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Erste Eindrücke aus der Unendlichkeit: Infiniti G37S Coupe

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Ich bin ja grade auf dem Weg zum Herrn Vettel und der Saison Abschluss Party von Red Bull Racing in Milton Keynes. Und wer sponsert Red Bull Racing? Rrrrichtig: Infiniti. Die japanische Edelschmiede, die ja besonders für sportliche Crossovers bekannt ist (den Infiniti FX50 in der Vettel Edition werde ich wohl auch wieder zu Gesicht kriegen) ist sozusagen der Autosponsor.

Wie kommt das? Ganz einfach: Infiniti gehört zum Nissan Konzern, der wiederum in einer Allianz mit Renault zusammen arbeitet. Und der Red Bull F1 Renner wird mit einer Renault Maschine befeuert.

So schließt sich der Kreis und begab es sich, dass ich passend zur Veranstaltung einen G37S aus dem Pressepool bekommen konnte.

Was soll ich sagen:
Der Ersteindruck ist umwerfend. Das Coupe steht mächtig schick da. Seit ich das erste Mal ein Joypad in der Hand und Gran Turismo auf dem Bildschirm hatte, träume ich davon, mal nen Skyline zu fahren. Und jetzt isses soweit. Der Nissan Skyline – eines der legendärsten Autos eher – ist das Schwestermodell vom G37.

Merkt man gleich :) Das ESP ist – ich sach mal – fahrfreudeoptimiert. Der erste beherzte Tritt nach rechts sorgt für Kratzgeräusche von Gummi auf Asphalt, orangem Leuchten im Armaturenbrett und für ein Grinsen in meinem Gesicht. Das wurde auf der Autobahn auf dem Weg zum Flughafen deutlichst breiter: Der G37S schüttelt seinen Hintern auch noch bei 140 :)
3,7 Liter V6 und 320 Ponnikes sei dank.

Jetzt hat ihn Herr

Probefahrt: Volvo C30 2.4 Diesel – Testbericht

Probefahrt: Volvo C30 2.4 Diesel – Testbericht

volvo_c30_ikea.JPGWikipedia weiß ja bekanntlich alles – also auch: “Die Frauen sind am schönsten nach der Sauna”. Die Finnen haben die Sauna zwar erfunden – ganz klare Sache, aber in Schweden gibt es die entspannenden Schwitzhütten natürlich auch. Wie wohl überall wo der Winter einige Monate lang andauert und es wochenlang bis auf ein paar kurze Stündchen auch tagsüber zappenduster ist. Man geht rein, dann wird es tierisch heiß, es wird ein bißchen geschwitzt, danach kühlt man sich ordentlich ab und HAAAACH – kommt man ordentlich entspannt und glücklich wieder raus. Weg sind die winterlichen Suizidgedanken…

Ähnlich ging es mir dieses Wochenende auch, nur, daß der Aufguss nicht mit ätherischen Ölen gemacht wurde, sondern mit Dieselöl und ich nicht in ein Holzhaus gestiegen bin, sondern in die optisch wie ich finde recht spektakuläre Neuauflage des Schneewittchensargs: Dem Volvo C30.

volvo_c30_markoetter.JPGHerr Kielhorn vom Autohaus Markötter begrüßte mich Samstag Morgen dann auch nicht mit Fichtennadelzweigen, sondern mit einem Autoschlüssel – ok, jetzt ist erstmal Schluss mt den Dampfbad-Metaphern. “Wow”, dachte ich mir nach den letzten vier Start/Stop-Knopf Erlebnissen – endlich mal wieder ein Auto, bei dem man einen Schlüssel zum Starten umdrehen muss :) Ok, der Schlüssel ist auch ein Stück Plastik und sieht ein bißchen aus wie von Playmobil, mit seinen gelben und roten Knöpchen, aber “es ist ein Schlüssel und er wird sich wohl rumdrehen lassen.”

volvo_c30_richtiger_schlusseljpg.JPG“Leider paßt der nicht wie besprochen zum 2.0l Benziner – der ist heute doch nicht verfügbar, sondern zum 2 Liter Diesel. Das macht Ihnen hoffentlich nichts?” fragte Herr Kielhorn. “Der hat sogar noch einmal 10 PS mehr und somit 180 statt 170”. “Klar, kein Problem. Grundsätzlich fahre ich lieber Benziner, aber ich lasse mich gerne überraschen”, meinte ich und wir gingen nach Unterzeichnung der Probefahrtvereinbarung erstmal zum schwarzen Sonderedition C30 im Ausstellungsraum. Nach Einweisung bei -1° Grad am Auto draußen war uns beiden nicht zu Mute. Der erste Eindruck macht schon nen schlanken Fuß – schlichtes, aber ansprechendes Design. Funktional und irgendwie chic. Schweden eben.
“Der hier ist schwarz und Ihrer gleich wird ein weißer sein – der genaue Gegensatz also”, zwinkert mirvolvo_c30_heizungsknoppe.JPG Herr Kielhorn zu – “auch bei der der Schaltung – dieser hier ist manuell und der draußen Automatik. Automatik macht Ihnen doch nichts, oder?” – “Wenn Sie nen Bindfaden da haben, mit dem ich mein linkes Bein anpflocken kann – kein Problem ;) Naaa, wird schon gehen. Bin ich nicht grade gewohnt, aber komme ich mit klar.” Nach ein paar Erklärungen der Bedienelemente – und da gibt es echt nicht viel zu erklären, das hat Volvo echt intuitiv hingekriegt – man beachte z.B. die einfach zu bediende Pusterichtung der Heizung.

volvo_c30_right.JPGMein freundlicher Einweiser wünschte mir noch einen schönen Tag und los gings raus zum weißen Büffel. Anders weiß ich den C30 echt nicht zu beschreiben. Ich find ihn optisch super:
Geduckte Haltung, ausladende Formen, ein bulliges Hinterteil. Da hat sich die Designabteilung mal ordentlich ausgetobt und ein Männerauto auf die Straße gestellt rrrRRRrrr um mal den Heimwerkerking zu zitieren. Coupèlook in der Kompaktklasse par excellance. So muss ein Hatchback, wie die Kollegen von der Insel sagen würden, aussehen.

volvo_c30_alulenkrad.JPGAlso reingeschwungen in den weißen Riesen, Probefahrertasche verstaut und Schlüssel rein. Hände ans Lenkrad und WUHA – was ist DAS denn??? Wer auch immer auf die Idee gekommen ist die Innenseite des Lenkrads mit Alu zu Verkleiden hat zwar Geschmack, aber noch nie bei Aussentemperaturen die irgendwo da sind wo Wasser zu Eis wird an sein toll designtes Lenkrad gepackt. ALTER SCHWEDE ist das kalt. Also artig die Hände auf die beiden ergonomischen Griffhörner legen, da ist kuscheliges Leder.

volvo_c30_display.JPGOk, damit die Hütte hier möglichst fix warm wird, stell ich erstmal die Heizung passend ein. Der erste Eindruck bestätigt sich – hier sind zwar mächtig viele Knöppe, aber ich finde mich schnell zurecht und das Display in der Mittelkonsole erklärt ordentlich was Sache ist. Das erinnert mich BTW schwer an die Displays der guten, alten Nokiahandies. Ob es der Schriftsatz ist, oder das LCD-grün? Keine Ahnung. Pixelig aber hübsch. Ach: Erwähnte ich, das dieses Mal mein Arm gleich passend da liegt, wo er hingehört? volvo_c30_handytacho.JPGIch bin beeindruckt :D Dafür gibt es kaum Ablageflächen *grummel* denken eigentlich alle Autobauer mittlerweile, dass man keinen Kram mehr mit ins Auto nimmt? Die klassische Volvo Handyunterbringungsstelle im Eingriff des Türöffners gibt’s hier nicht, also muß die zweitklassischste Stelle herhalten – vorm Tacho. Hier is alles noch genauso schön eckig, wie ich das gewohnt bin.
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So, warm wird es gleich schon werden(Video), also runter vom Hof, erst einmal rauf aufs Gas. Typischer Dieselantritt. Von ganz tief unten ordentlich in den Rücken getreten und nach oben hin geht ihm erstaunlicherweise nicht so schnell die Puste aus wie anderen Dieseln. Das liegt zum einen wohl an den 2.4l die der Fünfzylinder verpasst gekriegt hat, zum Anderen am erstmal recht günstig übersetzt scheinenden Automatikgetriebe. Sportlich, sportlich. Da hat Herr Kielhorn nicht zu viel versprochen. Kickdown traue ich mich hier noch nicht, dafür ist zuviel Verkehr.

volvo_c30_bergvideo.JPGAlso aus der Stadt raus und schööön die einzige Bergstraße der Gegend hoch. Rechts rum, Tritt Richtung Bodenblech und den Berg hoch und … so schnell kann ich gar nicht kucken, wie es mein Handy vom Tacho aus nach hinten zur zweiten Sitzreihe pfeffert. Ok. Qualm von unten hat er nun definitiv unter Beweis gestellt :) Aber hier den Berg hoch stellt sich mir nun ein ganz anderes Problem – entweder bin ich zu doof das Automatikgetriebe richtig in den Griff zu kriegen, oder es ist für zügiges Berge hochklettern echt nicht gemacht. Entweder zu viel Gas oder zu wenig. Kommt er richtig in schwung, dann ist schon die nächste Kurve da, aus dem Scheitel raus ist der Diesel aber zu träge. AAARGH – ich will ein Schaltgetriebe. Vielleicht geöhnt man sich irgendwann dran, ich weiß es nicht.

