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Probefahrer Alex Kahl mit Johannes Kwella beim Deadlift / Kreuzheben Personal Training

Krafttraining bei YouTube lernen oder Personal Training?

Eignen sich YouTube Videos um sich die Grundübungen im Krafttraining selbst beizubringen? Oder sollte man doch besser mit einem Coach im Personal Training  arbeiten?

Während der re:publica bin ich abends von der Station rüber zu Johannes Kwella ins Spree Crossfit gefahren und habe ihn mal überprüfen lassen, wie ich die Grundübungen des klassischen Krafttraining – Squat, Deadlift und Press mit der Langhantel durch seine Videos gelernt habe.

Johannes Kwella: buff.strong.barefoot.

Johannes Kwella: buff.strong.barefoot.

Nachdem ich durch Paleo-Ernährung immer mehr Energie bekommen habe, musste die auch endlich mal in Sport umgewandelt werden ;) So beschäftige ich mich nun seit gut 9 Monaten mit Krafttraining. Einerseits um abzunehmen, da Strength-Training durch Muskelwachstum meiner Meinung nach sehr viel wirksamer und effizienter ist als Joggen oder andere Ausdauer-Spotarten und weil Krafttraining besser zu dosieren ist als bsw. Freeletics.

Andererseits sage ich es mal mit den Worten vom Strength&Conditioning-Papst Mark Rippetoe, der mit Starting Strength: Einführung ins Langhanteltraining
auch eines der (nicht unumstrittenen) Standardwerke zum Thema geschrieben hat:

Stronger people are harder to kill than weak people and in general more useful.

Von eben diesem Mark Rippetoe habe ich mir auch einige Videos angeschaut, um an der richtigen Technik zu feilen. In vielen seiner YouTube Clips lässt er unterschiedliche Schüler die Übungen ausführen, erklärt, gibt Hilfestellungen und korrigiert die Fehler direkt. Das hat den Vorteil, dass man in relativ kurzer Zeit sehr viele Details sieht, wie man es nicht machen sollte. Super lehrreich. Aber eben auch nur relativ kurze Zeit. So ein Video geht schonmal 20-30 Minuten. Jay Kwella erklärt die Übungen in seinen Videos deutlich komprimierter. Hier mal ein Beispiel von Rippetoe:

Witzigerweise habe ich Johannes dann mit meinen Fragen und Korrekturpotenzial dazu gebracht, seine normale Videolänge von 5-10 Minuten locker um Faktor 3 bis 6 zu sprengen: Eine ganze halbe Stunde haben wir vollgemacht.

Ein Trainer aus Fleisch und Blut ist manchmal durch nichts zu ersetzen

Tja, was soll ich sagen:

Jay hat so EINIGES entdeckt, woran ich arbeiten muss. Zugegeben, ich war etwas aufgeregt, matschig vom Tag auf der rp15 aber einige Defizite waren mehr als deutlich:

  • an meiner Rückenhaltung muss ich arbeiten
  • meine Beweglichkeit in Hüfte, Hintern und Oberschenkeln ist mehr als ausbaufähig
  • wenn ich denke, ich stünde gerade, sieht das in der Realität GANZ anders aus! Schaut’s Euch im Video an: Nachdem Kwella meine Haltung nach korrigiert hat, stehe ich gerade und das war ECHT unbequem ;)
  • Besonders beim Kreuzheben muss ich auf die korrekte Ausführung der Übung achten: BRUST HOCH! STANGE AN DIE SCHIENENBEINE!
  • Schulterpresse im Stehen ist empfehlenswerter als Bankdrücken

Tja und dann noch viele, viele Kleinigkeiten. Ich habe mir das Video in der Zwischenzeit noch locker 20 Mal angeschaut und finde immer wieder etwas, woran ich arbeiten muss und mir einen Physiotherapeuten gesucht, der erstmal meine durch 20 Jahre vorm Rechner sitzen vermurkste Haltung korrigiert. Wobei mein Hausarzt mich gleich darauf hingewiesen hat, dass Skoliose 80% aller Menschen in Deutschland haben und diese Diagnose nicht unbedingt sofortigen Handlungsbedarf bedeutet.

Mein Fazit: Lernen aus Videos geht. Aber Videos weisen nicht auf Fehler hin

Es gibt eine Menge Tutorial- und Trainings Videos da draußen. Für alles mögliche. Auch für die Sachen, über die wir in der Schule gekotzt haben:

Der Unterschied:
Mit Funktionsgleichungen kann man sich nicht nachhaltig den Rücken kaputt machen. Da ist es also nicht so schlimm, wenn man sich etwas falsch angewöhnt. OK zugegeben, wenn man es mit falsch verstandenem Khan Academy-Wissen zum Finanzminister eines beliebigen Landes schafft, könnte das unter Umständen zur nächsten alternativlosen Krise oder einer unumstößlichen Überzeugung führen, dass Austerität die einzige Lösung sei.
Aaaaaber: Damit macht man zwar ein Stück Weltwirtschaft kaputt, der Rücken bleibt aber heil.

