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Social Media Nutzung bei Autoherstellern, heute: BMW

Social Media Nutzung bei Autoherstellern, heute: BMW

Und wieder ein neues Interview mit 10 Fragen an einen Social Media Verantwortlichen bei einem Autohersteller. Diesmal hat mir Torsten Julich – bei der BMW Group zuständig für Konzernkommunikation und Politik die Nutzung des Web bei den Marken von BMW erklärt.

Einige Antworten von Herstellern warte ich noch ab und dann wird es Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

1. Welche Social Media Aktivitäten hat BMW Deutschland in den letzten 18 Monaten durch geführt:

Es gibt eine Reihe von Aktivitäten in diesem Bereich. Schwerpunkt ist Facebook, wo sowohl das Unternehmen (BMW Group) als auch die Marken (BMW, MINI, BMW Motorrrad, etc.) aktiv, dialogisch kommunizieren:

  • Das Unternehmen: Facebook BMW Group View Kanal der Unternehmenskommunikation – Zweck PR, Zielgruppe Stakeholder des Unternehmens
  • Die Marke BMW: Facebook BMW Kanal der BMW Markenkommunikation – Zweck Marketing, Zielgruppe Kunden, Interessenten und Fans
  • Die Marke MINI: Facebook MINI Kanal der MINI Markenkommunikation – Zweck Marketing, Zielgruppe Kunden, Interessenten und Fans
  • Die Marke BMW Motorrad: Facebook BMW Motorrad Kanal der BMW Motorrad Markenkommunikation – Zweck Marketing, Zielgruppe Kunden, Interessenten und Fans
  • Project i: Project i auf Facebook Kanal für Zukunftsprojekte im Rahmen von „project i“ PR und Markenkommunikation – Zweck PR/Marketing, Zielgruppe Stakeholder, Kunden, Interessenten und Fans

Project i auf Twitter
BMW Group bei Twitter
BMW Group bei You Tube
BMW bei YouTube

Diese Aufstellung erhebt kein Anspruch an Vollständigkeit!

2. Wie ist die Aufteilung zwischen Themen mit direktem Produktbezug, eher Unternehmensmeldungen und Artikeln mit Servicecharakter?

Die BMW Group ist mit ihren drei Marken BMW, MINI und Rolls-Royce einer der weltweit erfolgreichsten Premium-Hersteller von Automobilen und Motorrädern. Vor diesem Hintergrund wurde für das Unternehmen und seine Marken eine Social-Media-Strategie formuliert, die dem Ansatz der integrierten Kommunikation folgt.
Es gibt sowohl ein Engagement der Unternehmenskommunikation als auch der Markenkommunikation in den Social Media. Durch eine enge Abstimmung der Themen zwischen der Unternehmens- und Markenkommunikation gelingt eine spezifische Zielgruppenansprache. Die klassischen Stakeholder der Unternehmenskommunikation wie Presse und Medien werden bei der Kommunikation in Social Media genauso berücksichtigt wie die Kunden und Produktenthusiasten der Markenkommunikation.

Facebook / BMW Group View = Unternehmensmeldungen
Facebook / BMW = Produktmeldungen (weitere Marken analog)

3. Entwickeln Sie die Inhalte für Social Media anders, als für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit?

Nein, grundsätzlich gibt es keine neuen Themen nur auf Grund der Existenz von Social Media. Allerdings wird das Format bzw. die inhaltliche Gestaltung an die Social Media Ansprüche angepasst.

4. Verschiedene Kanäle zu überwachen und gezielt auf einzelne Kunden zu antworten kostet eine Menge Zeit und Arbeitskraft. Wie bedeutsam ist die direkte Kommunikation mit einzelnen Kunden für Sie?

Das Besondere an Social Media ist der Dialogansatz, was aber nicht zwingend bedeutet, dass das entsprechende Unternehmen immer in den Dialog eingebunden sein muss. Die Fans „unterhalten“ sich untereinander und tauschen Erfahrungen, Meinungen und auch Empfehlungen aus und lösen im Idealfall auch potentielle Falschmeldungen im Dialog auf. Wir als Unternehmen halten uns bewusst zurück und steigen erst in den Dialog ein, wenn die Fangemeinde nicht reagiert. Natürlich reagieren wir auch auf Fragen, die direkt an uns gerichtet sind.

5. Toyota USA hat im Dezember die Gutscheinaktion toyotashareathon.comangeboten: Für einen Twitter-Eintrag mit Link auf die Aktions-Webseite erhielt der Kunde einen Gutschein bei Autokauf über 500$. Pro Tag wurden 250 Gutscheine verteilt – insgesamt für 2 Millionen Dollar. Was denken Sie über diese (Online-)Aufsehen erregende Art der Verkaufsförderung?

Hier möchten wir keine Bewertung abgeben.

6. Aus welchem Grund werden die bereits betriebenen Social Media Kanäle, nicht prominent auf Ihrer Unternehmens-Webseite präsentiert?

Eine Integration bzw. Präsentation der BMW Group eigenen Social Media Kanäle auf der Unternehmens-Website ist in Planung.

7. Welchen Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden und Interessenten durch Social Media?

In der Automobilindustrie findet der Kaufabschluss in der Regel „Offline“ statt, die Fahrzeugrecherche und die Kaufentscheidung sehr oft bereits Online. Wir wissen, dass sich annähernd 100% der Gebrauchtwagen – und bis zu 75% unserer Neuwagenkunden im Internet vorab informieren – daraus ist ein Mehrwert von Web 2.0 Aktivitäten, die Interaktion und Dialog ermöglichen abzuleiten.
Konsumenten sind heute deutlich interessierter und informierter, betreiben aktiv Produktrecherche und legen immer größeren Wert auf Informationen und Meinungen aus ihrem sozialen Umfeld. Häufig finden sie gerade diese vermehrt im Internet. Im Positiven wie im Negativen macht sich die Multiplikation von Botschaften im Social Media Umfeld deutlich bemerkbar.

8. Welche sind die drei wichtigsten Erfahrungen, die Sie bisher mit Ihrem Social Media Engagement sammeln konnten?

Durch Social Media erfahren wir in Echtzeit welche Wahrnehmung und Wertschätzung das Unternehmen und seine Marken in der Öffentlichkeit erfährt und wo wir Entscheidungen eventuell vertieft erklären müssen.
Für einen erfolgreichen Einsatz von Social Media in großen Unternehmen braucht es eine stärkere Vernetzung von Marketing und PR.
Auch Social Media muss sich am Erfolg (Engagement) messen lassen.

9. Wann werden die ersten Kunden ein Auto bsw. über Facebook konfigurieren, sich beraten lassen und auch den Kauf abschließen?

Wir können leider die Zukunft nicht voraussehen, daher lässt sich das heute noch nicht sagen. Weitere Kundenangebote in Facebook sind in Zukunft aber nicht ausgeschlossen.

10. Wie wird Ihr Unternehmen die Social Media Kommunikation in 2011 weiter entwickeln?

In Bezug auf das Reputation Management stehen wir noch ganz am Anfang. Eine der größten Herausforderungen ist ganz sicherlich die Wahrnehmung und Interpretation aller Inhalte, Statements und Kommentare im Web 2.0 und die daraus abgeleitete richtige Reaktion. Wir müssen lernen die vielen Meinungen im Social Web in eine für uns verständliche Form zu bringen. Das ist Voraussetzung dafür, die Bedürfnisse unserer Kunden und Interessenten noch besser zu verstehen um ihnen im Ergebnis maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können.

Range Rover Evoque Designer Jeremy Waterman im Interview @evoquenews

Range Rover Evoque Designer Jeremy Waterman im Interview @evoquenews

Letzte Woche konnte ich mal wieder das angenehme mit dem nützlichen verbinden. Wie angekündigt, hatte Land Rover mich zu einer Party eingeladen, auf der der neue Range Rover Evoque “Hallo” sagt. Zu dieser sehr stylishen Modelleinführung gibt es natürlich auch eine eigene Webseite – Hello Evoque

Der Evoque wird Range Rovers erstes Modell im Luxus Kompaktsegment werden. Und das Auto ist echt verdammt schick geworden kann ich Euch sagen.

Für den Offroad-Einsatz bei der Herkunft sicher tauglich, aber eigentlich viel zu schade zum einsauen auf dem Stoppelfeld :) Mich erinnert das Auto in weiß (so stand es auch auf der Party) übrigens DERBE an einen Stormtrooper :-)

Eine Probefahrt war leider noch nicht machbar. Es war nur ein Auto da und das war für die Party virtuos zwischen die Dinner-Tische im Pop-Restaurant “Alte Münze” gefahren. SEHR coole Location. Leider war das der letzte Abend des Restaurants in der alten Münzfabrik. Wie Land Rover an die Location gekommen ist hat Fashionpuppe Annafrost hier in dem Posting erklärt. Alleine die Tresortüren auf dem Weg durch das Gebäude waren beeindruckend. Und alles voller kleiner Kunst- und Design-Stücke.

Speaking of Design. Super Überleitung! :-)

Mit einem der Designer des Autos konnte ich nämlich sprechen den Abend. Jeremy Waterman – Manager Exterieur Design bei Land Rover hat mir einiges erzählt – zum Evoque, seiner Vergangenheit bei Lincoln in den Staaten und natürlich lass ich so einen hochkarätigen Interviewpartner nicht von der Angel, ohne seine Einschätzung zum Auto der Zukunft :)

Hier das Video mit einigen Bildern vom Auto natürlich:

NISSAN Chat-Conference about Zero Emission Strategy and the ESFLOW Designstudy

Da ich heute Abend schon wieder unterwegs bin, gibt es diesmal eine englische Zusammenfassung;

In this conference we had the opportunity to ask Andy Palmer some questions about Nissan’s Zero Emission Strategy in general and Francois Bancon about the ESFLOW Electric Sportscar Study in particular.

The Chat was really crowded. So I tried to place all the questions I got here, via Twitter, Facebook and Motor-Talk. Not all got through, some also popped up in the questions of colleagues. Hope you are pleased with the answers.

Hello everyone. We thank you for joining us today for this webchat session on Nissan ESFLOW concept. We are pleased to welcome François Bancon from Nissan Headquarters in Japan.

Let’s start with the first Chat and Francois Bancon on the NISSAN ESFLOW

dna : what will be the next Nissan electric car ?
The next car is going to be an LCV probably based on NV 200, and the third one will an Infiniti.

azm : Does electric vehicles have important heat losses whem we ask for big power?
Yes like in any mechanical system, but less than in ICE (Internal Combustion Engine) vehicules.

Mike: The car named ESFLOW lookd good, when is it likely to be sold in the UK?
Let’s do the first three. We are studying, and making plans for the future, but nothing is decided at this stage.

marc bolier: How much (%) of de LEAF drivetrain can we find in the ESFLOW?
We are using the basic LEAF technology for powertrain and battery.

MikeBoxwell: What does ESFLOW tell us about future cars from Nissan? Are you considering an electric sports car, or are you using the concept as a way of gauging reaction for different vehicle solutions?

Yes it tells you something about the future of Nissan based on our sports heritage. ESFLOW is a concept but of course this shows our serious considerations of EVs sports car in the future.
We are a sports car company and a leader in EV.

David: Who is the designer of the ESFLOW
This is not one designer but our studio in downtown Tokyo Creative Box.

Nikki Gordon-Bloomfield: Can you give us any more details on the LCV? Will it be a ground-up vehicle like the LEAF and the ESFLOW, and will it compete directly with the Ford Connect EV?
We have no details yet, but more to come!
I like your idea though regarding competing with Ford Connect EV! ….

thomas from germany: From what other cars in the Nissan line-up did you draw inspirations for the exterior design? Z, Juke?? Any other?
It’s an interesting question! Z and Juke are part of the Nissan heritage -This is who we are – and we build on this.

David: Is Nissan using new technology in the Nissan ESFLOW Concept?
Yes, we have some new technology exploration. Weight is the key driver to this.

RaphaelFromAustria: Is the ESFLOW the modern version of the 2006_URGE_Study?
No, it’s not a new version of the URGE. ESFLOW is a breakthrough in itself !

Alex Kahl @probefahrer: Can you tell us what was the main inspiration for the design
ESFLOW wa about designing a Zero Emission sport car. It’s not just purely inspiration, but designing a credible sports car that could be real. Somewhat stereotypical but real!

MikeBoxwell: What is your vision for the Electric Vehicle market over the next three to five years? What will the car industry look like by 2015?
We estimate the EV market in 2020 to be about 10% of the total car industry volume, and the Alliance is aiming to secure 20% of this EV market.
The auto industry is currently going to a major transformation and 2015 will be the very first evidence of the revolution to come.

Nick Chambers : How strong of a hint is the ESFLOW for the future design of Nissan’s already planned electric sports car?
We want to make a real EV sports car and it’s our first attempt. For sure, we are thinking of the next one.

JR RomanO : Obviously that electrifying the car is the future, but is Nissan planning to do a sports car like ESFLOW with an internal combustion engine, for example, with the 1.6L Turbo 190hp?
ESFLOW is purposely built to be Zero Emission.
I like the thinking, and 1.6 L turbo is an excellent base! we should try it ;-)

esflower : Talking about powertrain transmission, is Esflow using any gearbox or CVT component? If not, how in-wheel motors adjust final torque to the wheels? Thanks.
ESFLOW is an electronically controlled dual motor technology, not a in-wheel motor technology.
Look for more later in the year!

James Scoltock : Range is quoted as 240km – compared to a vehicle like the Leaf is that extra distance achieved purely by better battery management systems?
Weight first, it’s a two-seater car, and then the battery management – increase batterry capacity.

MikeBoxwell: When designers no longer have to consider the packaging of a conventional Internal Combustion Engine car, there is the potential for much more revolutionary car designs. The compact motors need much less room than a conventional engine and can even be fitted in the wheels, the batteries can be distributed across the whole vehicle. Are we going to see more unique car designs from Nissan that repackage the entire car, or are we going to see very little difference between future electric cars and ICE cars in terms of their overall look?
Yes, the EV opens the door for a new packaging, and ESFLOW is the first demonstration. We have explored a lot of alternatives such as Pivo 1 and Pivo 2, which were the first and ultimate attempts to revolutionize packaging.

Seal: ESFLOW is to fight the leadership of Tesla in supersport cars? It will be made with this intent?
We are not in the supercar category. ESFLOW is about performance and affordability, which is our general guide as an auto maker.

Esflower: Is Esflow battery pack liquid cooled or air cooled? Have you find battery cooling an important issue you have developed consciously?
We use the LEAF asset. Yes the cooling might be an issue and we have some solutions for this.

Nikki Gordon-Bloomfield: How does the ESFLOW differ from Renault’s own EV Sportscar Concept?
We are on a different price band, and ESFLOW is part of the Nissan heritage.

Thank You very much François Bancon, a word from you to wrap up the discussion ?
Nissan is about excitement and innovation and EV is perfectly in line with this objective, and this is the reason why we did the ESFLOW.
Thank you, tons of great questions and gave me many inspirations.

And now Nissan Vice President Andy Palmer on the Zero Emission Strategy

Lembit : Should Government do more to support EV use and if so what would Nissan like to see?
The important thing is that the government has been an intrinsic part of our go-to market strategy. I think it would be fair to say that without government assistance through the recent crisis, our ambitions wouldn’t have been nearly as great as they are today.
If I could simply refer to the US as an example, here the DOE made us a privilege loan of 1.4 billion dollars in order to facilitate the deployment of the vehicles and the battery facilities.
Is it enough? Would we like to see more ?
Of course the answer is yes.
so far, governments’ supports have been specific to some countries but not all.
It would be true to say that some countries have spoken about support but have not yet deployed it.
At least over the next few years while the technology is maturating.
Incentive support is important, if we are to democratize EVs.

Shotaro : Do you have plans to manufacture LEAF or other EVs in China?
We have ambition to manufacture in China. China is Nissan’s largest market, so it’s natural that we would want to deploy vehicles of our highest technology in our biggest market.
As per the previous question, initiating EV roll outs is predicated on governments’ support both in terms of fiscal and infrastructure. This support in China is becoming more clear but is not yet fully clear. The best I can say right now is watch this space.

Maxim Kadakov: Main question from Eastern Europe: is there a chance to see Nissan Leaf and other Nissan electric cars in Ukraine, Russia, Poland? When will they appear on sale? Are these electric vehicles ready to exploitation in winter at subzero temperatures?
Joost Vianen: How will Nissan’s EV range evolve after Leaf?
Like me, batteries don’t much care for the cold. That said, many of the potential customers for LEAF and our other 3 future EVs require solutions that allow them to work in extreme cold and hot climates.
In short, we have to deploy battery heating and cooling systems.
These systems are almost ready to be deployed.
Now, are we ready to go to Ukraine, Russia or Poland? This is really reliant on the charging of infrastructure being deployed in these regions. Today, I don’t have visibility, but the speed of uptake by countries around the world never fails to surpirse me…. So we are ready.
Joost Vianen : How will Nissan’s EV range evolve after Leaf?
Range anxiety is a phenomenon that we can hear very often. Fact is, if someone looks at the B-segment customer in Europe around 35% never, I mean never, drive more than 100kms a day.
So in this sense, a typical LEAF charge allowing the range of 160kms is adequate to meet our ambition of 10% market share in 2020.
However, we also want to be the undisputed leaders in Zero Emissions. Therefore we are extending our autonomy range and vehicle portfolio range over the coming years.
To be specific on portfolio range, we will introduce 4 electric vehicles including LEAF by 2013.

marc bolier: Hello Andy, thnaks for answering our questions. I have one too: does Nissan aim to have a zero-emission car in every passenger car segment or are some segments ruled out beforehand?
Today ‘s EV technology does give us some limitations. So in the short term, I would tend to limit EVs to the B, C and small van segments.
Above this weight limitation, the batteries tend to become large and in consequence heavy and expensive. This makes it hard to match with our vision of democracizing EVs – which is to say our vision is to sell EVs (including incentives) at a price broadly equal to that of an internal combustion engine vehicle.
So, for the rest of the range, today we offer our PURE DRIVE range, which is a variety of low CO2 technologies, such as clean diesel, HEV, down sizing and idle stop, etc.

Alex Kahl @probefahrer: How far goes the Zero Emission Strategy? Does it end at the emissions of the car or doest it go beyond to Zero Emission in Production and supporting the development of technology for producing Zero Emission Energy that drives the car?
Zero Emissions refers to a lack of tailpipe on the car itself. However our ambition goes beyond that even if we are not the master of the entire supply chain. For example, we try to reduce the CO2 emitted in the factories that produce our cars eg. windmills in Sunderland.
We try to encourage governments to promote the use of renewable power generation. We even champion the re-use of our batteries in second life to help for example to store energy created through windmills. I’m personally member of several forums promoting the debate about smart grids.
We cannot control everything as a car maker, all that we can do is lead by example and hope and encourage others to follow.

Peter Lawton: Will you launch range-extended EVs then? Like the Ampera (or is that a hybrid?)
In our definition Ampera is a plug-in hybrid – it has a tailpipe. Therefore it doesn’t meet our definition of zero emissions. That is not to say we think hybrids are bad idea, we think that they have their place and we are also deploying hybrid solutions. We are currently working on a range extended EV solution, but we have no firm plans to launch it at the moment.

David: Will (plug-in) hybrids be part of the Nissan Zero Emission Mobility Strategy
No.
A Hybrid has a tailpipe, so does a plug-in, so does a range extender. Therefore, de facto, it’s not zero emissions.
Hybrids, PHEVs, REEV, clean diesels, down sized turbos, idle stop, etc. all form part of our PURE DRIVE technologies. We are agnostic in the use of these technologies and simply look to the best low CO2 solution for the segment. PURE DRIVE is complementary to our Zero Emission strategy.

Alex Kahl @probefahrer: What about other Zero Emission Technologies like Fuel Cell? Is Nissan / Renault considering alternatives?