Ach ja die Trägheit – sowohl beim zaghafterem Vollgas als auch beim beherzten Kickdown mit Schmackes: So eine gefühlte Sekunde läßt sich das Maschinchen immer Zeit, bis es die Hufe in den Teer haut. Eine Sporteinstellung oder etwas ähnliches konnte ich aber auchnicht finden, mit denen Schalt- und Ansprechzeiten irgendwie verkürzt werden könnten.

volvo_c30_parkscheibenhalteclip.JPGNaja, jedenfalls hat die Heizung mittlerweile Ihren Dienst aufgenommen. Und zwar zu gut :) Ist nicht so einfach bei dem Wetter die richtige Dosierung zu finden. Das haben Volvoheizungen ja so an sich: Die Saunagene machen sich immer wieder gerne bemerkbar. Ach und noch was: Den altgedienten Parkscheibenhalteclip haben sie wieder verbaut. Das dürfte das am längsten in Volvos vertrene Bauteil sein, oder? :) Ach ja: Die Hupe ist recht piepsig und bittet mehr um Verzeihung wegen der Störung, als dass man damit Elche erschrecken könnte.

volvo_c30_heckklappe.JPGDie Meinungen über das Design gehen WEIT auseinander: Auf dem Weg zu meiner gewählten Fotolocation kam ich bei meinen Eltern vorbei und hab mir dort nen Kaffee gegönnt. Von Muddern kam nur ein melancholische “Hach, das it dochs kein richtiger Volvo mehr” – “tja muddern, die haben denen aber schon vor 10 Jahren verboten mit Legosteinen zu spielen – das Eckige ist doch schon lange passé” und Vaddern war auch klasse “Das soll das Remake vom P1800 sein? Hm. Da ist doch kaum Glas und die Heckklappe sieht aus wie ne Hundehütte…”
Ok, damit wäre dann die Frage der Zielgruppengeneration auch geklärt. 50+ isses nicht unbedingt :)

volvo_c30_innen_hinten.JPGHinten ist übrigens reichlich viel Platz – wenn man erstmal da hinten reingeklettert ist. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Noch weniger einfach ist, den Sitz wieder in die richtige osition zurück zu bekommen. Ich hab mal versucht das im Video festzuhalten (da hat es btw schon etwas besser geklappt als bei dem verzweifelten Versuch, den ich nicht aufgenommen habe aber immer noch schwieig genug *g*) Der Fahrersitz ist wunderbar – zum dranrumspielen bin ich leider nicht mehr gekommen. Fühlte sich an, als wenn man die Mitte aufpusten könne, weiß ich aber nicht genau. War aber auch so eine Hammermischung aus bequem, straff und gutem Seitenhalt. Und das mir, der vom im Autositzen eigentlich immer Rückenschmerzen kriegt.

volvo_c30_handschuhfach.JPGWas gibt’s zur Innenausstattung sonst noch zu sagen? Hm, das Handschufach ist von der Größe her wörtlich zu nehmen. Da passt nix rein. Sicherheitsbewußt wie man bei Volvo ja immer ist, erinnert der C30 nicht nur durch eine tickernde Blinklampe ans Anschnallen sondern auch mit lautstarker und mit steigender Geschwindigkeit immer lauter und lauter und lauter und schneller. Nervig, aber dafür sicher.Ich bin j schon froh, dass es nicht mehr die dicken roten BITTE ANSCHNALLEN Leuchten gibt, die Volvo früher unter den Innenspiegel gebaut hat, damit hinterherfahrende Staatsbedienstete einen Grund für ne kleine Unterredung amStrassenrand hatten.

volvo_c30_verbaruch.JPGMein Durchschnittsverbrauch lag bei 10,7 Liter Diesel ich bin nicht supersparsam gefahren, hatte es aber auch nicht soooo eilig. Von daher beeindruckend aber wahrscheinlich nicht repräsentativ – Rekordverbrauch waren übrigens 32,5 Liter beim Hochbeschleunigen auf der Stadtautobahn ;=)

Hach, aber entspannend isser. Die Rückfahrt war Relaxing pur. Cruisecontrol an und so dahin geglitten. Eaaasyyy. Ich muss mich bei der Gelegenheit mal als alter Zapper outen. Beim Fernsehucken eigentlich nicht, aber im Auto schalte ich ständig die Sender weiter (wenn ich keine passende TestCD habe, hehe) und von daher kamen mir die passenden Buttons am enkrad echt entgegen.

