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Dawkins und Blackmore – wie sollen Gene und Meme uns kontrollieren?

Techmemes nennt Sie sie. Ich habe das Buch, das mein Cheffe hier reviewed hat noch nicht lesen können, aber der TED Vortrag von Frau Blackmore ist schon sehr beeindruckend. Und ich hoffe ich lehne mich mit meinen Schlußfoglerungen hier nicht ZU weit aus dem Fenster, so lange ich das Buch nicht gelesen habe.

Die Aussage “The Temes are making us do it” – finde ich mehr als fragwürdig. Genauso wird sie vermutlich auch schon bei den Memes argumentiert haben. Den Denkfehler begründet sie – zumindest im Video mMn selbst. Sie sagt “die Temes kümmern sich nicht um uns, oder um den Planeten oder irgendwas anderes – warum sollten sie? Sie sind nur Information. Sie benutzen uns um die Ressourcen des Planeten aufzusaugen, mehr Computer usw. zu produzieren…”

Und da steckt der Fehler. Memes oder Temes tun GAR nichts. Sie sind nur Information. Genausowenig, wie sie sich über etwas kümmern, Sorgen machen sind sie rücksichtslos oder lassen uns etwas bestimmtes tun. Memes und Temes sind einfach nur Bausteine, die vom Menschen eingesetzt, verändert und neu kombiniert werden können.

Da ist der zweite Denkfehler – Meme und Teme können viel einfacher verändert und beeinflusst werden als Gene. Also kontrollieren sie nicht zwangsläufig uns – sondern wir sie.

Ich kann mit dem “SIE machen dies mit uns und SIE lassen uns jenes tun nichts anfangen.” Das ist mAn einfach nur eine weitere Theorie um fehlende Selbstverantwortung des Menschen zu rechtfertigen.

Warum sollten Meme uns den freien Willen nehmen? Wir können sowohl auf das Mem Einfluss nehmen (ich falte meine Klopapierrolle nicht als Dreieck, sondern schendie sie rund) wie auch auf die Replizierbarkeit – “Ich gebe meinen Kindern Christliche Werte, Atheismus, Buddhismus etc. weiter” – obwohl das vorherrschende Mem möglicherweise den Islam vorgeben würde.

Wissenschaftlich korrekt hergeleitet mögen Blackmores Schlüsse sein, mMn nach inhaltich aber nicht korrekt und es wurden faktisch die falschen Schlüsse gezogen.

Wenn sich irgendwann Gene genauso einfach beeinflusst werden können, wie Meme jetzt schon wird das Gen noch so egoistisch sein können, es wird ihm nichts helfen weil ich es bewusst beeinflussen kann. Zukunftsmusik: Ich möchte blaue Augen haben? Also ändere ich meine Erbinformationen, bekomme blaue AUgen und gebe diese Informationen uU an meine Nachkommenschaft weiter.

Heute schon machbares Beispiel: Ich rauche, schädige meine Spermatozyten und verändere meine genetischen Informationen nachhaltig und gebe damit uU bewusst andere genetische Informationen an meine Nachkommenschaft weiter, als ich es ohne Rauchen getan hätte.

Die ganzen Details zu Lamarck und Darwin, die meine Süße mir gerader dazu gab, muß ich erst noch nachlesen und verstehen, bevor ich mir ein genaues Bild dazu machen kann. Aber es scheint, als wenn meine “Theorie” da eher untermauert wird.

!Fnord

Aber wie gesagt – so lange ich das Buch nicht gelesen habe und nur durch den Vortrag da oben urteilen kann mache belasse ich das ganze erstmal unter dem vorbehaltlichen Etikett “Gedankenspiel”. Auf das ich durch plomlompoms Posting letztens auch schon kam.

Ich glaube jedenfalls nicht daran, das SIE, Gene oder (T)Meme uns mehr kontrollieren als wir sie und kriege so langsam den Anspruch, das hobbywissenschafltich zu belegen. Dawkins, Blackmore – zieht Euch warm an ;) Bis dahin ist die beste aller Erklärungen zu dem Thema immer noch die aus Bielefeld.