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Social Media Nutzung bei @Ford_de – updated

Social Media Nutzung bei @Ford_de – updated

Einige Fragen zum Thema Social Media an Auto-Hersteller. Heute an Ute Mundolf, Leiterin Lifestyle- und Markenkommunikation bei Ford Deutschland.

1. Zuerst stellt Frau Mundolf kurz die aktuellen Social Media Aktivitäten bei Ford vor:

Facebook

Seit dem 17. Januar 2011 ist Ford mit einer deutschsprachigen Präsenz bei facebook vertreten. Freunde und Fans der Marke finden dort aktuelle Nachrichten sowie Fotos und Videos aus der Welt von Ford. Mit dem deutschen facebook-Profil baut Ford die Kommunikation im Bereich Social Media weiter aus. Dabei dient das Thema Social Media nicht nur Marketingzwecken. Ziel ist es, in Zukunft alle Unternehmensbereiche an soziale Netzwerke heranzuführen, um größtmögliche Transparenz den Endverbrauchern gegenüber zu schaffen und auf diese Weise die Kontakte der Kunden zur Marke Ford zu stärken. Nach zwei Wochen können wir bereits über 6.600 Nutzer verzeichnen, die die Marke Ford Deutschland auf Facebook mögen.

Twitter

Der deutsche Ford Twitter Kanal versorgt Interessierte mit aktuellen, kurzen News und Informationen rund um Ford. Wir planen, twitter noch enger in die Social Media Maßnahmen einzubinden.

YouTube

Der Channel von Ford in Deutschland ist seit über einem Jahr live. Besucher können im Channel die Marke Ford und ihre Produkte erleben. Auch die jeweils aktuellen Kampagnen und TV Spots können die Nutzer hier finden. Seit Ende des Jahres z.B. steht der neue Ford Grand C-MAX im Mittelpunkt des Channels. Dazu wurde der Auftritt komplett überarbeitet und zusätzlich ein eigenes Gadget entwickelt – das eines der Key-Features des Ford Grand C-MAX, die seitliche Schiebetür, präsentiert.

Gadget im Ford YouTube Channel

    Der Ford in Deutschland Brand Channel in Zahlen (Stand 02.02.2011):

  • 443 Abonnenten
  • 388.000 Channel Aufrufe
  • 600.000 Videos abgerufen

2. Toyota USA hat im Dezember die Gutscheinaktion toyotashareathon.com angeboten:
Für einen Twitter-Eintrag mit Link auf die Aktions-Webseite erhielt der Kunde einen Gutschein bei Autokauf über 500$. Pro Tag wurden 250 Gutscheine verteilt – insgesamt für 2 Millionen Dollar.
Was denken Sie über diese (Online-)Aufsehen erregende Art der Verkaufsförderung?
Hierbei handelt es sich sicherlich um ein interessantes Beispiel, um in sozialen Netzwerken kurzfristige Aufmerksamkeit zu generieren. Wir als Ford Deutschland verfolgen einen anderen Ansatz und versuchen, Kunden und Interessenten über Dialog und relevanten Content langfristig an die Marke zu binden.

3. Warum werden die bereits professionell betriebenen Social Media Kanäle, nicht prominent auf Ihrer Unternehmens-Webseite präsentiert?
Im Zuge der Ausweitung der Social Media Maßnahmen wird es in Kürze eine Zielseite auf der deutschen Ford Unternehmens-Website geben. Auf dieser Seite werden die Nutzer die kurzen Informationen und Verlinkungen zu den oben genannten Social Media Kanälen finden. Unser Hauptaugenmerk lag darauf, Interessierte über die Karussell-Grafiken im Kopf der Ford.de auf das Facebook Profil von Ford Deutschland aufmerksam zu machen.

4. Welchen Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden und Interessenten über Social Media?
Die Kunden haben durch die Nutzung der verschiedenen Kanäle die Möglichkeit, sich bedarfsgerecht zu informieren, d.h. auf YouTube finden sie die aktuellen Produktvideos und auch weiteres Filmmaterial; über Twitter können die Nutzer spannende Kurznachrichten zu Ford lesen; Facebook ist ein wichtiger Baustein der umfassenden Social Media Strategie und hat das Ziel, Kunden und Interessenten eine noch intensivere Kommunikation mit Ford zu ermöglichen und sie an spannenden Informationen rund um Ford Deutschland teilhaben zu lassen. Das Hauptziel ist, die Marke Ford durch das deutsche Facebook-Profil zugänglicher zu machen.

