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Bloggerboliden Folge 4 – @WillSagen mit reichlich FIat 500, Drei-Liter-Auto und kopfloser Göttin

Bloggerboliden Folge 4 – @WillSagen mit reichlich FIat 500, Drei-Liter-Auto und kopfloser Göttin

Schon wieder einer aus Berlin! Es hat nach SpreeblickJohnny ein bisschen gedauert, aber endlich komme ich mal wieder dazu, einen Blogger zu Wort kommen zu lassen und uns von seiner Karre zu erzählen. Diesmal ist es einer den ich schon als Archetypen des Autobloggers einsortieren würde :) Er schraubt an Autos, er kann beruflich als Unfallgutachter aus Schrott lesen und er hat schon eine sehr nette Sammlung an Auto-er-Fahrungen zusammen.

Wie ist Dein allgemeines Verhältnis zu Autos? Begeisterter Fahrer oder notwendiges Übel?

Autos beschäftigen mich beruflich und privat. Ohne Auto wäre ich ziemlich immobil.
Für “Muss”-Strecken nehme ich aber auch gern mal Öffentliche, vor allem, weil ich zwar gern Auto fahre, Parkplatzsuchen aber hasse wie die Pest.

Nur zu Gerichtsterminen fahre ich dann doch mit dem Auto, weil ich mir mit Anzug und Krawatte in der Öffentlichkeit nach wie vor ziemlich albern vorkomme. Naja, und mit Klimaanlage ist es im Sommer schon ganz praktisch, da man nicht durchgeschwitzt beim Termin ankommt, sondern mit kühlem Kopf. Ich bin auch begeisterter Taxikunde. Das ist mir aber meistens zu teuer. Ab und zu gönne ich mir mal eine Taxifahrt.
Herrlich!

Was war Dein erstes Auto – kannst Du Dich noch an ein besonderes Erlebnis erinnern?

Na, was wohl? Ein Fiat 500 natürlich. Der grüne auf dem Bild. Da war ich mit Freunden auf einer Italien-Rundreise. Wir sind insgesamt 6500 km in gut 3 Wochen gefahren und hatten keine ernsthafte Panne. Einmal haben wir zwischendurch Zündung und Ventilspiel eingestellt. Auf der Reise sind wir bis in den Absatz vom Stiefel gefahren.

Was fährst Du aktuell?
Öhm. Naja, Fiat 500? Nach wie vor. Und Z3 Coupé und Honda Civic. Ach, und jogs Heinkel steht hier auch immer noch rum und wird ab und zu bewegt.

An der Anzahl sieht man schon, dass ich im Sinne des Umweltschutzes versuche, möglichst viele Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen, da ich ja nur ein Fahrzeug gleichzeitig bewegen kann. ;)

Das ist Auto Porno par excellence :-)

Ein Testbericht zu Deinem Auto in 140 Zeichen:

Dieses 3-Liter-Auto ist komfortabel und gleichzeitig spurtschnell. Der Kofferraum reicht für den kleinen Urlaub. Das Design polarisiert.

Was wäre Dein absolutes Traumauto?
Ein DS Cabriolet. Das ist einfach (für mich) das schönste Auto, das je gebaut wurde. Ein Auto wie ein ruhiger Fluss. Ich hatte mal eine DS. Das Fahren ist göttlich, das Design einzigartig. Aber das Cabriolet setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Und ein Blick in die Kristallkugel:
Was glaubst Du, wie wir in 2030 Auto fahren bzw individuell mobil sein werden?

Nunja, in Berlin könnte es sein, dass die S-Bahn dann wieder einen geregelten Fahrplanverkehr aufnimmt. Der Individualverkehr könnte daher zurückgehen.

Ne, im Ernst: Die Ära, dass wir in automobilen Trutzburgen aka Porsche Cayenne, Audi Q7, Mercedes GL und wie sie alle heißen, rumfahren, wird unweigerlich zu Ende gehen. Die Autos brauchen vor allem zu viel Platz, den wir in den Städten nicht haben. Mal abgesehen davon, dass sie zu viel Sprit verbrauchen. Sagte ich schon mal, dass mein Fiat 500 Kombi auf der Autobahn bei konstant 100 km/h 4 l/100km verbraucht? Und der wird bald 50 Jahre alt…

Viele Leute kaufen derzeit ihr Auto nach dem maximalen Anwendungsfall, der Urlaubsfahrt. Vati, Mutti, Kinder, Hund, Fahrräder, Surfbrett: Da muss es schon der T5 sein, der dann aber auch an 340 anderen Tagen im Jahr nur zu 20% ausgenutzt wird. Hier wird es wohl individuelle
Sharing-Modelle geben, gerade in Ballungsräumen. Aber ob sich am Design und an der Größe “schon” in den nächsten 19 Jahren
Entscheidendes verändern? Ich glaube es bald nicht.

bicycle-stand-utrecht-station

Das Fahrrad wird wieder in Städten an Wichtigkeit zunehmen, kann allerdings schon aus körperlichen und aus Wettergründen nicht eine Allgemeinalternative sein. Da wird irgendwann eine Sättigung erreicht sein. Kleine Rollermobile könnten eine Zukunft haben, wenn man vom Statussymbol “Auto” wegkommt. Diese werden wohl nicht mit fossilen Brennstoffen fahren. Ob allerdings der Elektroantrieb der Weisheit letzter Schluss ist, wird davon abhängen, mit welchem Rohstoff- und Energieaufkommen nicht nur die Energie, sondern vor allem auch die Akkus produziert und recyclet werden können.

Es gibt auch interessante Ideen mit Druckluftantrieben und so. Leider wird die Forschung in dieser Richtung zu sehr von der konventionellen Energiewirtschaft und -lobby gegängelt und in bestimmte Richtungen gedrängt, die für die derzeit marktbestimmenden Unternehmen die größten Profite bedeuten. Da versagt die Politik total (bzw. funktioniert hervorragend, alles eine Frage der Sichtweise). Gerade freie Forschung müsste in Deutschland höchste Priorität haben. Da sich Unis und Hochschulen aber praktisch überwiegend über Drittmittel finanzieren müssen, müssen sie im Sinne der Geldgeber forschen. Ein Unding! (Jetzt habe ich aber ganz schön viel geschrieben, was mit der Frage nichts zu tun hatte. Ich sollte Politiker werden…)

Stell doch kurz noch Dich und Dein Blog vor – gibt es auch ein Posting zum Thema Auto(-Fahren)?:

willsagen.de ist eigentlich tatsächlich sowas wie ein Webtagebuch. Ich schreibe allerdings nicht täglich irgendwas, aber wenn, dann über etwas, das mich tagesaktuell bewegt. Das betrifft alle Themen des täglichen Leben und ist techniklastig. Ich würde gern mehr beruflich bloggen, das geht aber aus Gründen der erforderlichen Neutralität und Verschwiegenheit nicht. Autos kommen gefühlt in jedem dritten bis vierten Beitrag meines Blogs vor. Das kann sich mal um Oldtimer drehen, mal um Mobilität oder auch um politischen Irrsinn, wie z. B. die oberschwachsinnigen Umweltzonen.

Gruß aus Berlin
Will Sagen

Danke Will! :) Ach ja und seinen Blog www.willsagen.de kann ich nur uneingeschränkt empfehlen :-)