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Übermorgen geht’s ans Elementare beim Shell V-Power Network of Champions #SVPChamps

Übermorgen geht’s ans Elementare beim Shell V-Power Network of Champions #SVPChamps

Ans Elementare? Wieso das denn? Na ganz einfach – weil sich (die meisten) Autos ohne eine elementare Sache keinen Meter bewegen würden: Sprit. Donnerstag geht es zu Shell nach England. Erst nach London zur Auftaktveranstaltung, von da aus am Freitag zum Shell Technology Centre, nach Thornton.

Flickr User Pete Zarria

Meine bisherige Wahrnehmung von Tankstellen und Mineralölkonzernen

Als Kind habe ich ja beim Tanken immer Ärger von Paps gekriegt, weil ich die Nase immer an die Tank-Öffnung halten wollte. Super riecht aber auch in meiner Nase verdammt gut. Meine persönliche Markenaffinität bei Sprit hält sich bisher in Grenzen, ich tanke bei den großen Marken lieber als bei freien oder Billigtanken. Wem ich den Vorzug gebe, hängt meistens davon ab, was auf dem Weg liegt. Bei Shell meistens auf dem Weg zur Autobahn, in die andere Richtung dort, wo es Payback-Punkte gibt ;)

Jetzt wo ich grade drüber nachdenke fällt mir ein, dass ich mal eine Diskussion geführt habe, warum ich auf einer 4-spurigen Straße bei der Markentankstelle A getankt habe und nicht bei der einen Cent pro Liter billigeren Markentankstelle B auf der anderen Seite. Über Preis oder Marke habe ich damals gar nicht nach gedacht, sondern nur darüber, dass ich einfacher von der Tanke auf meiner Seite wieder runter kam. Von der gegenüber liegenden Seite erwartete ich eine längere Wartezeit um einmal quer über die Straße oder bis zur nächsten Ampel zum Umkehren zu gurken.

Wie kam’s nu zum Shell V-Power Network of Champions #SVPChamps

Letztens bekam ich dann einen Anruf der Agentur Edelmann, ob ich Interesse hätte dieses Jahr am Shell V-Power Network of Champions teilzunehmen und exklusive Informationen von Shell zu bekommen – insbesondere über Kraftstoffentwicklung und High Performance Sprit. Im Nebensatz fiel noch der Hinweis, dass auch ein Besuch bei langjährigen Partnern von Shell im Laufe des Jahres statt finden würde – gemeint: Ferrari in Maranello.
Da braucht das kleine Bloggerhin nicht lange überlegen – Klar hab ich daran Interesse!

Jetzt, wo ich mich seit ein paar Tagen mit dem Thema beschäftige, wird mir auch klar wie viel KnowHow in dem Zeug steckt. Und damit meine ich jetzt nicht die aktuelle E10 Diskussion ;) Bis aus einem Fässchen Öl etwas gemacht wurde, das ich in meinen Tank laufen lassen kann sind ne Menge Arbeitsschritte zu tun, das ist eh klar. Im Juni werde ich dann erfahren wie viel Aufwand darüber hinaus gemacht werden muss, um Benzin zu produzieren, das Scuderia Ferrari Motoren anfeuert. High performance eben.

Ähnlich wie Shell selber. Mir war gar nicht bewusst (genauso wenig wie den Leuten, die ich mal stichprobenartig gefragt habe), wie groß das Unternehmen tatsächlich ist:
Wikipedia sagt 2009 war Shell das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. 2010 dann überholt von Walmart.
Da kann man schonmal eben nach Luft schnappen und dann ein paar Zahlen von der Shell-Homepage nachlegen:

Shell weltweit in Zahlen

In 90 Ländern tätig
Rund 101.000 Beschäftigte
2%: Anteil an der weltweiten Ölproduktion
3%: Anteil an der weltweiten Gasproduktion
3,1 Millionen: Anzahl der Barrel Gas und Öl, die Shell täglich produziert
44.000: Anzahl der Shell Tankstellen weltweit
145 Milliarden Liter: Menge an Kraftstoff, die jährlich verkauft wird
1: Platzierung innerhalb der Fortune-500-Liste des Jahres 2009
Umsatz 2009: 278,2 Milliarden US-Dollar
Profit 2009: 12,7 Milliarden US-Dollar

Insgesamt 24 Leute aus GB, NL, PI und D

Ich bin genauso gespannt, was mich in England erwartet wie der Rest der Truppe. Das Network besteht immer jeweils aus 6 Leuten aus Deutschland, Großbritanien, den Niederlanden und den Philippinen. Unsere Truppe aus .de ist fast schon ein Klassentreffen :) Nicole Y. Männl, Sven Wiesner kenne ich schon persönlich, Don Dahlmann als Grand Seigneur der deutschsprachigen Blogosphäre nur schriftlich. Lina van de Mars kannte ich bisher nur aus dem TV (zuletzt vom Checker) und mit Bernhard Mühlner ist der Teamchef eines weltweit aktiven Racingteams dabei. Die internationalen Kollegen werde ich erst Donnerstag kennen lernen.

Ich finde ja Bernhard Mühlner braucht ganz dringend jemanden, der aus dem Cockpit raus twittert :-)

Was steht auf dem Plan?

Insgesamt besteht das #SVPChamps aus über das Jahr verteilen Infos und folgenden drei Events:

  • The Science Bit, Thornton (England), 17. – 19. März 2011
  • Motoring Innovation, Maranello (Italien), 2. – 4. Juni 2011
  • The Day of Performance, Abu Dhabi (VAE), 1. – 3. Dezember 2011

Los geht es dann am Donnerstag mit einem Blogger-Workshop in London. Dafür ist fast der gesamte Tag eingeplant.
Abends geht es dann noch auf eine Tour durch das Science Museum London. Die aktuelle Ausstellung dort dreht sich um das Thema Athmosphäre und Klimaforschung:

Was ich mir davon verspreche? Wie gesagt: Einblicke in die Produktion dessen was uns antreibt: Benzin. Die Social Media und Content Session am Donnerstag lässt mich hoffen, dass ich nicht nur Wissen mitnehme, sondern auch ein bisschen was in Sachen Social Media Nutzung da lassen kann. Wenn ich mir Nicoles, Svens, Dons und meinen Hintergrund so ankucke sind damit ja 4 von 6 Teilnehmern (in der einen oder anderen Form) Berater, die auch über Autos bloggen. Also bin ich gespannt, was so international an Austausch stattfinden wird.

Freitag wird das Shell Entwicklungszentrum in Thornton besucht. Dort habe ich auch die Gelegenheit schlaue Fragen an diverse Shell-Wissenschaftler und -Entwickler zu stellen. Also falls Ihr auch etwas wissen wollt – her mit Euren Fragen!

Disclosure:
Shell übernimmt Reisekosten und Verpflegung.

Altauto verträglicher E-5 Kraftstoff teurer als E-10? via @motorwelt und @enypsilon

Altauto verträglicher E-5 Kraftstoff teurer als E-10? via @motorwelt und @enypsilon

Als Fahrer eines alten Eisens muss man ja schon leidensfähig sein. Mein Volvo 740 GL wird nach der Verträglichkeits-Liste vom ADAC wohl den neuen Sprit, der mit Bio-Ethanol angereichert ist vertragen.

Fill Up Flickr User JKönig

Nicht so erfreulich ist natürlich die Tatsache, dass die Fahrer all der alten Autos, die mit dem neuen Kraftstoff nicht ohne weiteres klarkommen werden, unter Umständen noch mal drauf zahlen werden.

Das erinnert mich ein bisschen an die Zeiten, als der verbleite Sprit abgeschafft wurde und ich zu ungefähr jeder 10. Tankfüllung meines Minis damals ein Fläschchen Additiv dazu kaufen musste, um eine Flaschenkappe in den Tank zu kippen.

Das Additiv schütze die Ventilsitze und Ventile vorm Einschlagen. Wikipedia erklärt die Ursache von Klopfen und Klingeln recht gut (soweit ich das als technischer Laie beurteilen kann.)

Jedenfalls sorgte diese Umstellung von verbleit auf rein unverbleite Kraftstoffe damals auch schon für Mehrkosten bei den Fahrern älterer Autos.

