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Das Rudel rollt ins große Warten

Das Rudel rollt ins große Warten

Ich gebe zu ich gebe mich für jeden üblen Kalauer her :) Eine inoffizielle Challenge des Tages war “der Rubel rollt” in einem Posting unter zu bringen ohne dass es peinlich wirkt.
Kann ich nicht.
Aber ich kann alles heinzerhardteske in mir aufbieten um mit “Das Rudel rollt” um die Ecke zu kommen.
Und (das ist jetzt zum nachdenken, bzw wird übermorgen erst augeklärt) Der Roller rubelt :)

Der letzte Satz wird erst Sinn machen, wenn ich den Text von gestern, der noch in meinen Hirnwindungen festhängt, raus gehauen habe :)

anyway.

Ich bin ein furchtbar ungeduldiger Mensch. Ich hasse es zu warten und werde echt nöckelich wenn es nicht schnell genug weiter geht. Heute war warten angesagt. An der ukrainischen Grenze und an der russischen. Ich im letzten Auto in unsere konvoischlange. Wir kamen grade so mit allen Autos auf die Fähre.
In der Zwischenzeit hatte ich mir einen Sonnenbrand nach Gutsherrenart eingefangen. Aua. Unterarme und Kragen.

Dann endlich nach gut 2 Stunden sind wir auf der Fähre. Ich habe mich zusammen gerissen und keinem Zöllner ungefragte Prozessoptimierungsvorschläge gemacht. Für diesen beispielhaften Grad an Selbstbeherrschung klopfe ich mir an dieser Stelle nochmal auf die Schulter.

Foto 2

Fähren sind toll. Sie vereinen alles was man sich von einem Schiff wünscht: Sie sind groß genug um nicht Boot genannt zu werden. Man kann sein Auto mitnehmen und die Fahrt endet immer dann, wenn man sich grad ins Meer verliebt hat und bevor es langweilig wird.

Bei uns würde es alles andere als langweilig. Plötzlich kam hektische Diskussionsbetriebsamkeit in den Konvoi: Irgendwas fehlte wohl. Einer der Teilnehmer rannte hektisch um die Autos und suchte etwas. Gleichzeitig erzählte unser Produzent und Kameramann Mehdi von einem Schriftstück mit Land Rover Logo, das er gesehen hatte. Im Wasser.
Nachdem Mehdi mehrfach für bekloppt gehalten wurde sprach sich einee Vermisstenmeldung aus den Teilnehmerreihen rum:

Eine Mappe mit Fahrzeug-Dokumenten war weg. Versicherung und Fahrzeugscheinoriginal.

Großer Mist in Tateinheit mit ebenso großer Aufregung. Der Teilnehmer hatte dabei nichtmal wirklich schuld. Ich habe eine ähnliche Jacke wie seine Weste. Das erste was passierte als ich die Jacke trug: Ich ließ mein iPhone durch die angedeutete Tasche, die unten offen ist, auf den Boden krachen. Gleiches muss wohl auf dem Oberdeck der Fähre mit den Fahrzeugpapieren passiert sein. Nach dem Zollstress die Papier in die Faketasche eingesteckt und Zack, warnse Fischfutter.

Eines unserer 11 Autos schwamm also ohne Papiere im Niemandsland zwischen Ukraine und Russland. (Die Papier schwammen ja in der Bucht von Kerch). Da kann einem schonmal die Düse gehen. Ich sah uns schon unsere Zelte im Niemandsland aufschlagen.

Foto 1

Gleich wurde diskutiert was zu tun sei. Erstmal am Zoll drauf ankommen lassen und es mit der beglaubigten Kopie versuchen, lautete die Devise. Unsere Instruktoren und Begleiter haben deutlich stählernde Nerven als ich hätte ;)

Was soll ich sagen: Nach weiteren 2 Stunden am russischen Grenzübergang waren wir alle drin in Mütterchen Russland. Unser Guide Dima hat ganze Arbeit geleistet und erstaunlicher weise hat man sich an der Grenze mit den Kopien zufrieden gegeben. Glück gehabt und hammer glücklich.

Nein, mit Glück hat das eigentlich gar nichts zu tun, sondern mit der hammer Vorbereitung des gesamten Teams, das nichts dem Zufall überlässt und Problemquellen bereits in Deutschland vorhergesehen und mit weitsichtiger Planung abgewendet hat.

Und sonst so?

Danke Zeitgrenze. Unsere Uhr würde 1 weitere Stunde vorgestellt. Also morgen noch ne Stunde weniger Schlaf. Mirgen wieder um 6:15 aufstehen, was dann aber nach deutscher Zeit 4:15 ist. *japs* und dann geht es morgen ncoh in ein Outdoor-Camp. Ich denke nicht, das es ausgerechnet in der Botanik rund um Adygea WLAN gibt ;) Also kommen die nächsten Meldungen erst übermorgen.

Bis dahin!

Dieser Text wurde übrigens mit den fettigsten Fingern meines Lebens bei den spektakulärsten Fleischplatten meines Lebens in Anapa getippt. Mjam.

Funfacts des Tages:

wenn 4 Schiffe auf einer Seefahrer-Kirche in alle 4 Himmelsrichtungen zeigen, fände ich In Richtung Norden Pferde angebrachter :)

Unser usbekischer Guide Dima hat und den heutigen Nationalfeiertag Usbekistans erklärt. Unabhangigkeitstag

Ich habe die sowjetische Hymne dank 38 maligen ROCKY IV Schauens in Kindertagen nach 3 Fakten erkannt.

Ich bin auch ein guter Beifahrer, ich kann Honig verfüttern. Genaueres dazu auch im nächsten Post. Und warum wir putzen müssten im übernächsten.