Tag Archives: Diesel

Wir sind unterwegs im Range Rover Evoque Prototypen

Wir sind unterwegs im Range Rover Evoque Prototypen

Für mich ist es ja ein “Ewok” ohne Pelz. Die Frage ist, ob ein Defender dann mit Chewbacca vergleichbar wäre. :)

Als ich damals das Interview mit Exterieur Designer Jeremy Waterman zur Einführung des Evoque und das Auto zum ersten Mal sah, zerstreuten sich meine Befürchtungen größtenteils, der Evoque wäre ein Mädchen-SUV :) Hey, die Sorge war berechtigt, wenn Shopping Queen Victoria Beckham mit designt hat! Aber Sie hat offenbar einen verdammt guten Job gemacht. Das Auto ist chic geworden. Kann sich sowohl außen wie innen sehen lassen und nach den ersten 600 Kilometern kann ich schonmal aus eigener Erfahrung sagen:

Prima Reiseauto.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

170.000 Kunden haben seit Einführung in das Regal gegriffen, bei dem Abenteuer-SUV auf dem Etikett steht.

Keine Ahnung, ob und wie viele Leute jemals in Situationen mit dem Auto kommen, in denen sie die Offroad-Stärken wirklich ausspielen werden. Ich konnte gestern zumindest schonmal ein paar hundert Meter Feldweg lang heizen und das Auto zum Fotoshooting über den Strand fahren. Und dabei musste ich nichtmal eines der 4 Geländeprogramme auswählen. Das ging auch noch easy im Straßenmodus.

Lief wie’n Länderspiel. 190 Ponies aus 2,2 Litern Turbodiesel (klar – mit Shell V-Power betankt *g*) haben den Ewok über den Schwarzmeer Kies-Strand geschochoben, als wäre ich auf einem festen Schotterplatz unterwegs.

Einer der Tour-Teilnehmer nannte als sein Offroad-Motto “Don’t try to follow me, you won’t make it.” Treffender kann man es nicht ausdrücken ;)

Unser Auto hat die neue 9-Gang Automatik von ZF verbaut, durch die ordentlich Sprit gespart wird. Wir vergleichen unsere Verbrauchswert über Funk zwischendurch mit den anderen Teams und unser Auto liegt immer so um die 6,7-6,9 Liter Verbrauch, wo die anderen mit dem bisherigen Getriebe um die 7,4-7,6 unterwegs sind.

Eine anderere Verbauchs-Sparmaßnahme ist “Active Driveline”. Das System sorgt dafür, dass bei normaler Fahrt über 35 km/h der Antrieb der Hinterräder abgeschaltet wird. Kommt man dann doch auf eine Schotterpiste oder im Winter bsw. plötzlich auf eine verschneite Straße, schaltet sich der Heckantrieb innerhalb von 300 Millisekunden wieder zu und Du bist wieder mit nem Allradler unterwegs.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Umbauten am Evoque für die Tour

Das Auto ist weitestgehend serienmäßig unterwegs. Die Geländetauglichkeit bringt der Engländer mit. Für die Seidenstrasse Tour wurden nur Kleinigkeiten angebaut:

  • Unterfahrschutz um bei Aufsetzern zu schützen
  • Schutzgitter im Kofferraum
  • 4 Xenon Zusatzscheinwerfer von Hella oben am
  • Dachgepäckträger
  • Continental Bereifung Crosscontact AT
  • Spannungswandler für 220V
  • Funk- und WLAN Antennen

Das Auto so wie wir es fahren ist wie gesagt mit der 9-Gang Automatik noch ein Prototyp also quasi unbezahlbar ;). Das Auto der Tour-Teilnehmer kostet in der Ausstattung wie die Autos hier unterwegs sind 39.100€

MacBook pro Halter

Die wohl geekigste “Sonderausstattung” kommt serienmäßig:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Was der rote Button (auf den ich heute fast versehentlich bei einer Bodenwelle gehauen hätte) zu sagen hat, hat Lena von newcarz hier drüben erklärt.

Ein bisschen traurig macht mich jetzt schon, dass unser teilweise von Hand gebaute Auto nach der Tour noch einmal untersucht und ausgewertet, dann aber verschrottet wird :-( Ich werde ja durchaus leicht emotional bei Maschinen ;) Hey Landrover, wenn in Eurer Presse kein Platz mehr sein sollte – bei mir auf dem Hof ist noch ein bisschen frei!

Sevastopol Etappe – Honigwaben, Skyporn, Zebras, Unfall-Ladas und Freiluftsupermärkte am Meer #LRET

Muss mich kurz fassen heute. Gestern 13 Stunden gefahren. Gleich müsste mein Koffer ankommen. YAY! Ein paar Geistesblitze und Bilder von gestern. Gleich geht es zur Schwarzmeer-Flotte, Stadttour durch Sevastopol und dann auf den Weg nach Jalta.

Der wunderbare gestrige Tag im Schnelldurchlauf:

Kalauer des Tages:
Ich spring gleich in den Sevastopool.

Weisheit des Tages:
ist ukrainischer Bulle vor Dir mit Blitze,
machst Du besser keine Witze

Erkenntnis des Tages: 
Radio in der Ukraine lässt mich den Eurovision Songtest mit ganz anderen Augen sehen.

Wetter des Tages:
Es kann kalt UND schwül gleichzeitig sein

Verkehrstip des Tages:
Einfach mal nen Zebrastreifen auf ne AUTOBAHN bauen!

Geruchssensation des Tages:
Überall riehct es nach Feuer oder DIesel
Olfaktorisches Mittelalter ;)

Fußball-Erkenntnis:
Das Stadion von Sevastopol muss vom gleichen Architekten gebaut worden sein, wie die Bielefelder Alm

Bilder des Tages

Schnell, schnell zu Shell!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Männer die auf NICHTS starren. Gibt es hier überall. Nicht nur Männer. Menschen stehen entspannt an Straßenecken und Tagträumen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Wir konnten einem Lada Fahrer helfen, seine Karre aus dem Graben zu ziehen, die wohl “als er pinkeln musste, abgerutscht ist”

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Bizarrster Moment: Zebra hat uns an der Ampel zu gewinkt

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Unser Spritspar-Rekord bisher: 6,6l Diesel auf 100km mit dem Evoque

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Die glückliche Gewinnerin einer Wabe Honig :-D

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Eindrucksvolle und denkwürdige Denkmäler :)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Das Meer, das Meer

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Ukrainisches Hochzeitspaar

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Range Rover Evoque hat einen kostenlosen MacBook Pro Halter

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Unser Fotograf Craig in Action

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Honiglaster

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Neues Wort gelernt: Skyporn

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Supermärkte an der Straße – in jeder Größe und mit allem was das Herz so begehrt: Gemüse, Fisch, Honig.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Range Rover Evoque - Shell V-Power Diesel #LRET (c) Teymur Madjderey

Die harten Vorbereitungen zur Land Rover Experience Seidenstraße Tour

Es geht los! Die Land Rover Experience Seidenstraße Tour ist Montag in Berlin Richtung Mumbai gestartet und heute Nachmittag werde ich dazustoßen. YAY!

