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Ist Twitter wirklich das Altenteil des Internets? @FrankRoebers

Mein Cheffe Frank macht sich hier in seinem Blog Gedanken über den technischen Genrationenvorsprung im Web 2.0 und fragt sich, ob Twitter das Altenteil des Internets ist (so habe ich Geriatrie jedenfalls in dem Zusammenhang verstanden *g*) und führt da neben einigen anderen Beispielen (lest halt selbst mal nach) auf seine Beobachtung auf dem Hurricane Festival 2009 in Scheeßel am letzten Wochenende zurück. Wo er und ein Mitbesucher vergeblich versucht haben, ein Twittertreffen hinzukriegen. Waren wohl keine anderen Twitterer vor Ort.

Wobei das glaube ich nicht ganz richtig ist. Es waren sicherlich einige Twitterer da. Bei dem Wetter hätte ich mein Telefon auch nicht auf ein Festival mitgenommen – zu hohe Absaufgefahr. Beim Versuch die Heide umzutwittern hätte vermutlich der Akku versagt und das Dieselaggi hinterm Zelt zum Aufladen, den Zorn der restlichen Besucher auf sich gezogen, weil keiner das HEEEELGAAAAAA Gebrülle mehr hätte verstehen können ;)

Aber ernsthaft:
Zum aktuellen Zeitpunkt bin ich der festen Überzeugung, der Großteil der wirklich aktiven und zielgerichteten Nutzer von Web 2.0 haben die 30 durchaus schon überschritten oder bereiten sich gerade seelisch auf die böse DREI vor.

Diesen Zustand halte ich aber für nicht sonderlich bedenklich. Noch vor gut 5 Jahren habe ich mir mit einem Kumpel die Frage gestellt, warum WIR seinem 16-jährigen Bruder die Klingeltöne auf’s Handy basteln müssen und nicht umgekehrt.

10 Jahre zurück mit knapp 25 waren meine Reflexe vielleicht nicht mehr ganz die besten im Ego-Shooter-Vergleich zu 14-18-jährigen. Von der Zeit zum Trainieren und der Motivation viel Anstrengung in ein Spiel zu stecken mal ganz zu schweigen. Erfahrung, Disziplin und Kombinationsfähigkeit haben aber auch ihre Vorteile und so konnte ich durchaus noch mithalten damals[tm].

Ein Grund, den ich mal vermuteter Weise in die Diskussion werfen möchte, ist in der Altergruppe 15-25 das temporäre Fehlen bzw. das Suchen von Zielen im Allgemeinen und Speziellen. Mit 20 habe ich auch schon alles genutzt und eingesetzt, was das Internet damals dann läßt sich auch nichts zielgerichtet einsetzen

Netzwerken im professionellen Umfeld ist einfach noch nicht so angesagt. Das passiert in der Altersgruppe eher im Privaten. Ist doch auch klar. Erstmal sorgt die Natur für ein gesundes Fortpflanzungsnetzwerk und einen reich gefüllten Genpool. Wenn dann an der Familienplanungsfront alles soweit in trockenen Tüchern ist, wird die Jobsituation verbessert.

Weil: Wenn ich mir so einige IHK- und vergleichbare Vorträge ankucke, dann senken da vielleicht mal 2 18-jährige das Durchschnittsalter GANZ knapp auf unter 55. Ist ja auch klar – in dem Alter haste einfach das im Kopf, was Du auch schon als wichtiger festgestellt hast:

Sex, Drugs & Rock’n’Roll

@FrankRoebers:
Hast Du mal untersucht, wie viele Leute sich VOR dem Hurricane dort in Web 2.0 Tools verabredet und besprochen haben, welche Bands taugen, welche nicht oder wo die besten Parties stattfinden. Die Nachbearbeitung bei einer Google Blogs Suche sieht jetzt auch nicht schlecht aus. http://blogsearch.google.de/blogsearch?hl=de&oe=utf-8&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&q=hurricane+2009&btnG=Blogs+durchsuchen&lr=lang_de

Ich behaupte von daher mal, die Nutzung fehlt nicht vollständig, ist einfach nur zeitlich vor- oder nachgelagert.

Vor der Frage, wie ich Musiker (egal welcher Altersgruppe – das geht bei mir von Anfang 20 bis knapp über 60) dazu kriege, Web 2.0 Instrumente zur Eigenvermarktung zu nutzen stehe ich aktuell auch etwas ratlos. Hier muss mMn erstmal der Erfolg kommen. Und davor ist Arbeit. Und für eher langweilige Schreibtisch- und Mailbeantwortungsarbeit sind Musiker (glücklicherweise) nicht so leicht zu motivieren ;) In dem Moment, wo sie sehen, daß was passiert und Feedback kommt und tatsächlich Fans da sind, steigt die Motivation aber ungemein. Also nehme ich einigen die Arbeit halt erstmal ab um das ganze abzuschieben.

Aus meiner Erfahrung, was das angeht kann ich aber auch nur sagen: VIEL mehr Fokus auf MySpace legen. DA sind die Fans (des Genres) schon angemeldet und aktiv. Auf Ning musst Du sie erst noch zur Anmeldung kriegen. Erst MySpace und dann Premiumcontent und weitere Infos auf einer anderen Seite nachreichen.

In diesem Sinne recke ich jetzt mal die Pommesgabel in die Luft und brülle HEEEEELGAAAAAAA durch die Firma. Ach nee, das könnte möglicherweise nicht so einfach zu beantwortende Fragen im Beiratsmeeting aufwerfen ;) Also lass ich einfach Poetry Slammer und Blogboy Mischa rufen: