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Probefahrt NISSAN JUKE – Fun-City-SUV von @AutoMattern

Probefahrt NISSAN JUKE – Fun-City-SUV von @AutoMattern

Wenn man vor dem Nissan Juke steht, denkt man sich erstmal “COOL! Die haben ein Concept Car auf die Straße gelassen!”

“Genau diesen Effekt wollten wir erzielen!” erklärt mir Francois Bancon – Nissans globaler Produktstratege. Als ich ihn während unseres Gesprächs beim NISSAN LEAF-Presseevent auf das außergewöhnliche Design seines Babys anspreche.

Aber von Anfang an:

Als die Einladung kam, kurz nach unserer ORI10K Tour wieder nach Portugal zu können, war ich natürlich begeistert! Durch Lissabon sind wir ja mehr oder weniger nur durchgerusht, als wir von Sintra nach Sagres unterwegs waren.

NISSAN lud mich ein, den NISSAN LEAF in Lissabon probe zu fahren. Super Geschichte! Mittlerweile mein drittes Elektrofahzeug. Davon werdet Ihr nächste Woche hier lesen, gar keine Frage. Insgesamt gibt es sogar ein NISSAN Triple :-)!

Erstmal hatte ich ein Problem:

Den Weg zum Flughafen und v.a. von dort wieder weg. Normalerweise nehme ich ja mittlerweile auch ganz gerne die Bahn für solche Aktionen. In diesem Fall war das keine Option für die Rückfahrt. Abends um 22 Uhr ankommen und dann 8 Stunden Bahnfahren bis Bielefeld taugt nicht von der Wand bis zur Tapete.

JUKE vorm Autohaus Mattern, Bielefeld

Also dachte ich mir: Verbindest Du doch mal das angenehme mit dem nützlichen und fährst gleich ein passendes Auto probe. Ein Telefonat mit Frau Mattern – beim Autohaus Mattern fürs Marketing zuständig – brachte mir dann gleich die Zusage: ich kann einen NISSAN Juke für 2 Tage nach Frankfurt entführen und das Auto somit auf gut 650 Kilometern testen.

Besten Dank an dieser Stelle an das NISSAN Autohaus Mattern für die schnelle Unterstützung, auf die ich witzigerweise über Facebook aufmerksam wurde. Wohl auch eins der wenigen Autohäuser, die bereits twittern.

Am Abend bevor es losging hatte ich mir das Auto also abgeholt und den 1,6l Turbo mit Frontantrieb erstmal auf dem (absichtlichen Um-)Weg zurück zum Ponyhof erstmal über einige unserer “Berg”-Strßen hier gescheucht. Macht Laune! So stylish und durchdesigned das Auto auch aussieht, er hat durchaus auch seine sportliche, rauhe Seite! Hätte ich die Allrad Version gehabt, hätte ich mir auch eine etwas unwegsamere Strecke vorgenommen.

Als ich auf den JUKE zugegangen bin, konnte ich mich erstmal nicht entscheiden: Sieht das Auto nun aggressiv oder freundlich aus? Erinnert er mich so sanft geschwungen, an eine Katze, die zum Sprung ansetzt oder eher an einen zur Hälfte abgetauchten Alligator, der sanft auf mich zugleitet? Ich glaube einige Designelemente aus den späten Fünfzigern und Sechzigern wieder zu erkennen. Dachlinie und Schnauze erinnern mich eher an einen Renault Alpine A110 als an etwas SUV-artiges.

