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Echte Auto-Innovationen – braucht’s Apples iCar?

Dieser Artikel ist aus meinem “Archiv” – sprich aus dem probefahrer.basicthinking.de von damals. Da mir das Thema heute mal wieder in den Kopf kam, wollte ich ihn hier auch mal wieder drin haben.

Wo bleibt mal ein großer Wurf der Autoindustrie? Im IT und Web-Bereich gibt es eine Revolution, Blase und Innovation nach der anderen. Dagegen fehlt grade in einer der wichtigsten Industrien weltweit eines aktuell GANZ massiv: Echte “Killercarpplications”. Hat sich deshalb im August 2007 his Steveness mit VW-Konzernchef Martin Winterkorn getroffen und ein bißchen unter kalifornischer Sonne geplaudert? Eins ist sicher – er hat ihm garantiert kein Privattutorial für’s wolfsburgische iPhone gegeben. Damit könnte Apple aber auch wirklich helfen.Richtig gute Ideen gab es im Automobilbau doch schon lange nicht mehr. Der Prius war mal was, ok. Aber sonst? Kochen doch alle seit Jahrzehnten im eigenen Saft.Das Rad muß ja nicht kompeltt neu erfunden werden – hübscher und NOCH besser benutzbar zu machen würde ja schon reichen.

Wie wäre es zum Beispiel mit innovativen Bedienelementen in Autos:
Als allererstes fallen mir da natürlich Joysticks und Gamepads statt Lenkrad ein: Jeder 12-jährige ist diesen Bedienelemten dank Konsole mächtig. Warum sollte nicht endlich mal über das grundsätzliche Bedienkonzept eines Autos nachgedacht werden? Ob ich nun eine vollelektronische Servolenkung bediene, oder nen Thumbstick mit ForceFeedback ist odch nur eine Sache der Umgewöhnung.

Touchscreens sind ein ähnliches Thema – in vielen Autos schon da (siehe den Prius Bericht) – aber warum immer so verschämt und zurckhaltend umgesetzt? Als halbwegs Internetbegabter Geek wünsche ich mir eine iGoogle-mäßige Personalisierbarkeit der Instrumente. Ist doch im Grunde kein Problem – ich möchte gerne nen mittigen Drehzahlmesser mit Schaltblitz und eine Streckenkarte per GPS à la NfS – meine Freundin lieber nur nen Tacho und im Rest des Armaturenbretts das Bild aus einer Webcam (untergebracht im Rückspiegel) eingeblendet sodaß sie sehen kann, ob der Lippenstift noch paßt (nein, eigentlich möchte meine Freundin sowas nicht. Genaugenommen werde ich mir für dieses Beispiel ECHTEN Ärger einhandeln, aber was tut man nicht alles für den Hobbyjournalismus. War echt nur nen Beispiel Schatz *g*)

Ach und mir fallen noch SO viele weitere nette Features ein:
EIN großer An-/Aus-Knopf für alles (auch vgl. Prius nur noch umfassende) – wozu noch irgendwas schlüsselartiges irgendwo reinstecken? Es gibt doch Bluetooth, RFID und WLAN. Das ganze ist natürlich eine Kombination aus iphone inkl. ipod, Navi PDA und Autoschlüssel. Das Gerät funktioniert als Fernbedienung via Mobilfunkverbindung und den oben genannten Verbindungsarten. Wenn einer mein Auto klaut, kann ich ihn aus o.g. Lippenstiftnachziehcam beobachten und ggf. durch den Autoschlüssel PDA iPhone Ersatz ordentlich durchbeleidigen. Mit dem Gerät kann ich natürlich auch bequem eine Routenplanung am Rechner zu Hause machen, den PDA-key mit ins Auto nehmen, die Route wird artig ins Navi übernommen und los geht’s! Auf der Route zeigt mir das Gerät im Umkreis liegende interessante POIs, die es vorher aktuell aus dem Netz gezogen hat und am Zielort schnappe ch mir wieder meinen “Schlüssel” und er navigiert mich als Fußßgänger weiter, erzählt mir was über die Sehenswürdigkeiten und führt mich in fremden Städten per Sprachbefehl wieder zum Auto zurück.

Und es gibt noch SO viele nette Anwendungsgebiete:
Streaming von Musik, Podcasts usw. vom passenden Mediaserver ins Auto oder vorheriges Befüllen des Autoschlüssel-pods. Sodass ich morgens meine personalisierten Nachrichten (inkl dem liebevollen Guten Morgen Gruß der Freundin mit angehöngtem Einkaufszettel) aufs Display und auf die Ohren kriege.

Webcams nicht nur im, sondern auch ums Auto, sodaß ich nachvollziehen kann, wer mir ne beule reingefahren hat. Ernsthaft, die Dinger müssten nichmal dauerhaft aufzeichnen aber selbst wenn – nen 4GB USB-Speicher würde für 48h locker reichen. Wenn die Cams per Erschütterung anspringen und alles aufzeichnen, was sich um die Kiste drum rum bewegt: Reicht doch völlig aus, um Unfallflucht Geschichte werden zu lassen.

Ist mit aktuell verfügbarer Technik alles kein Hexenwerk. ABER für so was ist Apple echt gut – sie können bestehende Technologien sinnvoll und im stylishen und zeitlosen Design zusammen führen. UND schaffen es dabei noch ein nettes Usability-Erlebnis zu schaffen.
Wenn dann letzten Endes nen VW als Verpackung daherkommt – so what?

