Nicht “The next big thing” – sondern erst der Anfang @Robgreen nimmt @wikileaks unter die “Startup” Lupe

Warum ich seit Jahren so gerne Robs Postings lese ist, weil er immer wieder mit gespielter Naivität aus einer ganz abgefahrenen Richtung an Themen, die ihn fesseln rangeht und sie messerscharf in ein Licht stellt, das sie gleich noch eine Spur interessante macht.

So auch mit Wikileaks. Rob schaut sich die Plattform sozusagen unter der wirtschaftlichen Bewertungslupe des Web-Start-Ups an. 1. Sehr amüsant und 2. mächtig spannend.

In einigen Dingen bin ich nicht Robs Meinung:

Unter Punkt 6.3 sagt Rob erst

Wir Bürger haben weltweit den Staat als Stellvertreter bestellt. Er agiert in unserem Sinne, uns Sicherheit aber auch Wohlstand zu gewährleisten. Als Individuum. Etwas, das uns als Individuen in der heutigen Welt verbindet. Es ist dabei völlig unbenommen, dass es Staaten gibt, wo diese Stellvertreterfunktion nicht mal ansatzweise gut funktioniert. Solange der Staat den Funktionen Sicherheit und Wohlstand einigermaßen nachkommt, wird der Bürger ebenso wie der Staat denken.

Das sehe ich ganz anders. Das Staatsverständnis und das Folge leisten durch den Bürger ist in unterschiedlichen Ausprägungen sicher vorhanden. Die Situation, die Rob beschreibt, könnte vielleicht auf Schweden zutreffen, wo die Bürger angeblich hochzufrieden hinter ihrem Staat stehen. In den USA sieht es schon anders aus. Da stehen zwar (fast) alle hinter ihrem Präsi, egal welcher Partei sie angehören oder welchen Bockmist er grade verzapft hat (und damit meine ich jetzt vor allem Obamas Vorgänger).

Aber schau doch mal nach Frankreich. Oder Italien. Oder am besten Griechenland. Hier würde die Bevölkerung mMn ganz anders reagieren, wenn sie berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihres Staates im Sinne der menschlichen Vertreterpuppen wittert.

Aber darum geht es auch gar nicht. Im Nachhinein Verbrechen oder Fehlentscheidungen aufzudecken ist nur ein kleiner Schritt für Wikileaks zu mehr Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.

Fehlentscheidungen, die schlimmstenfalls bis hin zum Krieg führen können zu verhindern. DAS wäre der ganz große Wurf. Dass die amerikanische Geschichte dafür einige Möglichkeiten parat hat, habe ich im letzten Posting ja schon geschrieben.

Mein Resumee:
Wir müssen uns Gedanken über die Funktion, Funktionsweise und Aufgaben von Politikern machen. Darüber wie Politik in Zukunft ausgeübt werden darf.

Ich wäre mehr als dafür, wenn unsere Politik jeden Schritt, jede Entscheidung, jede Information zum ersten offen legen müsste. Und zum zweiten, wenn die Öffentlichkeit überall mitdiskutieren und mitarbeiten kann. Politiker würden so mittelfristig nicht mehr zum alleinigen Entscheider auf Basis einiger gekaufter Experten, sondern zum Katalysator der Meinung des Volkes, der Erkenntnisse von Experten UND der öffentlichen Ratschläge von Vertretern anderer Staaten und ihrer Erfahrungen. Für eine Legislaturperiode könnte man das durchaus mal testen. Ich bezahle die Kollegen, also will ich nicht nur genau nachforschen können, was sie treiben, sondern in gewissen Fällen auch mitreden und mitentscheiden können.

DAS wäre the next big thing

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Auf technischer Ebene wird das nexte große Ding wohl die Auswertung von Daten sein. Grade was Semantik angeht bieten die Wikileaks Informationen ein Spitzenbetätigungsfeld. Danach folgt dann gleich die automatisierte Visualisierung von Daten. Je schneller wir aus 250000 Texten DIE 3 oder 4 rausfiltern können, die uns den Allerwertesten retten, desto besser oder?

