Tag Archives: #LRT

The Movie: Lost Race Tracks .-D please share!

The Movie: Lost Race Tracks .-D please share!

Es ist ein Vierteiler geworden! Ich bin immer noch ganz hin und weg :) Viel Spaß beim anschauen und wenn’s gefällt bitte weiter teilen!

Nürburgring Südschleife und Opel Rennbahn

Solitude und Donauring

Sachsenring und Bilster Berg

Gelsenkirchen Motodrom und Shell Technology Center

Danke an Ralf von Exclusive Life fürs tagelang mit mir in einem Auto aushalten :) Hat super Spaß gemacht!

Danke an Heiko Film und Heiko Foto für die großartigen Aufnahmen!

Und Danke an Shell, Land Rover, Edelman und AutoBILD. Ohne Euch und Eure ständige Unterstützung wären weder die Tour an sich, noch der hohe Grad an Professionalität, all die Einblicke und Begegnungen, das Einhalten des Zeitplans und dieser wunderbare Film als Endergebnis nicht möglich gewesen.

Und natürlich vielen lieben Dank an alle die uns rumgeführt, etwas erklärt und in die gute alte Zeit entführt haben :=)

Am Lost Race Track SOLITUDE trafen wir die Zukunft des Motorsports

Am Lost Race Track SOLITUDE trafen wir die Zukunft des Motorsports

Kennt Ihr die Formel Student? Nein? Ich bis letztens auch nicht. Aber es gibt tatsächlich eine _internationale_ Rennserie für Studenten. Und da geht es nicht nur um das schnelle Fahren, sondern ums komplette Programm:

  • Rennauto im Rechner konstruieren
  • Teile fertigen
  • Rennwagen zusammen bauen
  • Management des Rennteams
  • Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoren auftreiben
  • Logistik des Rennzirkus auf iinternationalen Strecken
  • uvm.

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Das Renntean Stuttgart

Wir trafen einige Mitglieder des Fomula Student Rennteam der Uni Stuttgart am vernebelten Schloß Solitude (insgesamt gehören über 40 Leute zu dem Team) und ließen uns von Konstruktueren, Fahrer und Managern des Teams erklären wie sie arbeiten und wie sie dazu kamen, aktuell den ersten Platz in der Weltrangliste einzunehmen (und das nicht zum ersten Mal in den letzten 8 Jahren).

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Das Auto, der F0711-8

Wenn jemand von Euch mal die Rennsim Life for Speed online gezockt hat (nein, nicht das Actiongedresche Need for Speed), der erinnert sich vielleicht noch an den MRT5. Damals eines meiner Lieblings Autos. Zwaar nicht der schnellste aber IRRE wendig und perfekt für kleine Stadtkurse. Und jetzt stehe ich hier am Schloss Solitude quasi vor einem Nachfahren des MRT5 – zumindest optisch.

Das Monocoque des F0711-8 ist komplett aus Carbon.
Im Stahlgitterrohr-Heck steckt ein knapp 90 PS Honda CBR 600 Motor
Die Aerodynamischen Teile sind alle selbst vom Team entworfen und bei einem Partnerunternehmen produziert worden.

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geekigstes Detail:
Der Ölkühler wird von einem 12V Pabst-Lüfter bei Laune gehalten :)

Foto 1

Am Schloss konnten wir das GEschoss aus Sicherheitsgründen nicht in Aktion erleben. Aber es gibt ja YouTube :) Tolle historische Parallele übrigens: Das Solitude Rennen begann 1903 als Bergrennen. Hier sehen wir den F0711-8 bei seinem Lauf beim Bergrennen in Tübingen:

Der YouTube-Channel des Rennteams Stuttgart ist randvoll geoackt mit Racing-Action

Die Disziplinen der Formula Student

ich habe hier mal die einzelnen Disziplinen, die bestritten werden müssen von der Webseite gemopst:

Engineering Design

Die Konstruktion des Fahrzeugs sowie die erbrachte Ingenieursleistung, wie z. B. der Einsatz neuester Technologien und raffinierter Detaillösungen, werden in einem „Design Report“ dargelegt und am Auto den Wertungsrichtern präsentiert.

Das beste Team erhält maximal 150 Punkte.