Mit dem CLS 63 AMG auf Probefahrt zwischen kalifornischem Apfelkuchen und koreanischen Scharfschützen

Mit dem CLS 63 AMG auf Probefahrt zwischen kalifornischem Apfelkuchen und koreanischen Scharfschützen

Dieses Auto macht Lahme wieder gehend. Unglaublich wie einem ordentlicher V8 Sound aus Affalterbach das Jetlag aus dem Kopf pustet. Dazu zaubert er mir eine Gänsehaut auf den Arm, wie ich sie nichtmal zu Weihnachten auf dem Teller gesehen habe. Innerhalb von Sekunden bin ich nicht nur wach sondern topfit. Die angenehm frühlingshafte Kühle im südkalifornischen Rancho Santa Fe tut ihr übriges. Ich kann es kaum erwarten, dieses 557 PS Biest 260 Meilen durch die Wüste zu pilotieren.

Pilotieren ist genau die richtige Umschreibung. Der CLS 63 AMG ist wie ein 5,5 Liter Lear-Jet mit 2 Turbos als Triebwerke an Land. Luxus und schiere Power in Aerodynamik gegossen. Das tolle an solchen Autos? Sie mit Features auszustatten ist ungefähr so, wie ein Geburtstagsgeschenk für einen Millionär zu finden, der schon alles hat. Man muss wirklich kreativ werden und zum Beispiel smarte Gimmicks erfinden oder die Fahrassistenten, die das Auto tatsächlich automatisch auf dem Highway gefahren sind!

Ich gebe mein End-Fazit mal gleich zu Anfang ab. Mache ich normalerweise ja nicht, aber in diesem Fall gibt es ‘ne Ausnahme. Nur damit Ihr mal einen ungefähren Eindruck von dem unglaublichen Oomph und der Beschleunigung bekommt, die der CLS 63 AMG so auf die Straße brennt, habe ich den Liegesitz-Vollgas-Test gemacht. Kuckt einfach selbst:

Aber fangen wir ganz am Anfang an: Gemeinsam mit Jens Tanz, (autobildblogger und Sandmann) habe ich mich auf die Suche nach meinem schwarzen Begleiter des Tages gemacht:

Ich kann Euch sagen: Mittlerweile habe ich ja wirklich schon einiges unter dem Hintern und in den Fingern gehabt, aber das erste Mal in so eine Fahrmaschine einzusteigen, ist immer wieder etwas besonderes. Ich nehme mir erst einmal 2 Minuten Zeit, das Cockpit zu erkunden. Das Einstellrädchen für die Fahreinstellungen von Comfort bzw. Controlled Efficiency über Sport, Sport+ und Manuell lasse ich noch auf dem Komfort C stehen. Ich will mich ja im Laufe des Tages noch steigern können.

Während Jens sich noch darüber Gedanken macht, ob die Becherhalter klimatisiert sind, will ich mich vor die 4 eckigen Endrohre legen und den Sound einfangen:

Ganz ehrlich? Ich habe noch nie so oft V8 Sound auf den Straßen gehört, wie in den 2 Tagen Südkalifornien. Ein US-Car mit 4,2 und mehr Litern nach dem anderen, aber keiner hat so aggressiv und gleichzeitig technisch perfekt gefaucht und geröhrt, wie das, was AMG im eigenen Sounddesignstudio komponiert hat. Wir kommen gleich zum Vergleich AMG-Maschine gegen typischen Muscle-Car-Dragster-V8-Sound. Vertraut mir, das ist wie Sinphonie gegen Krach, Bang&Olufsen gegen einen Sack Nüsse. Was ich mich seitdem nur frage ist, wie man Motorensound designen kann. Hier brauche ich definitiv noch einmal Nachhilfe von AMGs Chefentwickler für Motoren- und Antriebsstrang Fritze Eichler, wie das funktioniert.

Der CLS braucht definitiv keine Nachhilfe darin, wie man man mit Klasse und Stil auf einer Drag Racing Strecke auftritt. Wir haben uns mitten in ein Samstag-Nachmittag Rennen reingequatscht und durften zum Fotos machen auf die Achtelmeile. Wir haben unser ganzes Verhandlungsgeschick ausgepackt und versucht, ein Rennen gegen einander zu fahren, aber das hätte pro Nase 40$ gekostet. Soviel Cash hatten wir dummerweise nicht dabei. Ich habe mich schweren Herzens neben die Dragster Rennstrecke gestellt und Jens dabei fotografiert, wie er die kompletten 800Nm und 557 Ponies auf den gummiverschmierten Asphalt gebracht hat. Beeindruckend, wie tief so ein AMG RIDE CONTROL Sport-Fahrwerk noch einfedern kann, wenn die AMG-Maschine ihre ganze Kraft losläßt:

Als wir wieder weiter gefahren sind, sahen wir noch Matthias Malmedie von der RTL2-Sendung Grip in der Schlange stehen, der auf seinen Einsatz wartete. Matthias hat erstmal den Lokalmatador der Barona Drag Racing Strecke in seinem seinem Ford Mustang Dragster heraus gefordert. Diesen Stunt und wie das Rennen ausgegangen ist, könnt Ihr Euch in der Grip Episode auf YouTube anschauen.

Fahrassistenten, Gimmicks und Gadgets

Die Fahrassistenten durfte ich letztens bereits im Simulator ausgiebig testen, aber so in freier Wildbahn ist das noch mal ein anderer Schnack. Das Auto fährt tatsächlich von alleine, wenn man es lässt. Und das geht so:

Fahren wie von Geisterhand

Die Kombination aus Abstandsassisten und Tempomat Distronic Plus auf 66 Meilen einstellen und an den Vordermann heften. Wie an einem unsichtbaren Gummiband gezogen gleite ich hinter Jens Auto her. Der Wagen beschleunigt auf die eingestellten 66 Meilen, wenn der Abstand zu groß wird und bremst ab, wenn der Vordermann bremst. Das klappt sogar bis zum Stillstand und automatischem wieder anfahren an Stopschildern. Lenken muss ich in diesen Landstraßen-Situationen noch selbst.

Dann kommt der Highway. Wieder hänge ich mich hinter Jens und lasse den CLS hinter ihm hercruisen. Ich überprüfe ob der Spurassistent aktiviert ist und lasse das Lenkrad los. Über 2 Meilen rausche ich so bei knapp 120 km/h hinter Jens her. Der Geradeauslauf des Autos ist einwandfrei. Wenn die unebene Oberfläche des Highways das Auto langsam nach links oder rechts zieht, greift wie von Geisterhand der Spurassistent ein: Nach akkustischem Signal und kurzem Lenkradrütteln werden die entgegen gesetzten Räder kurz abgebremst, damit das Auto wieder zurück in die Spur gezogen wird. Beeindruckend.

Ohne Tot-Winkel-Assistent wäre es eng geworden

In den USA gibt es ja kein Rechtsfahrgebot. Genauso wenig ist rechts überholen verboten. Deswegen hoppen Amis gerne über die Spuren der Highways hin und her. Ich habe ziemlich fix das rote Dreieck im Außenspiegel gesehen, dass mir anzeigt, wenn ein anderes Auto neben mit im toten Winkel her fährt. Wenn ich dann den Blinker setzte oder gar auf die blockierte Spur rüber ziehe, warnt mich zunächst Gepiepe vor meiner schlechten Idee. Bewege ich mich dennoch weiter in Richtung Kollision mit dem anderen Autos im toten Winkel, werden wie beim Spurhalteassistenten die entgegen gesetzten Räder abgebremst. So zieht mich das Auto von einem seitlichen Zusammenprall weg.

Gut, dass die Helferlein nicht den Spaß verderben

Wie auf der Dragster Strecke musste ich wieder filmen :-) Jens hat hier auf der kleinen Sandpiste mal einen ordentlich staubenden Vorbeiflug hingelegt. Nach eigenen Aussagen, waren die Assistenten wohl recht nützlich. Der tänzelnde Hintern des CLS wurde automatisch wieder eingefangen, sonst hätte ich wohl einen Hechtsprung in den Orangenhain hinlegen müssen.