Was immer Ihr Euch auch selber beibringt. Ob aus Büchern, Blogs oder Videos: Sucht Euch zwischendurch mal jemanden, der einen Blick auf Eure Ausführung wirft.

Und wenn Ihr keinen Profi findet, dann wenigstens einen Trainingspartner. Jemand, der sich die selben Videos angeschaut hat und Euch den objektiven Blick von außen ermöglichen kann. Das ist auch schon viel wert. Wie im Video von Jay und mir zu sehen ist: Ich _dachte_ ich würde gerade stehen.

Trainingsapps

Dann gibt es auch immer noch Apps, die ein bisschen helfen. Ich nutze vor allem diese drei:

  1. Strong – als Trainingsbegleiter und Übungsplaner.
  2. Iron Path – filmt die Bewegung der Hantel und gibt mir nach der Übung eine gewisse Kontrolle. Aber warnt eben nicht wie ein Trainer bereits während der Ausführung sondern erst hinterher
  3. Evernotehier halte ich tägliche Stimmungen, Symptome, Schlafqualität und Leistungen fest, um bei Ausreißern schnell festzustellen, wo eine Kausalität liegen kann. Klassisches Journaling.

Zum Thema Journaling hat Johannes mir noch ein bisschen was in einem Podcast-Interview erzählt. Das lege ich die Tage nach inklusive der Themen Sport, Personal Training, YouTube, Vorbilder uvm.

Übrigens ist Krafttraining auch unbedingt etwas für ältere Menschen! Auf Deutsch verrät dieser Artikel hier mehr über Krafttraining im Alter.

Mehr zu Johannes Kwella

Starting Strength Buchrezension und Notizen

tl;dr:
Das Buch sollte neben jeder Langhantel liegen. Warum und weswegen Starting Strength eines der besten Bücher über Krafttraining mit der Langhantel ist, erkläre ich im Folgenden genauer.

Vor einiger Zeit habe ich nach über 10 Jahren wieder begonnen, mit Gewichten zu trainieren. Zunächst mit Kurzhanteln und einer Langhantel, wie man sie im Kaufhaus kriegt. Spielzeug also.

Kurze Zeit später bin ich dann zufällig an 130 Kilo Hantelscheiben für die 50mm Olympiahanteln gekommen. Zuerst habe ich die Dinger mit Adaptern auf der kleinen 30mm Hantel benutzt und schnell festgestellt, dass ich GANZ geschmeidig an die Grenzen stoße. Alleine schon für Kniebeuge ist es Murks, die Hantel mit 50 Kilo und mehr drauf über den Kopf zu heben. Selbst für Frontsquats. Also habe ich mir eine vernünftige Olympiahantel angeschafft. Und da nur die Stange mein Problem nicht gelöst hätte auch gleich ein komplettes Squatrack.

So.
Equipment ist da.
Dann wurden die Möglichkeiten mit mehr Gewicht zu trainieren doch schnell respekteinflößend.

Zum einen habe ich Videos von Johannes Kwella genutzt, aber auch die von Mark Rippetoe. Insbesondere einige von Marks Videos sind sehr hilfreich, da er eine Person nach der anderen eine Übung machen lässt und dabei einen typischen Fehler nach dem anderen korrigiert. So bekam ich schonmal einen guten Überblick wie die Übungen richtig aussehen und wie man sie besser nicht machen sollte.

Dann ist da aber noch Rippetoes Buch Starting Strength

starting-strength-langhantel-krafttraining-mark-rippetoe-cover

Bücher haben mir schon immer geholfen, ein Thema zu verinnerlichen. Man beschäftigt sich halt viel eingehender und nicht so oberflächlich wie mit in einem Video. Also habe ich mir Starting Strength besorgt und losgelegt.

Zunächst mal erklärt Mark, wie Muskeln, Knochen und Bindegewebe zusammen funktionieren. Das zieht Dir auch gleich den Zahn zu schnell zu viel zu wollen: Die Muskeln würden kurzfristig eine hohe Belastung sogar mitmachen. Über kurz oder lang würden aber die Sehnen, Gelenke und das Bindegewebe zwischen den Muskeln schlapp machen. Verletzungen könnten die Folge sein. Das Bindegewebe benötigt drei- bis viermal so lang, um stärker zu werden, als die Muskeln. Aber Mark stellt auch die Vorteile von Krafttraining heraus, so werden durch ständige und sinnvolle Belastung die Knochen dichter und stärker.