Die erhöhte Sitzposition wird ja immer wieder als eines der Keyfeatures bei SUVs genannt. Ich find sie nett. Aber genauso gerne sitze ich auch mit nur 10cm Abstand zwischen Hintern und Straße. Der JUKE ist aber eine erfreuliche Mischung aus sportlichem Sitzen in erhöhter Position, ohne dabei jetzt ein Riesenschiff um sich zu haben. Leider war der Cayenne gerade nicht greifbar, sonst hätte ich Euch mal den direkten Vergleich gezeigt. Für die Stadt – wie ich ja schonmal beim Test vom Patrol und Pajero schrob – ist sowas natürlich perfekt. Alle Stärken, ohne die Schwächen (Größe, Gewicht, hoher Kaufpreis, Spritverbrauch – ähm auf den letzten Punkt komme ich nachher nochmal). Witziges Designelement aus dieser Perspektive: Die hochgezogenen Scheinwerfer, die links und rechts auf den Kotflügeln thronen und als  praktische Orientierungspunkte dienen, um zu sehen, wo das Auto endet :)

Als nächstes fällt die extravagente Mittelkonsole auf. Dass NISSAN mit Renault kooperiert war mir ja bewusst, aber da muss auch noch ein Moppedhersteller die Finger im Spiel haben. Anders kann ich mir die barock-geschwungene Verkleidung von Schaltung und Mittelkonsole nicht erklären. Die erinnert VERDAMMT schwer an einen Motorrad Tank :) Sehr nice! Schade nur, dass es die Innenausstattung nur in rot und anthrazit zu bekommen gibt. Ein quietschemetallic Grün oder leuchtendes Orange wäre genauso cool. Aber gut, das wird es dann vermutlich von Drittanbietern (sprich: Dem Lacker Deines Vertrauens) geben. Ein cooles Feature ist es so oder so.

Als altem Gadget Geek ist ja eine Sache immer besonders wichtig: Ablagen! Ich muss irgendwo mein iPhone reinstellen können, es im Blick behalten und gleichzeitig laden können. Im Juke habe ich nur zwei Möglichkeiten. Entweder unten im Becherhalter oder in der Türablage. Dafür brauchts dann aber schon ein Drittanbieter Kabel oder ne USB-Verlängerung.

Liebe Autohersteller. Macht Euch doch mal Gedanken über eine Smartphone-Halterung im Armaturenbrett. Einen Schlitz zum reinstecken leicht rechts oder links vom Lenkrad, mit austauschbarer Ladebuchse. DAS wär mal was. (Das muss ich mal eben twittern)

Wo ich grad bei Gadgets bin:
Der Juke steckt voller elektronischer Spielereien. Die Designer der Bedienelemente haben definitiv bei den Gran Turismo Jungs reingeschaut :) Im unteren Display finden sich nicht nur die Standardinfos, die man in jedem Bord-Computer findet. Hier sind einige sinnvolle und witzige Animationen und ungewöhnliche Anzeigen eingebaut, wie hübsch Animierte Verbrauchsanzeige oder eine Anzeige für die Querbeschleunigung (G-Meter)

Nissan Juke Displays

Achtet auf die Knöpfe links

Die Knöpfe ändern die Beschriftung!
Das nenne ich mal ne platzsparende Lösung. Je nachdem, welchen Bedienmodus ich nutze, wird auf den Knöpfen die Klimaanlagensteuerung oder die Fahrmodus-Einstellung (Sport, ECO, Normal) eingeblendet. So spart man sich einige Knöppe! Hoffentlich wird man da in Zukunft mehr von sehen. Oder einfach eine Lösung wie auf dem iPhone, bei der ich meine bevorzugten Bedienelemente selbst anordnen und durch die Seiten swipen kann.

Fällt Euch bei den Knöpfen nun was auf? :)

Denn diese Konsolengeschichte bringt ein Problem mit sich:
Die Knöpfe lassen sich nur schwer erfühlen. Ok, ich erwarte auch nicht, dass ich ein Auto nach 2 Tagen blind fahren kann. Nach 2-3 Wochen würde ich die Buttons vermutlich auch ohne hin zu kucken treffen. Trotzdem habe ich auch schon wesentlich intuitivere Bedienkonzepte erlebt.

