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Abwrackprämie Fazit: Umweltprämien sehen mMn anders aus

Jetzt, wo die Geldpötte für die Neuwagensubventionierung so langsam zur Neige gehen, möchte ich kurz mein ganz persönliches Abwrackprämien Fazit ziehen:

Im Ansatz eine möglichweise gut gemeinte Aktion. Aber wie so oft: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Eigentlich hieß die Abwrackprämie ja auch Umweltprämie. Weil – es sollten ja neue, spritsparende und umweltfreundliche Autos an den Mann gebracht werden. Leider wurde dieser Gedanke aber gar nicht zu Ende gedacht.

Viele Bürger konnten sich nichtmal im Ansatz ein abwrackprämiensubventioniertes Auto leisten. Fahren also weiter ihre alte Möhre, die rumpestet und CO2 am Fließband produziert.

Als der Volvo letztens seine Kupplung bekommen hat, hab ich mich mit meinem Schrauber lange über das Thema unterhalten und er hat den Anstoß zu diesem Posting gegeben:

Warum wurden im Zuge der Abwrackprämie SO viele umweltfreundliche und gute Autos verschrottet? Da sind Golf III und Golv IV, Audi A3, A4 und A6 und Passats und Volvos und Fords und Opel und was nicht alles in die Presse gewandert, daß es echt zum heulen ist. Viele die Abgasnorm D3 und bessert erfüllt hätten.

Warum hat man hier nicht wenigstens DIE Autos, die noch einen Restwert von weit über 3000 Euro hatten aussortiert, durch einen Fachbetrieb prüfen lassen und im Austausch gegen die ECHTEN Dreckschleudern ausgetauscht? Eine Menge Familien hätten sich sicherlich gefreut, Ihre 20 Jahre alte Laube gegen einen 10 Jahre alten Mondeo Kombi oder etwas vergleichbares für einen vertretbaren Aufpreis, der die oben genannte Prüfung des Wagens durch eine Werkstatt finanziert. 500-1000 EUR für ein neueres und umweltfreundlicheres Auto wäre bei vielen sicher drin gewesen.

Damit wären dann auch wirklich einige hundert der Autos, die gerne mal 2.500 und mehr mg CO2 pro Kilometer rausrotzen von der Strasse gekommen.

Das Automobil-blog.de und ein Kollege von der FDP in seinem Blog schreiben davon, dass laut einer Studie vom Bundesumweltministerium der Ausstoss von Feinstaub um 4% und von Stickoxiden um 5% zurückgegangen seien und daher die Umweltzonen in Städten überflüssig würden. Da frage ich mich aber, ob mit dem Durchreichen der guten, Prämienkisten nicht Werte im zweistelligen Bereich locker drin gewesen wären. Dann gäbe es wirklich keine Argumente mehr für Umweltzonen.

Mal ganz zu schweigen davon, daß eine Umweltprämie ihren Namen nur verdient hätte, wenn wirklich NUR Käufer von äußerst umweltfreundlichen und spritspaenden Autos in ihren Genuß gekommen wären.

Und die freien Werkstätten hätten von der Umweltprämie profitiert. Zunächst durch die Überprüfungen der weiter zu gebenden Autos. Und in den nächsten 2-4 Jahren durch mehr Reparaturpotenzial. Die ganzen Umweltprämieautos die jetzt verkauft wurden, gehen
1. hoffentlich nicht so schnell wieder kaputt, haben
2. jahrelang Garantie – werden also so schnell höchstens eine Vertragswerkstatt sehen und
3. wären eben die neueren Autos länger im Verkehr geblieben. Viele der jetzt noch laufenden Notbehelfsfahrzeuge für Leute, die sich nun mal nur Autos für 500 bis 1.500 EUR leisten können sind irgendwann Schrott oder rollende Verkehrszeitbomben.

Wieder mal ein Beispiel, warum Piraten wählen richtig ist. Mit mehr Transparenz und einer vorherigen Dokumentation der Aktion gegenüber den Bürgern hätte schon in der Vorbereitungszeit eine runde Sache draus werden können.

Hätte, wäre, können. Schade.

Absolut empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang die nextpertizer Studie zur Wertewelt Mobilität von Prof. Dr. Peter Kruse im Blog vom What’s next Institut und das zugehörige Interview mit Prof. Kruse von der Zeit zum Bedeutungsverlust des Autos im emotionalen Raum.