Die Frage der Zielgruppe:
Naja, das sind meine Wünsche und Vorstellungen. Die Spekulationen der einschlägigen Presse gingen im Sommer ’07 ganz klar in eine Richtung:
Es wurde schwer um einen Kleinwagen spekuliert, der noch unterhalb des Fox positioniert werden solle. Kann ich mir ehrlich gesagt aus den bereits genannten Gründen und Apples Produktpolitik kaum vorstellen. Stellt man mal die Rechner und Notebooks in ein Verhältnis mit dem Automarkt, dann geht das schon ganz klar in eine bestimmte Richtung: Nämlich weit über die der vollausgestatteten Golfklasse hinaus. Ein vollausgebautes Mac Book Pro oder ein imac liegt preislich im Verleich zu entsprechenden PC-Rechnern und Notebooks in der Phaeton / Touareg Liga.

In den Medien-Beiträgen zum Thema aus dem letzten Sommer als das Thema zum ersten Mal hochkochte, wurde hauptsächlich vermutet, es werde sich um einen Kleinwagen handeln, der noch unterhalb des Fox positioniert werden solle. Kann ich mir ehrlich gesagt aus den bereits genannten Gründen und Apples Produktpolitik kaum vorstellen

So wie ich das sehe, spielt für die meisten Apple-Jünger Geld kaum eine Rolle – das neueste Gadget, das von his Steveness präsentiert wird, muß her. Dafüer spricht allerdings auch die hohe Wertstabilität der Produkte. Für ein Powerbook kriegt man bsw. immer noch erstaunlich viel mehr als für ein vergleichbar altes PC-Notebook. Inklusive dem Kultstatus, den Mac-Produkte nunmal geniessen, könnte in Kombination mit künstlicher Verknappung (die Apple auch par excellence beherrscht) ein richtig wertstabiles Kaufobjekt rauskommen. Jedenfalls würde ein iCar kein billiges, kleines “Knuffelauto”. Ich kann mich weder vor nach nach den ersten iMacs und iBooks in tangerine und anderen komischen Farben an kein Appleprodukt erinnern (und ich bin ECHT kein fanboy) das klein oder knuffig geschweige denn BILLIG gewesen wäre.

Chajaja, also nochmal die Frage der Zielgruppe…
Die Leute, die sowieo Apples Stammkunden darstellen liegen irgendwo zwischen 16 und 60 mit dem entsprechenden Girokonto. Dabei rangieren Sie was techinsche Verständnis angeht zwischen Komplett-DAU der die einfache Bedienbarkeit eines Macs mag, über Kreative bis hin zum Vollblutentwickler. Zuzüglich denjenigen, die durch ein neues, cooles, stylisches und v.a. innovatives Autokonzept hinzu gewonnen werden könnten steht hier eine recht große Käuferschicht Portemonnaie bei Fuß. Und da geht einiges! Mit neim Fox mit integriertem iPhone gewinnt man da keinen Blumentopf. Allerdings sollte Apple vorher seine Umweltpolicy nochmal überdenken – beim iphone sind sie noch grade so mit einem blauen Auge davon gekommen, bei Autos könnte das aber richtg nach hinten losgehen ;)

SO, wie man Apple kennt, gibt es aber auch einige Nachteile, da sollte vorher auf folgende Punkte geachtet werden, damit man sich nicht hinterher ärgert:

* es gibt nur noch EIN Pedal, das Gas. Zum Bremsen muß am Lenk(Click)Wheel die Apfeltaste gedrückt und gleichzeitig das Gas getreten werden
* das iCar paßt nur in vorher gemietete Parklücken
* alle 6 Monate gibt es ein kostenpflichtiges Update – dafür kriegt man dann einen 7. Gang dazu, oder kann die Fenster und das Schiebedach frei positionieren
* nur ausgesuchte Tankstellen, die prozentual Provision auf vertankten Sprit an Apple abführen, bekommen iCar-kompatible Zapfhähne
* per Bootcamp kann man vorm Start auswählen, ob man mit Diesel, Benzin, Elektro oder Apfelsaft fahren möchte
* erstmal gibt es das Auto nur in weiß, dann kommen schwarz und alu hinzu. Version 1.2 dann auch in pink, mint, himmelblau und candyred. nicht zu vergessen das U2-Sondermodell
* Abgefahrene Reifen können nur von appleauthorisierten Reifenhändlern ausgetauscht werden
* Wenn die Batterie den Geist aufgibt, kann Sie nicht ausgetauscht werden – man kauft sich einfach das iCar 2.0
* die erste Revision wird extrem kratzempfindlich
* Die Wegfahrsperre verwehrt die Einfahrt in jede nichtlizensierte Waschanlage – dafür riecht das Auto nach der Wäsche in entsprechenden Anlagen immer wieder nach dem typischen Apple-Neu-Duft

Es braucht nicht zwingend ein iCar – aber Innovationen in modernen Autos. Ein Ottomotor, bleibt ein Ottomotor, bleibt ein Ottomotor. Aber ein Haufen Gadgets auf vier Rädern würd ich nehmen.
Zumindest zum Probefahren :)

Aktuellste Infos, die ich zu dem Projekt finden konnte:
Macwelt aus dem Dezember – “Das iCar steht auf der Kippe”. Dort heißt es auch noch: “Rivale Microsoft arbeitet schon seit längerem mit Autoherstellern zusammen. Mit Fiat hat der Software-Konzern ein Abkommen für den Bereich Telematik geschlossen.”
Ach Du Scheiße – M$ und FIAT – da bekommt Fehler In Allen Teilen ja ne ganz neue Bedeutung *duck*

Notiz am Rande:
Dieser Artikel ist der erste, der innerhalb mehrerer Tage im Google Notizbuch mit Hilfe der entsprechenden Firefox Extension entstanden ist. SEHR nützliches Recherche-Tool! Leider fehlen in der Extension die Formatierungsfunktionen.