Ab in die Übungen

Aber nicht nur das übergeordnete Trainingsknowhow von Rippetoe, der seit gut 40 Jahren in der Fitness-Industrie am Start ist, hilft ungemein. Viel wichtiger sind die super erklärten Übungen mit all den physikalischen Zusammenhängen und exakten Zeichnungen. Dadurch habe ich ein sehr viel tiefer gehendes Verständnis für die Bewegungsabläufe bekommen, die mir beim praktischen Training immens geholfen haben.

Aufwärm-Sets

Durch die Aufwärm-Sätze mit weniger als dem Leistungsgewicht, gewöhnt sich das Nervensystem und das Muskelgedächtnis an die komplexen Bewegungen, bevor sie mit ordentlich Stahl auf der Stange dann ihren Trainingsreiz kriegen. Ein alter Körper braucht länger zum Aufwärmen, als ein junger Körper. Dafür ist ein aufgewärmter Körper weniger anfällig für Verletzungen.

Notiz an mich: Eine Rudermaschine ist durch den höheren Bewegungsradius ein besseres Aufwärmtraining für Kniebeuge, als Radfahren oder Laufen

Der letzte Aufwärmsatz sollte nicht zu schwer sein, um nicht mit dem Arbeitssatz zu konkurrieren. Aber trotzdem schwer genug, damit der Arbeitssatz kein Schock für den Körper darstellt.

Starting Strength Trainingsprogramm

Das Training ist darauf ausgelegt stärker zu werden. Im normalen Verlauf heißt das auch, dass man so oft wie möglich das Gewicht ganz leicht erhöht – so lange es geht. Das nennt sich dann Progressives Widerstands-Training.

Dickes ABER: Sobald die Technik leidet und unsauber wird, kommt wieder etwas Gewicht von der Stange runter und so lange trainiert, bis die Technik über die kompletten Arbeits-Sätze sauber ausgeführt werden kann.

Von Anfang an wird das Kreuzheben vermutlich stärker sein als die Kniebeuge. Und die Kniebeuge stärker sein als das Bankdrücken und danach kommt knapp der Clean. Naja und dann meistens die Schulterpresse.

Reihenfolge der Übungen
1. Squats immer zuerst
2. Dann Oberkörper-Übungen
3. Zug-Übungen wie Deadlift und Clean zum Schluss

Die Kniebeuge macht den ganzen Körper warm. Bei den Oberkörper-Übungen können Beine und Rücken ausruhen für die Zug-Übungen zum Schluss.

Zwischen den Übungen genug Ruhepausen einlegen, damit man 5-5-5 Sets schafft. Wenn man nur 5-4-3 hinbekommt, ist entweder das Gewicht zu hoch, oder die Ruhepausen zu kurz.

Alles weitere findet Ihr im Buch. Ich will ja nicht alles vorweg nehmen ;) Wie gesagt halte ich es für eines der besten Sport-Bücher, die ich kenne und für Kraftsportler absolut empfehleneswert.

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Nachtrag:
Wie die genauen Übungen ausgeführt werden, hatte mir Jay Kwella dann ja in einem seiner YouTube Videos erklärt. Und dabei haben wir auch heraus gefunden, dass lernen durch Bücher und Videos gut ist, aber immer mal wieder ein Trainer auf die Bewegungsabläufe schauen sollte.

Nachtrag 2:
Mittlerweile hat Jay auch eine Rezension in Videoform zu Starting Strength veröffentlicht:

Du kannst neue Beiträge auch gern automatisch per Mail bekommen.

Tipper einfach Deine Mail-Adresse hier ein, an die ich die aktuellen Beiträge schicken soll!

Was waren Eure abergläubische Rituale beim Fußball gucken?

Was waren Eure abergläubische Rituale beim Fußball gucken?

Seid Ihr seit Minute 90:01 aufs Klo gerannt, damit endlich ein Tor fällt? Wer rasiert verliert hat sich Mario Götze gedacht und es hat geholfen! ;)

Meine Freundin hat sich die ganze WM-Zeit kaputt gelacht und mir angedroht, dass ich demnächst in die Kirche gehen muss, wenn ich als Atheist solchen abergläubischen Schwachsinn mache wie:

  • Immer im gleichen comspace Siegestuhl gucken
  • die gleiche Hose anziehen und
  • immer 1 Becks pro Halbzeit trinken (Ok, gegen Brasilien wars nen Sixpack *ggg*)

Außerdem habe ich gedanklich immer den nächstbesten Spielstand für uns vor mich hinmeditiert:

1:0 für Deutschland, 1:0 für Deutschland, 1:0 für Deutschland

Und Ihr so? Was waren Eure abergläubischen Rituale, die Ihr von Spiel zu Spiel mitgeschleppt habt?