Ich glaube aber vor allem eines: Wikileaks ist nur der Anfang. Andere Plattformen werden folgen und mit ein bißchen Glück wird sich damit auch die Informationslage der Öffentlichkeit verändern, mehr Einfluss auf Politik genommen und die Welt nach und nach ein Stückchen besser.

Staaten haben kein Recht auf Geheimhaltung. Die Öffentlichkeithat ein Recht auf Wissen.

Warum @Wikileaks Leben retten kann – Michael Moore (@mmflint) erkärt’s

Erst wollte ich gar nicht über Wikileaks schreiben und dann mache ich es gleich zweimal :)

Das ist hier aber auch eine sehr wichtige Aussage: Michael Moore erklärt in einem 10 minütigen Interview warum Wikileaks leben retten kann. Und zwar hunderttausende:

Auf Grund von Lügen oder zurückgehaltenen Informationen sind so viele Verbrechen begangen und Kriege begonnen worden, die _vielleicht_ durch Wikileaks hätten verhindert worden wären.

Vielleicht wäre der Vietnamkrieg verhindert worden, wenn im August 1964 Wikileaks dagewesen wäre, als vom Pentagon behauptet wurde, zwei US Schiffe wurden von vietnamesischen Schiffen angegriffen. Damals hatte die NSA die entsprechenden Berichte umgedeutet. Überlegt mal, wie sich die Geschichte hätte entwickeln können, wären die Berichte veröffentlicht worden (wurden sie übrigens 6 oder 7 Jahre später).

“Es sind nicht die Wikileaks, die Menschen töten, es sind die Geheimnisse.” sagt Moore und bringt noch ein Beispiel:
Ein Foto von George W. Bush, in dem er einen Zettel – angeblich DAS TopSecret Memo liest, in der die Information enthalten ist, dass Bin Laden mit Flugzeugen die USA angreifen will. “Bush hat den Zettel weggelegt und ist 4 Wochen fischen gegangen” sagt Moore im Interview. Das war Anfang August 2001 – was am 11.9. des Jahres passierte weiss ja noch jeder.
Wenn damals jemand gesagt hätte: “Wenn sich Präsicheffe da nicht drum kümmern will, dann schicke ich das Ding eben an Wikileaks und hoffentlich kümmert sich dann jemand drum”.

Wie sähe die Welt aus, wenn die Dick Cheney Memos geleakt wären auf deren Basis der zweite Irak-Krieg begonnen wurde, die sich später als falsch und zusammengeschustert heraus stellten?

Coleen Rowley – TIMES Person of the Year for Whistleblowing (also eine Kollegin von Assange) und ehemalige FBI-Agentin sagte: Wenn es damals Wikileaks gegeben hätte, könnte es sein, dass 9-11 nie passiert wäre. Vorstellbar: Wenn einer aus der Flugschule wo sich Atta und Konsorten weiter gebildet haben gesagt hätte: ‘Hier sind zwei Typen, die wollen nicht lernen wie man startet oder landet. Schaut Euch die mal an…”

All das zeigt mir – wir brauchen viel mehr Wikileaks. Im großen wie im kleinen, damit sich einzelne Entscheider nicht einfach ihre Realität aus Fakten zusammen lügen können, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Dann können wir vielleicht zukünftig einige Fehlentscheidungen verhindern. Das wäre dann the next big thing

Hier das ganze Interview mit Michael Moore:

Danke an Ulrike Reinhard für den Link.

Meeting Meditation und Konferen-ZEN @jasonfried

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Eben habe ich Jason Fried von 37 Signals eine Mail geschrieben, die in wesentlichen Teilen dieses Posting auf Englisch enhielt.

Ich habe mir für 2011 einige Dinge vorgenommen. Und da ich letztes jahr schon erklärt habe, dass ich gute Vorsätze für Schwachsinn halte, habe ich gleich damit angefangen, einige Dinge in meinem Leben und Tagesablauf zu ändern. Koffeinkonsum einschränken, wieder mehr probefahren und jeden Morgen vorm Aufstehen und jeden Abend vorm Schlafen gehen einen TED Talk schauen.

Jason Fried's Profil auf TED Talk

Jason Fried's Profil auf TED Talk

Ich mag die Idee, den Tag mit guten Ideen, inspirierenden Menschen und positiven Denkanstäßen zu starten und zu beenden.

