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Ford läßt 100 Leute über den Fiesta in US bloggen und twittern

pete Cashmore schreibt bei mashable so, als wäre es was ganz was Neues, daß ein Autohersteller Blogger ein Auto fahren läßt. Zugegeben – die Dauer des Projekts von 6 Monaten beim Ford Fiesta Movement ist schon sehr beachtlich. Auch die ausgefeilte Nutzung der passenden Medien mit Twitter, Facebook, Flickr und YouTube. Aber neu ist eine Aktion der Art nun wirklich nicht.

Letztes Jahr durfte ich bei einer vergleichbaren Aktion von Alfa Romeo dabei sein.

Daihatsu stellte mit letztes Jahr auf Anfrage einen Materia für 2 Wochen zur Verfügung.

Martin Oetting hat mit trnd bereits für smart und Opel vergleichbare Aktionen hingelegt.

Trotzdem ist so ein “Auto-Beta-Test” lange vor dem offiziellen Start eines Autos eine gute Sache. Ist die Frage, ob Ford das Projekt nur als Marketing-Maßnahme nutzt, oder ob die auf 4.000 Bewerbern ausgewählten 100 Blogger und Twitterer, die ein halbes Jahr mit dem neuen Fiesta durch Amiland fahren dürfen auch noch ein gewisses Mitspracherecht haben. Die Produktmanager für das Auto sollten jedenfalls verdammt gut zuhören und zusehen, was sie noch umgesetzt bekommen vom Feedback.

Ein bißchen heikel ist die Sache natürlich schon. Gar nicht mal wegen der Gefahr, die Blogger könnten das Auto zerreissen und schlechte Publicity verbreiten. Ehrlichkeit muss natürlich erlaubt sein, aber ein komplett Verriss wird nicht zu befürchten sein. Eund selbst dann wir Scott Monty da schon gegen steuern. Er hat ja letztens in dem kleinen Twitter-Skandälchen schon super professionell reagiert, als Ford ein Forum dicht gemacht hat, weil dort gefälschte Ersatzteile verbimmelt wurden. AUf WIRED.com sagt er jedenfalls:

“We’ve done a lot of war gaming and we’re prepared for a number of scenarios,” Monty told Wired.com. “Again, we’re looking for their feedback and input on the vehicle — they’re testing the vehicle as much as they’re building buzz about it, and we want to know how to make it the best possible car.”

Nene ich glaube da haben sie nix zu befürchten Das Auto hat sich in Europa ja schon bewährt und ist das zweithäufigst verkaufte Auto in seiner Klasse. Das schlimmste, was passieren kann ist, dass die Amis nix mit nem Kleinwagen anfangen können.

Die Angst sitzt IMO bei den Auto-Herstellern immer noch woanders. Zumindest beschrieb mir Sergio Crevore – damals noch Marketing Direktor und heute CEO von Alfa Romeo – das Worst Case Scenario so, daß die Web 2.0 Szene vollständig eingeladen und noch vor den Journalisten auf ein AUto angesetzt wird. Sollte das zur Folge haben, daß die klassischen Medien sich geschlossen sagen: Dann lasst die Blogger mal schön bloggen, wir halten uns raus und werden keine redaktionellen Berichte schreiben, könnte das zu einem echten Desaster für einen Autohersteller werden.

Klar, die Medien brauchen Anzeigenkunden genauso. Aber damals war es so, daß die Industrie durchaus noch Respekt vor einen so starken Einbindung der Blogosphäre hatte. Offensichtlich konsolidiert sich das jetzt ein bißchen. Wenn ich mir überlege, daß wir für den Alfa MiTo damals europaweit mit 15 Bloggern vertreten waren und in Amiland jetzt immerhin schonmal 100 am Start sind, ist das eine schöne Weiterentwicklung.

But nothing new, Mr. Cashmore ;)

Ah – Mr. Monty and FORD: If you like me to test how an FORD Explorer or Expedition fits on German Streets for some months – let me know ;) It would be the right environment here on the Ponyfarm ;)