Die ganze Seidenstraße erfahre ich nicht mit den Shell V-Power betankten Range Rover Evoques. So. Den Werbeblock gleich zu Anfang abgefrühstückt ;) Muss aber auch sein. Shell hat mich eingeladen, die Etappe Odessa – Astrakhan zu begleiten und da sage ich natürlich nicht nein. Warum ich damit auch gleich noch einen Punkt auf meiner “Einmal im Leben machen müssen”-Liste abhaken kann erkläre ich später.

Shell V-Power Diesel in die Land Rover tanken

Shell V-Power Diesel in die Land Rover tanken

Vorbereitet auf die Tour habe ich mich bereits schon im Frühjahr. Ihr erinnert Euch?

DAS Land Rover Experience Camp.

Survival-Training und Auswahl der echten Teilnehmer der Seidenstraße-Tour nach Land Rover Art. Damals war ich schon hin und weg, zu was die Autos in der Lage sind. Wenn Du das erste mal ein 110% Gefälle runter bzw hoch gefahren bist, die Du zu Fuß nicht mal ansatzweise in Angriff nehmen würdest, kriegst Du echt Respekt vor diesen Kisten ;)

Dazu kam in den letzten Wochen ein kleiner Impfmarathon. Der nur deshalb etwas weniger anstrengend ausfiel, weil es derzeit eine skandalöse Verknappung von Tollwut und Typhus Impfstoffen durch die Hersteller gibt. Naja ich werde mich entgegen meiner Natur von streunenden Viehchern fernhalten und mich strikt an “Peel it, Boil it or forget” halten was die Nahrungsaufnahme angeht. Schälen, kochen oder vergessen. Schade. Salate fallen also wohl raus, die nächste Woche. Dann halt mehr Fleisch ;)

Damals beim Camp wurden die Gewinnerteams bestimmt, die jeweils für mehrere Wochen mitfahren dürfen. Ich war auch dort mehr als Beobachter dabei und versuchte nach besten Kräften mit zu helfen, aber im Zweifel doch möglichst wenig im Weg rumzustehen, wenn es für die teilnehmer ums Ganze ging.

Wenn es danach geht, womit wir dort im Kies-Hügelland bei Wülfrath auf die Probe gestellt wurden, bin ich echt schwerstens gespannt, was mich auf der Tour erwarten wird. Hölle war das anstrengend.

Zur Erinnerung:
Freitag gab es eine kleine Vorstellung der Tour, eine Einführung in die verschiedenen Bereifungen und richtige Reifenpflege durch Continental und eine kurze Erste Hilfe Auffrischung. Beruhigende Randinfo: Bisher ist in über 15 Jahren Land Rover Experience Touren noch nie etwas passiert. Gebraucht wurden die Erste-Hilfe Kenntnisse und Ausrüstung dennoch des öfteren, wenn Ersthilfe bei Einhimischen in den durchreisten Ländern geleistet werden musste.

IMG_8835

Gefolgt von einem Crash-Kurs Navigation. Besonders schön, wenn in Deiner Gruppe sich jemand auf die Frage “Ist hier jemand Segler, oder Pilot?” meldet und Du auf die Frage “Was fliegstn so?” als Antwort “seit 20 Jahren Transall” zu hören kriegst :) Ich wusste gar nicht, wie schnell man Karten lesen kann. In UNTERSCHIEDLICHEN Maß- und Navigations-Einheiten.

IMG_8844

Nach einem abschließenden Technikworkshop, was so abends an den Autos alles getan, gereinigt und geprüft werden sollte, ging es nach nem kleinen Barbecue in die Falle. Um 22.30 wurden wir damals dann wieder aus den Zelten in den strömenden Regen gescheucht:

Überraschungsetappe – Orientierungsfahrt durch die Nacht

Lager abbauen, Sachen packen, mit einem GPS bewaffnet über das Gelände streifen und ein Auto suchen und dann ab auf eine Nachtetappe.

Ganz. Großes. Kino. Ich war ja nicht beim Bund. Also habe ich auch keine Maneuver oder Übungen mitgemacht. Und auch wenn das hier für echte Bundis wohl eher ein putziges Zeltlager mit Offroad-Fahren war, hat es mich schon meinen Grenzen näher gebracht.

Wir waren daraufhin bis morgens um 5.30 unterwegs, ich habe irgendwann komplett verpennt, dass wir mittlerweile an einem Urlaubs-See in Holland angekommen waren und tatsächlich auch noch als erstes Team. Wer hätte DAS gedacht.

Nach wenigen Stunden Schlaf ging es dann zum deutlich spannenderen 2. Tag über. Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben wollten gemeistert werden. In für diesen tag festen teams, die gegeneinander antraten.

IMG_8872

Wir waren die Nummer 17 (und 4WD), die beiden Mädels aus meinem Team rechneten sich recht wenig Chancen auf den Sieg aus und waren daher Fleisch gewordene “Dabei sein ist alles” Einstellung und “Hauptsache, wir haben Spaß”. Oh boy und den hatten wir:
Kanurennen gegen die Uhr, 18m freier Fall aus Bäumen springen. 2,5km Orientierungslauf mit GPS im Wald und Geschicklichkeitsfahrten durch den Steinbruch, Mountainbiken durch die Hügel und Gleichmäßigkeitsfahrt mit dem Defender.