Cost Analysis

Sämtliche Kosten der am Rennwagen verbauten Teile, auch die der selbst gefertigten Teile und deren Herstellungsprozesse, müssen offengelegt werden. In einer Diskussion mit Juroren wird das Kostenbewusstsein des Teams im Hinblick auf das gebaute Fahrzeug geprüft.

Das beste Team erhält 100 Punkte.

Business Presentation

Einer fiktiven Investorengruppe, repräsentiert durch Juroren, wird versucht den Rennwagen für den Bau in einer Kleinserie schmackhaft zu machen. Hierzu wird eine professionelle, 10-minütigen Präsentation gehalten und auf die Fragen der Jury eingegangen.

Das beste Team erhält 75 Punkte.

Skid-Pad

Eine liegende Acht mit Kreisdurchmessern von je 15,25 m wird je zweimal durchfahren. Jedes Team darf zwei Fahrer zum Einsatz bringen, jeder Fahrer hat zwei Versuche. Die schnellste Zeit aus allen Versuchen zählt.

Das schnellste Team erhält 50 Punkte.

Acceleration

Das Auto wird über eine Strecke von 75 m aus dem Stand heraus beschleunigt. Jedes Team darf zwei Fahrer zum Einsatz bringen, jeder Fahrer hat zwei Versuche. Die schnellste Zeit aus allen Versuchen zählt.

Das schnellste Team erhält 75 Punkte.

Autocross

Ein ca. 800 m langer Handling-Kurs mit Geraden, Haarnadelkurven und Slalomstrecke muss schnellstmöglich absolviert werden. Hierbei stehen keinerlei Trainingsrunden zur Verfügung, die erste gefahrene Zeit ist gleichzeitig eine Wertungsrunde. Jedes Team darf zwei Fahrer zum Einsatz bringen, jeder Fahrer hat zwei Versuche. Die schnellste Zeit aus allen Versuchen zählt.

Das schnellste Team erhält 150 Punkte.

Endurance

Auf einem dem Autocross ähnlichen Handlingkurs wird ein Rennen über eine Länge von 22 km gefahren. Nach 11 km findet ein Fahrerwechsel statt, für den jedes Team drei Minuten Zeit hat. Es befinden sich normalerweise 3 – 5 Rennwagen gleichzeitig auf der Strecke, die jedoch jeweils nur gegen die Uhr fahren. Ein Rennen Fahrzeug gegen Fahrzeug wird aus Sicherheitsgründen vermieden, indem designierte Überholzonen für schnellere Fahrzeuge eingerichtet werden.

Das schnellste Team erhält 300 Punkte.

Fuel Economy

In Verbindung mit dem Endurance wird der Kraftstoffverbrauch des Rennwagens bestimmt.

Der sparsamste Wagen erhält 100 Punkte.

Foto 3

Wenn jemand das Team sponsorn und auf einen echten Weltklassesieger setzen möchte: Hier Kontakt aufnehmen!

Ralfs Artikel zur Solitude und Formula Student findet Ihr hier

Solitude – das Lost Race Träckle im Schwabenland #LRT

Solitude – das Lost Race Träckle im Schwabenland #LRT

Ich hab ja zu Anfang noch Sohlituhde gesagt, bis man mich aufklärte, es heißt französisch-vornehm Solitühd.

Der Kontrast zwischen der rauen und derberen Eifel und dem eher feinen und gediegenen Stuttgart macht sich auch in den zentralen Bauwerken der Strecken bemerkbar: Die einen haben Ihre Burg, im Ländle hat’s das Schlössle Solitude :)

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Hier wurde schon 1903 das erste Rennen gefahren und das ging damals einfach so: Ein paar Waghalsige sind vom Stuttgarter Westbahnhof zum Schloss hoch geballert und haben gewettet, wer als erster oben ankommt. So einfach kann das manchmal sein, ein Motorsportereignis von Weltruf zu begründen ;) Die aufwändigen Veranstaltungen kamen erst etwas später – wenn auch- mit 1925 nicht viel später. Ab da wurden dann 22,3 Kilometer gefahren. 1931 verkürzte sich die Strecke ein weiteres Mal um einige Kilometer, um dann 1935 bei der endgültigen Rundstrecken-Führung von 11,5 Kilometern anzukommen, die auch bis zum Ende der Rennen 1965 gefahren wurde.