Ok. Abgesprochen war einmal den Vorbeiflug mit der Canon 550d zu filmen und dann nochmal eine Super-Zeitlupe mit der Casio EX-FH25. Jens dreht also um und kommt nochmal über die andere Seite. Die Aufnahme ist klasse geworden und sogar die schwarz-weiße Rennleitung blitzt uns einmal heulenden Applaus rüber :)

Ganz ausschalten lassen sich die Sicherheitssysteme allerdings nicht. Zumindest habe ich die entsprechende Einstellung nicht gefunden. Aber als das Einstell-Rad für den Fahrmodus erstmal auf M stand – also Manuell – konnte ich mit passendem Schalten und gefühlvollem Gasfuß das Auto in Kurven schon ordentlich quer bewegen. Soviel wie ich es mich mit 120.000 Euro, nach 4 Stunden Eingewöhnungsfahrt, in einem fremden Land traue :) Dabei ist mir vor allem das großartige 7-Gang SPEEDSHIFT Sportgetriebe von AMG aufgefallen: Die Gänge schalten so knackig und schnell, wie es mit einem Schaltknüppel vielleicht grade noch ein Oktopus hinkriegen würde.

Ein solch hochklassiges Auto mit Start-Stop-Automatik ist bereits eine Besonderheit. Interessanterweise haben die Entwickler auch gleich das Spaß-Pendant zur Umweltverantwortung eingebaut: Der Race-Start-Modus. Er bewirkt, dass die 1870kg in Schwung kommen. Und zwar auf dem schnellsten Weg:
Nehme ich den Fuß von der Bremse, weiß das Auto im Race-Start-Mode bereits was es zu tun hat, bevor ich auf dem Gaspedal ankomme: Automatisch Beschleunigen – koste es was es wolle.

Das gute an amerikanischen Wüstenlandstraßen: Es ist eine Meeeenge Platz und ich sehe bereits auf einige Meilen ob ein Verkehrsteilnehmer kommt.
Der Nachteil: Die 557 Ponies treiben mich in unter 15 Sekunden auf eine Geschwindigkeit, die hier bei uns ein normaler Reisespeed sind. In Kalifornien bringen sie mich aber sicher in eine Unterkunft mit Gittern in den Fenstern. Also lasse ich die Keramik-Bremsen Ihren Job erledigen und verzögere wieder auf legale Geschwindigkeit.

So sieht das jedenfalls aus, wenn alles aus der Race-Start-Automatik rausgeholt wird :) Ich konnte mich leider nicht selbst filmen (und habe auch nicht ganz so spektakulär geraucht), deswegen greife ich auf eine Ami-Kollegen zurück der kurz nach uns da war:

Die zahlreichen Sensoren und Kameras am Auto sorgen nicht nur für Sicherheit und entspanntes Fahren, sondern helfen bsw. auch beim Einparken. 10 Ultraschallsensoren suchen für mich nach einer geeigneten Lücke, wenn ich mit gesetztem Blinker mit weniger als 26 km/h an einer Reihe Autos entlang fahre. Das Einfädeln der 4,99m Edel-Coupé übernimmt dann der Parkassistent. Aber findet in Amiland mal ne geeignete Parklücke um das zu testen!

Das, was Chris vom Autoblog.com im Kofferraum entdeckt hat, ist mir leider entgangen: Ein ziemlich cleveres Aufbewahrungssystem. Schauts Euch einfach selber an:

Das einzige, was uns zu unserem Gadget-Glück gefehlt hat, war eine Funktion um eine Route per Bluetooth von einem Navi zum anderen zu schicken.

Innovative Lightshow

Als ich die Ausfahrt vom Highway runterkam und die unbeleuchteten Landstraßen zurück zum Hotel fuhr, ging mir im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht auf:

LED High Performance Licht

Als erstes Auto der Welt wurden im CLS 63 AMG High Performance LED Scheinwerfer verbaut. Insgesamt schaffen 71 LEDs mit einer Lebensdauer von 10.000 Stunden! hocheffizient ein Lichtspektrum, das dem des Tageslichts nahe kommt. Kombiniert mit aktivem Kurvenfahrlicht und adaptiven Fernlicht Assistenten wird das Fahren in der Nacht weniger anstrengend und nicht nur für den CLS-Fahrer, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer deutlich sicherer, wenn bsw. das Fernlicht automatisch abgeblendet wird, sobald die Sensoren in der Windschutzscheibe Gegenverkehr feststellen:

Sensoren in der Windschutzscheibe

Unter 10 Liter Sprit bei 557 PS?

Jepp. Dank Start-Stop-Automatik, Gewichtseinsparung, Piezo-Einspritzung, höherem Ladedruck der Turbos, dem speziellen Getriebe und diversen anderen Maßnahmen haben es die AMG Ingenieure tatsächlich hinbekommen, den Spritverbrauch um 32% im Vergleich zum Vorgänger zu senken!

Ich kann das nicht auf den Milliliter genau bestätigen, da ich nicht selber tanken musste. Deswegen rechne ich mal Pi mal Daumen: Ich bin gut 420 Kilometer gefahren. Danach war der Tank zu 2/3 leer. Das macht bei einem 66 Liter Tank einen Verbrauch von ca. 44 Litern. Umgerechnet auf die Strecke macht das (44 / 420) * 100 = 10.4761905 – mein lieber Herr Gesangsverein! 10,5 Liter? Ok. Lassen wir es 11 auf hundert gewesen sein. Für DEN Fahrspaß, Sound und die schiere Leistung ist das mehr als bemerkenswert! Philipp Deppe vom Mercedes Benz Passion Blog hatte nach der nahezu gleichen Strecke noch fast den halben Tank voll!

Jean von Notcot.com hat ein paar tolle Bilder vom Aggregat gemacht, das auf dem Hotelgelände aufgebaut war:

(c) by Jean Aw notcom.com

(c) by Jean Aw notcom.com

Das Interieur

Ein ehemaliger Besitzer des ersten CLS wies mich darauf hin, besonders auf die Sitze zu achten und wie sich mein Nacken anfühlt. Nach einigen Stunden sollte das beim Alten wohl unangenehm geworden sein. Ich konnte das genaue Gegenteil feststellen. Nach guten 11 Stunden unterwegs sein im CLS 63 AMG bin ich ausgestiegen und wollte sofort wieder einsteigen. Das Auto ist das mit Abstand schnellste Wellness-Center, westlich des Urals. Nicht nur der ordentliche Tritt ins Kreuz der 557 PS beim Kick-Down auch die perfekt anpassbare Sitzposition haben mich so entspannt ankommen lassen wie selten nach 418 Kilometern. Mein Rücken ist jetzt alles andere als autositzkompatibel. Da ich ein ziemlicher Sitzriese bin, muss ich immer irre weit vor rutschen, dank meiner kurzen Beine und kann dann ordentlich rumfuhrwerken, bis die Position des Oberkörpers einigermaßen stimmt.

Mit den vielfältigen Einstellmöglichkeiten im CLS habe ich die perfekte Sitzposition gefunden und konnte mit den verstellbaren Luftpolstern meinen Sitz  so einstellen, dass mein kompletter Rücken Kontakt zur Lehne hatte. Alles war passend abgestützt. Ein Traum in beigem Leder.

Der Rest des Interieurs ist ebenso traumhaft: Klavierlack Armaturen schwingen sich elegant um mich herum. Ich fühle mich wie in meinem einzigen Maßanzug. Jeder Knopf, Hebel und jedes Auswahlrad hat eine wunderbare Haptik. Das massive Dreh- und Einrastgefühl beim Bedienen erinnert mich mehr an Präzisions-Instrumente als an die Bedienelemente eines Autos.

Einzig die Anzahl der Drehräder war für mich etwas unübersichtlich. Insgesamt drei Möglichkeiten standen zur Verfügung und bis ich gepeilt hatte, dass sich das Navi mit dem dicken, silbernen Rad hinter dem massiven Schalthebel bedienen lässt, verging einige Zeit. Ich hatte es schlicht übersehen :)

Fazit zum CLS 63 AMG

Hach, ich muss jetzt noch – zwei Wochen später – über das ganze Gesicht grinsen, wenn ich mich an dieses Gefühl erinnere: Abbiegen, mit den Alu-Schaltwippen einen Gang runter und das Heck des CLS kommt im sauberen 30° Winkel ums Eck. Herrlich.

Hier auch nochmal ein kleines Abschluss-Statement auf dem Weg zurück zum Flughafen:

Das Auto ist mit Abstand das Beste was ich mir bisher vorstellen kann. Familienfreundlicher als ein übliches Coupé, genauso spaßig und dabei alltagstauglicher als ein 2-sitziger Sportwagen, mindestens so hübsch wie ein Cabrio, und sparsamer als mein Volvo :-)

Was das Ganze mit Apfelkuchen und nordkoreanischen Scharfschützen zu tun hat, erzähle ich Euch beim nächsten Mal.

Eine ganz besondere Freude war es mir natürlich, bei dieser Gelegenheit den Sandmann kennen zu lernen. Ich hoffe, es gibt bald mal wieder die Gelegenheit, gemeinsam durch die Weltgeschichte zu cruisen. Hoffentlich ist er dann nicht so in Eile wie bei dieser Tour :) Er beschreibt seinen Mega-Sprint zum Gate am Airport Frankfurt im ersten Teil seiner super lesenswerten SIEBEN-teiligen! Artikel-Serie zu unserem Testfahrt-Abenteuer. Wenn Ihr Euch nicht Spoilern wollt, was ich Euch im nächsten Posting zu schreiben habe, wartet noch mit reinschauen bei Jens :)

Alles was mir jetzt zu meinem Glück fehlt ist ein Kurs in der AMG Driving Academy, damit ich mein Biest nächstes Mal noch besser beherrsche. Den bekomme ich beim Kauf des optionalen AMG Drivers Package gleich mit dabei, wohl um die Höchstgeschwindigkeit von 300km/h entsprechend in den Griff zu bekommen. Damit kommen zum Grundpreis von 115.846,50 EUR noch einmal einige Tausender hinzu. Trotzdem bleibt der Mercedes Benz Kunde deutlich unter dem Grundpreis des vergleichbaren Marktbegleiters aus Zuffenhausen.

Meine 61 Photos der Fahrt könnt Ihr Euch im Facebook-Album ansehen, oder in der Flickr-Galerie:

www.flickr.com

Wenn Ihr Euch die wichtigsten Infos auf unter 4 Minuten komprimiert anschauen wollt, dann kann ich Euch Arne Gottmans Videobericht auf Motor-Redaktion

und Max Engerts “Test the Max”-Bericht beim Playboy (kann ich leider nicht einbinden, aber für den Spruch “Ich hab nen Star! Fahr mich hier aus!” kriegt Max meinen persönlichen Fahrberichtsoscar :-)) empfehlen:

Disclosure:
Mercedes Benz hat mich auf diese Presseveranstaltung eingeladen.

Ford Mustang Cabriolet – die Probefahrten der anderen

Ford Mustang Cabriolet – die Probefahrten der anderen

Ich möchte mal wieder einen anderen Blogger zu Wort kommen lassen, der auf seinem Blog eine Probefahrt mit einem Ford Mustang Cabrio gemacht hat. Ein bisschen neidisch bin ich ja schon,

Ach was, ich gehe in den Staub vor so einer elaborierten Mietwagenwahl – ich habe mich mit meiner Wahl eines PT Cruisers letztes Jahr zum Gespött ganz Nordnordost-Amerikas gemacht (wenn man Ostwestfalen sagen kann, kann Ontario auch Nordnordost-Amerika sein). Nächste Mal bin ich schlauer :)

Der Powerbook Blogger ist in seinem letzten USA Aufenthalt schön lässig mit einem Ford Mustang Cabrio durch Elizabethtown und Umgebung gecruist und hat ein paar tolle Fotos gemacht. Wie sich der 4,2 Liter V6 mit seinen gut 200PS fährt, lest Ihr drüben in der Blog-Nachbarschaft in pbjogs Ford Mustang Fahrbericht.

Honda CR-Z – 13.500km und 50 Tage europäische Probefahrt

Honda CR-Z – 13.500km und 50 Tage europäische Probefahrt

Im Sommer 2010 bin ich den Honda CR-Z gemeinsam mit meiner Freundin Angie “probegefahren”. Unsere Testfahrt führte uns von Hamburg westwärts immer an der europäischen Küste entlang: Dabei kamen wir durch holländischen Sturm, holperten über belgisches Kopfsteinpflaster und arbeiteten uns durch nordfranzösischen Dauerregen in der Normandie. Ab der Bretagne wurden wir mit wunderbaren Küstenabschnitten entlang des Atlantiks belohnt.

Wir schlängelten uns über Pyrenäenstraßen und verirrten uns fast im portugiesischen Bergnebel, glitten entlang der schroffen Atlantikklippen und dabei hat der Honda CR-Z alle westeuropäischen Enden der Welt gesehen, bis wir schließlich in die verwinkelten Straßen von Tarifa kamen – der windigsten Stadt Europas an der Straße von Gibraltar. Ab hier änderte sich die harte aber wundervoll spektakuläre Gegend in mediterranes Flair und traumhafte Mittelmeerrouten direkt am Strand entlang.

Wir hatten den Ozean die meiste Zeit über als Beifahrer in Sichtweite, bis wir über durch Italien kamen und über die Alpen, Österreich, Tschechien und Polen wieder eine Küste erreichten. Diesmal die der Ostsee. Ihr folgten wir wieder Richtung Westen, bis wir 50 Tage später in Hamburg ankamen.

Auf dieser Tour haben wir “unseren” Honda CR-Z, den wir wegen seiner Haifischflossen-Antenne gleich auf Sharky tauften, natürlich ganz genau im Detail kennen gelernt. Das Auto brachte übrigens zwei Besonderheiten mit sich:

Erstens kam es aus dem Pressefahrzeugpool der Honda Motor Europe in England. hatte also dementsprechend britische Kennzeichen – war aber ein Linkslenker, was dazu führte, dass wir die englische Südküste auslassen mussten. Aus Versicherungstechnischen Gründen durften wir mit einem Linkslenker britischer Zulassung dort nicht fahren. Und auch nicht in Gibraltar, was britisches Hoheitsgebiet ist :)

Die zweite und viel interessantere Sache war: Sharky hat selbstständig getwittert (Danke an www.additive-net.de) und war damit immerhin das erste Auto in Europa (Ford kam uns weltweit mit AJ dem twitternden Fiesta um 2 Wochen zuvor). Alle 5 km hat unser Sharky einen Tweet abgesetzt, seine Geopositionsfähnchen in eine Google Map gepiekst und der Welt seine aktuellen Fahrdaten mitgeteilt. Also: Kilometerstand, Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Fahrmodus.

Sport, ECON und Normal sind die Fahrmodi des Honda CR-Z. Das an sich ist jetzt noch nichts bahnbrechend neues, eine Weltneuheit ist dagegen, dass es sich bei dem Auto um das erste sportliche Hybrid Coupè mit einem knackig kurz ausgelegten 6-Gang Schaltgetriebe handelt. Der 14 PS Elektromotor liefert beim Anfahren und bei Überholvorgängen ordentlich Dampf von unten und unterstützt den 1,5 Liter, 114 PS Benzinmotor beim Anfahren, Überholvorgängen und v.a. auf südfranzösischen Serpentinenstraßen :). Das Hybridsystem ist also nicht ausschließlich auf geringen Spritverbrauch ausgelegt, sondern sorgt für Fahrspaß und -Dynamik.

Das zieht natürlich die Frage nach sich:

Was hat der CR-Z denn für’n Verbrauch?

(Die Frage wurde mir in der Tat am häufigsten gestellt.) Kommt wie immer ganz auf den Fahrer an. Ich habe mir im Laufe der Jahre eine Mischung aus sportlicher und sagen wir mal nachhaltiger Fahrweise angewöhnt. Damit habe ich den Honda CR-Z auf einer 218 km langen Strecke über polnische Landstraße (70%), polnische Autobahn (20%) und Stadt (19%) bei 4,8 Litern gefahren. Das war mein persönlicher Spar-Rekord auf flacher Strecke. Selbstverständlich im ECON Fahrmodus und mit bedachtem Einsatz des Gasfußes.

Nach oben raus habe ich den Verbrauch nicht über die 8 Liter Grenze Durchschnitt treiben können – Auch nicht mit bösesten Heizereien im SPORT Modus. Ob durch Pyrenäen-Ausläufer, entlang monegassischer Mittelmeer-Serpentinen oder über italienische Dolomitenpässe. Auch in der schärferen Gangart konnte ich Sharky’s Durst immer im Zaum halten.