Mein persönliches Highlight: Eine Brücke aus 4 Baumstämmen bauen

Und über die wir einen Range Rover Evoque ziehen konnten. Pionierheldenmäßig :)
Nach Aussage des Betreuers der Aufgabe lag der Rekord für die Nummer bei knapp 7 Minuten. Alleine. Also ein Typ alleine! War wohl ein BW-Einzelkämpfer, der sich mal eben die Bäume geschultert hat oder so.
Wir standen bei der Aufgabe vor einem ganz anderen Problem: Theoretiker und Praktiker trafen aufeinander :)
Zu Beginn der Aufgabe rannte ein teilnehmer wuselig über das Gelände kuckte hier, vermaß mit der inneren Schieblehre dort und meinte irgendwann “Ich bin Ingenieur, ich mach das schon.” Nach einigen Minuten wertvoll verstricherner zeit kristallisierte sich noch jemand mit recht ruhigen und leisen Kommandos heraus, der mir hier und da Tips gab, was zu machen sei.
“Was machst Du denn eigentlich, dass Du Dich damit _auch_ auskennst?” kam die Frage vom Dipl.ing.
“Bin Förster.” war die knappe Antwort, nach der die Aufgabenverteilung sich abrupt verschobt und sich das Problemlösungstempo deutlich beschleunigte :)

ich kann nur sagen: Ein spektakuläres Gefühl, so ein Hindernis mit eigenen Händen aus der Welt geschafft zu haben. Auch wenn ich unserem Team-Förster mehr oder weniger nur bei ein paar Handgriffen helfen konnte.

IMG_8897

IMG_8893

Offroad fahren ist eine Welt für sich. Hätte ich in der Form so NIE gedacht. Zwar durfte ich auch schon das ein oder andere Auto durhc unwegsames Gelände bewegen. Das waren dann aber immer so geführte Spaßtouren ohne Lerneffekt, die nur zeigen sollten, was das Auto kann.

LRD ist die Formel: Look – Risk assess – Drive

  • Also: Hindernis sichten. Einfahrt, Durchfahrt und Ausfahrt
  • Risiko bewerten für Umwelt, Fahrzeug und Personen
  • Fahren: Wie fährt man? Was kann passieren und vorher Notfallprozeduren festlegen.

Auf dem Land Rover Gelände weiß man, was die Autos können. Hier geht es darum, dem Fahrer etwas zu vermitteln:

Steigung rauffahren? Klar. Nie in der Steigung langsamer werden oder anhalten.
Aber auch: Im Zweifel aussteigen, Beifahrer hochkraxeln und kucken lassen, wie es oben weiter geht.

Durch eine Wasserfuhrt und mit Wasser voll gelaufene Spurrillen fahren?
Aussteigen. Hingehen. Mit nem Stock prüfen wie tief die Mumpe überhaupt ist. Liegen spitze Steine im Wasser? Kann alles passieren, wenn seit Monaten niemand diese Strecke gefahren ist.

Hänge herunter fahren mit Felsen und Wurzeln, die in den Weg ragen und Verschränkungen erzeugen. Aussteigen. Terrain sondieren, einen Plan überlegen wie man da durchfahren möchte statt blind irgendwo reinzurauschen, wo man uU nicht mehr raus kommt. Die Dummheit des Fahrers kann auch das beste Auto in auswegsame Situationen bugsieren.

Aussteigen und schauen ist also das A und O. AUCH wenn viele der Autos mittlerweile schon Kameras in der Nase haben, die über steile Abhänge schielen können:

IMG_8866

Unser Team 17 (und 4WD)

IMG_8904

Der Abend war dann eine erste Einstimmung auf das exotische Ziel der Reise: Mumbai.

Mit indischem Tanz, Gesang und einem der leckersten indischen Essen, die ich je gegessen habe konnten wir den Abend dann auch mit der Gewissheit ins Zelt schlafen gehen, halbwegs durchpennen zu können ;) Hey: Es gab Bier. Wenn es Bier gibt, ist es save :-D

Am Morgen des dritten Camp-Tages ging es dann nochmal ordentlich rund. Wir wurden in eine gestellte Unfallsituation versetzt und mussten die aufgefrischten Erste-Hilfe-Kenntnisse vom ersten Tag in die Tat umsetzen. Ich bin ehrlich froh, dass ich eines der Unfallopfer spielen durfte: Latent aggressiv und unter Schock und mit Fluchtgefahrt ;) Meine Teamkollegen haben aber alle “Opfer” top versorgt.
Und ich kann nur verdammt nochmla jedem raten, seinen Ersthelferkurs aufzufrischen. Das ist so veradmmt wichtig. Vor allem das “machen”. Die Handgriffe für stabile Seitenlage, ANlegen der Halsmanschette, Menschen mit dem Rettungsgriff aus dem Auto ziehen und und und. Alles kein Hexenwerk. Man muss es nur hin und wieder trainieren, um es im ernstfall einfach abrufen zu können. Wenige Minuten “Wie ging das nochmal?”-Überlegen können über Leben und Tod entscheiden.

Nach dieser lehrreichen Aufgabe hatte ich dann wieder ein persönliches Tageshiglight:

Reifenwechsel ohne Wagenheber

Eigentlich TOTAL logisch. Aber denkt man eben auch nicht unbedingt dran, wenn man es nicht irgendwann mal selber gemacht hat: Jedes Auto lässt sich so in eine Verschränkung auf einem kleinen Hügel reinfahren, dass sich ein Rad (im besten Fall sogar das kaputte *g*) hochstellt und ohne Wagenheber gewechselt werden kann.

IMG_8914

Etwas ernüchternd war für mich der Geschicklichkeits-Parkour:
Möglichst schnell durch. Hängenge Bälle mit dem Außenspiegel anticken. Golfbälle auf den Stelzen liegen lassen.
Ich gebe es zu: Ich habe versagt ;) Mir war nicht klar, dass rückwärtsrollen Strafsekunden bringt. Auch wenn es nur wenige Zentimeter sind. Damit habe ich ORDENTLICH gesammelt :) Trotzdem ist es eine gute Übung, das Auto kennen und abschätzen zu lernen.

IMG_8936

Ich freue mich auf alle Fälle “meinen” Ewok, die teilnehmer und das Team von Land Rover Experience morgen in Odessa wieder zu treffen und eine spannende Fahrt durch die Ukraine und Russland zu erleben ;)

Und ich hoffe, ich habe die oberste Offroad-Direktive noch richtig in Erinnerung:

So schnell wie möglich, aber so langsam wie nötig.