John Surtees (c) Shell - gefunden bei racingblog.de

John Surtees (c) Shell – gefunden bei racingblog.de

John Surtees, mein persönlicher Held und Anstoß  der Lost Race Tracks Tour war hier ebenfalls unterwegs. 1960 gewann er bereits auf seiner MV Agusta die 500er Klasse, bevor er 1964 im Ferrari zweiter und in diesem Jahre auch Formel 1 Weltmeister wurde.

Start-Ziel-Häuschen Solitude (c) Heiko Seibel

Start-Ziel-Häuschen Solitude (c) Heiko Seibel

Start und Ziel befand sich am markanten Zeitnahmehäuschen Glemseck in der Nähe von Leonberg. Auf dem Schloss selbst wurde nach dem Krieg nur noch die Siegerehrung gefeiert. Das aber standesgemäß. Die Aussicht auf Stuttgart ist selbst mit etwas Nebel wunderschön und das Schloß Solitude selbst ist riesengroß und von einer mächtigen Parkanlage umgeben. 1763 bis 1769 als Jagd- und Präsentationsschloß gebaut, erledigt es vor allem die letztgenannte Aufgabe sehr, sehr ordentlich :) So ordentlich dass wohl sogar Giacomo Casanova darüber geschrieben hat. Dann wurde es wegen Finanzproblemen des württembergischen Fürsten anderen Aufgaben zuteil. Erst Militärakademie, dann Kunstakademie und schließlich Elite-Hochschule deren berühmtester Schüler Friedrich Schiller war. Ach hätte es doch nur der Schiller noch geschafft einen Rennbericht über das erste Bergrennen zu schreiben :-)

Die Solitude wechselte sich mit unserem nächsten Ziel dem Sachsenring mit Zuschauerrekorden ab. Bis zu 450.000 Leute fanden sich zu den Rennen ein.

1964 – Meilenstein der Motorsportgeschichte

Absolutes Highlight war das Rennereignis 1964, als 6 Motorrad-Klassen und die Formel 1 mit all ihren Stars in Stuttgart antraten und beim Regenrennen einige der Formel1 Größen wegen der anspruchsvollen Strecke ausfielen.

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Die Ergebnisse damals in der F1:

  1. Jim Clark im Lotus
  2. John Surtees im Ferrari
  3. Bob Anderson im Brabham

und die Motorrad-Sieger

  • bis 50 ccm – Ralph Bryans auf Honda
  • bis 125 ccm – Jim Redman auf Honda
  • bis 250 ccm – Phil Read auf Yamaha
  • bis 350 ccm – Jim Redman auf Honda
  • bis 500 ccm – Mike Hailwood auf MV Agusta
  • Gespann: Fritz Scheidegger / John Robinson auf BMW

Natürlich sind wir auch einige der begeisternden Landstraßen um die Solitude herum gefahren und Teilstücke der alten Rennstrecke. Warum wir an der Solitude aber einen Ausblick auf die Zukunft des Motorsports bekommen haben, erzähle ich morgen erst.

Sicherheit geht vor Bloggen #LRT

Sicherheit geht vor Bloggen #LRT

Wahnsinn, was wir bis jetzt alles gesehen haben! Gestern konnte sich noch der Gustl Hobl in meine Sammlung von Rennhelden einreihen, ein 1928er Ardie Motor hat mir das Trommelfell massiert und unser Tankstellenbesitzer beim Nachtanken stellte sich als Ex-Reifentestfahrer raus :)

Und wir hatten ganz durch Zufall (dank unserem Kameramann Heiko, der beiläufig erwähnte, wie er mal auf dem Web nach Berlin wegen einer Autobahn-Umleitung plötzlich auf einer Landstraßenrennstrecke landete) einen spektakulären Nachtfund :)

Allerdings waren wir auch SO stramm unterwegs, dass zum Tippen keine Zeit blieb. Werde gleich auf dem Weg zum Sachsenring noch ein wenig Nachholen können, hoffe ich. Sicherheit und Ausgeschlafenheit geht vor.