Diesen Morgen habe ich also den TED Talk von Jason Fried aus dem Oktober 2010 gesehen, in dem er einige seiner Thesen aus dem Buch ReWork komprmiert:

Menschen schaffen Ihre Arbeit in den seltensten Fällen auf der Arbeit. Zum einen weil die Ideen und Lösungen oft eher beim Joggen, Autofahren, im Flieger oder Duschen kommen. Zum anderen weil die Arbeit im Büro eine Aneinanderreihung von Störungen und Unterbrechungen ist:

Kollegen, die quatschen wollen, Kunden und Lieferanten am Telefon, Manager und Chefs, die Aufgaben verteilen oder Statusmeldungen verlangan.

Und: Meetings.
Zeitfressende Termine, die viel zu lange dauern und Arbeitskraft und -Zeit blockieren. Frustrieren und meistens sehr ineffektiv sind.

Jason nennt deswegen die 2 bösesten Dinge im Office M&Ms: Managers and Meetings :)

An seinen Gedankengängen ist was dran. ich will jetzt gar nicht detailliert drauf eingehen. Schaut das Viedo am Ende des Postings oder lest das Buch.

Mir geht es um was anderes:
Ich MAG Meetings! Und Konferenzen und Vorträge. Die sind für mich wie Meditation. Die Gehirnhälften aushängen und baumeln lassen. Wenn Leute vor mir reden und schlaue Sachen mit Businessbezug erzählen regt das einfach meine Denkfähigkeit immens an.

SO immens, dass ich immer versuche, an so vielen Meetings wie nur irgendwie möglich teilzunehmen. Auch wenn sie gar nichts mit meinen Aufgaben zu tun haben.

Mir kommen dabei Ideen und Lösungen, zu ganz anderen Problemen als die, die an mein Ohr dringen oder sich von PowerPoints auf meine Netzhaut pflanzen :)

Deswegen Meeting-Meditation und Konferen-ZEN:
Achtet mal bei Euch drauf. Bringt Euch das Umfeld von vielen redenden Leuten einen Kreativitäts- oder Nachdenkschub? Barcamps sind für mich ein absoluter Kreativitäts-Katalysator. Im Cafè sitzen und schreiben bringt mir 1000-mal mehr als alleine im stillen Office zu sitzen.

Aber: Umsetzen und Arbeiten muss ich immer noch in Ruhe
Für die Fleißaufgaben brauche auch ich Konzentration. Und die am besten wieder im Office, wo ich alle Unterlagen griffbereit habe und ich nicht durch Ablenkungen gestört werde. Sei es die Steuererklärung oder das TATsächliche umsetzen der Ideen und Konzepte, die mir in den o.g. Situationen gekommen sind.

Deswegen sagt Jason auch die meiste Arbeit wird nicht auf der Arbeit erledigt. Da sind zu viele Ablenkungen. Schaut selbst:

Was zu Ostern und April ohne Scherz

WUAH! Was ist das da hinter DIR?!??

Ok, an alle die sich jetzt umgedreht haben: APRIL APRIL. Hätten wir das also auch erledigt.

Habe grade im Tweetstream von Birgit Morrien ein paar interessante Sachen zu Ostern und April gelesen:

April ist abgeleitet von Lateinisch “aperire” = “öffnen”. Wikipedia sagt, das könnte was mit dem Öffnen der Blüten-Knospen zu tun haben.

Im Germanischen war der April der Ostaramonat, benannt nach der Früjahrsgöttin Ostara. Ostara wiederum ist die Jugend- und Frühjahrsgöttin, die den Aufbruch nach langer Dunkelzeit einläutet. und TADA: Der Kreis schließt sich:

Das christliche “Ostern” ist -laut protoindergermanischer Sprachforschung- von Ostara abgeleitet. Natürlich umstritten. Ich finde die Herleitung erstmal passabel und für dieses reicht sie mir aus. Vielleicht erfahren wir nächstes Ostern ja noch ein bisschen mehr.

A pros pos Christentum: Ich bin ja ein humorvoller Mensch und dieses Demotivational Poster habe ich mir ob des aktuellen Themas mal erlaubt zu übersetzen. Wer meinen atheistischen Humor nicht verträgt oder sich persönlich beleidigt fühlt, wenn Glauben nicht ernst genommen wird:

Besser nicht weiter lesen!

