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Nochmal Wolfskin: Was kostet schlechte PR? @luebue @madleeeen @podpimp @prblogger

An alle PR-Profis: Was schätzt Ihr, wird Jack Wolfskin der Abmahn Fail kosten? Gibt es da bereits Erhebungen von vorhergegangenen PR-GAUs?

Ich stelle mir da Faktoren vor, die Kosten und Einnahmeminderungen verursachen können:
* direkte Maßnahmen zur Wiedergutmachung
* Wegbrechen von Einnahmen durch Verärgerte Kunden
* Maßnahmen zur Imagewiederherstellung
* Anwaltskosten
* Personalkosten für Beantwortung von Anfragen zum Fail

Auf der anderen Seite sind Bad News auch Good News. Ist ganz im Gegenteil möglicherweise mittel- bis langfristig sogar ein positiver Effekt möglich?

* Markenbekanntheit wird gesteigert – negative Abstrahlung verringert sich mit der Zeit
* durch schnelle Reaktion auf einen solchen brouhaha wird der negative Effekt umgekehrt
* Bei einem langfristig genutzem Produkt wie Kleidung wirkt sich der Vorfall nicht direkt auf den Abverkauf aus

Ich bin unschlüssig. Aus dem Bauch habe ich eben als ich von der Aktion las die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Mit ein bißchen Nachdenken ist mir jetzt zumindest klar geworden: Mit so einem Vorfall erreicht ein Unternehmen gefühlt WEITAUS mehr Coverage, als mit einer positiven Aktion. Das geht soweit, daß ich schon fast in verschwörungstheoretische Bereiche komme und mir denke:

“Ob die das wohl mit Absicht provoziert haben?”

Unbestreitbar ist es jedenfalls der klassische Zeitpunkt für ein Brouhaha – Wochenende und vom betroffenen Unternehmen keine Reaktion.

Bin gespannt, ob und was da morgen zurückkommt von Jack Wolfskin, oder ob einfach geschwiegen wird.

Eine rechtliche Frage zum Wolfskin Fail u.a. @frankroebers und @thomaslauer

Den Abmahn FAIL von Jack Wolfskin möchte ich jetzt erstmal unkommentiert lassen. Eigentlich mag ich die Marke sehr und hoffe, morgen eine offizielle Erklärung zu lesen, in der steht: “Unsere Anwaltskanzlei war da übereifrig und alle Abmahnopfer bekommen nen Einkaufsgutschein für den Schreck”

Aber mal ne rechtliche Frage:

Wenn mir eine Agentur mal ein Logo gebaut hat, in dem eine Katzenpfote drin ist und dann passiert sowas. Wer ist denn dafür verantwortlich? Bin ich als Auftraggeber haftbar, weil ich das Ergebnis (Logo) nicht geprüft habe, wenn ich hinterher für eine Markenrechtsverletzung abgemahnt werde?

Ist der Auftraggeber nach Lieferung eines Logos durch eine Agentur in der Schuld, eine Prüfung vorzunehmen oder ist eine Agentur bei Auftragsannahme (das wäre meine Vermutung und Hoffnung) dazu verpflichtet auf Plagiate und mögliche Abmahnfähigkeit zu prüfen?

Wenn dem nicht so ist, ist es doch ein prime Geschäftsmodell, lustig Logos zu plagiieren, an ahnungslose zu verticken und wenn dann die Abmahnungen eintrudeln eben mit den Schultern zucken und sagen “tja, Pech gehabt.”

Was meinen die, deren Jurastudium nicht so lange her ist (und im Gegensatz zu meinem abgeschlossen wurde *g*) dazu? Markenrechtler an die Front!