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Barolo – Der König der Weine

Barolo – Der König der Weine

Drüben bei meinem 365xBROCKHAUS Projekt auf der Huffington Post las ich gestern den BROCKHAUS-Eintrag über Barolo. Den König der Weine (zumindest in Italien).

Also dachte ich mir heute mal: “Ach komm, geh wech. Is ja Wochenende. Da gönnste Dir mal nen Tröpfken zum Lesen”.

Meine Weinhändlerin meinte noch während wir die Regale entlang gingen “Den Wein-Brockhaus lesen Sie? Sehr gutes Nachschlagewerk. Aber leider nur noch über eBay zu bekommen. Wird nicht mehr aufgelegt.”

“Ähm nein, nicht den Wein-BROCKHAUS. Den großen Bruder. Wo alles drinsteht ;) Alle 30 Bände.”

“Oh. Dann sehe ich Sie ja spätestens wieder, wenn Sie beim Brunello angekommen sind, was?” :)

Hoffe, das ist noch ein bisschen hin. Ich wollte jetzt nicht unbedingt regelmäßig 25 EUR für ein Lese-Fläschen ausgeben ;) Heute also erstmal ein paar Schluck von der guten Nebbiolo-Traube. Da meine Flasche schon etwas länger beim Händler gelagert hatte spricht das Web immerhin mittlerweile von Preisen um 50 EUR die Flasche. Schnäppchen würde ich mal sagen. Hauptsache er schmeckt jetzt auch noch und geht nicht so nach hinten los, wie das was Master-Sommelier Hendrik Thoma hier seinerzeit mal aus dem Supermarkt-Regal geschnappt hat:

Meine Dealerin meinte auch: “Also ich persönlich bin kein so großer Barolo-Fan. Diesen hier mochte ich aber recht gerne.”

Ich so: “Dann ist der also nicht so ganz Barolo-typisch?”

“Genau.”

“Gut. Dann nehme ich den anderen.”

“Ähm ja. Stimmt. Wenn Sie den typischen Barolo Geschmack wollen ist der die bessere Wahl. Außerdem ist der auch 4 Jahre älter. Leider wollen die Kunden heutzutage keine Weine mehr zum weglegen. Einen Barolo hat man früher gekauft, um ihn mindestens 2-3 Jahre in den Keller zu legen. Heute werden die in extra kleinen Fässern ausgebaut um die Mikrooxidation zu beschleunigen, damit die Weine möglcihst schnell an den Kunden gehen und dort sofort getrunken werden können.”

Ran an den FARINA Barolo Franco-Fiorina von 2004

Nach nicht ganz einer Stunde dekantieren kommt der Franco Fiorina jetzt mal ins Glas. Länger tut wohl nicht Not. Der hat vorher schon genug in seinen 2 Jahren im slawonischen Eichen-Fass mikrooxidiert. Bevor er in die Flasche kam lagerte er noch 1 Jahr in Edelstahl-Zisternen. Weine aus Nebbiola Edeltraube sind die, die mit am längsten reifen müssen – dafür halten sie sich aber auch am längsten.

Vom Geruch her hat er was von Feigen, ein wenig Pflaume und ein wenig Kaffee. Die Farbe ist sehr transparent und schon leicht ins bräunliche gehend.

Hmm, im Geschmack ein bisschen Erdbeer und Lakritze. Aber so wirklich ist dieser Barolo zumindest nichts, was einem beim ersten Schluck spektaulär die Schuhe ausziehen würde. Ich hatte etwas spektakuläreres erwartet. Vor allem erdiger. Scheint, als wenn die Erde in La Morra etwas feiner ist. Für einen 9 Jahre alten Wein schmeckt er erstaunlich frisch. Der Jahrgang 2004 soll ein sehr, sehr guter bei den Barolos gewesen sein.

Hmm. Versteht mich nicht falsch. Der Wein schmeckt klasse. Vermutlich hatte die “König der Weine” Aussage meine Erwwartungen etwas arg hoch geschraubt. Ich denke ich halte es mal mit Hendriks Tip dort oben im Video und besorge mir die Woche mal etwas anderes aus dem Piemont – Barbera oder Dolcetto.

Update nach einem Tag dekantieren lassen

Ok. Heute schon was GANZ anderes. Dunkle Schokolade ist dazu gekommen. Die Erdbeeren werden von Fenchel verdrängt und auch in den Geschmack hat sich nun einiges an Kaffee eingeschlichen.

Den Farina Barolo 2004 als König zu bezeichnen wäre etwas sehr hoch gegriffen. Aber mindestens ein Fürst, nach ausreichend dekantieren sogar ein Prinz ;)

Wichtig ist zumindest doch das mindestens 1 Stunde dekantieren, damit der Wein sich richtig entfalten kann, sonst spült man die 25 Tacken einfach so runter und wundert sich, wo denn da das königliche sein soll.

Die Weinkarte vom Winzer
Die Winzer Website von Stefano Farina