Die Opelrennbahn – die erste Oval-Strecke in Deutschland #LRT

Die Opelrennbahn – die erste Oval-Strecke in Deutschland #LRT

Auf der Opelrennbahn hatten wir den ersten echten Einsatz als Racing-Archäologen – inklusive Abhänge runter rutschen und Steilkurevn hochklettern. SO habe ich mir das vorgestellt :-D

Schild Opel Rennbahn

Wenn man sich heute die Überreste der Opelrennbahn in Rüsselsheim anschaut, dann denkt man sich “DARAUF sind die damals Rennen gefahren? Nackter Beton, der sicher nicht den Grip gehabt haben konnte wie Asphalt und auch einige der Rillen zwischen den einzelnen Platten dürften für ordentliche Schläge im Kreuz gesorgt haben. Ganz besonders hart muss es in den Steilkurven gewesen sein, wenn die Fliehkräfte die Fahrzeuge in die Federungen gepresst hat. Wir sprechen hier ja von den 20er Jahren. Da war eh noch nicht viel mit Federungen angesagt. Das heißt die Fahrer muss es durchgeschüttelt haben, wie ein Ritt auf der Rüttelplatte.

Opelrennbahn-Betonkragen

Bis zu 50.000 Zuschauer standen an der Opelrennbahn. Sowohl oben am “Betonkragen” der Steilkurven, sodass sie quasi die Fahrer abklatschen konnten – als auch im Innenfeld der Strecke. Das muss damals schon Kirmes-Charakter gehabt haben: Mit Imbissbuden, Getränkestädnen und Klohäuschen.

Nach einigen Jahren wurde dann auch eine Brücke über die Strecke gebaut. Es wurde wohl zu *hüstel* unsicher, wenn Zuschauer während der Rennen mal eben über die Strecke gerannt sind ;)

Genau genommen war die Opelrennbahn kein Oval, sondern eine asymmetrische Ellipse mit 12 Meter Breite. Es ging nicht in einer Lenkradstellung stur geradeaus durch die 32° Betonsteilkurven – es musste auch gelenkt werden.

Hier wurde der erste Geschwindigkeits-Rekord über 100km/h aufgestellt und Fritz von Opel hat hier sein Raketenauto Rak-1 getestet.

145 km/h war das Durchschnittstempo, das mehr oder weniger über das gesamte Rennen gefahren wurde. Bei einer Streckenlänge von 1,5km könnt Ihr ja mal eben eine Rundenzeit nachrechnen – Dreisatz Galore!

Der große Vorteil der Opelrennbahn für die Zuschauer war, dass sie dauerhaft Action zu sehen bekamen. Vorher gab es ja nur Straßen und Bergrennen, wo Start- und Zielpunkt nicht identisch waren. Das heißt, die Fahrzeuge kamen nur einmal an den Zuschauern vorbei. Durch die abgeschossene Charakteristik des Ovals bekamen die Zuschauer viel emrh zu sehen.

Das Aus für die Opelrennbahn kam ausnahmsweise nicht wie bei so vielen Strecken wegen Sicherheitsbedenken, sondern sie wurde durch moderne Rundstrecken mit anspruchsvollerer Streckenführung wie den Nürburgring, den Hockenheimring und die Solitude verdrängt.

Interessant fand ich die Abrissmethoden, die man sich damals überlegt hat. Die Leutchen kloppten damals die Streckendecke auf pflanzten ein paar Bäume rein, in der Hoffnung, dass diese die Betonplatten aufsprengen, sodass nur noch die Brocken weggetragen werden mussten. Sieht man hier am oberen Bildrand:

Opel-Rennbahn2

Das hat glücklicherweise nicht so gut funktioniert – sonst hätten wir ja nichts zum Rumklettern gehabt :-D

Und ganz herzlichen Dank an Herrn Powalka für die Führung und die vielen Geschichten über die Rennbahn!

Manfred-powalka-erklaert-opelrennbahn

Ein kleines Update mit weiteren Bildern und einigen Geschichten der Opelrennbahn lege ich noch nach.

Lost Race Tracks heute: Wiedergefundene Glaube an die Ehrlichkeit

Lost Race Tracks heute: Wiedergefundene Glaube an die Ehrlichkeit

Heute gibt es nur eine kleine Wasserstandsmeldung – die Geschichten zu Opelrennbahn und Solitude müssen etwas warten. Der Tag sollte eigentlich recht entspannt werden, stellte sich dann aber doch als deutlich länger und aufregender heraus als geplant.

Zunächst machten wir unseren planmäßigen Halt an den Überresten der Opel Rennbahn in Rüsselsheim und kletterten dort endlich das erste Mal Indiana Jones kompatibel über die alten Betonsteilkurven.

Die Fahrt im Anschluss Richtung Stuttgart zur Solitude ging noch fixer als sowie so schon für Sonntag Mittag geplant.

Unser Kameramann, der hier in der Stuttgarter Umgebung aufwuchs erzählte mir, dass sein Opa eine Schallplatte mit einer Aufnahme eines Solitude Motorrad Rennens drauf hatte! Also Quasi ein Wochenschau-Motorsportedition-Podcast-Classic ;) Hätte er ja ruhig mal mitbringen können.

An der Solitude trafen wir dann auf eine der ältesten Rennen Deutschlands und mit einigen Jungs der Formular Student auf die Zukunft des Motorsport.

Range Rover Evoque Solitude Formel Student

Nach diesem Treffen hatten wir noch einige kurze Film-Takes in den Kasten zu kriegen und machten uns dann auf den Weg Richtung Hotel. Dort auf dem Parkplatz stellte ein Kollege fest, dass eine Kamera fehlte, die vermutlich beim Abbau am Schloss Solitude liegen geblieben war.

Zack ins Auto und zurück. Das Schloss ist nur mäßig beparkbar. Also fuhr ich so nah ran wie es ging und Kollega sprang raus um nach seiner Cam zu suchen. Kam nach 5 Minuten wieder und meinte nur entnervt “WEG! Lass uns zum Hotel!”

Ich glaube ja sonst an nix. Aber an das Gute im Menschen glaube ich noch. Evoque-iana Jones also eben auf den umständlich zu erreichenden Parkplatz gezirkelt und nochmal genau kucken gegangen, ob jemand die Kamera evtl. unter ein Vordach gelegt hat um sie gegen den Regen zu schützen. Nichts.
Im Büro des Schlosses war auch nichts abgegeben worden. Also sind wir von der Stelle an der sie gelegen haben muss auf die Rückseite des Gebäudes, wo gerade ein Konzert gespielt wurde. Vielleicht haben wir ja Glück.
Und siehe da – an der Kasse hatte jemand seine Visitenkarte hinterlassen für den Fall, dass sich der Kamerabesitzer meldet. BINGO!

Kurz den ehrlichen Finder antelefoniert, der wohl schon dabei war, mir eine Mail zu schreiben. Er hatte unser Team rumwuseln, filmen und fotografieren sehen und in der Preview der Kamera die Fotos durchgeschaut und dabei die URLs auf Evoque-iana Jones Rückseite entdeckt :-D Er wollte die Cam nicht an der Kasse abgeben – er wusste ja nicht, ob die Leute dort genauso ehrlich waren wie er ;)

SO MUSS DAS LAUFEN ;)

Nuja. Dann kurz nochmal nen kleinen Abstecher nach Stuttgart gemacht und das Verlustopfer beim netten Finder eingesammelt, zurück zum Hotel, stehend kaputt – nicht ganz so schlimm wie Klitschkos Opfer gestern – aber doch genug um am liebsten gleich ins Bett zu fallen.

Eben noch schnell was gegessen, einige Bilder und Videos ausgewählt und den morgigen Tag geplant und dann ab in die Falle.

Jetzt werde ich noch fix das Notebook mit Strom voll machen und dann morgen auf der Fahrt zum Donauring die eigentlichen Hauptdarsteller unseres heutigen Tages in Szene setzten: Opelrennbahn und Solitude Rennstrecke. :)

Kerkerker, kein Urlaub hier ;)

Die Südschleife ist der Lost Race Track am Nürburgring #LRT

Die Südschleife ist der Lost Race Track am Nürburgring #LRT

Als wir mit unserem Programm am Nürburgring durch waren ging es endlich auf die Südschleife. Leider sahen wir vor allem eines: Schranken :) Wir hatten einige Tips bekommen, wo evtl. eine Schranke offen sein konnte, hatten aber kein Glück. Also blieb nur der Weg zu Fuß.