volvo_c30_hinten.JPGFür mein Fazit komme ich wieder zur Saunametapher zurück: Es war ein bißchen wie 60° kühle Sauna und dann in 40° heißes Wasser springen. Für sportlich zu träge und für richtig komfortabel zu straff. Trotzdem entspannend (vor allem für die Kompaktklase) und spassig. Und ein echt hübsches Auto. Aber egal, ob man den Diesel oder den Benziner nimmt – laßt die Finger von der Automatik – die ist nen Spielverderber und versaut die Elastizität! Mit Schaltgetriebe dürfte der Hang zum sportlichen überwiegen und dann kriegt man ein richtig feines Paket.

volvo_c30_ikea.JPGUnd natürlich habe ich den kleinen brav wieder zu Hause abgeliefert ;) Und Ihr könnte Euch ja wohl vorstellen, was ich auf mich genommen habe, um am Samstag nachmittag auf dem Parkplatz von Schwedens bekanntester Kunsttischlerei SO ein Photo zu schiessen – es war die Hölle!

Und wer mir in den Kommentaren das passende Filmzitat zu diesem Bild liefert, dem gebe ich bei nächster Gelegenheit nen Bier volvo_c30_filmzitat.JPGaus.

Ach ja Chef:
Ipod über AUX und über USB gehen – laut Prospekt auch mit Steuerung und alles. Wenn ich das mal demnächst genauer testen soll, bräuchte ich dafür auch ein passendes Gerät übrigens ;)

Wer’s ganz genau wissen will, schaut die technischen Daten wieder beim Hersteller nach oder in die Gallerie bei den bunten Bildern: Ich habe den Verkaufszettel geknipst.

VOLVO C30

volvo_c30_front.JPGWeitere Erfahrungs- und Testberichte zum Volvo C30 gibt’s bei autoplenum.de

Audi A5 Diesel – Testbericht – Probefahrt

Das hier ist ein Beitrag aus der Konserve, als dieses Blog noch unter probefahrer.basicthinking.de gehostet war. Basicthinking.de ist verkauft und deswegen ist der Probefahrer jetzt hier ;)

audi_a5_diesel_quattro.jpgHach ja, in jungen Jahren hatte der Vater von Till und Tom ein Audi quattro – DEN Urquattro mit dem geilen 5-Zylinder Sound. UND er konnte damit umgehen. Ist wohl früher irgendwelche Hobbyrallys gefahren und hat uns das irgendwann mal im tiefsten Schneetreiben unter Beweis gestellt. Ein bißchen wie Walther Röhrl in seinen besten Zeiten eben :) So ein quattro oder zumindest ein Audi Coupé war jahrelang mein Traumerstauto. Das es dann doch nur ein Jetta Diesel zum 18. wurde hing mit Vernunft und meinem Bankkonto zusammen.

audi_a5_diesel_front_links.jpgIhr könnt Euch meine Begeisterung vorstellen, als der Termin bei der Autozentrale Bielefeld (gerade aus dem ehemaligen Autohaus Glienicke entstanden) mit dem A5 (der S5 war bereits ausgebucht) zu Stande kam. Ganz artig hatte ich meinen schröddeligen Volvo auf der hintersten Ecke des Parkplatzes abgestellt und als ich zum Eingang des Autohauses rüberging, sah ich schon jemanden den Kofferraum eines A5 ausräumen. “Ob das wohl für die nöchsten 2 Stunden meiner ist?”.
Der Herr war nicht mein Ansprechpartner, führte mich aber bereitwillig zu ihm. Bei Herrn Vogt, einem sympathischen Autoverkäufer vom alten Schlag angekommen plauderten wir erst einmal über die Neuaufstellung des Autohauses als eine Kooperation einiger Audi-Händler aus der Umgebung in der besten Lage in Bielefeld. audi_a5_diesel_autozentrale_bielefeld.jpgAls es dann zur Überlassungs Vereinbarung kam, klärte mich Herr Vogt erstmal auf, dass ich die Fahrt nicht ZU sehr ausdehnen sollte, da der Wagen momentan vom Geschäftsführer des Hauses gefahren wird und dieser wohl püntklich nach Hause wollte. “Na toll,” dachte ich mir, “da haste dem Chef des Hauses erstmal schön das Wochenende versaut und wegen Dir muss er extra am Samstag zur Arbeit”. In dem Moment als ich die massive Tür vom A5 aufschwang kam der pure Egoismus durch und es war mir völlig egal :)

Der A5 ist eine echte Schönheit. Bullig, aggressiv und trotzdem elegant. Im ersten Moment schoß mir durch den Kopf – wenn James Bond nochmal ein deutsches Auto Fahren sollte, dann kommt das hier einem Aston Martin echt nahe.