 

Mit Schwarzenegger auf Sightseeing Tour in Venice Beach

Wie cool ist DAS denn bitte schön? Bin eben durch Zufall auf ein Video im offiziellen YoutTube Channel von Arnold Schwarzenegger gestoßen, in dem er ein paar Jungs von Bodybuilding.com zeigt wie und wo er in der guten alten zeit in Venice Beach trainiert hat.

Inklusive der ersten Mauer, die er damals mit seinem Bauunternehmen Geschäftspartner Franco gebaut hat.

Schöne und entspannte Plaudertour. Da ich allerdings nie so viel mit Bodybuildung am Hut hatte, sondern mehr Arnies Filme mochte, finde ich die Sammlung von neu eingesprochenen Filmzitaten ja noch ne Spur witziger :-D

ach und mein Favorit bisher :-D

UND YEAH! Sogar Zitate aus Phantom Commando sind dabei. Eine Szene, die ich wohl NIE vergessen werde. Alleine schon weil der gelbe 911 erst auf der Seite zerdetscht ist, dann wieder nicht und dann isser wieder kaputt. Herrliche 80er Filme-Zeit :-D

Probefahrer mit Panther Pedelec

Wie ist das so, mit E-Bikes auf Reise zu gehen?

Morgen geht für mich seit langem mal wieder ein kleiner Roadtrip mit Autos los. Grund genug, mir meinen letzten Roadtrip der etwas anderen Art nochmal ins Gedächtnis zu rufen:

500km mit dem Fahrrad – eine E-Bike Reise 
Steffi hat mir für unseren damaligen Unterstützer Panther Werke ein paar Fragen dazu gestellt, wie es ist, sich mit einem Pedelec auf die Reise zu begeben:

Wie haben die Panther Pedelecs für Euch auf der 500 Kilometer Reise funktioniert?

Erstmal vorneweg ein großes Dankeschön für die Leihgabe und die tolles Ingenieurleistung! Die Räder liefen 1A. Durch den Mittelmotor am Tretlager hat man einen unglaublich natürlichen Radfahr-Eindruck. Das leise Summen des Elektromotors ist schön beruhigend, da man immer weiß, dass der eingebaute Rückenwind dabei ist ;) Dadurch, dass man beim Pedelec ja immer treten muss, verliert man auch nicht das Gefühl fürs Radfahren. Das gefiel uns sehr gut.
Am beeindruckendsten waren für mich einige kleine und unfreiwillige Geländeausritte ;) Als ich versehentlich den Fußgängermodus im Navi eingestellt hatte, mussten wir durch einen Wald fahren. Dort hat mich mein blauer Panther so kraftvoll über steile Sandhügel geschoben, wie ich es sonst nur von Enduro-Motorrädern kenne. Das musste ich dann später natürlich auf einem Deich nochmal ausprobieren und auch hier: Kein Problem. Das Fahrrad ist völlig problemlos die steile und nasse Wiese hochgesprintet, dass ich das Grinsen den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht bekam :)

Wie sicher habt Ihr Euch als Wiedereinsteiger auf den Rädern gefühlt?

Die ersten paar 100 Meter waren noch gewöhnungsbedürftig. Ich saß ja wie gesagt seit 20 Jahren nicht mehr auf dem Rad. Bei Angie waren es nur 5 Jahre und davor ist sie sehr viel Rad gefahren. Nach der Eingewöhnungsphase auf dem Parkplatz bei Euch an den Pantherwerken fühlten wir uns sehr schnell sehr sicher. Vor allem in der unsichersten Phase vom Anrollen bis zur stabilen Fahrt hilft der Motor unglaublich!
Darüber hinaus habe ich den Eindruck, das Fahrverhalten ist durch das höhere Gewicht von gut 25 Kilo deutlich stabiler als bei einem normalen Fahrrad und zum anderen hat man in brenzligen Situationen immer diese Sicherheitsreserve des E-Motors. Wenn man schnell an einem Hindernis vorbei beschleunigen will zum Beispiel. Das gibt einem noch zusätzliche Sicherheit.

Und ganz wichtig:
Je mehr die Kräfte auf einer so langen Tour schwinden, desto größer wird die Sicherheit, die einem der Elektroantrieb bietet, da man sich wenigstens trotz der Erschöpfung sicher sein kann, sein Ziel noch zu erreichen.

Seid Ihre denn auch mal ins Schwitzen gekommen?