Zudem ist das zweite Display soweit unten angebracht, dass ich das G-Meter zum Beispiel nur sehen kann, wenn ich den Blick von der Straße nach unten fast in den Fußraum wandern lasse. Ist in Kurven bei denen interessante G-Forces zu Stande kommen vielleicht nur eine bedingt gute Idee. Also NISSAN: Coole Idee! Beim nächsten Modell das Display einfach mit ins Navi und damit direkt ins Blickfeld integrieren.

Dann haben wir die Rückfahrkamera. Für ein Auto dieser Klasse schon ein Hammerfeature! Und durch die runter gezogene Heckscheibe, für Leute, die nicht so gerne nach Außen-Spiegeln fahren echt praktisch! Zum Thema Rückfahrkamera werde ich aber auch noch ein Sonderposting machen, da ich persönlich mit der Technik an sich noch ein echtes Problem habe.

Design-Detail
Nur mal so – Mein Lieblingsdetail noch vor dem Moppedtank-Schaltknüppelhubbel: Die Türgriffe innen:

Der Motor
Die Fahrleistungen sind für das 1,6l Maschinchen recht gut. Es gibt bessere, moderne Motoren – keine Frage. Aber das etwas ruppige gefauche der 190 Turbo-Ponies macht Laune. Von unten raus fehlt ein bißchen der Qualm, klar. Sobald die 2500 Touren überschritten sind, marschiert er ordentlich los. Wenn der Zeiger die 4 auf dem Drehzahlmesser passiert hört man schön den Turbo pfeifen und kurz vorm roten Bereich wirds dann zeit zu schalten – da geht die Puste aus. Das Getriebe schaltet sich auch in hohen Geschwindigkeiten knackig und fix.

Und ich depp hab zum ERSTEN vergessen, ein Foto von unter der Haube zu machen.

Eine Sache die fehlt:
Start-/Stop Automatik. Gerade bei einem Auto das ohne aktive Benutzung des Zündschlüssels funktioniert eine Selbstverständlichkeit. Will sagen: Ich brauche den Schlüssel nur in der Tasche mit mir rum zu tragen. Das Auto erkennt den Schlüssel über Funk und startet auf Knopfdruck. Da sind eigentlich alle Voraussetzungen gegeben, den Motor bei langsamen Geschwindigkeiten und im Stand aus zu schalten um Sprit zu sparen.

Genau. Thema Sprit sparen :)
Ich bin ehrlich – ich hatte es eilig. Sowohl zum Flughafen hin zu kommen. Als auch abends um zehn wieder nach Hause zu bügeln. Und mir sind auch zwei Autoweisheiten durchaus geläufig: SUVs haben naturgemäß einen höheren Windwiderstand als ein Sportwagen und “Turbo läuft, Turbo säuft”. Dass ich aber auf dem Weg nach FFM fast ne komplette Tankfüllung brauche hat mich dann doch überrascht. Sprich der 46 Liter Tank reicht bei eiliger Gangart mal grade für 400km. Leider hatte ich das Auto nicht lange genug, um zu beweisen, dass ich mit meinem gefühlvollen -Gas- ähm, Sparfuß auch weit drunter käme. Laut Durchschnittsverbrauchanzeiger dürfte es auch mit knapp 7l gehen.

Die Namenswahl:
Das erste was meine Freundin anmerkte war, “Der Name is ja jetzt aus Anglistensicht so semi-klug”. Ich schätze für den englischsprachigen Markt ist das Auto vielleicht nicht gedacht, oder wird einfach umbenannt. Als Product-Manager würde ich jedenfalls in keiner Sprache ein Produkt auf den Markt bringen, dessen Name sich auf Kotze reimt (englisch: puke) reimt und so nah an Witz (Joke) ist. .

Erfolgsaussichten?
Naja, wenn der Juke nur halb so gut läuft, wie sein großer Bruder Qashqai muss sich bei NISSAN keine Sorgen machen. Der große SUV wird in Sunderland ja momentan nahe am Begrenzer zusammen gebaut und die fertigen Autos eher zugeteilt, als zum Verkauf angeboten. So eine Luxussituation ist in der Autobranche derzeit selten.