Yes.
Nissan has been working on fuel cell technologies for some time.
We are part of a consortium in Japan looking at deployment of FCVs.
The maturity of this technology at the level of the vehicle is within sight, but the challenge of infrastructure is even greater than that of EVs.
We think it has a future. We are preparing for that future, and we consider this to be part of our zero emission leadership strategy.

Alex Kahl @probefahrer: Is the strategy risky to set everything on pure battery-driven EVs? 5 Billion EUR is a lot of money.
I believe that we are not ‘betting the farm’ on EVs. We are seeking leadership in EVs envisaging around 10% of our portfolio to be EV in 2020.
That means 90% of our portfolio will use a PURE DRIVE technologies, such as hybrids and clean diesel, etc.
5 billion euros is certainly a lot of money, but leadership in EVs is core to what we want to be and our “raison d’être”. We also believe we have sight of a return on our investments within the mid-term.

Mykola Zakharenkov : What countries are most interesting in ZEV cars sale, and what countries will be interesting in it the next time? A few words about geography of electric vehicles for now and for the future…
Today the leaders can be defined by early deployment of infrastructure and a willingness to financially support the vehicles. In simple terms a non-exhaustive list would include Japan, United States, UK, Ireland, Portugal, Holland and Switzerland.
Within the US some states are even more agressive, California for example.
If we speculate I would anticipate that it’s not so far in the future where we could expect other european countries to join this list, and of course China. I also know that some countries in the Middle East are contemplating early adoption of infrastructure, Israel of course is part of this.

Thank you very much Andy, final words from you to wrap up the discussion please ?
Thank you for your patience with my typing speed.
I enjoyed the questions and the opportunity to share our vision for a cleaner world.
I hope to do this again if you found it useful?
Thank you.
Sayonara from Yokohama.
Arigato.
Thanks to all for joining us today. Looking forward to seeing you at Geneva for those who will attend the Show.

Noch Fragen an Jeremy Waterman – Exterieur Design Manager bei Land Rover?

Noch Fragen an Jeremy Waterman – Exterieur Design Manager bei Land Rover?

Huhu zusammen! Habe kurzfristig noch einen Termin heute bekommen, ein Interview mit Jeremy Waterman, Design Manager für die “Außenhaut” bei Land Rover Design zu führen. Anlass ist ein Event zum neuen Range Rover Evoque.

Wenn Euch neben den Fragen, die ich zusammen gestellt habe noch etwas anderes besonders interessiert, haut es bis 17 Uhr in die Kommentare.

Ich weiß – is knapp ;) Aber so isses nunmal manchmal :=)

First of all please introduce yourself shortly and explain us please what was your role in the design process of the Range Rover Evoque?

Please explain us the key-features of this new design

Can you tell us what were the main inspirations for the design of the Evoque:
Nature? Architecture? Or something completely different?

How is Victoria Beckham involved in the Range Rover Evoque. Was she part designer – part customer target group?

And for which parts of the car is she responsible for?

Do you think we will see that example of celebrity “consultants” in the design-process of car more often in the future?

So before you started working for Land Rover, you worked in the US. Can you tell us: What are the main differences in car-design between Europe and he North-American market?

Land Rover has a very traditional design and was a role model for lots of other manufacturers of SUVs. How did you conserve the coredesign for decades?

How is the SUV look like in 2030?

What do you think about the future of the car.

Since most customers of tomorrow already learned how to drive a car with their thumb on a joypad with their gaming console:
What will be the biggest change for the driver? A new concept of steering the car?

What kind of Apps in our cars can you imagine so that we can use our time more efficient when driving them?

When will cars drive completely automatically?
Is it a question of technology or more a question of law and ethics?

What is your personal vision for the car of the future in lets say 25 years?

Ein Fahrlehrer plaudert aus dem Verbandskästchen

Ein Fahrlehrer plaudert aus dem Verbandskästchen

Andreas wies mich letztens auf einen kleinen Rechtschreibfehler hier auf dem Blog hin, nachdem er durch Sandmanns und meine Berichte zum CLS 63 AMG auf den Probefahrer aufmerksam wurde. Wir schroben uns so hin und her und ich verhaftete ihn gleich für ein kleines Interview.

Ein kleines Interview ist für die monumenalen aber hochinteressanten Antworten noch untertrieben, die Andreas, der bei Sandmann hin und wieder als ElGigante bloggt, mir gegeben hat.

Lest einfach selbst und lasst Euch ein bisschen an die gute, alte Fahrschulzeit erinnern ;) Andreas klingt auf jeden Fall ähnlich lässig wie mein Fahrlehrer Norbert in Bielefeld damals.

Los geht’s

Hi Andreas, stell Dich doch den Probefahrer Lesern kurz vor. Was machst Du neben dem Fahrlehren v.a. online so?

Hallo Alex,

mein Name ist Andreas Kernke. Ich bin 49 Jahre alt und verheiratet. Ich wohne in Drebber, einem absolut ländlichen 3000-Seelen-Ort in Niedersachsen, ziemlich mittig zwischen Bremen und Osnabrück.

Ich – online: Neben meinem Beruf als angestellter Fahrlehrer bin ich viel im Internet unterwegs. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass ich vorher Internetentwickler gelernt habe und als solcher selbstständig war. Ich betreue noch heute die Internetseiten einiger damaliger Kunden und Freunde. Des weiteren bin ich Webmaster des 1. Internationalen K70-Clubs (www.k70-club.de).
Außerdem lud mich Sandmanns-Welt-Blogger Jens Tanz ein, auf seiner Seite meine eigenen Texte zu veröffentlichen – was ich gern annahm und inzwischen ausgiebig praktiziere.

Andere Online-Aktivitäten: Ich bin bekennender eBayer… (Anm. Alex: Ich habe 2 Minuten gebraucht um zu kapieren, dass es um ebay und nicht um elektro Bayern geht *g*) was habe ich da schon alles vertickt und erstanden. Auch in Facebook treibe ich mich oft herum – dort halte ich u.a. gern Kontakt zu vielen meiner Fahrschüler und Exfahrschüler.

Übrigens: meine Erfahrungen mit dem Internet sind sehr diametral. Auf außereheliche Beziehungen meiner ersten Ehefrau bin ich damals durch ihre Beiträge in einem Interneterotik-Forum gestoßen. Aber meine jetzige Herzdame habe ich auch durch das Internet gefunden. Internet nimmt – und Internet gibt :-) DAS ist ausgleichende Gerechtigkeit, oder?

Wie wird man eigentlich Fahrlehrer? Ok – zweigeteilte Frage: Wie Kommt man dazu, Fahrlehrer zu werden und wie sieht dann die eigentliche Ausbildung aus?

In meinem Fall kann ich mich nicht kurz fassen. Es hängen Geschichten daran. Man versteht meine Wege nur, wenn man die Hintergründe kennt.
Wie eben schon erwähnt, war ich damals als Internetentwickler selbstständig und arbeitete in einer Bürogemeinschaft – einer echt praktischen Symbiose, in der jeder dem anderen zuarbeitete und alle voneinander profitierten. Einem dieser Partner gehörte auch der Bungalow, in dessen ausgebautem Keller sich unsere Büros befanden. Doch eines Tages brach unsere produktive Arbeitskomune auseinander, weil seine Gemahlin ihr Glück anderweitig fand. Duplizität der Ereignisse: auch ich trennte mich damals gerade von meiner Frau (s.o.). Der Bungalow mit den Kellerbüros wurde verkauft, die wichtigsten Synergien gingen verloren. Ich gab meine Selbstständigkeit auf. Es folgte ein monatelanger Bewerbungsmarathon mit über 150 Bewerbungen, ohne nennenswerte Erfolge. Eines Tages fragte mich ein Bekannter am Telefon, wie es mir denn so ginge. Ehrlich erzählte ich ihm die düstere Wahrheit worauf er ziemlich bewegt feststellte, dass es mein Schicksal wohl gerade nicht gut mit mir meinte. Seine Frage „sag mal, wieso machst du eigentlich nicht, was ich gemacht habe?“ ließ mich nachdenklich werden. Ich wusste, dass er zwei Jahre zuvor eine Fahrlehrerausbildung absolviert hatte.

Die nächsten Tage ließ ich mir diese Möglichkeit durch den Kopf gehen. Eigentlich hatte ich schon oft mal darüber nachgedacht, Fahrlehrer zu werden. Doch irgendwie war ich immer wieder davon abgekommen. Ich recherchierte im Internet und fand heraus, dass Fahrlehrer gesucht werden. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass der bisher entscheidendste Fahrlehrer-Ausbilder, die Bundeswehr, im Zuge von Einsparungsmaßnahmen kaum noch Fahrlehrer ausbildet. Diese Tatsache erleichterte mir die Entscheidung. Allerdings fehlten mir zwei Führerscheine. Ich musste noch den Motorrad- und den LKW-Führerschein machen.

Jetzt zum Werdegang eines Fahrlehrers, das gilt natürlich auch für Fahrlehrerin (ich erspare mir hier die jeweils weiblichen Bezeichnungen): ein Anwärter muss natürlich bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Er muss mindestens 22 Jahre und geistig, körperlich und fachlich geeignet sein. Mindestens die abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf nach abgeschlossener Hauptschulbildung oder einer gleichwertigen Vorbildung ist vorgeschrieben. Der Aspirant muss wenigstens die Fahrerlaubnis der Klasse A (Motorrad), BE (PKW + Anhänger) und CE (LKW + Anhänger) besitzen; eine Fahrerlaubnis auf Probe reicht nicht aus.
Natürlich sollte er über eine ausreichende Fahrpraxis auf Kraftfahrzeugen der Klassen verfügen, für die die Fahrlehrererlaubnis erteilt werden soll.

Für die Fahrlehrer-Ausbildung gibt es ein vorgeschriebenes Minimum an Ausbildungszeit. Die ersten fünf Monate der Ausbildung verbringt man in einer Fahrlehrer-Fachschule und erhält Unterricht in den Fachbereichen Recht, Fahrzeugtechnik, Pädagogik und Methodik. Ausserdem erhält jeder Teilnehmer nochmal Fahrstunden und muss anschließend eine fahrpraktische Prüfung bestehen (Vorbild Fahrlehrer!). Nach diesen fünf Monaten legt man eine schriftliche Prüfung ab. Meine dauerte damals fünf Stunden und umfasste letztendlich ca. 80 DIN-A4-Seiten. Eine halbstündige mündliche Prüfung vor einem Prüfungskomitee schließt diesen theoretischen Teil der Ausbildung ab.

Man erhält seinen vorläufigen Fahrlehrerschein.
Danach hat man viereinhalb Monate Praxis in einer Ausbildungsfahrschule zu absolvieren. Hier beobachtet man zunächst seinen Ausbildungsfahrlehrer bei der Arbeit, wechselt dann selbst (endlich) in die Rolle des Fahrlehrers und bekommt seine ersten eigenen Fahrschüler. Auch theoretischer Unterricht wird erlernt und geübt. Über alle Tätigkeiten muss eine umfassende Dokumentation (Berichtsheft) erstellt und anschließend an die Prüfungskommission übermittelt werden. Nach dieser Zeit gibt man eine praktische und theoretische Lehrprobe ab. Besteht man diese Prüfungen, ist man staatlich geprüfter Fahrlehrer.

Ich habe in meinem Leben viel Zeit auf Schulbanken zugebracht, habe studiert, zwei Ausbildungen absolviert – aber die Ausbildung zum Fahrlehrer war das Härteste, was ich diesbezüglich erlebt habe. Ich bestand zur eigenen Verwunderung alles beim ersten Mal und bin noch immer stolz auf das Ergebnis.

Du bist ja relativ spät dazu gekommen, die Fahrlehrer-Ausbildung zu machen. Ist das Dein Traumberuf?

Hm – über die Frage muss ich erstmal nachdenken. Je älter ich werde, desto häufiger irritiert mich das Wort „Traumberuf“. Mein Vater sagt immer „Wer Arbeit kennt und danach rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt!“ und da will ich ihm ausnahmsweise mal Recht geben. Ich sage immer: „ich lebe nicht um zu arbeiten, sondern ich arbeite um zu leben“. Doch mir ist klar, dass ich deine Frage damit noch nicht ausreichend beantwortet habe. Weißt du, ich habe in meinem beruflichen Leben schon eine unglaubliche Flexibilität bewiesen. Ich arbeitete bereits auf einem Bohrturm, fuhr LKW für eine Spedition, lagerte Chipstüten ein, fütterte Spinnmaschinen in einem Wollwerk mit Rohwolle, arbeitete im Gartenbau, bearbeitete in einer großen KFZ-Zulieferfirma Kugelzapfen für PKW-Lenkungen, baute Heckflügel für 3-er BMW, stellte als Müller Tierfutter her, war Krankenpfleger, besuchte im Außendienst Autowerkstätten und Industrieunternehmen, verkaufte Versicherungen im einen und Werbung auf Rückseiten von Brötchentüten im anderen Fall, entwarf Werbeanzeigen, fuhr Taxi, habe eine fast 25-jährige, sehr erfolgreiche Karriere als selbstständiger Discjockey hinter mir, habe sechs Semester Sozialpädagogik studiert, Industriekaufmann und Internetentwickler gelernt, neuerdings bin ich sogar Autor – habe also ein Buch geschrieben… und nun fragst du mich nach meinem Traumberuf …lach…

Eines weiß ich heute aber ganz genau: ich stehe morgens für keinen Job der Welt mehr auf, zu dem ich mit der Peitsche getrieben werden muss. Auch wenn er noch so gut bezahlt würde. Inzwischen ist es mir viel wichtiger einen Beruf aus zu üben, der mir wirklich großen Spaß macht und der mich abends zufrieden einschlafen lässt. Mir ist klar, dass ich als Fahrlehrer nicht Millionär werden kann. Ich verdiene damit Geld – das reicht mir.