Klar und wie! Pedelec fahren ist nix für Faule ;) Vor allem auf so einer langen Tour. Treten musst Du ja die ganze Zeit und wir wollten uns möglichst immer nah an der Geschwindigkeitsbegrenzung von 25-27 km/h bewegen. Da kriegst Du schon ganz gut was in die Oberschenkel ;)
Das Gemeine war: Der steilste Berg, der ganzen Tour war gleich zu Anfang vor unserer Haustür in Brackwede. Einmal die grüne Teutohölle bitte :) Danach war das Wiehengebirge noch einmal richtig fies.
Dicht gefolgt von einem Abschnitt auf dem wir wirklich 27 Kilometer flach geradeaus eine Landstraße entlang radeln mussten. Das war allerdings weniger anstrengend für die Beine als für den Kopf, der gegen die Langeweile kämpfen musste ;)

Wie waren die Reaktionen der Menschen, die Ihr auf Eurer Tour getroffen habt?

Grundsätzlich immer interessiert. Diejenigen, die sich mit E-Bikes auskannten waren sehr neidisch auf die BOSCH-Motoren. Wir waren uns gar nicht bewusst, dass wir da quasi mit dem Mercedes unter den Pedelecs unterwegs sind :)
Bergauf Leute auf normalen Fahrrädern abzuhängen hat natürlich immer unheimlich Spaß gemacht :) Auch wenn wir uns den Speed-Modus am Berg meistens gespart haben, damit der Akku besonders lange hält.
Der heimliche Star der Tour war Angies stufenlose NuVinci Schaltung. Die zog immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.
Wir haben einige andere Rad-Reisdende getroffen, wo sich die Gelegenheitsfahrer immer am meisten für die Pedelecs interessierten. Die Profis mit Stahlwaden und kleinen Kraftwerken in den Oberschenkeln wollen meist lieber die ganze Arbeit alleine machen. Aber die Mitfahrer fanden den Gedanken einfacher mithalten zu können immer sehr charmant.

Wie kamt Ihr mit der Reichweite der Akkus hin?

Leer gefahren haben wir nur Angies Akku auf der 2. Etappe. Da war noch einiges an Bergen zu schaffen und wir hatten mittags nicht nachgeladen. Realistisch sind mit einer Akkuladung 50-80 Kilometer zu schaffen. Je nachdem, wie sparsam man mit der Motor-Nutzung umgeht und wie schaltfreudig man fährt. Da ich als Autofahrer auch sehr sparsam fahre, habe ich mich instinktiv immer in möglichst optimalen Gängen bewegt und Angie war mit der NuVinci etwas “schaltfauler”, weil sie ihre Gänge immer ganz fein justiert hat. Ich denke, dadurch hatte ich am Ende des Tages immer etwas mehr Akkuleistung übrig (oder mein Akku hatte eine größere Kapazität – das habe ich nicht mehr geprüft).
Bei Ganztagestouren ist es auf jeden Fall empfehlenswert, in den Mittagspausen die Akkus zu laden. So ein 1-stündiges Mittagessen in einem Imbiss bringt auch dem Akku neue Kraft :) Wir hatten immer eine Dreifach-Steckdose dabei und durften uns überall ein bisschen Strom mopsen.

Krass war für den Akku der letzte Tag: Die Etappe von Husum nach Dagebüll. 38 Kilometer und wir dachten “Ach, das wird easypeasy!” Nix war! Endlich konnten wir an der Außenseite des Deiches fahren und auf das (Watten)-Meer schauen. Und was war? STURM! Windstärke ich weiß nicht wieviel und Regentropfen, die ungefähr an die Größe und Schmerzen von Luftgewehrkugeln heran kamen. Der Gegenwind war so stark (und wir hatten es SO eilig ins Trockene zu kommen), dass wir auf der Etappe fast den ganzen Akku leer getreten haben :)

Was könnte Panther an den Rädern verbessern?

Verbesserungsbedarf besteht eigentlich nicht. Das was uns auffiel war, dass bei Angies Fahrrad der Akku unter dem Gepäckträger etwas schwer heraus zu nehmen war und bei meinem blauen Panther brauchte ich zum Einlegen des Akkus schonmal 2-3 Versuche, bis er endgültig einrastete.

Lassen sich Pedelec und E-Bikes einfach reinigen?

Den Akku habe ich beim saubermachen aus Sicherheitsgründen rausgenommen. Ob das wirklich nötig gewesen wäre, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Aber ich wollte ja auch keinen “gewischt” kriegen ;) Die Reinigung an sich funktioniert genauso wie bei jedem anderen Fahrrad. Der Motor an sich ist ja auch nochmal sehr gut gekapselt. Da muss man gar nicht dran.

Kann ein Pedelec im Auto transportiert werden?