* credits Artikel-Bild: Range Rover Evoque – Shell V-Power Diesel #LRET (c) Teymur Madjderey – icedsoul

Der doppelte Honda! Civic 1.6 i-DTEC kommt und der große geht auf Roadtrip nach Monza!

Der doppelte Honda! Civic 1.6 i-DTEC kommt und der große geht auf Roadtrip nach Monza!

Ich mochte den Civic ja schon immer. Besonders natürlich den neuen – spacigen. Der mittlerweile bereits der Alte ist. 2012 kam ja das neue Civic Modell auf den Markt, der immer noch eine wunderbar ausgefallene Designsprache mitbringt, aber etwas weniger Sci-Fi mäßig daher kommt. Persönlich find ich’s ja schade, das der Charme vom Start-Trek-Shuttle etwas reduziert wurde, aber wenn sich dadurch mehr Käufer im Hier und Jetzt angesprochen angesprochen fühlen, soll’s mir recht sein ;)

 

Sehr positiv hatte sich beim 2011er Modell Hondas Ausstieg aus der Formel1 ausgewirkt: F1 Aerodynamiker, die sich mit Ihrem Know-How an Serienfahrzeugen austoben, üben beachtlichen Druck auf den cw-Wert aus ;)

Motor neu macht der März

Heute geht es aber gar nicht um das Auto an sich, sondern um den Motor. (BTW ist Honda der größte Motoren-Hersteller der Welt. Autos, Boote, Gartengeräte und natürlich Roller, Moppeds und Motorräder)

Denn der Civic kriegt neben dem mächtig kräftigen 2.2 i-DTEC den ich schonmal im Accord 800km weit testen konnte (Jens hatte mir seinen Accord-Testwagen seinerzeit zur Verfügung gestellt) nun auch den deutlich auf Sparsamkeit ausgelegten 1.6 i-DTEC spendiert.

Mit dem Motor wird wie eine neue Motoren-Generation mit dem Namen Earth Dreams eingeläutet. Hmm. Was mit damit gemeint sein soll wird vielleicht irgendwann genauer verraten. Bisher war der Claim bei Honda The Power of Dreams. Finde ich ja deutlich griffiger. Aber hey: Vielleicht deutet Earth Dreams ja auch drauf hin, dass es mit der Brennstoffzelle aus dem FCX-Clarity weiter geht.

Was is’n jetzt neu an Hondas 1.6 i-DTEC Motor?

  • Reibung im Motor um 40% verringerger (im Vergleich zum 2.2 i-DTEC
  • 47 Kilogramm leichter – 134 Kilo gesamt
  • 120 PS
  • 300 Nm bei 2000 Umdrehungen
  • dazu neues, 7 Kilo leichteres 6-Gang Getriebe
  • Verbrauchsangabe 3,6l – Bjoern fuhr in Nizzas Seealpen auf 5,6l
  • Durch “Active Noise Cancelling” soll es im Innenraum deutlich ruhiger sein
  • CO2 Ausstoß: 94 g/km
  • Motor ist ab Austattungsvariante “S” zu haben, die bei 20.450 Tacken startet
  • erhältlich ab April 2013

Die anderen schreiben zum Honda Civic:

Und dann war da ja noch der Honda Blogger Road-Trip!

Endlich mal wieder ein Honda on the Road (-Trip)! Wir haben unseren ORI10K Trip damals ja mit Sharky dem CR-Z Hybrid unternommen.

Tom Schwede und Camillo Pfeil machen sich dieses Wochenende mit dem Civic auf den Weg zur WTCC nach Monza! Allerdings nicht mit dem 1.6 i-DTEC sondern noch mit der 2.2 Liter Maschine.

Die beiden werden am Rennwochenende dem Honda Racing WTCC Team über die Schulter schauen, mit dem Honda in den internationalen Motorsport zurückkehrt. Drücken wir den beiden Fahrern Gabriele Tarquini und Tiago Monteiro mal feste die Daumen, dass sie in Ihren Renn-Civics den letztes Jahr dominierenden Chevies ordentlich Punkte abnehmen können.

Tom, Camillo: Ich hätte gerne Photos vom Auspuff. Will vergleichen, ob die WTCC-Tröten mit den Heizungsrohren mithalten können, die früher unter CRXen drunter hingen ;)

Verfolgen könnt Ihr den Trip auf der BloggerRoadTrip Facebookpage und über das Twitter Hashtag #HondaRT13.
Lisa und Matthias hauen sicher auch noch was zum Renn-Wochenende raus.

800km Probefahrt Honda Accord 2.2 i-DTEC

800km Probefahrt Honda Accord 2.2 i-DTEC

Ok, ich gestehe. Ich bin dem Stromer untreu geworden. Ein Termin hat meinen Plan an einem Tag 400km elektrisch zu fahren vorerst auf Oktober vereitelt. Dafür hat sich aber dank Jens von Rad-ab.com eine nette Alternative angeboten, auf die ich schon länger ein Auge geworfen hatte:

Der Honda Accord 2.2 i-DTEC. Er ist ja quasi der ernste und erwachsene Bruder von Sharky, dem Honda CR-Z mit dem wir 2010 in 50 Tagen Europa umrundeten. Von daher war ich schon sehr gespannt, wie sich im Vergleich der Accord so macht.

Honda Accord 2.2 i-DTEC

Die Schnauze hat was finde ich. Eine nette Mischung aus Zurückhaltung, Sportlichkeit und Sci-Fi. Und endlich mal wieder eine Limousine – mit Kofferraum! So sehr mir der Accord gefällt, bin ich ja eher jemand, der sich weniger für das Äußere eines Autos interessiert. Das sehe ich im Vergleich zum Innenraum nur wenige Minuten am Tag.

Das erste was mir nach dem Reinsetzen auffiel, war der Geruch. Sofort habe ich den Duft wieder erkannt. Leder und Neuwagen. Hmmmm.Das Cockpit erinnerte mich entfernt an den CR-Z. Es umarmt Dich als Fahrer nicht ganz so eng, wie im hybrid-Coupè. Fühlt man sich in Sharky wie ein Jet-Pilot, sitzt man im Accord eher wie im Cockpit eines A380. Alleine das Navi ist etwas klein geraten für eine Reiselimo dieser Klasse und würde eher in eine Cessna 172 passen ;).