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Bemerkenswert finde ich ja, wie einfach sich die Südschleife mittlerweile finden lässt. Google Maps weiß halt alles- Da ist das Motorsport-Archäologentum schon fast keine Herausforderung mehr. ;)

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Ein kleines Video-Schnipselchen haben wir unserem Kamera-Heiko eben schon aus dem Kreuz leiern können ;) Wir stehen dort im Abschnitt Rassrück kurz bevor es zum Scharfen Kopf hoch geht. Bei dem speziellen Clip haben wir uns allerdings vorgestellt, wie es wohl gewesen sein muss, wenn die Steilstrecke in Gegenrichtung gefahren wurde, was zu einigen wenigen Gelegnheiten der Fall war. Der Schwung, den man aus dem Scharfen Kopf raus aufbauen konnte, muss schon heftig gewesen sein.

In normaler Richtung hatte die Strecke eine Steigung von 16%, mit der man sich in den Scharfen Kopf hoch kämpfen musste. Dazu kam, dass die Kurve fast einen leichten Steilkurven Charakter hat, auch wenn das im Foto nicht ganz zur Geltung kommt ;) Das Video unten vom Oldtimer Grand Prix zeigt sehr eindrucksvoll, wie sich einige der alten Autos richtiggehend die Steilstrecke hochquälen müssen.

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Unten bei Müllenbach lässt sich ein Teil der Strecke heute als Landstraße K79 fahren, die zur Grand Prix Strecke führt und einige Abschnitte sind ins Gewerbegebiet eingebettet.

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Gerade die schnellen Kurven nach Müllenbach runter waren wohl immens tückisch. Hohe Geschwindigkeit, viel Wald und gerne mal abwechselnd nasse und trockene Fahrbahnoberfläche machten den Berg runter nach Müllenbach sehr anspruchsvoll zu fahren.

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Die Südschleife wurde von 1925 bis 1927 gebaut und seitdem befahren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie sogar noch vor der Nordschleife in Betrieb genommen und bis 1948 wurden nur auf der 7,7km langen “kleinen Schwester” Rennen gefahren. Ab Ende der 50er Jahre wurde schon weniger auf der Strecke gefahren und 1971 war dann mit offiziellen Rennen Schluss. Die Strecke war zu unsicher geworden. Ab und an ist noch die Rally Köln-Ahrweiler auf einigen Abschnitten zu Gast.

Die Teile der Strecken- und Straßenführung die wir gesehen haben, sahen noch großem Spaß aus. Ich werde das im Verlaufe der Tour sicher noch öfter sagen, aber grade hier an diesem Startpunkt wird mir besonders deutlich:

Schade, dass es solche Strecken nicht mehr gibt.

Hier gibt es eine schöne Begehung von 2010 nachzulesen, in der der ehemalige Motorrad Rennfahrer Richard Scholtis noch einmal die Strecke Revue passieren lässt und erklärt.

Hier geht es einmal um die komplette Südschleife mit 2 Engländern im Golf

und einige Oldtimer, die in der 2. Hälfte des Videos den Rassrück hoch heizen oder eben auch ächzen bis zur Selbstaufgabe. Da muss mal Shell V-Power rein ;)

Und hier noch ein Video, das deutlich älter ist.

Ganz viel Text, Anekdoten und Bilder zu Süd- und Nordschleife gibt es hier bei pro-steilstrecke

Ach und wenn ich wieder zu Hause bin, muss ich unbedingt mal schauen, ob ich für ein Racing-Mod eine Südschleife als Add-On-Track bekomme ;) rFactor war ja immer ein ganz cooles Spiel für sowas, aber GT-Legends Track wäre auch fein:

So. Nun aber mal schlafen. Gleich gehts schon weiter. Dann stehen Opel Rennbahn und Solitude auf dem Programm.

Nürburgrings Lost Race Track: Der moderne Teil #LRT

Was für ein Starttag!