Klar! Hinten an der Rückklappe oder auf dem Dach müssen gff. durch das höhere Gewicht einige Dinge bedacht werden, aber das geht natürlich.
Unsere Panther haben wir für die Rückfahrt von Föhr (wir wollten nicht nochmal 500 Kilometer am Stück radeln) auseinander genommen und in unserem Tour-de-France erprobten Skoda Yeti transportiert, der uns netterweise von Skoda Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

In öffentlichen Verkehrsmitteln sind die E-Bikes ganz normale Fahrräder – Wir haben nicht auf der Tour an sich, aber hier in Bielefeld ein bisschen “geschummelt” und schonmal die Bahn genommen :)

Wie habt Ihr die Räder gegen Diebstahl geschützt?

Das war so ein Thema. Immerhin hing das Weiterkommen auf unserer Reise komplett von den Rädern ab, daher habe ich sie so gut wie nie aus den Augen gelassen und bei jeder Übernachtung in Garagen oder Hauseingängen weggeschlossen. So ein Rad ist mit knapp 2500 EUR Wert ja ein beliebtes Diebstahl-Ziel.
Zudem haben wir bei jeder Pause, bei der wir uns weiter als 10 Meter von den Rädern entfernen mussten die Akkus und die Bedienelemente abgenommen.

Werdet Ihr nun weiter Fahrrad fahren?

DEFINITIV! Wir haben unsere Panther nach der Tour leider nicht mehr ganz so viel bewegt, wie wir uns anfangs vorgenommen hatten, da erstmal irre viel zu tun war nach 10 Tagen weg von zu Hause. Aber die Rückfahrt zum Pantherwerk in Löhne hat uns riesig Spaß gemacht. Wenn ich mich da an die Abholfahrt erinnere… Weia tat mir danach der Hintern weh! Das war ja das erste Mal nach 20 Jahren wieder für 40 Kilometer auf dem Fahrrad und wir hatten das Fahrrad-Navi von Falk noch nicht.

Wie haben die Vaude Taschen funktioniert?

Hammer! Wir haben Klamotten für 10 Tage, Snacks, Kleinkrams, Elektro-Equipment und Fahrradladegeräte mitbekommen und es war eigentlich noch Platz in den Taschen! Echt beeindruckend. Und wie so oft haben wir eigentlich viel zu viel mitgenommen :)
Sowohl die Satteltaschen als auch die Lenkertaschen (in denen wir Kameras, Trinkflaschen, Beef-Jerky von jerky-shop.de und Notizblöcke hatten waren auch im fiesesten Wolkenbruch Platzregen komplett Wasserdicht. Das war ja eine meiner größten Sorgen, dass es meine neue Kamera zerlegt, wenn es richtig schüttet.

Haben Euch die Regensachen von Vaude trocken gehalten?

Jupp, die waren super. Die Hose war etwas fummelig über dicke Schuhe und Jeans drüber zu ziehen. Wir hätten wohl besser eine Nummer größer nehmen sollen. Das nächste Mal sind wir da schlauer ;) Aber das Regenzeug sollte man wirklich IMMER dabei haben! Ein fieser Guss und der ganze Tag ist versaut. Dir wird sonst kalt, die Jeans scheuern an den Beinen und und und.

Die UVEX Helme habt Ihr hoffentlich immer aufgesetzt, aber nie wirklich gebraucht?
Genau so war’s ;) Ich muss schon gestehen, dass mir der Helm die ersten Stunden wie ein Fremdkörper auf dem Kopf vorkam. Als ich noch Fahrrad fuhr, gab es ja noch gar keine Helme, die kenne ich nur vom Reiten oder eben Motorradfahren. Irgendwann fand ich die Kopfbedeckung aber durchaus angenehm. Wenn es zu warm wurde, hatte ich den Eindruck, dass der Fahrtwind viel besser meinen Kopf kühlt.
Die Sturzsicherheit mussten wir aber glücklicherweise beide nicht testen ;)

Was war das wichtigste Equipment?

Die Radlerhosen mit Polstereinsatz! Sonst hätten wir wohl nicht überlebt AUAUA :)
Und das Falk Navi! Ohne das hätten wir uns vermutlich SO oft verfahren, dass wir viel zu viele Kilometer gemacht hätten. Und wir hätten auch viel zu lange gebraucht, da wir alle paar Kilometer auf eine Karte hätten schauen müssen. Vor allem die Funktion, mittags ein Lokal zum Essen zu finden war super praktisch.