Spannend ist die direkte Reaktion beim Umschalten der Fahrmodi. Besonders von ECON in SPORT. Nach dem Druck auf den Knopf geht direkt die Drehzahl hoch, das Gas wird spontaner angenommen und vor allem wird die Lenkung straffer und direkter. Das war sehr hilfreich auf den Bergstraßen rund um Europa. Selbst wenn ich eher sparsam unterwegs sein wollte (und selbst das geht mit behutsamen Gasfuß im SPORT Modus) habe ich diese Einstellung gewählt um in den engen Serpentinen das bessere Ansprechverhalten nutzen zu können.

Aktiv Sprit sparend Fahren macht Spaß

Überhaupt macht das bewusste Fahren mit diesen drei Modi sehr viel Spaß. Ich habe mich öfters dabei ertappt, wirklich mit Köpfchen zu fahren und bsw. so zu überholen: Runter schalten, den SPORT Modus aktivieren, Gas geben, raus ziehen und die bessere Leistungsentfaltung nutzen, einscheren und wieder entspannt in den ECON Modus zurück wechseln. Erinnerte mich hier und da immer wieder an Knight Rider und seinen Lethal Pursuit Mode :)

Aber auch beim durch die Stadt cruisen macht sich der ECON Modus im Hybrid bemerkbar: An der Ampel los fahren geht sehr viel zügiger als in Autos ohne Elektrounterstützung. Allerdings hier auch ein Tip: Ruhig einen beherzten Vollgasstoß beim losfahren geben – damit steigt der Elektromotor erst richtig ein und schiebt schön von unten raus das Auto an. ZACK ist man in Schwung und kann rollen lassen.

Die Schaltwege sind genauso kurz und knackig wie der angenehm in der Hand liegende Schaltknauf. Das Getriebe saugt die Gänge auch bei ambitionierter Gangart förmlich ein.

Ach ja – die Klimaanlage macht ungefähr einen Mehrverbrauch von 0,8 bis 1 Liter Sprit aus. Sobald die 25 Grad unterschritten wurden, haben wir den Kühlschrank also schön zu gelassen. War auch recht angenehm. Bei nem weißen Auto kein Problem.

Hier mein Tagesrekord – zum ersten  Mal lange unter 5 Liter. Am Ende dieses Tages in Polen (da war dann auch die Klimaanlage den ganzen Tag aus) hatten wir die 4,8 Liter auf einer Strecke von 218 km.

Ziemlich revolutionär im CR-Z ist ja die Start-Stop Automatik, die nicht erst kurz vorm stehen bleiben einsetzt. Direkt bei weniger als 30!! km/h schaltet sie den Motor ab und lässt das Auto rollen. Im Stadtverkehr oder im stockenden Verkehr auf der Autobahn ein nicht zu unterschätzender Spritsparvorteil! Und es macht mächtig Spaß, mit ganz leicht angetippten Bremspedal bergab zu rollen um möglichst lange ohne eingeschalteten Verbrenner vorwärts zu kommen. Geht man im Rollen von der Bremse oder tritt an der Ampel die Kupplung ist der Motor des Honda SOFORT wieder da. Das hat mich jedes Mal wieder erstaunt, wie schnell die Karre wieder anspringt.

Das Raumschiff Instrumentarium im Blicken

Ich gehöre ja bekanntermassen zu den Leuten, denen das Interieur eines Autos nach den Fahrleistungen am wichtigsten ist. Hier verbringe ich schließlich am meisten Zeit. Im CR-Z habe ich mich auf Anhieb wohl gefühlt. Und ein bißchen wie Captain Picard auf der Brücke vom Raumschiff Enterprise.

Die Innenausstattung ist für ein Auto der Kompaktklasse topverarbeitet und fasst sich unglaublich wertig an. Noch besser ist aber die aufwendige Instrumentierung, die nicht nur je nach Fahrmodi in unterschiedlichen Farben leuchtet (grün für ECON, blau für NORMAL und rot für SPORT). Im Instrumentenfeld sind um den optisch etwas herausstehenden Digitaltacho, der vom sehr geschmeidig anzusehenden Drehzahlmesser eingefasst wird noch viele Zusatzinformationen enthalten:

Zum einen natürlich, in welchem Fahrmodus ich mich befinde, ob der Akku des Hybridsysstems gerade aufgeladen wird oder ob der Elektromotor mich beim Fahren unterstützt. Und – ganz wichtig: Es gibt mehrere Anzeigen, die mich an eine sprit sparende Fahrweise erinnern ohne dabei zu nerven. Der im Bild blaue Ring verfärbt sich je nach Energieverbrauch tvon grün zu blau. Die SChaltanzeige gib tan, ob ich besser rauf oder runter schalten sollte um im optimalen Drehzahlbereich unterwegs zu sein. in der rechten Ecke (im Bild nicht zu sehen) sammel ich Blätter an kleinen Pflanzen während der (umweltfreundlichen) Fahrt. Und ebenfalls nicht ganz zu sehen: Ein nach rechts ausschlagender Balken gibt mir den aktuellen Spritverbrauch an.

Spielerisch und unaufdringlich zu weniger Spritverbrauch. So soll das sein. Übrigens funktionieren die Fahrweisen, die ich mir im CR-Z angewöhnt habe auch in allen anderen Autos.

Innen viel Platz

Der Fahrgastraum ist wie in einem Coupè üblich für 2 Personen ausgelegt. Durch die nach vorne hin lang gezogene Form hat man auf Fahrer- und Beifahrerseite reichlich Platz. Davon konnte insbesondere Angie ein Lied singen, die auf der Beifahrerseite alle täglich benötigten Dinge im Fußraum komprimiert hatte :) Verpflegung, Kartenmaterial, Schuhe, Getränke, und vor allem: Laptop mit 220V Konverter am Zigarettenanzünder, Kameras mit Ladegeräten und Handylader immer in Griffweite.

Ich habe täglich zwischen 4 und 8 Stunden in diesem – zugegeben nicht grade typischen (Reise-) Auto zugebracht und mein Rücken ist noch top in Form. Die Sitze sind wirklich eine exzellente Mischung aus sportlichem Halt und ergonomischem Komfort. Insbesondere da wir lange Zeit bei über 40 Grad Außentemperatur unterwegs waren, ist eine entsprechend angenehme Sitzoberfläche nötig, damit man sich nicht den Allerwertesten abschwitzt. Auch hier sind wir bestens klar gekommen.

Für einen Sitzriesen wie mich ist bequem Platz im CR-Z. Ich habe kurze Beine – muss also sehr nah ans Lenkrad ran rutschen. Habe aber einen langen Oberkörper, von daher stoße ich auch gerne mal unter die Decke von manchen Autos. Bei Sharky blieb ich beulenfrei an der Birne :) da die Sitzposition an sich schon sehr tief ist und sich sowohl Sitzhöhe und Lenkradposition optimal einstellen lassen.

Was mir besonders gut gefallen hat war das tiefe Fach hinter den Becherhaltern hinter der Mittelkonsole. Wir haben hier die Telefone und alle anderen USB-Geräte untergebracht (da hinter einer Klappe unter der Navi-Einheit die Kabel verstaut werden können. Das Fach ist zwar offen, aber schön ief und fast zur Not ne ganze Packung Kekse, wenn man mal schnell was verstauen muss :)

Ansonsten hat der Honda CR-Z aber auch noch eine kombinierte iPhone-Halterung und Kühlungslösung zu bieten:

Eine Sache, die etwas gewöhnungsbedürftig ist:
Die Sicht aus der Heckscheibe ist eingeschränkt. Erstens durch die schwarze Färbung, zweitens durch die steile Linie des Hecks und drittens weil die Heckscheibe in zwei Teile gesplittet ist: Den schägen oberen und einen kleinen graden Teil unten. In dem unteren klebte bei uns einer der ORI10K Aufkleber so dass ich mir ziemlich schnell angewöhnt habe nach Seitenspiegeln zu fahren und mich beim Rückwärtseinparken tatsächlich mal auf das Piepsen der Parkhilfe zu verlassen.
Keine Angst, es gab keine Macken ;) Nicht mal fremd verschuldete. Und im restlichen Teil Europas ist es nun mal durchaus üblich, sich einfach aus der Parklücke raus zu schubsen. Da ist die Meinung der Menschen sehr einhellig “Wieso? Die Autos haben doch Stoßstangen dafür!”