Das erste haptische Highlight ist der Schaltknüppel, der keinen dicken Knauf oben drauf hat sondern sehr schlank bleibt. Liegt gut in der Hand. Davon hatte mir Rad-Ab Jens bereits vorher berichtet und nun konnte ich seine Begeisterung auch verstehen. Das Lenkrad konnte super intuitiv zu bedienen – also nicht links und rechts rum drehen, sondern die ganzen Knöpfe ;).

Der 2,2 Liter Diesel ist erstaunlich leise. Auch wenn ich nach über 3 Monaten elektrisch fahren für jeden thermischen Antrieb versaut bin ;) Genauso bin ich übrigens auch für Schaltwagen versaut. Erst nach einigen zig Kilometern Probefahrt und einer reinen Er-Fahrtzeit von ac. 3 Stunden kam ich mit der spätkommenden Kupplung im ersten Gang zurecht. Klarer Fall von Bedienungsfehler meinerseits, aber dass man das so schnell verlernt hatte ich nicht erwartet. Wenn ich aber mal mit der Kupplung richtig gelegen habe, hat mich das 6-Gang-Getriebe mehr als begeistert! Schön knackig, präzise und komfortabel. So soll es sein. In Verbindung mit dem angesprochenen Schaltknauf: Astrein.

Überrascht hat mich, wie sparsam das Auto lief. Mein Schnitt auf der Strecke waren 6,3 Liter. Trotz einigen fixeren Abschnitten, auf denen die 180 Ponies Accord-Arbeit (*SCNR*) leisteten und bis zu 235km/h auf den Tacho brachten. Jens hat mit einem Schnitt von 98 km/h sogar 5,9 Liter Verbrauch auf dem Weg zur Nordschleife mit dem Accord geschafft.

Auf der Fahrt von Bielefeld nach Bingen haben wir auf halber Strecke die Mama meiner Süßen in Köln raus geworfen, die dabei Gelegenheit hatte 1. den Kofferraum randvoll mit Mitbringseln für Omma und Oppa zu machen und auf der Rückbank einzunicken :) “Sehr bequem” sachtse. Also die Rückbank, nicht der Kofferraum.

Bjoern und Jens schwärmten beide von den Assistenzsystemen. Was die Arbeit des Abstands- und Geschwindigkeits-Butlers angeht, kann ich da voll zu stimmen. Der Lane Keep Assistant ist entweder sehr zurückhaltend, war ausgeschaltet oder ich habe ihn nicht beherzt genug provoziert. Jedenfalls habe ich bei normaler Fahrt und hin und hergleiten auf Autobahnspuren kein Warnen oder Eingreifen bemerkt.

 

Dummerweise hat mit den anderen Fotos irgendwas nicht geklappt. Neue Kamera halt hüstel.

Tolle Fotos und weitere Fahrberichte zum Honda Accord gibt es bei Rad-ab (hier und hier)
Den etwas sportlicheren Accord Type-S haben Bjoern von die-testfahrer, und Can bei bycan (ich hoffe wir erfahren noch wie es mit der Dame in dem Testbericht ausging) gefahren
Wenn Ihr den Kombi in weiß sehen und noch etwas mehr über die elektronischen Helferlein des Accord erfahren wollt, schaut bei Rob Basic und der Auto-Diva vorbei, die den Accord auch schon hatten und den Praxis- und Sexyness-Test gemacht haben ;)

Was haben ein Opel Corsa und ein Porsche Cayenne gemeinsam?

Ich muss ja gestehen, dass mich die Kleinwagen in letzter Zeit immer wieder überrascht haben. Ganz im Ernst, das was wir heute an Ausstattung und Gadgets in den kleinen Stadtautos kriegen, war vor 10 jahren noch mindestens gehobene Mittelklasse (fiel auch dem auto-geilen auf). Gleiches gilt für die deutlich gesteigerte Verarbeitungsqualität. Hölle, was sich da getan hat. Wo früher klappriges Plastik rumrappelte und Stoff so dünn wie Nylonstrumpfhosen über die Sitze gespannt war, haben wir heute feinste Nähte und rock-solid Materialien. Ausserdem wirkt so ein Corsa heute von der Größe her eher wie ein Kadett auf mich. Auch Kleinwagen können erwachsen werden ;)

Opel Corsa D - Foto von rad-ab.com

Von daher haben sich meine Qualitäts-Erwartungen an Kleinwagen wie den Opel Corsa auch deutlich um einige Latten nach oben verlagert. Nichts desto trotz konnte mich der kleine rote Corsa D, den Jens letztens als Testwagen da hatte, ziemlich aus den Socken hauen. Ich hatte mit vielm gerechnet, aber nicht DAMIT.

Ok, die Motorisierung war schon verdammt ordentlich: 1,7l CDTi Diesel mit 130 Ponies ist auch mal eine Ansage für eine Maschine in dieser Klasse. Die Knapp 1160kg Masse bringen die 4 Pötte sehr ordentlich in Schwung. Bis auf 200km/h. Verdammte Saat – das letzte Mal, dass ich in einem Corsa nahe der 200 unterwegs war, ist über 15 Jahre her und damals hatte ich ECHT ANGST! :-) Heute? “Piece of cake” wie die Herrschaften sagen, die auch Vauxhall auf Opels schreiben (aber nur wenn das Lenkrad auf der verkehrten Seite ist *g*).

Das Fahrwerk ist dabei moderat sportlich. Also straff ohne gleich unkomfortabel zu werden. Kurvenhatz geht immer im Corsa :) Auch auf Winterreifen. Leider konnte ich auf meiner Probefahrt nicht auf meine Hausstrecke fahren. 1. hatte Jens nicht soviel Zeit und 2. hatten wir *hust* Fliesen im Kofferraum liegen, die nicht als Mosaik ankommen sollten. Die schätzungsweise 2 Zentner Zuladung auf der Hinterachse haben Corsa, Corsa (der Werbespot mit Maggie Simpson ist immer noch einer der großartigsten Auto-Spots ever *g*) jedenfalls nicht ansatzweise aus dem Konzept gebracht. Ganz im Gegensatz dazu, was ich mit Jens Spritsparmessung veranstaltet habe :) Trotzdem bin ich nicht über 6,5 Liter gekommen. Endergebnis waren 5,5.

Tja, aber was hat das jetzt mit nem Porsche Cayenne zu tun? Was haben der typische Bewohner eines Berufsschulparkplatz und der einer Großgrundbesitzergarage ausgerechnet gemeinsam? Es sind die beiden Autos, in denen ich eines der angenehmsten und ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und nenne es luxuriösesten Features ever erleben durfte:

Lenkrad-Heizung!

Kein Scheiß! Ich saß noch nicht richtig im Corsa D drin, da meinte Jens: “Na? Merkste schon was?” – “Öhm nööö? Auto läuft, Du hast wieder schreckliche Mucke dabei… Alles wie gehabt”.
“Naja noch ein paar Sekunden, dann wirstes merken hehe”
Und ich fragte mich, was der sich so diebisch freute und malte mir schon die wildesten Szenarien aus. Bis ich dann tatsächlich nach gefühlt nicht mal 2 Minuten nach Losfahren warme Flossen gekriegt habe!
In.
Einem.
Kleinwagen.
Nur um nochmal auf der Zunge zergangen dran zu ernnern.
“Ach komm, Du willst mich veralbern und hast ABC-Salbe aufs Lenkrad geschmiert.” meinte ich.
“Nene,” meinte Jens “Pack mal oben oder unten in die Mitte vom Lenkrad.”
Hmmm, tatsächlich – da wars noch kalt. Witzig, die Heizleistung ist auf 8 und 3 Uhr am stärksten. Klar, da wo man am häufigsten anlangt. Dann wird die Position darunter warm und der Rest wird nicht mehr aktiv beheizt. Reicht aber dennoch um ohne Handschuhe loszufahren.

Sehr, sehr beeindruckend. Ich frage mich, ob das einfach eine Sonderausstattung als purer Luxus ist, oder ob Opel damit auf dem Skandinavischen und Osteuropäischen Markt bessere Karten hat. Wobei ich jetzt aus beiden Gegenden Leute kenne, die bei -15° im T-Shirt den Arm aus dem Fenster halten :)

Der Rest um das lecker warme Volant (wer hat sich dieses bescheuerte Wort für Lenkrad eigentlich einfallen lassen?) ist sehr stylish geraten. Ich stehe ja auch Klavierlack-Optik. Ähm allerdings hasse ich rot. Außen wie innen. Und Lüftungsfassungen in (roter) Wagenfarbe empfinde ich dann doch als irritierend.

Ansonsten geht es mir wie Jens: Der Bordcomputer gehört nach unten und das Navidisplay dorthin wo der Bordcomputer sitzt. Beim Blick auf die Mittelkonsole fällt mir auch erst so richtig auf, dass wir in einem Kleinwagen sitzen. Da ist dann doch alles recht eng zusammen gerückt. Nicht problematisch, aber es fällt auf, dass die Screens etwas kleiner als normal erscheinen.

Aber hey! Ausstattungsmässig kann er mit dem Cayenne mitheizen :-D

Watt issen nen Diesel Motor? #svpchamps

Watt issen nen Diesel Motor? #svpchamps

Wenn Ihr raten müsstet, welche Art Maschine auf dem Tisch rumliegt, würdet Ihr vielleicht auch sagen: Ein Benziner.

Weit gefehlt: Die Kollegen vom Shell Entwicklungszentrum in Thornton haben uns voll dran gekriegt, in dem Sie zur Verwirrung 4 Zündkerzen mit auf den Tisch gelegt haben. Wenn man genau hinkuckt, kann man zumindest an der Commonrail-Leiste erkennen, dass es ein Diesel-Motor ist, den Shell Ingenieur Aaron Jones da mit seinen Jungs zerpflückt hat.

Beeboy Bargas den ich ja letztens schon mit seinem Offrad-Trainingslager vorgestellt habe, ist jedenfalls wie wir alle drauf reingefallen, war aber der einzige der sich traute, seinen Tip auf Benziner auszusprechen (ich wollte ja Vierzylinder sagen) :-) Letztendlich war es ein Diesel Motor aus einem Peugeot 308. Glücklicherweise hat Top Gear Redakteur Vernon B. Sarne genau hingehört und behalten, dass auf dem Tisch mal eben über 250 Einzelteile lagen. Die Summe der Teile ließe sich auf über 400 steigern, wenn man wirklich jeden Kolben und den Motorblock bis ins Kleinste zerlegen würde.

Im Prinzip weiß ich ja, wie so ein Viertakt-Motor funktioniert, finde es aber immer wieder beeindruckend, DASS es funktioniert :) Es wird ernsthaft Zeit, dass ich mal das Schrauben lerne.

Darüber hatte ich mich noch mit Sven Wiesner unterhalten. Das Gefühl der Ruhe und des die Konzentration beim Schrauben, wenn die Werkstatt-Tür hinter einem zu fällt muss großartig sein. Vor allem, wenn einem zu Hause nach Stunden langer Grübelei endlich die Lösung für das aktuelle Problem einfällt.

So oder so hätten wir beide die Maschine da aber nicht wieder zusammen gebaut gekriegt :-) Vielmehr ging es darum, dass Aaron uns erklärt hat, wie ein Motor funktioniert und wie Shell V-Power positiv auf so einen Motor einwirkt: Zum Beispiel durch das ablösen von Ablagerungen und verhindern von Neubildungen. Darüber aber später noch mehr.

Hier noch ein kurzer Video-Clip, den Vernon von dem Tisch aufgenommen hat:

Wenigstens EINEN Benz gefahren heute: C-Klasse 250 CDi BlueEFFICIENCY T-Modell

Wenigstens EINEN Benz gefahren heute: C-Klasse 250 CDi BlueEFFICIENCY T-Modell

Ok, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das ist ein gleichwertiger Ersatz zum SLS E-Cell fahren unter spanischer Sonne, wie es für dieses Wochenende eigentlich geplant war. Aber die spanischen Fluglotsen meinen ja grade schmollen zu müssen.

Trotzdem ist es eine echte Freude, mit dem neuen C-Klasse Kombi, den mein Kumpel gestern aus Bremen abgeholt hat durch den Schnee zu gleiten.

Ausführliche Probefahrt kommt die Tage.

all rights und so: Nicole Maennl und Robert Basic

Mal andere Probefahrer zu Wort kommen lassen: Honda Accord mit @enypsilon und @RobGreen

Nicht nur ich bin wieder fleissiger was das Autos probefahren angeht, einige andere Bloggerkollegen schwingen sich auch immer mal wieder hinter das eine oder andere Steuer. Da ich die ganzen schönen Testberichte meiner lieben Bloggerkollegen in den letzten Monaten aus gutem Grund nicht alle mitkriegen konnte, habe ich mir überlegt, regelmäßig die Probefahrten, die mir auf anderen Blogs gefallen hier zu verlinken.

all rights und so: Nicole Maennl und Robert Basic

all rights und so: Nicole Maennl und Robert Basic

Nicole und Rob zum Beispiel, die zuerst mal den Honda Accord auf seine Spaß- und Alltagstauglichkeit getestet und in 3.000km all die elektroinschen Helferlein ausprobiert und erklärt haben. Auf den versprochenen Lovetest warten wir allerdings immer noch :)

Sehr lesenswert und ein schöner Erfahrungsbericht aus anderem Blickwinkel. Mehr davon!

Mercedes Benz R 350 BlueTEC 4MATIC  R-Klasse 2010

Mercedes Benz R 350 BlueTEC 4MATIC R-Klasse 2010

Um meinen Volvo habe ich ja durchaus immer ein bißchen Angst. Mehr davor, dass er vor Altersschwäche die Grätsche macht, als vor einer Auseinandersetzung mit einem Bullenfänger an einer dieser gelben Taxe in New York City. New Yorker Taxifahrer, Rapper und Spieler der Mets haben eins gemeinsam: Vollständige Angstfreiheit um ihr Auto. Oder es stört sie einfach nicht, wenn der nagelneue Dodge Charger mit einer fetten Beule verziert wird. Ich kann zumindest schonmal behaupten,mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie sehr ein Chevy Escalade durch eine Beule aufgewertet wird. Aber selbst die Polizeiautos in NYC fuhren mit Dellen rum, als hätten sie grade eine Nashornsafari hinter sich.

IMG_1142

Ich schipper also in der Mercedes R-Klasse auf den Times Square zu. Eigentlich wollten wir zu Fuß die Stadt ne Stunde lang erkunden, aber Parkplätze in NYC sind so rar wie Trüffel im Teutoburger Wald. Und auch in etwa so teuer. Also kein Sightseeing per Pedes sondern im Auto. Ein bißchen irre, aber wann bekommt man als Touri sonst nochmal die Gelegenheit mit einem Auto über den Times Square zu fahren. Muss man mal gemacht haben. Dachte ich. Dann fahre ich über einen der Gullideckel auf der 7th Avenue, das Auto macht einen Ruck und BAAAMMM! Knallt es. “Ach Du Scheisse, das hat ja jetzt grade noch gefehlt.” Vor meinem inneren Auge rauscht der Dialog mit einem Cop vorbei, dem ich erkläre, dass da wo ICH herkomme derjenige Schuld hat, der auffährt. Und dabei hatte der Tag sooo entspannt angefangen:

Philip Deppe, (der auf dem Mercedes Benz Passion Blog schon einen Topfahrbericht zur Mercedes Benz R 350 CDi Bluetec Klasse mit mehr technischen Daten, als ich mir jemals merken könnte abgeliefert hat)  und ich, waren morgens aus Hoboken losgefahren. Franky “The Voice” Sinatras Heimatstadt ist ein echter Tip! Viel ruhiger und fast schon mediterran als Kontrast zur gegenüber liegenden Hudson-Insel Manhattan.

IMG_1124

Von unserem Hotel W Hoboken sind wir immer schön Richtung Norden am Hudson entlang gecruist – immer parallel zu Manhattans Skyline. Beeindruckender Ausblick. Alle 200 Fuß hätten wir wieder zum Fotografieren anhalten können – die Kulisse war wirklich perfekt für das Auto. Ach – eigentlich für JEDES Auto :). Das Navi führte uns direkt runter in einen Park am Fluss – spektakulär am Fuß der George Washington Bridge:

Eins ist mal klar: Das Auto ist ein Hinkucker. Die Version vor dem Facelift wurde ja auch immer gern als Glubschauge bezeichnet. Davon ist nun wirklich nix mehr übrig geblieben. Und: Das Auto ist ein Schiff. Also nicht einfach nur ein Schiff im Sinne von riesigem Pott auf der Straße, sondern eher vergleichbar mit der Eleganz einer Yacht aus Kashoggis Fährpark. Die R-Klasse mischt den Luxus und Fahrleistungen einer Oberklasse-Limousine, fährt sich dank 4-Matic auf Schnee und in leichtem Gelände wie ein SUV und bietet den Platz eines Vans. Ein perfektes Familienauto oder Firmenwagen für Rockstars mit Band, Filmteams mit mucho Equipment oder Edelhandwerker.

Dann ging es weiter nach Blue Hill Barns. Eine wunderhübsche Farmanlage im Norden New Yorks, die in der Regel dazu genutzt wird, Upper Class Kiddies zu zeigen, wie eine Kuh aussieht und wo an ihr die Milch raus kommt. Hier hatte ich nach der Pressekonferenz die Möglichkeit mit einigen der Leute zu sprechen, die für die Entwicklung des Autos verantwortlich waren.

Erstmal erfuhr ich die genauen Daten unseres Test-Wagen:
Mercedes Benz R 350 BlueTec 4matic

7,6s von Null auf Hundert. 620Nm Drehmoment (110 mehr als im alten Modell) und 265PS (41 mehr) dank Blue Efficiency ist der Spritverbauch um fast einen Liter auf 8,5 zurück gegangen. Übrigens gut, dass Philip diese Version gewählt hat. Mit dem 500er wäre ich nach 5 Meilen auf dem Highway vermutlich im Knast gelandet :) Schon die dreieinhalbliter Maschine schiebt die 2,3 Tonnen ordentlich an.

Volker Lutz aus dem Mercedes Benz Design Team verriet mir eine alte Designerweisheit von einem seiner Professoren: “Wenn Du keine Idee hast, schenkt Dir der liebe Gott auch keine Form”. Und Ideen braucht man beim Design eines Autos einige. Erste Entwürfe für die Linie eines Autos sind oft schneller als in einer halben Stunde fertig gezeichnet. Finde ich schon beeindruckend. Ich hatte Volker dann gleich vorgeschlagen, den Damen die draußen einen Ölmal-Kurs durchführten, die Staffeleien zu mopsen und das mal live zu demonstrieren. Wollte er aber nicht :)

Da so ein Auto auf allen Märkten der Welt angeboten wird und dementsprechend viele Form und Gestaltungssprachen sprechen muss, arbeiten bei Mercedes mehrere Design-Studios auf der ganzen Welt verteilt und vernetzt an der Gestaltung miteinander zusammen. Dadurch vermischt das Auto stylemäßig Gelassenheit mit ordentlich Dampf, Coolness mit Eleganz und Understatement mit kantigem Selbstbewusstsein. Und ein bißchen Südstaatencharme. Denn da wird die R-Klasse, gemeinsam mit der M-Klasse, das die Basis liefert gebaut: In Sweet Home Alabama.

Was mir für den Fond im Zubehörkatalog fehlt, ist ein Notebook tauglicher Tisch. Die gesamte Bestuhlung ist absolut Chefsesseltauglich und ich habe mich in dem Auto schon arbeiten gesehen. Beim Kunden raus, einen schönen Parkplatz mit inspirierender Aussicht angesteuert und nach hinten gesetzt. Tisch ausgeklappt. Mit der unabhängigen Klimasteuerung hinten die passende Arbeitstemperatur eingestellt und los kann’s gehen. Das wäre möglicherweise noch eine Alternative als vollständige Ausstattungsvariante – der GWT Grand Working Tourer. Dritte Sitzreihe raus, zweite etwas nach hinten versetzen und schon haben wir ein schönes, rollendes Großraumbüro. Herrlich.

Nach der Pressekonferenz haben wir uns für den großen 130 Meilen Loop entschieden. Interstates, Landstraßen und Highways entlang cruisen. Durch Seenlandschaften und verschlafene US-Vorstädte. Die R-Klasse bewegt sich grandios – egal auf welchem Untergrund. Auf den fein gekurvten Straßen durch die grünen Hügel haben wir die sportlichere Abstimmung genutzt, mit der sich die Straßen-Yacht eher wie ein großes Sportboot anfühlt. Auf den eher holprigen Pisten und den schlechteren Teilen der Highways macht sich das Komfortprogramm mit Luftfederung und adaptiver Dämpfung bezahlt. So entspannt bin ich schon lange keine knapp 180 km mehr gefahren.

IMG_1129

Und dann? Ach ja: Dann kam der KNALL kurz vorm Times Square, der meinen inneren Dialog mit der New York Police auslöste. Nicht ganz eine Sekunde schoss mir die Situation durch den Kopf. Dann realisierte ich im Außenspiegel, dass ein Jeep links hinten ein Lincoln Town Car grade einen halben Meter kürzer gemacht hat.

IMG_1149

Alles gut. Außer, das ich ein paar Graue Haare mehr erkenne. Adrenalinschub im Schrittempo. Die Kollegen von der Autosendung der Deutschen Welle meinten ja, der Times Square wäre eh noch wegen der Veranstaltung von VW gesperrt. Die haben einen Tag vorher den neuen Jetta da vorgestellt und es gab abends Mutmaßungen darüber, ob Katy Perry sich Ihr Kleid wohl mit Gleitgel angezogen hat.

Aber wider Erwarten ist der Times Square befahrbar. Und die New Yorker machen ordentlich Gebrauch davon. Es ist RAPPELVOLL und ich mit der Straßenyacht mitten drin. Ich weiss jetzt, warum Hörbücher so erfolgreich sind: Für 5 Meilen brauchen wir knapp 2 Stunden.

IMG_1147

Augen zu und durch. Ich fühle mich wie ein Held :) Hey, ich komme aus der Provinz! Und mein Fahrlehrer Norbert hat immer gesagt: “Wer in Bielefeld fahren kann, kann überall fahren”. Recht hat er! Und so entspannend das Fahren an sich in der R-Klasse ist: Innerlich ist es Stress pur, weil ich ständig Angst habe, dass die eingangs beschriebenen Durchgeknallten irgendwann meinen Testwagen mit Original Manhattaner Kampfspuren verzieren. Das letzte Mal hatte ich soviel Adrenalin bei der Sylvester-Reiterei im Blut :) Die Situation war ähnlich: Das Pferd war so entspannt wie das Auto hier und ich oben drauf voll durch den Wind :)

Das einzige, was WIRKLICH schade ist:
Wir kamen in SoHo an. Ich war noch nicht ganz aus dem Auto ausgestiegen, hatte ich schon einen Aperitif in der Hand.
Nichts. Lieber. Als Das.
Nach einem halben Martini war der Adrenalinpegel wieder auf Normalniveau. Kurz. Dann kam einer der Mercedes Mitarbeiter mit einem G 55 V8 AMG vorgefahren. Mit der US-Auspuffvariante die gefühlthört keinen Schalldämpfer hat. Der stieg begeistert aus und meinte “Klasse mit DEM Auto macht Dir sogar in New York jeder Platz”. Mein Gesichtsausdruck muss Bände gesprochen haben:

“Auch mal fahren?” meinte er und hielt mir den Schlüssel hin. Sah den Drink und steckte den Krachstarte wieder weg. “Sorry – mit der Null-Promille Grenze nehmen die es hier sehr genau und wir wollen ja nicht, dass Du im Bau landest. :)”

Verdammt. Ich hätt’s ja drauf ankommen lassen. Nächstes Mal. Vor Schreck habe ich auch noch vergessen, den Gelände-Brüllwürfel zu fotografieren. Dafür wurde ich beim Essen mit einem der besten Chardonnays bekohnt, die ich jemals probiert hab :)

Mein Fazit:

Wer ein wirklich großes Auto mit bis zu 7 Plätzen haben will, das nicht wie ein typischer Van daher kommt. Wer hin und wieder mal 4-Rad Antrieb braucht, aber kein SUV will. Wem ein Kombi zu klein ist und eine S-Klasse zu wenig Understatement bietet. Und wer für die vollausgestattete Version, die wir gefahren sind rund 90.000 EUR übrig hat, der sollte sich definitiv ab September mal so ein R-aumfahrzeug beim Mercedes Händler anschauen.

Hier geht es zu den Infos auf den Mercedes Seiten.

Hier noch ein Beitrag zum Auto, den ein paar Kollegen produziert haben. Meine Videoaufnahmen muss ich erst noch schnippeln.

Ich wette übrigens, der Typ mit dem Nummernschild hier grinst dauerhaft so, wie ich hier auf dem Foto :-) Nur dauerhaft.

[flickrset id=”72157624401860551″ thumbnail=”square”]