Und die größte Überraschung?
Hmm, man hat uns vorher DRINGENDSTE davon abgeraten in Jeans zu fahren. Das würde nur scheuern und kneifen und nach 2 Tagen wären wir wund. Da wir aber zum einen so wenig aus Kunststoff mitnehmen wollten wie möglich und nicht auch noch neue Klamotten kaufen wollten, haben wir es drauf ankommen lassen (als Ausweichmöglichkeit hatten wir Lange Ski-Unterwäsche und die Regensachen geplant).
Und siehe da: Mit den gepolsterten Radlerhosen unter der Jeans war es überhaupt kein Problem zu fahren.
Ach und wie fix die Panther sein können :) Unser Bergab-Rekord waren 58km/h :-D Das haben wir aber nur mit selber treten geschafft – der Motor schaltet sich ab 25km/h ja ab.

Was wären Eure Tips für Leute, die auf E-Bike Reise gehen wollen?

1. Rechnet bei gemütlicher Fahrweise mit 80-100 Kilometern am Tag
2. Ladet bei Mittagspausen die Akkus nach
3. Schaltet oft und viel um den Akku mit dem optimalen Gang zu schonen – z.B. immer im 1. Gang anfahren und gleichmäßig hochschalten, nicht zu schwer treten
4. Nehmt ein Naiv mit oder schaut Euch zumindest das Höhenprofil der Strecke an – spart Akku für die Anstiege
5. Überdenkt jedes einzelne Teil, das Ihr mitnehmen wollt, ob Ihr es WIRKLICH braucht ;)

Würdet Ihr die Pedelecs weiter empfehlen?

Unbedingt! Alleine schon weil so viel längere und interessantere Touren möglich sind.
Menschen, die Ihr Übergewicht los werden wollen können mit einem Pedelec viel entspannter fahren und überlasten ihre Gelenke nicht gleich am ersten Berg.
Wer beruflich viel in der Stadt unterwegs ist, sollte sich mal über ein Pedelec Gedanken machen. Vor allem als Auslieferungsfahrzeug!
Auch für Eltern, die Ihre Kinder in Anhängern am Fahrrad durch die Gegend fahren sind Pedelecs eine super Erleichterung.

Heute schon Gesichtsstretching gemacht?

Habt Ihr Euer heutiges Prancercise Workout schon absolviert? Dann geht es direkt weiter mit Gesichtsstretching :-D

Keine Angst – Ihr müsst den Quatsch in dem Video nicht mitmachen. Zugucken und lachen reicht:

Übrigens wissen wir jetzt auch, was die Prancercise-Trainerin in ihrer Jugend so getrieben hat und wer ihr Lehrer war:

Ich vermute, sie hat auch sehr viel Zeit damit verbracht, Wassermelonen zu tragen ;)

Prancercise statt Freeletics

Wenn Ihr einen WIRKLICH harten Workout sucht, solltet Ihr Euch Prancercising ansehen. Der neueste Fitnesstrend aus den US of A!

Nichts für schwache Nerven. Besorgt Euch weiße Leggins, nen amtlichen Cameltoe und auf geht’s! Das Video ist übrigens 1989 ernst gemeint gewesen, soweit ich das mitbekommen habe:

Danke an MobileGeek Sascha

Abwechslung zu freeletics – Laufen wie Tier(e)

Aphroidite, Zeus Hell-Week – Freeletics macht super Spaß und ist verdammt abwechslungsreich. Allerdings fehlen ein bisschen die Übungen für Beweglichkeit und Koordination. Immer nur JumpingJacks bzw. Hampelmänner kannst ja auch nicht sein ;)

Bin eben in der Paleo Facebook Gruppe auf dieses Video hier gestoßen (danke Clemens). Einfach mal tierisch laufen – SEEEEEHR anstrengend, aber spaßig :)

Vivobarefoot Neo Men

Barfuß laufen in Vivobarefoot auf der CeBit – 2 Tage lang Erfahrungsbericht

Ok, ich bin nicht mit nackten Füßen auf der CeBIT rumgerannt, sondern in Barfußschuhen von Vivobarefoot. Diese Treter haben eine sehr dünne Sohle und sind besonders breit und flexibel, damit sich der Fuß möglichst frei und natürlich bewegen kann. Hier mal ein kleiner Testbericht vom probelaufen.

Nicht alle Barfußschuhe sind übrigens diese lustigen 5-Finger Schuhe, mit denen man aussieht wie ein Hobbit beim Fitness-Training zum Mount-Doom-Marathon ;)

Die ersten 3 Tage in den Schuhen waren ziemlich witzig. Besonders wenn ich über unseren Kies-Hof oder durch den Wald gelaufen bin. Durch die dünne Sohle merkt man jede Wurzel und jedes Steinchen. Allerdings nicht so unangenehm, wie wenn man mit ganz nackten Fußsohlen drauf treten würde.