Zwei Kleinigkeiten, die mich genervt haben gab es natürlich auch:

1. wenn ich mal kurz das Lenkrad mit dem linken Knie unterstützt habe um bsw. eine Flasche Wasser aufzudrehen, habe ich damit über einen der Knöpfe links am Lenkrad das Navi in den “neues Ziel eingeben”-Modus geschaltet.

2. Den mittleren Lüftungsaugang kann man nicht schließen. Keine Ahnung, wo hier der Sinn steckt und die Interieur-Designer einen Verschluss weggelassen haben.

Mit beiden Dingen lässt es sich aber sehr gut leben ;)

Klimaanlage und Start-/Stop Automatik

Die gute Nachricht zuerst: Beides funktioniert astrein :) Woran ich mcih nur gewöhnen musste war, dass die Start-/Stop-Automatik an der Ampel auch die Klimaanlage ausschaltet. Bei längeren Stops führt das dazu – besonders, wenn es draußen grad einen schönen Sommerregen gibt – das RuckZuck die Scheibe beschlägt. Die stark angeschrägte Frontscheibe begünstigt ein schnelles Beschlagen noch, sodass nach 20-30 Sekunden schon alles vernebelt sein kann. Glücklicherweise hat die Klimaanlage sobald sie wieder anspringt soviel Leistung, dass sie die Scheiben unter 10 Sekunden wieder frei gepustet hat.
Die Lösung zur Vermeidung: Einfach an der Ampel auf Außenluft, statt Umluft stellen, solange wie nur das Gebläse pustet. Dann beschlägt nix.

Das Design des Autos fällt auf

Darauf muss man sich wirklich einstellen: Das aggressive, gedrungene Design von Sharky ist sehr, sehr auffällig. Egal wo wir standen, die Leute haben dem Auto hinterher geschaut oder kamen direkt auf uns zu um zu fragen, um welches Auto es sich da handelt. Ob auf der portugiesischen Rennstrecke, im spanischen Touriort oder auf dem großen Marktplatz über den Dächern von Florenz. Der CR-Z ist ein auffälliger Hinkucker, auf den uns sogar ein paar Amis und Kanadier angesprochen haben.

Hier mal eine schöne Zeitlupe wie Sharky vich von seiner besten Seite zeigend, durch die Weinberge vom Chateau de Giscours im Margaux (nahe Bordeaux) rollt.

Bei Regen hat die hübsche Form einen Nachteil: Es regnet sofort rein. Dach und Türlinie sind vom Schwung her so angelegt, dass Regen bei offenem Fenster nicht einfach nur auf der Türkante landet, sondern gleich auf dem Arm des Fahrers.

Technische Probleme?

Kein einziges. Insgesamt mit Vorbereitung und einigen Tagen nach der Reise bin ich gut 15.000km mit dem Honda CR-Z gefahren und er hat uns nicht einmal im Stich gelassen oder Probleme bereitet. Einen kurzen Moment dachte ich mal die Lenkung hätte einen Schlag weg bekommen, nach dem ich einen der französischen 30-Zonen Drempel etwas zu zackig genommen hatte (also mit 35 – die Franzosen bauen da echt ganz gerne Treppen in die Straßen). Letztendlich habe ich dann nur die leicht unterschiedlichen Luftdrucke wieder ausgeglichen und Sharky schnurrte wieder gerade aus.

Einzig auf die tiefgezogene Schürze vorne am Auto sollte man sich einstellen. Bei Schlaglöchern, Zone-30 Drempeln (in Holland heißen die wirklich so) und sehr steilen Parkhaus Auf- und Abfahrten kann es sonst schon mal ein bißchen kratzen an der Nase.

Honda Navi und Entertainment HiFi System

Das Navi ist etwas gewöhnungsbedürftig von der Bedienung her. Hat uns für unser Vorhaben aber letztlich sehr gut in die Karten gespielt. Da wir möglichst immer in Sichtweite zum Meer gefahren sind, das Navi uns aber zuverlässig immer wieder auf die nächst größere Straße zurück holen wollte, haben wir kurzerhand folgendes gemacht:

Das nächste Ziel haben wir eingegeben. Angie hat aber mit dem kleinen Joystick recht oben am Navi die Karte immer passend bewegt und mir angesagt, wann wir wo abbiegen müssen um möglichst lange Strecken über kleine Küstenstraßen zu fahren. Auch die Programmierung von einzelnen Wegpunkten war kein Problem. Was einem nur klar sein sollte, dass Polen und Tschechien nicht mehr zu Westeuropa gehören und daher bei der Standardnavi Variante nicht mit dabei sind. Dafür hatten wir noch das Navigon auf dem Iphone. Ach ja und in Portugal wird so schnell und so viel gebaut, dass die Naviangaben – genauso wie portugiesische Verkehrsregeln – eher so Richtwerte sind :) Es soll einen Hondahändler geben, der auf einer Landgewinnungsmaßnahme gebaut hat. Dieses künstliche Land ist noch so jung, dass man laut Navi im Atlantik steht, wenn man da hin fährt ;)

Die Alltagstauglichkeit des Honda CR-Z

Sharky ist nicht nur ein tolles 2-Personen Reiseauto, sondern natürlich auch voll alltagstauglich. Als unabhängigen Tester hatte ich meinen Dad reingesetzt, der sich durch aus so einen Hybridkeil als Rentenspaßmobil vorstellen kann (und das nachdem er den Civi Type-R schon über ostwestfälische Landstraßen geprügelt hat *g*)

Der Kofferraum ist für den Wocheneinkauf genau richtig dimensioniert. Vor allem kann man ihn so packen, dass einem nicht alle Tüten umfallen. Bei meinem Alltagsauto Volvo-Kombi keine Selbstverständlichkeit, da fällt gerne mal ne Tüte um und ich kann die Tomaten auf der 2,50m Ladefläche suchen gehen ;) Auch die Ladekante stellt jetzt kein unüberwindbares Hindernis dar. Da kriegt sogar Angie mit ihren 1,58m Größe eine Kiste Bier reingestellt. Ohne die Rückbank umzuklappen kommt das Gepäckabteil auf 225 Liter. Klingt wenig. Mir hat es aber immer gereicht. Wenn man die Sitze noch umlegt, steigt das Volumen auf 595 Liter. Klar ne Schrankwand transportiert man damit nicht, aber dafür ist das Auto auch nicht gedacht.

Um das Kofferraumvolumen einmal zu demonstrieren haben wir hier eine Zeitrafferanimation gemacht, in der Ihr seht wie wir Sharky nach über 50 Tagen Reise wieder auspacken. Und da hätte noch mehr reingepasst!

Sicherheit

5 Sicherheitssterne im Euro NCAP Crash Test sprechen eine deutliche Sprache. Im CR-Z sitzt man verdammt sicher. Wie sicher genau mussten wir glücklicherweise nicht testen ;)

Und selbst auf der Rennstrecke taugt er :) Hier sind wir mit Supersport Honda-Rennfahrer Miguel Praia auf der portugiesischen Rennstrecke Autodromo do Algarve unterwegs:

Fazit – Honda CR-Z einfach mal probefahren

Wer ein cooles, individuelles Auto sucht, das technisch top, aussen und innen cool und sowohl auf langen wie kurzen Strecken spitze zu fahren ist, sollte sich definitv den CR-Z mal für eine Testfahrt beim Händler abholen!

Alle weiteren Geschichten zu unserem Sharky, dem twitternden Honda CR-Z lest Ihr in den kommen Wochen und Monaten auf www.ori10k.de und auf unserer Facebook-Page.

An dieser Stelle auch noch mal ganz herzlichen Dank an Honda und besonders an David, für die Unterstützung und dass wir das Projekt ORI10K auf die Beine gestellt bekommen haben!