Erstmal hat sich die Eifel Wettermäßig von der ALLERbesten Siete gezeigt ;) Wir haben auch gleich den einzig gültigen Wetterbericht für den Nürburgring gelernt:

Siehst Du die Burg nicht ist schlechtes Wetter. Siehst Du die Burg – KOMMT schlechtes Wetter ;)

Zunächst mal haben wir eine backstage-Führung über den Nürburgring bekommen. Unsere Erklärerin Tanja hat uns vor allem einige spannende historische Punkte des Rings gezeigt, an denen man während großer Events einfach vorbei läuft:

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Gedenksteine am Nürburgring

Da haben wir zunächst mal den Grundstein des Nürburgrings, der 1925 gelegt wurde. Daneben der Gedenkstein an den Landrat Dr. Otto Creutz, der als Erbauer des Nürburgring genannt wurde.

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Ein tragischer und gleichzeitig imposanter Gedenkstein daneben für Cenek Junek, der 1928 auf dem Ring tödlich verunglückte.
Seine Frau ließ den Gedenkstein errichten. Doch das ist nicht alles – sie hat als einzige Frau 2 Grand Prix i m Rennwagen gewonnen!

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An dieser Ehrentafel bin ich schon mehrmals vorbei gelaufen und habe nie bemerkt, dass hierdrauf alle Weltmeister – welcher Klasse auch immer – bis hin zum Radrenn-Weltmeister (der auf der Nordschleife gefahren ist) abgebildet sind.

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Sprecherkabine

In zwei Wochen ist das wohl auch wieder der Arbeitsplatz von Tom Schwede, wenn er den Kampf der Zwerge als Streckensprecher moderiert :) Klasse, dass wir hier mal eben reinschnuppern durften. Der Sprecher ließ sich von uns wild rumknipsenden und filmenden Vögeln kein bisschen aus der Ruhe bringen und redete einfach ohne Punkt und Komma weiter :-D

Sprecherkabine Nürburgring

Sprecherkabine Nürburgring

Kleiner Umweg über das Siegerpodest :-D

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Ab in die Boxengasse zu den Alfa Romeos

Nur Rennstrecke an sich kucken, ohne ein bisschen an den Autos geschnuppert zu haben geht natürlich nicht ;) Also schlich ich mich in die Box mit 5 Alfa Romeos. Die Jungs von romeoracing.de rupften direkt mal die Haube runter und ließen mich Platz nehmen. Dabei ist mir mal wieder klar geworden:

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Motorsport fängt beim EIN und AUS steigen an! Kerkerker, bin ich ungelenkig geworden. Meine Argumentation, dass ich jetzt im Auto sitzen bleiben muss, bis das Wochenende vorbei ist, hat aber nicht gezogen. Der Mechankiker wollte mich wieder raus haben und mit den Tips: Erst linkes bein raus. Dann auf den Käfig ruschen, am Dach festklammern und irgendwie aus dem Auto rausziehen waren dann doch von Erfolg gekrönt ;)

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Geht mehr zu klassischen Motorsport Veranstaltungen!

Jetzt ganz im Ernst: Es ist unheimlich schade, dass hier so wenig Zuschauer am Start sind. Die Leute machen einen super Job, die Rennen sind mitunter RICHTIG spannend, ihr seht bei solchen Events Autos, von denen Ihr nicht mal wusstet, dass sie existieren und vor allem:

Ihr könnt überall hin. In die Boxen, ins Fahrerlager. Alles ist sehr entspannt und die Fahrer und Mechaniker erzählen bereitwillig, was sie da gerade machen, welches Auto vor Euch steht, wie das Training bisher lief usw.

In unserer Gruppe war auch ein Herr dabei, der mit seinem Lotus selber in einer der Klassen hier mitfährt. Das Saisonabschlussrennen konnten sie leider nicht mitfahren, da die Klasse der quasi Prototypen hier auf dem Nürburgring nicht fahren darf.

Hier zeigt er auf dem Weg zur SPrecherkabine auf einem alten Foto auf “sein” Auto :)

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Wer sich mal schlau machen möchte, welche Rennen heute statt fanden – das hier ist der Rennplan des Wochenendes:

Rennplan

Nach dem modernen Teil des Nürburgrings haben wir uns auf den Weg zu Teilen der Südschleife gemacht. Dazu später mehr. WIr müssen uns jetzt auf den Weg nach Rüsselsheim machen ;)

So, muss jetzt weiter nach Rüsselsheim.