Christentum ist der Glaube, das ein kosmischer, jüdischer Zombie, der sein eigener Vater war, uns ewiges Leben schenken kann, wenn wir im übertragenen Sinne sein Fleisch essen und sein Blut trinken und ihm telepathisch mitteilen, dass wir ihn als unseren Herrn und Meistern akzeptieren, sodass er uns eine böse Macht aus der Seele treiben kann, die der Menschheit inne wohnt, weil eine Rippen-Frau von einer Schlange breit gequatscht wurde, einen Apfel von einem magischen Baum zu klauen.

Klaaaaar – macht Sinn.

Mal so humoristisch zusammengefasst, trotzdem Frohe Ostern im Voraus :-)

Jahresstartzitat – Entschuldigung und Ziele

Frohes Neues nochmal – so ganz offiziell und so.

Und Entschuldigung wenn ich mich momentan selten melde, aber ohne Telefon und Internet (danke Arcor! und Telekom – immer noch. Gleich mehr dazu) schraubt man sein Kommunikationsverhalten echt auf ein Minimum runter. Ich merke gar nicht, was so durch E-Mails, Social Networks, Twitter, Instant Messenger wie Jabber, ICQ und Skype alles an mir vorbei geht…

Erst, wenn ich dann wieder bei der Arbeit bin seh ich, was ich verpasst hab ;) Und spamme Euch mit haufenweise vorbereiteten Blogbeiträgen voll… ;)

So, nunmal ONTOPIC:
Habe bei jog das passende Zitat zu guten Vorsätzen (gegen die ich mich ja auch schon ausdrücklich gewehrt habe) gefunden:

Nein, ich habe Ziele, keine Vorsätze. Ziele sind verbindlich, Vorsätze sind “Sand zwischen den Fingern”. Sie zerrinnen, die stören beim Greifen.

Original hier…

Eines meiner Ziele für 2009 ist, mich endlich wieder in allem und überall an ordentliche Groß- und Klein- und Rechtschreibung zu halten. Mich kostet das Umdenken zwischen “Alles_aus_Faulheit_kleinschreiben” und offizieller Schreibe immer wieder mächtig Überwindung und wenn ich mich mal vertue, dann artet die Korrektur echt in Arbeit aus…

Oder kennt jemand ein Tool für den Mac, daß bei Rechtschreibfehlern immer richtig mit Rabatz MÖÖÖÖPT anstatt nur zu unterstreichen?

Kindheitsträume 1 und 2

Zum Geburtstag haben sich 2 Kindheitsträume erfüllt – erstens hab ich nen Picooz Heli geschenkt bekommen

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Und den anderen hab ich mir selbst erfüllt und mir endlich mal nen 155cm Sandsack gekauft. Statt Wii Sports oder XBOX oder so neumodisches Zeugs wird jetzt schön auf dem Dachboden rumgehopst und gedroschen :)

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ob ich ne ecto lizenz gewinne? ob ich ne ecto lizenz gewinne? ob ich wohl ne ecto-lizenz gewinne?

ja is denn heut schon weihnachten? ich blogge in 4-7 blogs und bin grade GANZ frisch auf den mac geswitcht und sammel erste erfahrungen mit dem rechenobst. und werde wohl noch einige hundert euros für lizenzen ausgeben muessen.

ecto

delicious monster

scrivener

things

devon think

pixelmator

iwork

usw usf

das tolle am mac ist ja – die software ist SUPER, aber meistens halt nicht kostenlos.

und ecto als blogeditor natuerlich. da kommt man ja nicht dran vorbei – das blog aptgetupdate.de verlost drei lizenzen zum 24.12. WAS ein weihnachtsgeschenk.

ungefähr da läuft dann auch meine testlizenz aus.

die ich leider noch gar nicht richtig testen KONNTE da unser internet in der WG noch nicht angeschlossen wurde dank arcor. *schnüff*

deswegen brauche ich ecto:

viele blogs

keine testmöglichkeit im testzeitraum

tolles tool

muss noch viele mactools kaufen und da käme ein gewonnenes ecto gerade richtig ;)