Und hier sind nochmal meine aller ersten Eindrücke zum Honda CR-Z aus dem April, als ich das Auto auf der Honda Presseveranstaltung zum ersten Mal fuhr:

Honda Civic Type R – kleines Probefahrttagebuch Teil 1

Endlich hab ich ihn! Den Honda Type R. Nach 2 1/2 Jahren :-) Also das war so. Auf die Idee mit dem Probefahren kam ich 2007 durch genau dieses Auto. Als alter Star Trek Next Generation Fan (Picard, Worf, Data und so) hab ich mich gleich in den 2006 vorgestellten Civic verkuckt. Als ich dann las, dass es davon auch wieder einen Type R – also die Racing Variante geben sollte, war klar: DEN will ich fahren! Daraus entstand dann die Idee, das ein Probefahrten-Blog zu starten. Aber ich kam nicht in die Puschen. Dann half mir Robs Aufruf “Create your own experience” auf die Sprünge, ein “Unterblog” mit Probefahrten auf seinem damaligen Blog basicthiking zu starten. Gesagt getan.

Und ich hatte die große Hoffnung, direkt mit dem Honda Civic Type R loslegen zu können. Aber, große Ernüchterung: Kein Händler hatte das Auto in der Ausstellung. Also fing ich mit einem Subaru Impreza Sport an. Da der Subaru Händler damals am gleichen Tag in Bielefeld eröffnete, an dem ich mir überlegt hatte mit dem Probefahren zu starten passte das irgendwie auch ganz gut.

In der ganzen Zeit danach habe ich immer wieder versucht an den Type R ranzukommen und es hat nicht geklappt. Bis vorletzte Woche. Da konnte ich ihn mir vom Honda Testtag (ich schrob davon) für ein paar Tage mitnehmen! :-) Umso witziger, dass mein Blogpapa Rob Basic und ich uns ausgerechnet auf dem Workshop auch mal wieder trafen.

Also musste ich ihn fix vor das Auto zerren und den Probefahrer-historischen Moment festhalten :) Hier meine allerersten begeisterungsgeschwängerten Eindrücke von der Rückfahrt von Frankfurt nach Bielefeld. Sorry, Rob, dass ich Dich gar nicht habe zu Wort kommen lassen. *hüstel*

Drei Probefahrten mit dem Honda CR-Z

Drei Probefahrten mit dem Honda CR-Z

Ist mir heute erst so wirklich bewusst geworden – so langsam habe ich es als Auto Probefahrt Blogger ja schon zu etwas gebracht:
Ich habe an einem Tag drei Probefahrten mit einem Auto gemacht, das nicht gar nicht auf dem Markt ist :) Der offizielle Start des Hybrid Sportcoupè Honda CR-Z ist am 5. Juni 2010.

Letzte Woche am 12.5. war #Honda2010tt. Hinter dem Hashtag verbirgt sich der Honda Testtag. Aufhänger war natürlich der CR-Z, aber wir (Blogger, Twitterer, Hondaclubs, Journalisten) hatten die Möglichkeit fast die komplette Honda-Produktpalette aus zu probieren. Einzig der HondaJet und die Marine-Produkte fehlten.

Anyway. Dazu später mehr.

Erstmal geht’s um den Hybrid Sportler. Warum bin ich den Honda CR-Z gleich dreimal gefahren? Also das war so:

Anfang des Jahres habe ich für Honda im Zuge des Projekts Live Every Litre den Application-Blogger gemacht. Bei LEL konnten Menschen aus ganz Europa Ihre Ideen zu ihrem ganz persönlichen Roadmovie einreichen. Aus den deutschen Vorschlägen habe ich wöchentlich die schönsten und interessantesten zusammen gestellt und für Honda gebloggt. Kai von stylespion, Alexx von ifranznation und Rob Basic waren in unterschiedlichen Rollen ebenfalls bloggender Weise mit dabei.

Nun war es letzte Woche soweit. Endlich waren erste Exemplare des Autos hier angekommen und wir konnten die Autos über deren Geschichten wir schon seit Monate brüteten endlich mal fahren:

Wie Ihr im Video seht, bin ich erstmal den blauen CR-Z gefahren. Ich konnte mich nicht zurück halten :) Obwohl ich nur die kleine Runde auf dem im Auto bereit liegenden Googlemaps-Ausdruck abgefahren bin und mich echt beeilt habe, verpasste ich die ersten 10 Minuten der Einführungsveranstaltung durch Hondas PR-Leiter Doc Alexander Heintzel. *hüstel*

Und das, wo gerade Hondas Umwelt Engagement in deutschen Mooren ziemlich spannend ist. Sobald ich die Infos noch einmal zusammen recherchiert habe, werde ich die nachliefern. Steckten ein paar sehr spektakuläre Zahlen drin.

Danach ging es zusammen mit ifranz im schwarzen CR-Z weiter. Eindeutig die schickste Farbe für mich. Ich mag zwar mittlerweile strahlend weiße Autos auch sehr gerne, aber black ist und bleibt beautiful. Unsere kleine Duo-Probefahrt seht Ihr nochmal hier:

Und obwohl ich dachte, dass mich nach ifranz nichts mehr schocken könnte, hab ich mich dann noch in den weißen CR-Z im Slalom-Parcour geschwungen. Jepp. Macht Spass :) Und als Beifahrer von Honda Pressemann David Plättner im Parcours war es anstrengender die Balance mit Kamera in der Hand zu halten, als beim selber fahren. Das wiederum seht ihr im Video da ganz oben :)

Während Robert und Nicole sich die Führung durch die Honda Academy in Erlensee angeschaut haben, bin ich noch ein paar Autos gefahren. Ich wusste ja, dass Nicole Ihre Cam dabei hat und ich mir die Führung hinterher nochmal anschauen kann :)= Dankeee!

Einzig den roten CR-Z habe ich nicht ausprobieren können. Der fährt ja gerade für das Liveeverylitre.com Projekt als heimlicher Star des gleichnamigen Roadmovies quer durch Europa und ermöglicht 15 Leuten, die im wahrsten Sinne des Wortes abgefahrensten Geschichten zu erleben:

Ein Hund, der eine neue Liebe fand, Sebastian, der eine Liste mit 100 Dingen abarbeitet, die man im Leben gemacht haben muss, Philipp aus Deutschland, der einmal von oben nach unten durch Europa gefahren ist und dabei immer andere Menschen ein Stück mitgenommen hat und sich ihre Geschichte erzählen ließ, die School Boys, die mit einer aufgeblasenen Hüpfburg über den Gardasee gesegelt sind! und heute aktuell ist gerade Thomas unterwegs:

Let's be appalling on Twitpic

Er will mit dem CR-Z zum Metallica Konzert in Lissabon. Die Haube ist mittlerweile schon passend geairbrusht. :-) Bin gespannt, ob Mr. Hetfield und Bandkollegen alle ne Runde mitfahren und ein paar Autogramme hinterlassen.

Hier wählt Seb Tattoos aus:

Und hier ist die Hüpfburg auf dem Gardasee unterwegs:

Behaltet das Projekt im Auge! Da kommen noch einige spannende Stories in den nächsten Tagen. Über die Webseite von Live Every Litre könnt Ihr den Protagonisten Vorschläge machen, was Sie sich anschauen oder wo sie vorbeifahren sollten.

So. Ich gehe jetzt mal noch ein paar Runden mit dem Honda Type R filmen, den ich für ein paar Tage zum probefahren mitbekommen habe. Dazu dann später auch mehr…

Probefahrt Porsche Cayenne 3.2 V6 Testbericht

Probefahrt Porsche Cayenne 3.2 V6 Testbericht

Schon strange: Das erste Mal, daß ich nen Porsche weiter als 50m fahre und dann ist es ein SUV. Eine schwäbische Sportwagen Entjungferung hätte ich mir grundsätzlich ja flacher und boxeriger vorgestellt. Egal. Endlich fange ich wieder richtig mit dem Probefahren an und da ist auch ein Cayenne ein gediegener und standesgemäßer Wiedereinstieg, wie ich finde :-)

Aber gut, was nicht ist, kann ja noch werden. Und ein 3.2l V6 für den Wald tut’s ja auch.

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Wenigstens das Zündschloß ist links :)

Eins mal vorweg – ich bin ja echt kein Anleitungsleser. Mal so gar nicht. Aber bei diesem Auto konnte ich in der halben Stunde, in der ich gefahren bin gleich zweimal ins Handbuch kucken :)

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1. Handbremse.