Der Umgang mit zumeist jungen Menschen, ein bisschen Technik, den komplett selbst bestimmten und gestalteten Arbeitszeiten und Tagesabläufen, sowie das ständige „auf-Achse-sein“ sind nicht Jedermanns Sache – ich habe verdammt viele andere Arbeitsplätze kennengelernt und nun beschlossen, dass ich irgendwann als beliebter Fahrlehrer in Ruhestand gehen möchte (… und da kannst du meine Fahrschüler fragen: beliebt bin ich schon jetzt!… stolz sei…).

Ich frage mich ja, ob ich heute noch durch die Prüfung käme. Hat sich viel in den letzten 19 Jahren verändert?

Na ja, ich weiss natürlich nicht, wie du Auto fährst – da müssten wir mal ‘ne Runde drehen – dann könnte ich dir sicher dazu etwas sagen. Hin und wieder überrasche ich Bekannte und Verwandte mal mit ein paar Prüfungsbögen – da kommen meist ziemlich verheerende Ergebnisse raus!

Manchmal wollen die Eltern oder Großeltern meiner Fahrschüler vor ihren Kindern oder Enkeln angeben – oder sie meckern über die vielen zu absolvierenden Fahrstunden. Dann erzählen sie großspurig, dass sie „damals“ nur fünf Fahrstunden hatten und der Führerschein bloß 250,- DM – oder noch weniger – kostete. Ich grinse dann meistens und behaupte einfach frech, dass man diese „nur“ fünf Stunden wohl auch merkt! Nee, Spaß beiseite:

Die Fragebögen haben sich in Inhalt und Umfang seit 1992 wenig verändert. Aber das Fahren an sich ist anspruchsvoller geworden.
Die Fahrzeugdichte hat sich fast verdoppelt. Außerdem haben die Fahrzeuge eine ganz andere Güte. Hatte damals der Durchnittswagen noch um die 100 PS, leisten heutige Otto-Normalverbraucher-Fahrzeuge bereits fast 130 PS, Tendenz ständig steigend. Auch dass man heute leichter an Geld kommt, weil Banken neue Kreditmodelle und -kunden gefunden haben, verändert den Straßenverkehr. Ich habe selbst Fahranfänger erlebt, die nicht mit ‘nem 60 PS-Polo anfangen wollen, sondern gleich mit einem 3-er-BMW mit 150 PS einsteigen. Und das Problem Alkohol und Drogen betrifft auch immer jüngere Menschen. DAS sind meiner Meinung nach Faktoren, die eine Ausbildung zum Autofahrer verändern und auch Einfluss auf die Führerscheinprüfungen haben.

Und vor allen Dingen, was kostet so ein “Lappen” heutzutage durchschnittlich?

Zur Zeit zahlen meine Fahrschüler der Fahrerlaubnisklasse B durchschnittlich knapp über 1.500,- Euro für ihren Führerschein.

Hast Du Erfahrungswerte von Leuten die Mitte 30 sind und nochmal bei Dir den Schulsitz gedrückt haben?

Ja – das sind häufig entweder Leute, die schon mal einen Führerschein besaßen und ihn durch Alkohol oder Drogen am Steuer oder z.B. immer wiederkehrende Geschwindigkeitsübertretungen „verloren“ haben. Oder es sind Menschen mit Migrationshintergrund, die hier endlich am Wohlstand durch eigene Mobilität teilhaben wollen. Diese Altersgruppe unterscheidet sich natürlich vom durchschnittlichen Fahrschüler durch die schon gemachte eigene (Lebens)Erfahrung und eine meistens deutlich gehobene Klasse der Vernunft. Ich habe sie meistens sehr zielorientiert, oftmals sehr effektiv und manchmal verbissen motiviert und kämpferisch kennengelernt.

Muss man heutzutage eigentlich noch zum Theorieunterricht kommen und auf Fragebögen mit der lustigen Pappschablone rumfuhrwerken? Theorie lernen geht doch bestimmt schon online oder?

Teil 1: ja, nach §4 der Fahrschüler-Ausbildungsordnung ist man dazu sogar verpflichtet! Und zwar 12 Doppelstunden für einen allgemeinen Teil (Straßenverkehrsregeln, Verhalten, Moral, etc.) und 2 Doppelstunden für den klassenspezifischen Teil (Fahrzeugbezogen). Die Teilnahme wird per Unterschrift auf einer Anwesenheitsliste protokolliert und von der Fahrschule vor der theoretischen Prüfung bescheinigt.

Aber – was Viele NICHT WISSEN: Auf „Fragebögen mit der lustigen Pappschablone rumfuhrwerken“ ist im theoretischen Unterricht NICHT ERLAUBT! Das muss man zu Hause machen! Dazu ein Auszug aus der FahrschAusbO:
Der theoretische Unterricht hat sich an den im Rahmenplan aufgeführten Inhalten zu orientieren und ist systematisch nach Lektionen aufzubauen. Der Unterricht soll methodisch vielfältig sein. Die Unterrichtsmedien sollen zielgerichtet ausgewählt und eingesetzt werden. Die Ausbildung setzt das selbstständige Lernen durch die Fahrschüler voraus. Zur Ergebnissicherung sind Lernkontrollen einzusetzen.

Teil 2: Theorie online. Natürlich kann man im Internet üben. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten. Bei uns wird seit Neuestem zum Beispiel ein System eingesetzt, bei dem sich der Fahrschüler zu Hause online anmeldet, dort übt und die Lernfortschritte vom Fahrlehrer überwacht und begleitet werden können. Das ersetzt aber, wie gesagt, nicht den Gang zum Unterricht in der Fahrschule. Da die theoretischen Prüfungen ja neuerdings eh alle am PC beim TÜV absolviert werden müssen, finde ich diese Art des Lernens optimal.

Was war das Abgefahrenste, was Dir in Deiner Fahrlehrer-Karriere so passiert ist?

Als Abgefahren empfinde ich immer Fahrschüler, für die selbst das stehende Auto schon ein Monster zu sein scheint. Die so richtig ÜBERHAUPT keine Ahnung und eigentlich auch ÜBERHAUPT keinen Zugang zu dieser Materie haben. Für die ein Fahrrad oder eine Schubkarre schon hochtechnische Hightec-Erfindungen sind. Aber Auto fahren wollen sie – unbedingt!

Vor einiger Zeit hatte ich eine schon etwas ältere ausländische Fahrschülerin. Sie brauchte fast 20 Fahrstunden dafür, das Fahrzeug endlich gerade auf der Straße zu halten. In den ersten Fahrstunden fuhren wir ausschließlich im Zickzack-Kurs vom rechten auf den linken und wieder auf den rechten Bürgersteig. Wohlgemerkt lenkte sie nur! Die Bedienung der Pedalen war mein Part! Die Fahrstunden waren Horror – die Fortschritte ähnelten Rock’n Roll: ein Schritt vor und Zwei zurück! Ein paar Monate später landeten wir bei Glatteis auch in einem Zaun…

Sie gehört übrigens seit neulich nach fast einem Jahr mit 240 Fahrstunden zu fast 54 Millionen Autofahrern Deutschlands. Ich muss allerdings zugeben, dass ich sie auch aufgrund extremer Verständigungsprobleme bei 120 Stunden an drei Kollegen, die sie dann in gemeinsamen Bemühungen prüfungstauglich machten, abgegeben habe.

Hammer war auch eine sehr zierliche Fahrschülerin, die mit ihrem Wissen über -, ihrer Einstellung zum – und ihren Fähigkeiten mit dem Auto brillierte. Bei ihr lief alles traumhaft geschmeidig und man merkte deutlich, dass ihr die Fahrstunden einen tierischen Spaß machten. So verwunderte mich auch nicht, dass sie alle Grundfahraufgeben perfekt aus dem Ärmel schüttelte. Als wir dann zu den Sonderfahrten auf die Autobahn aufbrachen, bekam sie glänzende Augen und bretterte mit Höchstgeschwindigkeit über „die Bahn“. Anschließend schwärmte die kleine Rennfahrerin, dass sie sich wahnsinnig darauf gefreut hatte und wirklich gern schnell fuhr.

Kurz vor der Prüfung gehe ich mit meinen Fahrschülern immer die sogenannte Abfahrkontrolle durch. Dabei zeige ich u.a. normalerweise die wichtigsten Betriebsstoffe wie Öl, Kühlwasser, Scheibenwaschwasser, Bremsflüssigkeit etc. Diesmal konnte ich mir das sparen – ich bekam einen überaus fachkundigen Vortrag, den ich voller Respekt bei meinen abgefahrensten Erlebnissen als Fahrlehrer abgespeichert habe.

Du hast ja, wie man auf Deiner Seite sehen kann schon so einiges an Autos gehabt.Für jemanden, der vom Autofahren lebt: Was ist Dein absolutes Traumauto?

Auch hier kollidiere ich wieder mit dem Begriff „Traumauto“. Ich klemme bei solchen Begriffen immer zwischen Himmel und Hölle. Mit abgeschalteter Ratio (… nicht mit aussem Radio!) träume ich vom Audi R8 oder wenigstens einem Audi Cabrio. Etwas visionärer dürfte es aber auch ein Audi e-tron Spyder sein. Du merkst – ich bin Audi-affin.

Mein persönliches Paralelluniversum sind VANs. Mein erstes Auto war ein VW T2-Bus, dann besaß ich einen T3, später einen T4. Sollte der Micro-Bus kommen, könnte es sein, dass ich mir vielleicht solch einen Traum erfülle.

Meistens ist die Ratio aber „on“ und ich befinde mich in meinem Audi A2. Er gefällt mir, weil er vernünftig, in gewisser Weise stylisch und innovativ ist. Ich denke, dass er schon vor zehn Jahren so war, wie Autos jetzt sein sollten… vor allem sparsam. Fehlende Sparsamkeit ist im übrigen der häufigste Grund, warum meine Autoträume wie eine Seifenblase zerplatzen.

Ich hab mir in meiner 2. Fahrstunde ja eine Zigarette von meinem Fahrlehrer geschlaucht. Seinen Protest “Du kannst doch nicht während der Fahrstunde rauchen!” konnte ich mit “ich muss doch das Rauchen beim Fahren auch lernen!” entkräften. Hat Sinn für ihn gemacht. Kommen die Kiddies heute ins Auto und wollen SMS-schreiben und Facebook-Checken während der Fahrt lernen?

Thema Rauchen:
Da das Rauchen im Fahrschulbereich gesetzlich untersagt ist – und ich außerdem militanter Nichtraucher bin – haben Fluppen bei mir keine Chance. Über solche Grundsätzlichkeiten wird bei mir auch nicht diskutiert! Ich bin der Chef im Wagen und ich sage, was geht und was nicht geht. Wem das nicht passt, der fährt nicht mir. So einfach ist das.

Thema Handy:
Nee, das wird den Fahrschülern schon in der Theorie beigebogen! Bei uns müssen sogar in der Theorie Handys aus sein. Es gibt aber auch im Fahrschulauto keinen Fahrschüler, der auch nur versucht, während der Fahrt zu telefonieren, SMS zu schreiben oder Facebook zu checken. Diesbezüglich sind sie erstaunlich vernünftig!

Facebook. Twitter Blogs und Co: Ist das auch was für Fahrschulen? Zur Organisation vom Unterricht, um Fragen online zu beantworten, um die Fahrschüler an Dich zu binden oder Dich weiter empfehlen zu lassen?

Ich bin zwar noch nicht mal ein Jahr bei Facebook, aber ich kann eine Menge Positives aus dieser Richtung berichten. Ich kommuniziere viel mit meinen Fahrschülern über diese Plattform. Auch Terminabsprachen oder -absagen finden hier statt. Außerdem gebe ich interessierten Fahrschülern Einblicke in mein Leben – das erleichtert das Miteinander etwas. Es ist doch immer angenehmer, wenn man mit seinen Schülern auf Blickhöhe ist. Ein Fahrlehrer muss zwar autoritär sein, aber ich versuche das nicht so hervor zu heben. Ich binde meine Fahrschüler durch Freundlichkeit und Nähe.
Übrigens bin ich für viele Fahrschüler nicht nur der Fahrlehrer. Oft bin ich gleichzeitig Lebensberater, Psychologe, Therapeut, Arbeitsberater, Dr. Sommer, Vaterersatz etc. Die Youngster haben ein vertrauensvolles Verhältnis zu mir – auch ein Grund, warum ich meinen Job liebe!

Setzt Du bsw. YouTube Videos im Theorieunterricht ein? Mittlerweile findet man ja v.a. viele Beispiele auf YouTube wie man es besser nicht machen sollte. Sogar von ein paar Verrückten aus Bielefeld:

Oder aus Indien

Ja, natürlich! Obwohl ich manchmal befürchte, dass manche verfilmte Tat eher zum Nachmachen anregt… die meisten erkennen aber, worum es geht!

Klar – um die Stimmung mal etwas aufzulockern…war das nicht grad ein Video vom Ostwestfalendamm in Bielefeld? :-)

Anm. Alex: Fast. Das ist die Gürtersloherstraße stadteinwärts. Am real vorbei und die Brücke, die Du siehst ist der Ostwestfalendamm

Die Frage klingt jetzt vielleicht blöd, aber kamen schon Leute zu Dir, die sich die Technik Ihres Autos oder Navis von Dir erklären lassen wollten?
Grade das Fahren mit Navi könnte ja für manche Menschen gewöhnungsbedürftig sein.

Nein, das habe ich noch nicht erlebt. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass ICH ihnen das Fahrschulauto sehr genau erkläre. Dazu nehme ich mir locker eine ganze Stunde Zeit. Außerdem gebe ich all meinen Fahrschülern eine kleine selbsterstellte Broschüre an die Hand. Das Heftchen heisst „Was ich unbedingt über mein Fahrschulauto wissen sollte“. Das „Studium“ dieser Lektüre und die Erklärungen am Fahrzeug bringen die Schüler eigentlich auf einen guten Wissensstand. Ich empfehle zusätzlich immer, bei Wartung und Reparatur dabei zu bleiben und Fragen zu stellen, auch möglichst mit anzufassen. Dadurch lernt man ‘ne Menge über sein Auto.

Ein Navi habe ich auch im Fahrschulwagen. Kurz vor der Prüfung lasse ich meine Schüler mal danach fahren – das klappt meistens problemlos.

Übrigens: „Technik des Autos“ oder „das Navi“ erklären. Jeder Mixer oder Fön, jeder Fernseher oder Rasierapparat verfügt über eine Bedienungsanleitung. Die Dinger sind – entgegen der weitverbreiteten Meinung – nicht ausschließlich zum Füllen einer Altpapiertonne geeignet. Lesen bildet! Das kriegen auch meine Fahrschüler zu hören!

Hast Du Angst in 25 Jahren könnten Fahrlehrer überflüssig sein, weil die Autos von alleine Fahren?

Meinst du, dass Autos allein fahren werden? Nein, ich glaube das nicht. Der Mensch wird beim Autofahren unterstützt durch Technik, nicht ersetzt! Er wird es leichter haben. Ich werde sicher noch erleben, dass meine Fahrschüler auf elektrobetriebenen Fahrzeugen Fahren lernen werden. Dann ist es vorbei mit „laaaaaaangsam die Kupplung kommen lassen… und ein bisschen Gas dazu…!“ Auch das Grauen vorm Parken wird uns ja schon langsam durch intelligente Parkassist-Systeme genommen.
Und selbst, wenn Mobilität in Zukunft durch künstliche Intelligenz gesteuert wird – der Fahrer muss doch in der Lage sein, auch bei Ausfall der Automatik zum Ziel zu kommen. Airbusse könnten auch automatisch starten, fliegen und landen. Und doch sind Piloten und Copiloten ausgebildeter denn je.

Ich habe keine Angst um unseren Beruf.

Können Simulatoren erste Fahrtstunden ersetzen? Tun sie bei Piloten ja auch Ich schrieb hier ja letztens einen Artikel über Fahrsimulatoren im Vergleich zu Flugsimulatoren.

Ich glaube, dass Simulatoren die Ausbildung unterstützen können. Die wartenden Erfahrungen außerhalb der imaginären Welt bleiben und müssen gemacht werden. Ein Simulator IST bei aller Detailtreue NICHT die Reality. UND er ist teuer… ob sich sein Einsatz daher wirklich lohnt, wage ich zu bezweifeln.

Was ist für Deinen Job die interessanteste Zukunftsentwicklung? Neue Antriebe wie Elektroautos oder Brennstoffzelle? Oder neue Bedienkonzepte im Auto?

Neue Antriebstechnologien und Bedienkonzepte sind zwar sehr wichtig. Doch wir dürfen uns nicht hinter all der Technik verstecken. Ein Neuling ist damit zunächst auch vollkommen überfordert. Ich Fahrlehrer begleite leitend die ersten Schritte eines jungen Autofahrers in sein mobiles Leben. Häufig bedeutet dieser Schritt viel mehr, als nur „ich kann jetzt Auto fahren!“ Der Führerschein ist meistens das Tor zur Erwachsenenwelt, hat unglaublich viel mit Image, Selbstbewusstsein, eigener Interaktionsfähigkeit zu tun und ist daher mit sehr viel tiefer Emotion verbunden. In diese neue Welt der Mobilität durch ein Kraftfahrzeug möchte ich meine Fahrschüler durch die Vermittlung meiner eigenen wertvollen und reichhaltigen Erfahrungen und Fähigkeiten einweisen. Mir liegt dabei sehr am Herzen, dass sie später Spaß am Fahren haben, sicher und verantwortungsbewusst unterwegs und interessiert am Straßenverkehr und der zukünftigen Technik sind. Doch im Mittelpunkt meiner Arbeit bleibt auch in Zukunft der Fahrschüler.

Die interessanteste Entwicklung wird für mich dennoch natürlich das Antriebskonzept der Zukunft sein. Ohne ein vernünftiges System wäre unsere Mobilität am Ende – ohne Antrieb keine Fahrschule, kein Fahrlehrer mehr. Ich bin mir auch sicher, dass wir schon viel weiter sein könnten… wenn da nicht der Mann mit den Ölvorkommen und der Zapfpistole wäre – die momentanen Treibstoffpreise erzählen leider genau diese Geschichte.

Wow. Das war mal unterhaltsam, ausführlich und verdammt interessant! Danke schön Andreas!

Wenn Ihr mal ne Fahrschule bei Andreas machen wollt :-) meldet Euch bei Christians-Fahrschul-Team.de/

Und wenn Ihr mehr von Andreas lesen und hören wollt (er macht auch Musik!) dann schaut auf seiner Homepage oder bei Sandmanns Welt vorbei!

Best of Moritz von Uslar “100 Fragen an…”

Das Buch “100 Fragen an
” von Moritz von Uslar habe ich hier ja auch im Regal stehen. Immer wieder ein großer Spaß da drin zu blättern.

Der Herr von Uslar traktiert mit seinen Fragen oft bis aufs Äußerste. Den einen wundert, daß seine Interviewgäste nciht reihenweise abhauen, der andere denkt “Wird auch Zeit, daß einer kein Blatt vor den Mund nimmt”.

Hier gibt es jedenfalls die 100 besten Fragen aus “100 Fragen an”. Dooferweise steht ein sehr konservativer Copyright-Hinweis unter dem Artikel, wegen dem ich hier jetzt nicht zitiere, da ich keine Lust habe, für ein schnelles Posting, extra die Autorin zu kontaktieren und auf ein OK zu warten.

Stattdessen überlasse ich es Euch, ob Ihr gleich das Buch kauft, oder erst wissen wollt, wen der Moritz nach seiner Handynummer gefragt hat (Platz 1 der Top 100 *g*)