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Ich wurde quasi entjungfert

Also im Grunde war Poetry Slam jetzt nicht komplett neu für mich. Gibt ja Internet und so. Nur live hab ich den Spass noch nie wirklich bewusst mit gekriegt. Nur einmal, aber da war ich stramm wie ne Natter und alles andere als für Lyrik, Poesie oder was auch immer zu interessieren.

Heute dann also das erste Mal einen Slam von vorne bis hinten mit allem drum und dran.

Rouven
(der mich Samstag im LIDL ja noch an den Slam erinnert hatte) und “Lampe” machten den Anfang und slammten? sich um den EInzug zur deutschen Meisterschaft in Zürich.

Anm.:
Deutsche Meisterschaft und Zürich ist ungefähr so wie “Deutschländer haben das beste der Würstchen… Knackich wie Frankfurter, zart wie Wiener…)”, Ihr wisst wie es weitergeht…

Naja, Rouvens Text gefiel mir ganz gut, war eher ruhigerer Art und so machte Lampe das Rennen, da er etwas lustiger und ich sag mal krawalliger im positiven Sinne war. Grade wollte ich eine der lustigen Stellen zitieren und jetzt fällt sie mir schon nicht mehr ein. Mein Kurzzeitgedächtnis war noch nie sonderlich ausgeprgt.

Ich hätte Rouven das DM-Ticket gegönnt.

Dann ging es mit dem eigentlichen “Battle” los und Micha el Göre ware der Erste. Mir ist der Gute ja einfach zu schnell ;) Da komm ich nicht mit und ich gehöre jetzt nicht grad zu den langsamen Zuhörern ;) Vielleicht ist der Rhythmus auch einfach nich meiner.

Danach war Saskia dran, die weniger Geschichten erzählte, als offensichtlich eigene Erfahungen zu verarbeiten. Ist ja schön und gut und aller Ehren wert. Und auch wenn es nich immer lustig sein muss – ich will wenigstens irgendwie unterhalten werden. Entweder intellektuell, oder emotional oder tiefgründig oder eben humorig. Aber das war dann doch nicht so meins, wenn auch mutig.

Annika aus Osnabrück trug eine Ode an Amy (whinehouse) vor. Witzige Idee, ganz süß und fast schon tagesaktuell. Bis dahin inhaltlich mein Favorit.

Naja und dann kam eben der Herr Verollet und hat so rumgerockt. Ist irgendwie schon der Lemmy Kilmister der Eigentextvorleser. Rock’n’Roll ohne Musik. Und heute etwas mit gebremstem Schaum. Der Text war trotzdem sehr geil. Und so langsam fang ich an, sowas wie Stilelemente in der Vortragsweise wieder zu erkennen.
Jaaaa, ich werde hier langsam zum Fanboy. UND?

Der Text ging um Einjähriges, Südseeinseln und von Freundinnen zwangsheraufbeschworenen Größenwahn. Der Mann, der den Text nicht nachvollziehen konnte, hat entweder nie geliebt oder hatte immer nur mausige Huschen.

Danach war Pause und meine Einschätzung “irgendwie hat man bei diesen Slams dann am meisten Erfolg, wenn man eher son Comedian ist” wurde geteilt und ergänzt mit “naja und wenn man Blut, Gewalt und Fäkalhumor reinbringt, verschlechtern sich die Chancen auch nicht grade.”

“Naja, damit wird sich ja noch zurückgehalten”

“Wart’s ab, das kommt noch.”

Oh, voll recht behalten sollte sie. Nach der Pause hatte ich einen rumkrakeelenden und einen eher ruhigen Teilnehmer draussen vor der Tür verraucht. Dann kam ein Möchtergerncomedian mit kieksiger Stimmbruchstimme und blutiger Scherenserienmördergeschichte.

Das war schon unheimlich. Also nicht die Darbietung an sich – sondern die treffende Einschätzung.

Zum Abschluß der ersten Runde folgte jemand mit einer ansatzweise fäkaligen aber vor allem äh, interessanten Klogeschichte.

Also Blut und Fäkal direkt aufeinander. Damit hatte ich nicht gerechnet und das war mir etwas unheimlich so im nachhinein. Aber ich war auch beeindruckt von soviel Erfahrung und Weitsicht in Sachen Slamverlauf.

Der nervige Blutscherenaushilfscomedian trat dann im Finale gegen Herrn Verollet an und bot zwei schlimme und vor allem unlustige Geschichten. Mischa hatte vorher eine nicht für’s Slammen gedachte Story rausgehauen, die zwar gekürzt aber deswegen nicht weniger gut war.

Inhaltlich der klare Sieger des Abends. Auch wenn der kleine Schräbbecomedytyp vermutlich bei einem geeichten Applausometer um 0,73db besser abgeschnitten hätte.

Egal, war ein kurzweiliger Abend und immerhin hab ich mal wieder Blogger und Bloggerinnen in echt kennen gelernt. Und auch Twitterer.

Das und Bielefelds Poetrypopstar in Aktion erlebt zu haben, ist ja schon mal viel wert. Aber das Bier im Bunker ist ECHT teuer (aber charmant serviert *g*)…

Und zum nachvollziehen einmal HEEEEELGAAAAAA:

Und wie Slayer wen zum Mann macht:

Pommesärmchen und so :)

Danke an Herrn Endeneu und Frau Bug für den Tabak, ich bereu es grad schon wieder mit ordentlich Kratzerei im Hals :) Rauchkater ist echt doof. Quasi entjungfert übrigens, weil ich nur so mitgehört habe und mich nicht dazu habe hinreissen lassen, als Herr Krombacher die Rückseite meiner Pulle vorzulesen. Nächstes Mal vielleicht. Was tut man nicht alles für freien Eintritt und Getränkemarken :)