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Der Tag an dem sich Facebook für immer veränderte: Facebook goes Lifestream und MySpace geht baden

So theatralisch titelt ReadWriteWeb grade.

Warum?

Weil Facebook einen sinnvollen und eigentlich lange überfälligen Schritt macht: Die Facebook Status Messages sind nun öffentlich einsehbar. Ich bin ja eh ein großer Freund von Offenheit. Wenn ich mein Netzwerk erweitern möchte und etwas (meiner Meinung nach mizuteilenswertes) mitzuteilen habe, dann sollen das auch möglichst viele mitbekommen.

Allerdings hat Facebook da wohl die erste Testuser, die ihr Profil auf Public stehen hatten direkt mal ungefragt öffentlich gemacht. Der Witz dabei, wie RWW schreibt war, daß in den Einstellungen zwar die Option “private” vorhanden ist, aber nicht funktioniert.

Kleine Privacy Betapanne eben. *hüstel* Sollte nicht passieren. Kann aber. Da spricht in ein paar Tagen niemand mehr von. Außer die gesamte Facebookmitgliedschaft ist demnächst mit allen Ihren Lästereien und “für privat gehaltenen” Unterhaltungen.

Auf meinem Facebook Profil funktioniert es noch nicht :( Leider. Da ich auf Facebook eigentlich nur aggregiere und nichts schreibe, was ich nciht auch morgen auf dem Titel der BILD-Zeitung vertreten könnte, mache ich mir da wenig Sorgen.

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Und das ist nicht so wenig: Fred Vogeltstein schrieb auf WIRED, was die Facebok Nutzer so im Monat produzieren. Aber eben alle geschützt auf Facebooks Servern und bisher nicht von Google erfassbar. Da wird einem schon schwindelig:
* 4 Milliarden Informationshäppchen
* 850 Millionen Fotos
* 8 Millionen Videos

Ich denke mal, daß Facebook durch Twitter und die ganzen innovativen Tools, die um Twitter herum gebaut wurden, mächtig unter Druck kommt. Im Moment zwar noch nicht wirklich kritisch. Aber den Zeitpunkt, einen Schritt weiter zu gehen sehen die Leute in Palo Alto gekommen.

Der Artikel bei ReadWriteWeb fragt sich auch, was der beste und der schlimmste Fall der Nutzung sind.

Im besten können alle Dienste, Robots und Institutionen auf die Date zugreifen. Damit können sowohl riesengroße Trends und Stimmungen aller Colour wie auch Micro- und Long Tail-Trends aufgegriffen werden. Das Verhalten von einigen hundert Millionen Menschen kann beobachtet werden. Ist das eigentlich nicht das Schlaraffenland für jeden Soziologen?

Im schlechtesten Fall wird das ganze nur zahlenden Firmen und nur für ganz bestimmte Bereiche zugänglich gemacht. Das wäre zwar ein klasse Geschäftsmodell für Facebook. Aber damit könnten sie es sich auch mit den Powerusern und Multiplikatoren arg verscherzen.

Ich frage mich grade vielmehr – sind friendfeed, lifestrem.fm, soup.io usw bald alle überflüssig?

Und noch viel wichtiger – was wird das nächste große Social Network Ding? Friendster hat eigentlich alles losgetreten. Und wurde von Myspace verdängt. Jetzt verdrängt Facebook mal ganz locker Myspace, wie Netzwertig.com zeigt. Wer oder was wird wohl irgendwann Facebook verdrängen und wie bzw. womit?

Jedenfalls sollte sich ein etwaiger Wettbewerber schonmal startklar machen. Denn daß sich Facebook für die oben als schlechtesten Fall beschriebene Lösung entscheidet, ist wohl am wahrscheinichsten.

Ich bin gespannt…

Mir ist eben wieder eingefallen, was mein erstes Social Network war. Ich glaube es müsste 200 oder 2001 DeviantArt gewesen sein. Immer noch eine großartige Ressource für Photos, Wallpaper, Thems, Kunst, Grafiken und so Zeugs.