Schöpfer Francois Bacon ist auf sein Baby jedenfalls genauso stolz wie NISSAN-Händler Mattern, der sich freut, neben dem Erfolgspferd Quashqai nun auch ein Erfolgspony im Stall zu haben :)
Zu Recht.

Und das ich an einem Tag VIER mal von wildfremden Leuten auf ein Auto angesprochen worden bin, ist mir auch noch nicht passiert. Auffallen und Fahrspaß ist mit dem JUKE garantiert.

Als Alternativmotorisierung wäre vielleicht ein Diesel mit 170-190 PS und weniger Durst als der 1,6l Turbo Benziner nicht verkehrt. Dem Auto würde ein ruppiger Diesel mit ordentlich Wumms gut zu Gesicht stehen. Und das sag ich nicht oft :)

Hier könnt Ihr den JUKE auch mal in Bewegung sehen. Der UK-Werbespot ist zwar stylish, wird dem Auto aber nicht gerecht. Der JUKE ist in real sehr viel spektakulärer als im Filmchen. Schaut ihn Euch einfach mal beim Händler Eurer Wahl an, wenn Euch der “Marktbegleiter” Mini Countryman mittlerweile zu bieder ist!

Das erste mal Tanken – Honda Civic Type R Testtagebuch 4

Tanken. Nach 31 Autobahnkilometern und 20 auf der Landstraße. So wie die Anzeigebalken für den aktuellen Verbrauch passend zu Sound und Spaß in den Bereich geschnellt sind, der gern mal mit ner 2 anfängt, graute es mir schon ein bißchen vor der ersten Fütterung.

Aber es hielt sich dann doch im Rahmen:

Honda Civic Type R Testtagebuch Teil 3 – Vatertag

Bollerwagen kann ja jeder. Also bin ich an Vatertag im alten zu Hause vorbei gefahren und hab dem alten Herrn den Honda-Schlüssel in die Hand gedrückt. Kleine Runde drehen und dabei die Eindrücke filmen, von jemandem, der seinen Lappen seit über 40 Jahren mit sich rumträgt und als Aussendienst-Techniker wahrscheinlich die Millionen Kilometer Grenze schon lange überschritten hat. Papa Probefahrer also im Honda Civic Type R:

Fazit: Kein alte Leute Auto, aber definitiv das Richtige Auto für die spaßigen Ausfahrten als Rentner ;)

Das ganze war auch eine kleine Wiedergutmachung der Pein, die mein Dad bei Alfa in Varano abegkriegt hat, als ich ihn nicht darauf vorbereitete, was ihn erwartet. Der FIAT-Chefingenieur für Chassis und Fahrwerk . Philip Krieffe hatte uns damals im Alfa Romeo MiTo um die Strecke geschmissen. Gab für Vadern beim Filmen blaue Flecken :) Dafür ist das Video eines meiner meist gesehensten auf YouTube.

Honda Civic Type R Testtagebuch Teil 2 – Freundin in Angst

Einen Tag nach dem ich den Type R mit nach Hause gebracht hatte, war Freundin dran. Mitfahren. Erstmal langsam eingewöhnen. Ok. Langsam ist jetzt der falsche Ausdruck. Erstmal FIX auf der Autobahnauffahrt eingewöhnen :) Das Auto marschiert ja nicht nur los wie die Feuerwehr, wenn er in die interessanten Drehzahlbereiche kommt, klingt er auch noch richtig gut. Irgendwie nur für Jungens. :)

Zum Vergleich: Meine Süße habe ich nicht ganz so gequält (quälen können *g*) wie Ricardo Patrese seine Frau. War ja keine Rennstrecke vor der Haustür ;) Deswegen kam es nicht zu den rüden Beschimpfungen. Wohl aber machen sich beide ziemlich schnell Gedanken um Kinder. Egal ob die zu hause oder die ungeborenen :)