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Renault Nissan CEO Carlos Ghosn auf der @LeWeb mit @loiclemeur

Carlos Ghosn von Renault Nissan hat einen Talk auf der LeWeb 2010 gehalten und wurde anschließend von Loic Le Meur (Seesmic) interviewed. Und das was er sagt, passt ziemlich gut zu dem, was ich mir dieses Jahr thematisch für diesen Blog vorgenommen habe: Die Zukunft unserer Mobilität und den erweiterbaren Nutzen von Auto zu beleuchten.

Ghosn erklärt, warum Autohersteller seit Henry Fords erstem Fließband eher nach Optimierung und Kaizen als nach innovativem Durchbruch gestrebt haben: Es kostet rund 2 Milliarden Euro um die Entwicklung eines Autos wie den Megane durch zu führen.

Wenn wir das mal mit den Entwicklungskosten von Webanwendungen vergleichen… Nur mal bei den angeblichen 1000$ die Mark Zuckerberg für den Start von Facebook gebraucht hat, ein ganz schöner Schluck aus der Pulle.

Wobei die Autohersteller hier glaube ich noch ein bisschen auf dem falschen Dampfer sind. Das Zauberwort womit man die jungen Käufer bekommt ist nicht unbedingt innovativer Durchbruch in Techniken, die zur noch besseren, schnelleren oder sicheren Fortbewegung führt. Vielmehr bin ich überzeugt, dass es einen Durchbruch in der Benutzung der Autos geben muss. Und im Mehrwert während der Benutzung. Double your time und mach etwas Sinnvolles, während Du im Auto von A nach B fährst.

Und mittlerweile MUSS umgedacht werden, denn in Japan sind Autos erst auf Platz 17 der Produkte, für die sich Jugendliche interessieren.

Das Elektro Auto als Plattform ist schon ein großer technischer Durchbruch. Aber wenn man genau hinsieht, auch nur eine Optimierung in Verbrauch und Antrieb. Es ist aber kein grundsätzlich neues Fahrkonzept. Kein grundsätzlich neues Bedienkonzept.

Loic Le Meur Einwürfe fand ich klasse: “Wir wollen die Autos hacken. Sie verbessern und unseren Bedürfnissen anpassen. Ihr plant für 5-6 Jahre. Wir für 2 Wochen bis einige Monate”

Ansonsten stimme größtenteils mit Ghosn überein: Motor, Getriebe, Sicherheitssysteme interessieren den Benutzer meist gar nicht mehr (und ich sage bewusst Benutzer und nicht Fahrer.)

Was er aber zu bedenken gibt, ist dass Sicherheit bei einem Auto eine immens größere Rolle spielt als bei Computern, Telefonen und Gadgets. Elektro-Autos sind sicherer, weil ich akkustisch von meiner Umwelt mehr mitkriege (wenn ich nicht grad die 800 Watt Dröhnung an den Ohren habe). Diese Sicherheit kann natürlich kein Autohersteller durch übertriebene Ablenkungen oder gar fehleranfällige Systeme gefährden.

Ghosn sagt: “Du machst EINEN Fehler und hast hunderte von Millionen von Schadensersatz am Hals. Klar, dass da ein ganzer Industriezweig nicht mal eben so umdenkt.

Schaut Euch das Video einfach an. Ist sehr interessant. Besonders die Anekdoten aus Japan. Ghosn ist einer von ganz genau ZWEI europäischen CEOs in Japan :)