Die Sohlen federn eben nicht, sondern schützen nur gegen spitze Steine, Scherben usw.

Geht man in Barfuß-Schuhen anders? OH JA!

Durch immer bequemere Fußbetten und gefederte Hacken in modernen Schuhen haben unsere Füße das richtige arbeiten verlernt. Wir laufen mit der Hacke voraus – das heißt wir treten mit der Hacke zuerst – weit vor dem Körper auf. Das verursacht schon beim normalen gehen ziemliche Erschütterungen im Rücken. Beim Joggen ist das umso schlimmer.

In Barfuß-Schuhen läuft man automatisch mit etwas kleineren Schritten und mehr auf dem Fußballen. Sieht zu Anfang nicht nur komisch aus, das macht auch ordentlich Muskelkater in den Füßen und Waden, da man Muskeln verwendet, von denen man gar nicht mehr wusste, dass man sie hat.

Barfuß laufen lernen

Wie man richtig barfuß läuft lernt man ziemlich gut in der Training Clinic von vivobarefoot. Dort lernt man zum Beispiel die richtige Laufhaltung:

VIVOBAREFOOT – Training – Barefoot Walking with correct posture from VIVOBAREFOOT on Vimeo.

Dementsprechend war mir auch etwas mulmig bei dem Gedanken, in den Schuhen auf der CeBIT auf dem harten Hallenboden rumzulaufen. Egal welche Messe ich in den letzten Jahren besucht hatte: CeBIT, IAA, Auto Shanghai, GamesCon, Essen MotorShow, Auto Salon Genf… Es gab immer Fuß- und Rückenschmerzen. Und zwar nicht zu knapp.

Ich dachte mir “ach komm – memm nich rum. Schlimmer kanns nich werden.”

Tja, was soll ich sagen? Obwohl ich mit schwerer Kamera und Tasche 2 Tage lang unterwegs war, Interviews zum FirstSpirit CMS für comspace gedreht habe und das heimliche TopThema der CeBIT entdeckt habe, hatte ich überhaupt keine Probleme. Weder taten die Füße weh, noch der Rücken.

Kann ich nur jedem empfehlen. Zumal es mittlerweile Modelle gibt, die zu allen Dresscodes passen (von Lackschuhen zum Smoking mal abgesehen *g*). Nicht nur bei Vivobarefoot – Constantin hat auf Paleosophie auch gerade wieder 2 neue Barfußschuh Modelle in seinem Podcast vorgestellt.

UPDATE:
Eine Sache ist mir gerade noch eingefallen. Ich hatte die Neo und die Gobi (Lederstiefel) bestellt. Beide in Größe 44.
Die Neos passen wie angegossen. Die Gobis waren ne Nummer zu groß undGröße 43 leider zu dem Zeitpunkt nicht lieferbar.

Goericke-Kunstrad-uebersetzung-FIXIE

This is what Fixies are all about 1:1 Übersetzung beim Kunstrad :-0

Staun. Was Ihr da seht ist ein Kunstrad. Also ein Fahrrad zum Kunst-Turnen auf 2 Rädern.

Das Dingen steht im Lenkwerk in Bielefeld, ganz oben in der hintersten Ecke. Ist aber ECHT faszinierend. Ich habe in meinem Leben bisher nur einmal kurz auf einem Fixie – also einem Fahrrad ohne Bremsen mit fester – fixierter – Übersetzung gesessen. Bei meinem Kumpel David und seinen Bike-Polo Spielern. Krasse Erfahrung :)

So sieht Velopolo in Aktion aus:

Das heißt, dass man auf den Dingern IMMER tretten muss, wenn sie rollen. Dafür braucht man eben auch keine Bremsen. Wenn man anhalten will, muss man das Rad querstellen und die Pedale mit den Füßen blockieren.
Ist anstrengend, für ungeübte verdammt gefährlich aber dafür kann man auch Rückwärtsfahren :)

Hier ein paar Fixie Fahrer aus San Francisco, die den Bogen raus haben :)

SF Track/Fixed Edit from FonsecaFilms on Vimeo.

So. Und das da ist ein altes GÖRICKE Rad. Eine alte Bielefelder Traditionsmarke, die heute von den Pantherwerken in Löhne weiter vertrieben wird.

Das Rad dort hat eine 1:1 Übersetzung. Normalerweise hat man am Fahrrad ja vorne ein oder mehrere sehr große Ritzel und hinten dann mehrere kleinere und daraus ergeben sich die einzelnen Gänge.

Hier eben nur 2 Zahnräder. Eins vorne. Eins hinten. Das wars.

Dafür kann man damit sowas hier machen. Schaut’s Euch an. Hammer!: