist sehr picky und unvorhersehbar damit, welches Video es Dich runterladen lässt und lädt manchmal auch FLV oder MKV Dateien runter, die die PS3 als Medienserver nicht abspielt.
Ich lade deswegen immer mit ClipGrab in meinen “Später anschauen”-Ordner auf dem Synology-Netzwerklaufwerk runter.

FTP SFTP SCP Dateitransfer

Hierfür habe ich sonst imm Cyberduck genommen. Das kostet mittlerweile aber RICHTIG Geld. So oft benötige ich SCP nicht (eigentlich nur für den dd-Server) deswegen nutze ich für FTP-Gedöns Filezilla.

Ebook Reader und Verwaltung

Calibre zur Verwaltung der E-Books. Da gibts nix besseres. FB-Reader zum schnellen reinlesen. Is einfach fixer als das Adobe Digital Editions Tool.

Windows Programme nutzen

Keine Ahnung, ob Du auf dem Mini nen Windows-Tool nutzen willst / musst. Geht aber auch – entweder mit VirtualBox – OpenSource Tool für virtuelle Maschinen, oder mit Wine Bottler. Wine eben. kennste ja von Linux noch.

BetterTouchTool

Erweitert das Trackpad um selbstgekonfte Gesten. Ist ganz cool. Aber gewöhn Dich vielleicht erstmal generell ans Trackpad ;)

Monolingual

Damit kannst Du die ganzen überflüssigen Sprachpakete runterschmeißen und ein bisschen Platz frei machen. Bei ner SSD vielleicht nicht verkehrt ;)

Adium Messenger-Client

Eigentlich fast überflüssig dank iMessage. Aber da ich ja grad meinen 6127178 ICQ Account wieder gefunden habe, könnte man mal wieder ICQen ;)

Handbrake DVD Tool

DVDs rippen und Media-Files konvertieren. Deiner hat ja noch nen DVD-Laufwerk – dann kriegste mal Platz im Wohnzimmer ;)

StreamToMe

Und der Mac verteilt Videos. Macht aber ja die Synology auch.

CoBook Adressbuch mit Social Web Anbindung

Cobook holt sich Daten aus Social Networks um das Adressbuch zu ergänzen. MacOS und iOS app

Die anderen Mac-Apps

Das coole beim Mac ist ja, dass er schon einen ganzen Arsch voll vernünftig durchdachter, funktionierender und vor allem hüber Tools mitbringt:

  • Garageband zum Podcasten
  • iMovie zum schnellen Videos-Schnipseln
  • iPhoto für die Bilders – wobei da hast Du ja Lightroom
  • Mail – benutze ich nicht, da nur Web-Mail im Einsatz. Ist im Vergleich hübscher als Thunderbird

überflüssige MacOS Apps

Growl – Fast jeder Mac-User empfiehlt Growl. Ich finde die ständigen Systemnachrichten extrem nervig und konnte bisher keinen Nutzen drin sehen.

Quicksilver – ähnlich gehyped wie Growl. Ist aber was komplett anderes. Ein Launcher, Such- und Text-statt-Klicken-Tool. Kann extrem viel, wenn man sich mit der Nutzungsweise vertraut macht. Hatte nie die Muße dazu – is aber cool :)

Twitter for Mac – nutze ich auch nicht. Ich twittere direkt aus dem Browser per Buffer oder Hootsuite. Genauso lese ich Twitter in der Web-App oder auf dem iPhone

Facebook Implementierung – alles ausgestellt. Ich will auf der Kiste ja arbeiten und nicht genervt werden ;)

Skype – nutze ich fast nur auf dem iPhone. AUf dem Rechner ist es nur für Notfälle im Ausland oder für Podcasts. Der Mac ist ja nen Computer und keine Telefonzelle :) Wobei Du da in Kombi mit Webcam und 42-Zöller ne nette Omma-Oppa-Bespaßungs-Leitung aufbauen kannst ;)

Caffeine - empfehlen auch viele. Die App verhindert, dass der Mac sich in den Energiemodus schaltet. Hab ich noch nie gebraucht.

Dropbox – ok. Ist ja selbstverständlich )

PDF-Reader – brauchst Du eigentlich nicht. Die Vorschau-App von MacOS ist ein hervorragender PDF-Reader

Mail App von MacOS – Grund siehe oben

Fluid – macht aus Webseiten eine App auf Deinem Mac. Habe ich früher für Google Mail und Google Reader benutzt. Muss ich mal wieder mit rumspielen. Da Chrome aber so selten abstürzt brauch ich Mail und RSS nicht mehr in externen Pseudo-Apps ;)

App-Cleaner – der marketingtext sacht, dass es Apps WIRKLICH löscht. Und auch die kleinen Dateien, die bei der Installation irgendwo ins System gepackt werden. Hatte ich auf dem McBook pro installiert. Ist aber irgendwie nur Windows-Esoterik ;)

Perian – ist eine Systemerweiterung für Videocodecs. Hatte ich auf dem MBP installiert. Auf dem MBA mit VLC aber noch nie gebraucht.

Einstellungen und Features zum rumspielen

Launchpad und Mission Control sind ganz witzig. Google Dir das mal raus und schau, wie Du das für Dich am besten nutzen kannst. Zusammen mit dem Trackpad ne feine Sache.

Die Bildschirmecken kannst Du im Mission Control mit Funktionen belegen. Unbedingt ausprobieren! Eine der coolsten Funktionen finde ich ;)

Die Scrollrichtung ist seit Mountain Lion verkehrt rum. Macht mich wahnsinnig und ist das erste, was ich bei ner frischen Installation in den Maus / Trackpadeinstellungen zurückstelle :)

Freigaben von der Synology stellst Du im Finder ein. Mit CMD (vgl. mit der Windows-Taste) + K kannste im Finder die Netzwerklaufwerke adden.

Die Suchfunktion Spotlight aktivierst Du systemweit mit CMD + Space. Auch ein mächtiges Zeitspar-Feature. Und der Grund dafür, warum ich mir unter MacOS die Ordnerverschachtelungsalphabetisierungsordnungsstrategie fast vollständig abgewöhnt habe. Spotlight indiziert Dokumente ordentlich und bisher habe ich alles wieder gefunden ;)

Vollbild-Modus ist in den meisten Programm-Fesntern mittlerweile rechts oben integriert.

Fenster auf Bildschirmgröße geht mit dem grünen PLUS links oben. Doppelklick auf Fensterkante schickt das Fenster ins Dock meine ich.

Bildschirm sperren – es gibt nen kleines Tool, mit dem man eine Tastenkombi belegen kann ähnlich wie WINDOWS + L. Ich mache immer nen Rechtsklick auf den Benutzernamen oben rechts und dann Anmeldefenster.

Rechtsklick – Speaking of! 2-Finger-Tip aufs Trackpad macht den Rechtsklick

Vorschau-App - Bei ausgewähltem Bild die Leertaste drücken und Du kriegst ne große Einzelvorschau durch die Du mit Pfeil rechts und links durch die anderen Bilder durchschalten kannst.

Timemachine Backup –  musste mal googlen, da gibt es eine gute Anleitung, wie Du einen User auf der Synology als Backup-Account für TimeMachine nutzen kannst.

Wichtig: DAS @ ist NICHT auf Q!

Das ist deswegen wichtig, weil Du als Windows-Nutzer ALT-GR + Q drücken willst. Auf der Mac-Tastatur ist aber an der ALT-GR Position die CMD-Taste.

CMD+Q = Anwendung schließen. Ich habe so EINIGE halbfertige E-mails gekillt, weil ich die ganze E-Mail-App / den Browser zu gemacht habe in der Anfangsphase ;)

Also vorsicht damit. Das @ machst Du mit alt (rechter Daumen) und L

CTRL ALT Del auf Windows ist auf dem Mac CMD + ALT + ESC

Eine DEL-Taste hat die kleine Tastatur nicht. Da musst Du FN + Backspace nehmen.

ALT – TAB auf windows ist auf dem Mac CMD + TAB zum Anwendungen durchswitchen

Einzelne Fenster durchswitchen kannst Du mit CMD + < und wieder zurück mit CMD + SCHIFT + >

Sonst steht viel schlaues auch in dem Lifehacker Mac-Switcher Artikel hier – auch wenn der schon 6 Jahre alt ist.

 

 

Sprachlos am Lesen: 10 Jahre ist das Columbia- Unglück her. Ex-NASA Mann Wayne Hale bloggt drüber

Die Bilder der Challenger habe ich noch vor meinem inneren Kinderauge. Über das Unglück des Space Shuttles Columbia habe ich damals nur gelesen. Trotzdem berührt es mich immer noch.

Eben kam im Radio, dass die Columbia heute vor 10 Jahren auf Ihre Mission STS-107 gestartet ist. Wegen eines Schadens den sie sich kurz nach dem Start durch ein abgeflogenes Schaumstoffteil zugezogen hatte,ist die Columbia beim Wiedereintritt in die Athmosphäre am 1.2.2003 über Texas zerbrochen. Die 7 Besatzungsmitglieder hatten nur noch ein paar Minuten bis nach Hause.

Was ich bemerkenswert finde ist, wie gut wir heute all das nachverfolgen können. Ich wollte eigentlich nur kurz nachlesen, wie der letzte Funkspruch lautete, da unser Wasserkessel das Radio übertönte.

Tollereeise gibt es eine Wikipediaseite zu der Mission:

http://de.wikipedia.org/wiki/STS-107

Der damalige Space Shuttle Program Manager Wayne Hale ist mittlerweile in Rente und bloggt 10 Jahre danach über seine Erfahrungen:

http://waynehale.wordpress.com/

5 Jahre nach dem Unglück hat Kroll Ontracknes es noch geschafft eine 340 MB Platte mit Forschungsdaten wieder herzustellen, die nur noch aus einem Klumpen geschmolzenen Metalls bestand

http://www.netzeitung.de/internet/1017557.html

Ich werde jetzt erst mal die Erinnerungen von Wayne Hale lesen.

Was bringt ein Blog eigentlich außer Geld verdienen?

schwarzes klopapier

Rob hat vorgestern einen spannenden Artikel veröffentlicht mit dem Titel “verdient man mit Blogs Geld: Wahr oder falsch?”. Obwohl Robert das Thema wirklich unglaublich ausführlich und detailliert auseinanderklamüsert hat, will ich einen seiner Punkte mit meinen Erfahrungen noch ein Stück ergänzen, zu dem er nicht soviel geschrieben hat:

Den Punkt sonstiges.

Erstmal eines vorweg: Mit bloggen kann man Geld verdienen. Und es ist wie mit vielen anderen kreativen Dingen, die danach aussehen sehr leicht und mal eben so nebenbei mit viel Spaß gemacht werden:
Man muss sich einfach den Allerwertesten aufreißen und machen, machen, machen und dann noch ein bißchen Glück haben. Da ist es egal ob wir von Musikern, Skatern, Photographen, Künstlern oder eben Bloggern reden.

Niemand kommt drumherum, seine Sache gut zu machen und sich anzustrengen.

Unter dem Punkt “sonstiges” hatte Rob also kurz die Möglichkeiten angerissen, zu Vorträgen, Produkttests und Presseterminen eingeladen zu werden.

Ich sehe gerade in diesem Punkt einen nicht zu unterschätzenden Schritt nach vorn – zumindest in meiner “Bloggerkarriere”.

Warum? Weil ich mir letztens einige böse Blicke einiger Journalisten zuzugezogen habe, die mir die Aussage bestätigten. Ich war auf einen Pressetermin zum probefahren unter südlicher Sonne eingeladen. Nicht mein erster Pressetermin, aber der erste bei diesem Hersteller und der erste wo ich der einzige Webfuzzi unter einer reinen Garde von Autojournalisten war. Beim vorabendlichen “Get Together” kannten sich die ungefähr 30 anwesenden Journalisten bereits alle irgendwie und unterhielten sich entweder über die letzten Terminen dieser Art oder schon bereits über Frau und Kind. Allesamt waren sie Profis und schon lange im Geschäft.

ich war der Neue.

“Hey! Für wen schreibst Du denn?” War dann die Frage, die ich am häufigsten an dem Abend hörte. “Och, ich schreibe bei mir selber” war dann erstmal meine vorsichtige Antwort, die das eine oder andere Fragezeichen verursachte. “Naja ich blogge. der-probefahrer.de”. “WIE?? Du BLOGGST?” Manchmal schwang die Frage “Und dann wirst Du hierhin eingeladen?” nur unterschwellig aber deutlich mit, zweimal wurde sie auch direkt gestellt. Nachdem sich die Schnappatmung der Kollegen wieder gelegt hatte kam dann meistens die Frage: “Ja, was verdient man denn so mit so einem… Blog?”

Das war dann der Punkt an dem ich überlegte ob ich ehrlich antworten soll, oder einfach nur wild kreischend das belizische Ameisenbärritual vortanzen soll. Die Wirkung wäre vermutlich die gleiche gewesen. Also antwortete nahm ich den Weg, für den ich keine rituelle Stammeskleidung brauchte und antwortete einfach nur: “Nix. Ich verdiene mein Geld mit anderen Dingen. Das bloggen mache ich nur so.”

Ihr könnt Euch in etwa vorstellen, wie die Wirkung auf jemanden ist, der seit Jahren oder sogar Jahrzehnten mit dem professionellen Schreiben seinen Lebensunterhalt reinholt. Da waren einige Jungs dabei, die direkt nach dem Essen in der Lounge an ihren Laptops saßen und an ihren Artikeln arbeiteten. Und dann kommt da mit einem Mal ein Typ um die Ecke, der das alles nur so zum Spaß macht? Nachdem wir uns dann alle etwas länger und ausgiebiger unterhalten hatten war das Eis gebrochen und ich stand nicht mehr ganz so als Sonderling da.

Obwohl es da einen kleinen Ausrutscher noch gab: Beim Essen standen Namenstafeln des Herstellers auf dem Tisch und ich dachte mir “ach komm, beim letzten Termin hast Du auch mit einem coolen Franzosen zusammen gesessen – da nimmst Du heute mal den Platz gegenüber vom französischen Namensschild”. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass ich mir blind die höchste Hierachiestufe des Konzerns ausgesucht hatte, die an dem Abend vertreten war: “Global Manager Product Strategy and Planning”. Die um mich herum sitzenden Journalisten starteten direkt mit ihren Fragen zum Produktportfolio, dem speziellen Produkt, das wir auf dem Event kennen lernen sollten und versuchten über ein noch geheimes Projekt mehr heraus zu finden. Da konnte ich nur bedingt mitreden und hörte erstmal gespannt und interessiert der hochkarätigen Unterhaltung zu.

Irgendwann kam mir das Gespräch dann inhaltlich etwas mehr entgegen als der Mann vom hersteller meinte “Facebook verstehe ich ja noch, aber wo ist der Sinn hinter Twitter?”. Ha! Meine Chance! Ich hatte schon zum großen Beraterrundumschlag zu Twitter im Speziellen und Social Media im Allgemeinen Luft geholt als ich mich gerade noch bremsen konnte und einfach nur meinte: “Naja, es gibt tausende Möglichkeiten Twitter zu benutzen und Millionen Inhalte die Du Twittern kannst. ich habe eben zum Beispiel ein Foto von dem schwarzen Klopapier hier im Hotel getwittert. Sowas hab ich noch nicht gesehen”.

Für einen Sekunden-Bruchteil herrschte erstmal Stille in der man die Gedanken der Umsitzenden fast hören konnte “hat der gerade über KLOPAPIER gesprochen?” und dann platzte der Manager raus “JAAAA! Das schwarze Klopapier ist super oder? Ich hab mir erstmal ne Rolle eingepackt! :-)))” Das Eis war zum zweiten Mal gebrochen. Der Mann war im Herzen immer noch Designer und kann sich für schöne, abgefahrene Dinge total begeistern. Danach entwickelte sich ein unglaublich interessantes Gespräch über die Zukunft des Autos und unserer Mobilität.

Später noch sass ich mit dem Herrn zusammen und wir philosophierten wir bei einem leckeren Glas Portwein über die Europäer herum. Am nächsten Morgen musste ich die Kollegen Journalisten dann leider enttäuschen, dass ich im Vier-Augen-Gespräch nicht doch noch die eine oder andere information über das Geheim-Projekt heraus gekitzelt habe. Der Mensch vor mir interessierte mich einfach mehr und hatte irre viel zu erzählen. Nicht alles davon war übrigens blogtauglich :)

Was ich damit sagen will?

Nun, Robs Punkt sonstiges ist für mich mit der wichtigste überhaupt. Bloggen bringt Möglichkeiten mit sich, von denen zumindest ich gar nicht nachgedachte habe, dass es sie gibt, als ich mit dem Bloggen startete. Bloggen schafft neue Kontakte und Einsichten und damit auch das, was für uns Blogger am wichtigsten ist:

Unique Content.

Egal an welchem Event oder Termin ich teilgenommen habe: Ich kam mit Eindrücken, Geschichten und Informationen nach Hause, die mich nicht nur als Mensch und Blogger weiter bringen. Ich kann vor allen Dingen interessante neue Postings daraus machen und damit meinen Lesern etwas bieten. Und gerade meine Unabhängigkeit und das nicht-angewiesen-sein auf Geld, schnelles Absetzen in die Redaktion oder Themenvorgaben geben mir die Freiheit über ein Thema länger nachdenken zu können. Informationen sacken zu lassen und aus einer Perspektive zu schreiben, die nicht zwangsläufig an Monetarisierung gebunden ist:

Aus meiner Perspektive.

Nichts desto trotz denke nach all den Artikeln die Rob auf Selbstständig im Netz verlinkt hat darüber nach, hier vielleicht ein kleines Zubrot mit zu verdienen. Aber eben immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, mich nicht von Werbeeinnahmen und Statistiken verbiegen zu lassen.

Also: Keep on bloggin’ und macht das Beste draus :)

Komplexität muss nicht kompliziert sein TED-Talk

Ich habe mir vorgenommen morgens und abends mindestens einen TED-Talk zu schauen und die, die mich wirklich inspirieren, hier zu posten.

Eric Barlow erklärt hier in drei Minuten, wie sich ein komplexes Geflecht aus Zusammenhängen und Verbindungen sehr schnell vereinfachen und auf das wesentliche reduzieren lässt. Wenn er ein Strategiediagramm der US-Streitkräfte für Afghanistan durch die Mangel dreht wird auch klar, dass ein Mehr an Informationen durchaus nützlich für eine sehr simple Lösung sein können, die nur noch aus 2 Aussagen besteht: