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Skoda Yeti im Tiefsand – Zu Fuss durch Hochsand auf die Düne der Demut in der Wüste Namib #SkodaYeti

Skoda Yeti im Tiefsand – Zu Fuss durch Hochsand auf die Düne der Demut in der Wüste Namib #SkodaYeti

Wenn ich die Strecke, die wir heute gefahren sind, vorher gesehen hätte – ich hätte geschworen, da kommen wir mit dem Yeti nicht durch. Tiefsand wie am Strand, mit Senken, kleinen Sprüngen und Felspassagen drin. Vorher nochmal aufs Wüstenklo:

Wüstenklo im Sossusvlei

Gut, dass uns unsere Tourguides Jürgen und Zelda  die Strecke vorher nicht gezeigt haben :) Umso beeindruckender waren dafür die Fahrten. Bjoern hat die erste Tour gefahren und hatte deutlich mehr Glück was Verkehr vor der Nase und damit dauehaften Speed anging. Teilweise konnte er mit 50 durch den Sand gleiten.
Donnerlittchen was sind wir gehüpft! Ein Mordsspaß und eine beeindruckende Vorstellung vom Skoda Yeti!

Mein Daumen und Milos von Trendlupe beim Luftablassen am Skoda Yeti für die Tiefsand Fahrt

Auf dem Rückweg durfte ich dann fahren. YAY! Leider wurde vor uns fotografiert, daher musste ich die meiste Zeit etwas langsamer machen. Zelda hatte mir vorher erklärt, dass das Auto sich im Sand eher verhält wie ein Boot als wie ein Auto. Lenkbefehle werden seeeeehr langsam umgesetzt. Dementsprechend vorausschauend musst Du fahren und jeder Baum oder Felsen muss früh genug eingeplant werden. Bei allem Spaß, kostet das Fahren in Tiefsand eine Heidenkonzentration und dürfte auf wirklich langen Strecken echt anstrengend werden.

Skoda Yeti im Tiefsand von Namibia

Wir sind nur ein paar Kilometer gefahren. Beeindruckend dabei war der Verbrauch :-D Auf der Hinfahrt waren wir auf Asphalt unterwegs. Schön mit 60-70 so dahin rollen: 4,5 Liter Diesel im TDi Yeti.
Dann:
Luft aus den Reifen lassen. Runter auf 1,5 Bar. Das heißt ungefähr 30 Sekunden lang den Daumennagel auf das Ventil drücken. Pro Reifen.
Tjo und dann ab in die Sandkiste. Im zweiten Gang. IMMER Gas geben und AUF KEINEN FALL auf die Kupplung, die ist sonst ganz schnell Fritten. Also immer mindestens 2500 Umdrehungen.
Spritverbrauch wenn man den Yeti so durch den Sand prügelt: Knapp 18 Liter :) Aber gut: Wenn wir Schwerstarbeit leisten müssen, dann brauchen wir ja auch nen paar Steaks und keinen kleinen Kopf-Salat.

Skoda Yeti im Tiefsand Trail

Faszinierend war für mich, dass das Auto  sich im tiefen Sand seinen Weg fast ganz alleine Sucht. Nicht nur in Spurrilen auch auf größeren Sandflächen bleibt der Skoda Yeti stoisch auf Kurs. Schwankt etwas nach links oder rechts aber so lange der Speed um die 35-40 bleibt, schnurrt er sich entspannt geradeaus.
Von der Aktion gibt es später noch ein ordentliches Video. Fotos sind da nur so halb aussagekräftig.
Nicht ganz so entspannt war es für mich zu Fuss auf dem Hochsand – auch als Düne bekannt. Bei Bjoern und mir nun auch als Düne der Demut. Für die Nummer hätte ich v.a. mehr Kohlenhydrate für schnelle Power essen sollen statt Rührei und Würstchen, dann wäre es vielleicht nicht ganz so zur Schwerstarbeit geworden.

Auf der namibischen Düne im Sossusvlei

Die Dünen hier im Sossusvlei sind teilweise bis zu 400m hoch. Glücklicherweise hat Jürgen für uns eine der kleineren ausgesucht, die um die 300m Höhe hatte. Der Aufstieg über den Kamm der Düne dauerte trotzdem gut eine halbe bis dreiviertel Stunde.
Was hab ich gejapst dabei! Zum Schluss bin ich alle 20 Schritte stehen geblieben und musste durch schnaufen. 2 Flaschen Wasser habe ich mir rein gehauen auf dem Weg. Ein falscher Schritt hat immens viel Kraft gekostet. Und wenn vor Dir andere laufen machst Du verdammt viele falsche Schritte, weil Du instinktiv versuchst, in die Fußstapfen des Vordermanns zu treten. Jeder Schritt und jeder Atemzug wurde zur ungeheuren Anstrengung. Wenn Du nicht in Deinem Rhythmus laufen kannst: Katastrophe. Entweder Du trittst auf den schon festgetretenen Sand Deines Vorgängers und machst einen Schritt der mehr Kraft benötigt, oder Du machst kleinere Schritte und latscht voll in den lockeren, wegrutschenden Sand.
Jürgen hat vor mir immer häufiger Pausen eingelegt. Ich glaube nicht, weil er knapp 20 Jahre älter ist als ich und nicht mehr konnte, sondern weil er nicht nur ein guter Tourguide sondern auch ein feiner Kerl ist und mich röcheln gehört hat. Der komische Eisengeschmack im Mund kam sicher nicht vom eisenhaltigen Sand in der Namib :) Auf den letzten 200m hat Jürgen so immer wieder für kurze Pausen gesorgt. Ohne die wäre ich wohl nicht oben angekommen. Außerdem wollte ich meiner Süßen unbedingt das Panorama von dort oben mitbringen, das hat mir dann doch den letzten Pieks Motivation verpasst.

Klickt das Panorama von der Düne im Sossusvlei in Namibia an für die Großansicht!

Der Abstieg war erstaunlich einfach. Wir hätten einfach auf dem Hintern die paar hundert Meter runter rutschen können. Oder eben laufen. Ich habe mich fürs Laufen entschieden. Fühlte sich an wie durch Pulverschnee laufen. Nur wärmer und trockener :)
Ich weiß jetzt jedenfalls, dass ich jede verdammte Film-Szene verdurstender in der Wüste mit anderen Augen sehen werde :) So eine kleine Wüstentour in der Mittagssonne kann ich nur jedem empfehlen. Ein amtlicher Grenzgang.
Und ich habe meine Lektion gelernt:
Bei hohen Zielen muss man sich Zeit lassen und Pausen gönnen.

fertig aber glücklich. Nicht, dass einer denkt, ich war nicht da oben :)

Morgen geht es weiter. Durch den Nationalpark. Angeblich mit Giraffen-Garantie :) Springbok und Straußen hatten wir heute entlang der Straße schon.
A pros pos Straße:
Die haben die Straße von den Lodges zur Wüste aus einem einzigen Grund gebaut: Damit die Pflanzen nicht absterben. Vorher wurde auf der Schotterpiste soviel Staub aufgewirbelt, der sich auf die Blätter der Pflanzen legte, dass mit Photosynthese nicht mehr viel war.
Ergebnis: Kilometerweit sind die Bäume abgestorben. Seit dem die Straße da ist, erholt sich die Vegetation wieder.
Ach und noch ne witzige Anekdote am Rande:
Bei einer der ersten Veranstaltungen haben es einige Journalisten geschafft die Autos fest zu fahren, weil sie zu langsam gefahren sind. Passiert einfach bei solch einer Strecke. Kein Problem.
Dann kam ein und derselbe Touristen-Landrover immer und immer wieder vorbei. Die Touris haben gewinkt und fotografiert. Irgendwann hat sie mal einer gefragt, ob sie sich nicht genug lustig gemacht hätten.
Dabei stellte sich raus – es waren Tschechen, die sich einfach gefreut haben IHRE Skodas in Namibia wieder zu finden :-D