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British_Museum_Reading_Room_Panorama_Feb_2006 - Diliff

Bücher bedeuten Freiheit

Nennt mich paranoid, aber ich habe ist da gerade eine Kleinigkeit verstanden:

Wenn Menschen und Gedanken frei sein sollen, dann brauchen wir Bücher.

Drüben beim 365xBROCKHAUS-Projekt bin ich heute im beim Lesen zahlreichster Einträge mit der Vorsilbe “aus-” auf die Außerparlamentarische Opposition” gestoßen. Sehr spannender Artikel über die politische Bewegung in der BRD zw 1965 und 1969 aus der unter anderem die Studenenbewegung um Rudi Dutschke hervor gegangen ist.

Aber eben nicht nur. Auch die RAF als terroristische Vereinigung steht in diesem Zusammenhang.

Was mir aber bei der Lektüre über die APO auffiel: Was kann passieren, wenn ich mich online zu sehr für umstrittene Inhalte interessiere, nach ihnen google und bei Wikipedia nachschlage, um mir ein Gesamtbild zu machen?

Bücher garantieren Freiheit – vor allem der Gedanken

Ein Buch speichert keine Cookies. Es meldet nicht irgendwem irgendwohin, welche Person es gerade aus dem Regal genommen hat. Wenn ich mich anonym in eine Thema einlesen will, dann kann ich das (noch) in einer Bibliothek tun. Letztens schrub ich ja noch begeistert über die Stadtbibliothek Bielefeld und ihre modernen Errungenschaften. Jetzt grad in diesem Moment bin ich mir unschlüssig, ob es so toll ist, wenn meine Bewegung durch meinen RFID-Ausweis theoretisch regalgenau in der Bibliothek nachvollzogen werden kann. Prinzipiell könnte ja sogar durch RFID-Empfänger in der Tischen festgestellt werden, welcher Ausweis-Inhaber welche Bücherstapel vor sich hat.

Höchst dystopisch. Gar keine Frage.

Dass aber bei irgendwem irgendeine rote Lampe angeht, wenn sich jemand ein bisschen zu intensiv für Chemie-Themen interessiert?  Dann noch nach poitisch oder religiös eher extremen Themen sucht? Nach der ganzen NSA, GCHQ und Snowden Geschichte halte ich nichts für unmöglich.

Und wenn es nur das Einengen von Daten ist. Oder das “diese oder jene Person müssen wir aufgrund ihrer Interessenlage mal auf dem Schirm behalten”. Das kann ja schon dazu führen, dass gewisse Nachdenk-Ansätze im Keim erstickt werden.

Ich hab es neulich am eigenen Leib gespürt, was es heißt sich selbst im Kopf zu zensieren: Letztens war ich ja auf der Seidenstraßen-Tour in Russland. Monate vorher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich poste!  Kommentare zu Pussy Riot? Besser nicht. Meine Meinung zu Russlands menschenverachtendem Umgang mit Homosexualität? Ich hab die Finger still gehalten. Selbst die hochwitzigen Bilder von bärenreitenden Putins habe ich mir verkniffen zu retweeten.

Möglicherweise ist das ungefilterte Empfangen von Informationen und das selbst denken dürfen noch immer die größte Freiheit, die wir haben. Wirklich, wirklich sicher ist diese Freiheit nur wenn man Bücher benutzt.

Ist mir nur gerade aufgefallen. Von wegen Print ist tot und so. Wir sollten verdammt nochmal sicher stellen, dass Print niemals stirbt. So bequem, schnell und praktisch der ganze online Kram auch sein mag.

 

* Artikelbild  – Der alte Lesesaal des British Museum in London. Diliff

 

Silence Concentration Flickruser: Thomas Leuthard

Brauche Konzentrationstips für #365xBROCKHAUS

Könnt Ich mir mal eben helfen bitte?

Ich brauche mal ein paar Tips um mich besser konzentrieren und 3 bis 4 Stunden durchgängig lesen zu können. Ich habe das Projekt 365xBROCKHAUS unter erschwerten Bedingungen gestartet heute. 2 Pflegehunde fürs Wochenende, eine Abendveranstaltung und diverse Störungen im Laufe des Tages, die ich nicht vermeiden konnte. Morgen sollte es schon ruhiger werden.

Der – haha – BROCKHAUS definiert Konzentration als “die Zentrierung seelischen Geschehens; speziell die bewußte Steigerung der Aufmerksamkeit und ihre Bindung an ein vorgegebenes Ziel.”

Was ich bisher unternahm:

  • Telefon aus
  • Klingel kann ich leider nicht abstellen
  • Kaffee / Tee / Wasser griffbereit haben
  • Zucker, Schokolade und andere “Nervennahrung” esse ich nicht – ausser Nüsse
  • Auf dem Sofa / Boden liegend lesen
  • Dabei ab und an Liegestütze / Kniebeugen machen
  • Im Sitzen am Tisch lesen
  • Stehend an der Küchentheke lesen
  • MacBook Air griffbereit für Notizen, die ich direkt in Blogbeiträge verarbeiten kann
  • den Hunden erklären, wie Haustürschlüssel funktionieren ;)

Ich denke, ich kann noch einiges rausholen, wenn ich die neue Diktierfunktion im MacOS Mavericks nutze. Morgen früh müsste die 1GB große Datei runter geladen sein.

Fallen Euch noch Tricks ein, um sich besser konzentrieren zu können? Das Studium ist schon so lange her bei mir ;)

Fällt Euch Musik ein, die besonders Konzentrations-förderlich ist? (Auch wenn ich ja am liebsten völlige Stille habe – vielleicht gibt es da ja etwas, was extrem gut funktioniert)

Wie erfasst Ihr komplexe, komprimierte Themen möglichst schnell? Ich habe heute festgestellt, dass besonders naturwissenschaftliche, mathematische Themen mir Schwierigkeiten beim Verständnis machen.

Ich suche momentan bei allen Brockhaus-Artikeln nach Anknüpfungspunkten, die sich in ein großes Bild oder Muster einfügen.

(cc) Artikelbild Silence Concentration Flickruser: Thomas Leuthard

eBib: Unsere Stadtbibliothek #Bielefeld bietet elektronisch Web-Ausleihe @stb_bielefeld

Wie cool ist DAS denn? Da surfe ich mir nichts, dir nichts auf die Webseite der Stadt Bibliothek Bielefeld und entdecke ein ganz neues, fortschrittliches Angebot (nach dem die Stadtbib bei uns ja schon twittert und facebookt!):

Elektronische Online Ausleihe.

Also nicht irgendwie nur ein Reservierungsservice oder Fernleihbestellung – nene. Mit einer gültigen Bibliotheksausweis-Nummer können elektronische Medien wie eBook-Versionen von Papierbüchern, Hörbüchern, Videos und sogar Zeitungen und Magazine (DER SPIEGEL, FAZ Sonntagszeitung, Manager Magazin und Wirtschafts Woche) direkt ausgeliehen werden.

Klingt komisch – is aber so.

Noch komischer – aber verständlich sieht die Detailansicht eines Mediums aus: Da steht nämlich die verfügbare Anzahl?!?! Ist doch digital – warum gibt es dann nur 1-3 Exemplare zum ausleihen?

Lizenzrechte vermute ich mal. Damit die Verwertungsgesellschaften nicht Sturm laufen gibt es ein Buch bsw. nur einmal zum “ausleihen”. Und erst wenn der Ausleiher, die digitale Lizenz wieder zurück gegeben hat, kann der nächste leihen. Die Rückgabe erfolgt hoffentlich automatisch, ich vergesse das bei den physikalischen Ausgaben ja mal gerne . Ich will nicht auch noch für virtuelle Medien reale Überziehungsgebühren zahlen :-)

Super Idee coole Geschichte auf jeden Fall!

Ich habe mir meinen Bibliothekskorb eben schon schön mit einem Medium jeden Typs vollgemacht. Allerdings werden wohl gerade Arbeiten an den Benutzerkonten durchgeführt, so dass ich mir noch nix ausleihen konnte.

Ich halte Euch heute Abend auf dem Laufenden.