IMG_3880.JPGFußfeststellbremsen sind mir ja druchaus ein Begriff. Hab ja schonmal im Mercer gesessen. Aber im Cayenne ist die tricky:
Erstmal habe ich bei einem Auto, daß enger mit Q7 und Touareg verwandt ist, in der Schaltungsgegend nach nem Knopf gesucht. Ok. Da war nix. ALso links unten gekuckt, ob neben dem Fußabstellteil noch ein Pedal ist – auch nix. Wer kann denn ahnen, daß man das Pedal kaum sieht, wenn es getreten ist und man auch noch einen Griff rausziehen muss.

2. Motorhaube.

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Besagtem Feststellbremsengriff hatte ich eigentlich die Funktion zugeschrieben, die Haube zu öffnen. War ja nix. Wo ist dann der Griff für die Motorhaube wohl? Wieder ins Handbuch gelinst, nur um rauszukriegen, dass der Hebel schon in der Ecke untergebracht ist, wo ich ihn erwartet hatte nur eben hochkant und gut getarnt.

Damit ist der Porsche Cayenne mindestens schonmal geeignet, die M-Klassen von Benz in der Bundeswehr zu ersetzen:
Nach der Einweisung auf den Autos einfach die Anleitung wegschmeissen und sollte der Feind das Auto in die Finger kriegen, kann er damit nix anfangen, ausser er foltert den Fahrer oder hat einen guten Draht nach Zuffenhausen. Äh – Leipzig meine ich. Da wird der in Stuttgart verwurzelte Stoppelhopser nämlich gebaut.

Nach der kleinen Lesestunde konnte ich das fast 2m breite Schiff dann auch endlich mal vom Hof bewegen. Unseren holprigen Zufahrtsweg hat er recht gut gemeistert. Die Federung stand auf normal. Für einen Test auf Sport und Komfort hatte ich leider keine Zeit. Kommentare von Cayenne Fahrern bezüglich des Fahrwerkskomfors sind höchstwillkommen.

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Beim Rumspielen an den Bedienelementen wurde mir aber eins recht deutlich: An manchen Stellen hat Porsche da in meinen Augen etwas die Haptik vernachlässigt. Einige der Kippschalter und Hebel wackeln doch bedenklich in ihren Halterungen. Und wenn ich in der Schaltkulisse auf kühles, gebürstetes Alu fasse und in der Mittelkonsole dann Plastikschalter im Alu-Look zwischen den Fingern habe, ist das schon ein klein bißchen ernüchternd.

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Ähnliches hinterm Lenkrad:
Armaturen und vor ganz besonders Blinker- und Scheibenwischerhebel vermitteln ein bißchen das Gefühl, die Porsche-Techniker hätten eher in das VW-Golf Regal gegriffen. Das ist zwar kein Showstopper, aber ich hatte doch etwas mehr erwartet. Ebenso vom Kunststoffmaterial. Vermutlich ist die Basisversion wirklich für Edelförster gedacht, die mal mit schmodderigen Gummistiefeln einsteigen. Robust und pflegeleicht ist die Oberfläche. Aber eben nicht grade edel. Da muß schon höher ins Regal gepackt und ein lederbezogenes Armaturenbrett bestellt werden.

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Der Rest des Interieurs ist aber vom Feinsten. Die Ledersitze sind super verarbeitet und bequem wie sonst was. Da kann man’s schon drin aushalten.

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IMG_3863.JPG Als ich das erste mal direkt vor dem Auto stand, hat mich die Form – v.a. die Schnauze ja ein bißchen an den Golf Country erinnert. Also vom Prinzip her. Elfer nehmen, hochlegen, bißchen bulliger – fertig. Also von vorne ist der Cayenne nicht so meins. Zu glatt und zu stromlinienförmig für einen Geländewagen (auf der Autobahn interessiert das dann übrigens nicht mehr wie es aussieht, denn fahren läßt er sich super. Und das geht eben nicht mit der Aerodynamik eines IKEA PAX Kleiderschranks.). Da fehlt mir das martialische. Aber das problem habe ich mit vielen anderen Genrevertretern auch.

Aber die hintere Seitenlinie.
Mein lieber Herr Gesangsverein. Das ist eine der schönsten Perspektiven, die ich seit langem an einem Auto gesehen habe. Das letzte Mal hab ich sowas glaube ich an einem Maserati bewundern dürfen.

Wie fährt er sich denn nu? V.a. im Gelände.? Ich muss gestehen, ich war zu feige ;) Wir haben hier ja eine schöne Offroadtaugliche Baustelle hinterm Haus und ich habe mich auch gerade noch getraut reinzufahren, aber dann schön durch den Schlamm durchwühlen wollte ich dann doch nicht. Ich glaub der Händler hätte es nicht so ganz witzig gefunden, das Auto am Samstag Mittag nochmal durch die Waschhalle zu schicken ;)

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Aber auch auf der Straße macht auch der kleine Cayenne schon mächtig Spaß. UND Sound. Wenn der V6 mal richtig ans Rotieren kommt, faucht er schon sehr ordentlich :-) Für einen kurzen Moment meint man auch einen Turbo gehört zu haben, aber dafür fehlt dann doch etwas der Dampf :) Ich glaube der Spaß hält auch nicht so wahnsinnig lange an. Wenn ich den 3.2 etwas länger fahren würde – v.a. wenn ich ihn gekauft hätte – käme bei mir recht schnell der Gedanke auf:

Ach Mist, hättest Du mal doch den Achtzylinder oder gleich den Turbo S genommen

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Zumal er auf der Autobahn jetzt auch nicht gerade sooo heldenmäßig unterwegs ist. Mit 4 Leuten drin 210km/h, dann is Feierabend. Und 20 EUR sind in 100km auch schnell durchgepustet. Wenn man vorsichtig fährt. Also auch das kleine Modell ist nix für den schmalen Geldbeutel ;) Geht auch erst bei gut 51.000 Krachern los.

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Für genauere Aussagen hätte ich mehr Zeit gebraucht, um auf meinen Hausstrecken mal alle Fahrwerkseinstellungen durchzuprobieren. Aber das werde ich bei Zeiten nochmmal mit dem Cayenne Turbo S nachholen. Dann hoffentlich mit mehr Zeit und vollem Tank. Für mehr hat es leider nicht gereicht dieses Wochenende, da wir direkt auf eine Hochzeit gefahren sind und den Cayenne für die Strecke zu nehmen, wäre mir dann doch nen bißken teuer gewesen bei dem Durst ;)

Spaß macht er definitv. Wer einen Cayenne gebrauchen kann, sollte aber definitiv mind. mit dem Achtzylinder anfangen. Ob der Diesel einen Blick wert ist, kann ich nicht beurteilen. Ich würde keinen Zuffenhausener mit Dieselmaschine haben wollen :-)

Genaue Daten zum Porsche Cayenne in der Wikipedia oder bei Porsche selber. Wie der Cayenne übrigens in 2011 vermutlich aussehen wird, gibt es hier zu sehen.

Mazda RX-8 2006 – Testbericht

mazda-rx8-vorne.JPG2006er Revolution Reloaded Mazda RX-8 – keine Ahnung ob die Modellbezeichnung was mit Matrix zu tun hat, aber das ist das Sondermodell, daß ich hier gekriegt habe. Genauso ist er aktuell auch zu kriegen. 2008 soll wohl nen Fastlift mit einigen kleinen Änderungen rauskommen, v.a. ist er dann nicht mehr ganz so durstig, sagte mir Herr Bergmann von Auto Masuch.

(Aber wer achtet schon auf den Spritverbrauch, wenn man die Kiste nicht vollgetankt auf den Hof zurückstellen muß? ;))) Neee, ich verballer natürlich nicht den Sprit von anderen hier. Niemals nicht.)

Der RX-8 stand wirklich GANZ weit oben auf meiner Wunschliste – alleine schon wegen dem Wankelmotor- (Tschuldigung, heißt bei Mazda Kreiskolbenmotor) feeling. Wer wissen will wie das geht kann’s hier nachlesen. Ich kann nur sagen:
Geht ab wie Schmidts Katze, wenn Nachbars Lumpi hinter ihr her ist.