5. Welche sind die drei wichtigsten Erfahrungen, die Sie bisher mit Ihrem Social Media Engagement sammeln konnten?
Kunden/Interessenten suchen aktiv den Dialog mit Marken auf Facebook; Brandpages werden im privaten Umfeld auf Facebook nicht als störend wahrgenommen. Das Engagement der Facebook User geht über das „Liken“ von Beiträgen hinaus. User nutzen den Kanal, um konkrete Produktfragen an den Hersteller zu richten. Schnelle, offene Antworten, „ auf Augenhöhe“ entscheiden über den Erfolg.

6. Wie wird Ihr Unternehmen Social Media in 2011 nutzen (Marketing & PR, Kundenservice, HR, Innovationstreiber, Image)?
Ford verfolgt langfristig eine ganzheitliche Social Media Strategie, die alle Fachbereiche von Ford Deutschland einschließen kann. Im ersten Schritt fokussieren wir uns auf den direkten Austausch mit Kunden und Interessenten zu Themen, die wir aktiv platzieren oder die die Nutzer an uns herantragen.

// UPDATE – Diese Fragen habe ich Frau Mundolf im Nachgang noch gestellt:

7. Wie ist die Aufteilung zwischen Themen mit direktem Produktbezug, eher Unternehmensmeldungen und Artikeln mit Servicecharakter?
Zu Beginn unserer Social Media Aktivitäten sind unsere Postings bewusst relativ produktorientiert. In den kommenden Wochen planen wir das schrittweise zu erweitern, um über ein breites Themenspektrum (Produkt – (Motor-)Sport – Service) eine weitgefächerte Userschaft anzusprechen. Wichtig ist uns dabei in erster Linie die Interessen der User zu erfüllen. Das Social Web ist schließlich ein Dialog- und kein Push-Medium. Das nehmen wir sehr ernst.

8. Entwickeln Sie die Inhalte für Social Media anders, als für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit?
Zunächst einmal betrifft Social Media unmittelbar viel mehr Bereiche im Unternehmen als Marketing und PR. Wir versuchen daher enge Schnittstellen zu allen Abteilungen des Unternehmens von PR über Produkt bis hin zu Entwicklung und Service zu etablieren. Die Inhalte für das Social Web müssen darüber hinaus in Form und Umfang an das jeweilige Medium angepasst werden. Auf Facebook und Twitter sind wir beispielsweise etwas informeller in der Ansprache, als in der klassischen Marketingkommunikation. Auch hier gilt, dass der User die Inhalte und auch die Form der Inhalte ein stückweit mitbestimmt. Außerdem wollen wir die User künftig gezielt in die Erstellung von weiteren Inhalten einbeziehen. Wir freuen uns beispielsweise sehr, dass User jetzt schon Fotos von ihren Autos posten, selber Rätsel an die anderen Fans stellen oder selbst von Events berichten.

9. Verschiedene Kanäle zu überwachen und gezielt auf einzelne Kunden zu antworten kostet eine Menge Zeit und Arbeitskraft. Wie bedeutsam ist die direkte Kommunikation mit einzelnen Kunden für Sie?
Bi-direktionale Kommunikation ist das A und O aller Social Media Aktivitäten. Wer sich dem direkten Feedback der User nicht stellen will, hat das Prinzip von Social Media unserer Ansicht nach nicht verstanden. Natürlich ist dieser Dialog zeitaufwändig und auch nicht immer bequem für das Unternehmen. Aber Unternehmen können auf diesem Weg sehr viel über ihre Produkte und ihre Kunden lernen. Um das Aufkommen an Anfragen beantworten zu können, haben wir bewusst ein eigenes Social Media Team gegründet, das sich derzeitauch noch teilweise im Aufbau befindet. Außerdem haben wir uns bewusst für einen schrittweisen Einstieg in das Social Web entschieden, um die Anfragen von Anfang an handhaben und aus den Reaktionen der User lernen zu können.

10. Wann werden die ersten Kunden ein Auto bsw. über Facebook konfigurieren, sich beraten lassen und auch den Kauf abschließen?
Wie oben beschrieben, sehen wir Facebook in erster Linie als Dialog- und Informationsmedium. Der Verkauf von Automobilen steht da nicht an erster Stelle. Wir sind zudem davon überzeugt, dass der Autokauf eine hochemotionale Entscheidung ist, die eng mit einem „physischen Erleben“ verbunden ist. Das kann Social Media so nicht leisten. Die Social Media Aktivitäten von Ford werden den Besuch des Händlers daher nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ein Konfigurator innerhalb von Facebook kann durchaus eine interessante Ergänzung der Social Media Aktivitäten von Ford sein, ist aber momentan noch nicht geplant.

Vielen Dank für den Einblick Frau Mundolf!

Ich bin jetzt mal gespannt, wie die Einbindung der Social Media Kanäle in die Webseite realisiert wird. Die Kollegen in den USA haben Ihr vorbildliches Social Media Engagement auch noch nicht auf der Homepage eingebunden: