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Eine neue RIESEN-Orgel für die @philharmoniker

DAS. IST. MAL. KRASS.

Die Duisburger Philharmoniker bekommen gerade eine nagelneue Orgel gebaut. Aber nicht mal eben ein Bontempi-Tischhupenteil – das Instrument wird ziemlich monumental.

Und das beste – den ganzen Aufbau könnt Ihr im Blog der Duisburger Philharmoniker anschauen. Da wird die ganze Arbeit Stück für Stück – bzw. Posting für Posting dokumentiert.

Orgel Duisburger Philharmonkier

Jungs, kriegt das Gerät eigentlich auch einen Namen? Oder darf das Internet abstimmen und die Massenpfeife taufen?

Auf jeden Fall schonmal den 15.11. vormerken. Dann ist Tag der offenen Tür in der Mercatorhalle in Duisburg. Am Abend vorher wird die Orgel offiziell mit Konzert eingeweiht.

Klassik Konzert Entjungferung dank Web 2.0 in Duisburg @philharmoniker

Web 2.0 ist toll. Vorgestern suchte ich einen Beitrag auf UPLOAD und fand das Posting zu web@lassic. Wer sich dort in den Comments gemeldet hat, durfte ein Konzert in der Mercatorhalle Duisburg – dem Stammhaus der Duisburger Philharmoniker besuchen. In dem Falle waren es nicht die Duisburger Philharmoniker, sondern eine “andere Band” wie Frank uns sagte: das WDR Sinfonieorchester um genau zu sein.

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Wenn mir vor 10 Jahren mal einer gesagt hätte, daß ich mal auf ein hichkarätiges Klassikkonzert gehe, zu dem ich durchs Internet eingeladen wurde, hätte ich denjenigen wahrscheinlich mit meiner fürchterlichsten Hardcore-Punk-Grufti Lache ausgelacht :) Und dafür haben wir auch noch die eigentlich fest eingeplanten Bielefelder Nachtansichten sausen lassen, bei denen bis 1:00 Uhr alle Museen und Galerien in Bielefeld Nacht der offenen Tür hatten.

Aber genau das ist es, was Frank Tentler erreicht. Durch das Web 2.0 / Social Media Projekt der Duisburger Philharmoniker wird Klassik plötzlich ganz anderen Leuten nahe gebracht. Das sahen meine Süße und ich dann gestern auch im Foyer der Duisburger Mercatorhalle – Abendkleid und Opernglas trafen auf T-Shirt und iphone :-)

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Am “Headquarter” neben der Abendkasse begrüßten uns Frank und Christoph gleich herzlich (wir hatten uns auf dem barcamp Ruhr ja schon kennengelenrt – ich schrob davon). Schön mit Keksen und Rachengold wurden wir versorgt, Frank hat uns kurz erklärt, was uns erwarten würde und uns unsere Ehrenkarten überreicht :-)

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Thema des Abends war Haydn und der Neklassizismus. Das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Dirigent Thomas Hengelbrock (der auch selbst Geiger und Regisseur ist) spielten:

* Joseph Haydn – Sinphonie in C-Dur “Il Distratto”
* Prokofjews Violinkonzert in D-D gespielt von Alina Pogostkina
* Bela Bartoks “Konzert für Orchester” das als so schwer gestaltet sein soll, wie es sonst nur Parts für Solisten sind

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Und Holladiewaldfee haben die Herrschaften da vorne gerockt. Ich bin ja kein kompletter Klassikbanause. Bach find ich super, Franz Schuberts Klaviersachen sind Hammer und hin und wieder ein bißchen Mozart oder Nigel Kennedy hab ich auch schonmal gehört. Aber im Radio oder als MP3 ist das ja was ganz anderes. Grundsätzlich verfechte ich eh immer “Live ist alles geil, außer “Volksmusik, Raggae und Schlager”. Aber SO beeindruckend hätte ich es nicht erwartet.

Der Sound ist natürlich umwerfend. Ich bastel immer mal wieder gerne ein bißchen im Cubase mit Orchestersounds rum und kann teure von billigen Streichern unterscheiden und so, klar. Aber das war schon ne andere Liga. Ich hab schon beim Einstimmen ne Gänsehaut gekriegt. Freundin hat übrigens auf dem Blog der Duisburger Philharmoniker nen Klingelton gefunden wo sie beim Einstimmen sind :-D

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Beim ersten Set von Haydn habe ich einige Parts auch tatsächlich wieder erkannt. Mußte ich schonmal irgendwo gehört haben. Die Ecke mit den Webfuzzis drin hat sich dann, wenn ich es richtig gehört habe auch gleich als Klassik-Anfänger geoutet und in der ersten kleinen Pause gleich mit 40 oder 50 Leuten applaudiert :-) Fiel jetzt in einer 1.700 Leute Halle nicht ganz so unangenehm auf ;)

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Beeindruckend fand ich aber, wenn 1.700 Leute in kurzen Pausen wirklich mucksmäuschenstill sind. Da kriegste echt ne Gänsehaut.

// UPDATE

Danach kam dann die Gewinnerin des Sibelius Wettbewerbs Alina Pogostkina, die als Solistin das Prokofjew Violinkonzert spielte.

Sie hatte NICHT wie ich fälschlcherweise annahm Ihre Lehrerin und Mentorin dabei. Ulrike Schmidt ist, wie sie auch hier in den Kommentaren erklärt, für die Kronberg Academy das, was Frank für die Duisburger Philharmoniker ist. Also für die PR und Social Media Aktivitäten der Kronberg Academy zuständig.

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Frau Schmidt, bitte sehen Sie es mir nach, dass ich den Zusammenhang etwas durcheinander gebracht habe. Ich war wohl etwas von den Eindrücken überwältigt ;) Die Kronberg Academy bloggt und twittert nämlich auch kräftig. Die Klassik erobert immer weiter das Web :-)

Danach war Pause und wir konnten hinter der Mercatorhalle bei einer schnellen Kippe ein tolles Duisburger Nachtpanorama bestaunen. Ich steh ja auf so Lichtgedöns:

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Nach den Ausblicken schnell noch ein Wasser gestürzt und dann ging es weiter mit bela Bartok. Die Namensähnlichkeit zu Bela Lugosi hat sich dann auch gleich in toller, aber unheimlicher Musik wieder gespiegelt :)

Die Rituale und Professionalität der Musiker haben mich wundern lassen und schwer beeindruckt.

Zum Beispiel hat der Dirigent seiner ersten Geigerin gefühlte 25 Mal am Abend die Hand geschüttelt und ist ungefähr doppelt so oft von der Bühne gegangen und wieder drauf gekommen. Was mir auch fehlte war eine kurze Begrüßung oder Ansprache des Publikums. Zumindest vom Dirigenten hätte ich das erwartet, statt nur der Verbeugung. Aber gut, das wird dann wohl einfach die Art und Weise sein, wie es seit hunderten von Jahren läuft.

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Frage @Frank:
Oder gibt es auch Dirigenten, die das Publikum begrüßen und kurz etwas dazu sagen, was sie spielen werden?

Abgefahren war, als der 1. Geigerin eine Saite gerissen ist, sie Ihr Instrument fast schon wegschmiss, die 2. Geigering Ihr Violine an sie weiter gab und die “unter ferner liefen” Instrumentalistin hinter ihr, die man vorher gar nicht sehen konnte mit deutlichem Nachdruck dazu aufforderte, Ihr die Geige weiter zu geben. So schnell wird man zum Zuschauer auf der Bühne ;) Aber das ganze ging so schnell und professionell, dass es kaum auffiel. Sehr sympathisch fand ich ja, daß ein Bratschist, Bratschenspieler, wie auch immer ein kleines bißchen verspätet aus der Pause kam – auch bei sochen super Profis handelt es sich halt immer noch um Menschen :-)

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Der Intendant der Dusiburger Philharmoniker, Alfred Wendel sagte mir in einem kurzen Video Interview hinterher noch, daß so etwas wirklich höchst selten passiert.

Zu Anfang dachte ich ja noch – Hui, die sind aber verhältnismäßig leise. Scheint aber einfach an Haydns Kompositions gelegen zu haben. Denn zum Schluß bei Bartok wurd auch die Lautstärke Rock’n’Roll tauglich :)

Wenn ich bedenke, daß wir fast nicht gefahren wären, weil ich in letzter Minute beim recherchieren der Adresse der Mercatorhalle gemerkt hab, daß die in einer Uweltzone liegt und ich natürlich als Bielefelder noch nie einen Gedanken an eine Umweltplakette verschwendet habe… :) Da hätten wir ECHT was verpasst.

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Falls hier jemand mitliest, der nen Streicher (Geige, Bratsche oder Cello – Kontrabaß wird mir zu groß, wer weiß wie lang der Volvo noch hält *g*) abzugeben hat – bitte melden. Ich möchte es doch wirklich mal probieren jetzt. Ich habe aus der 150 Jahre alten Bratsche einer Freundin schonmal sehr annehmliche Töne rausbekommen und das Gefühl ist einfach nur Hammer. Der ganze Raum schwingt – und du mit. Zum selber spielen gibt es imho kein spektakuläreres Instrument als einen Streicher.

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Den Abend haben Frank und Christoph natürlich auch auf dem Blog der Duisburger Philharmoniker Revue passieren lassen.

Vielen Dank für das tolle erste Klassik Konzert (das sicher nich das letzte gewesen sein wird) und den klasse Abend! Mit Frank und dem intendanten der Duisburger Philharmoniker Alfred Wendel habe ich hinterher noch zwei kurze Videointerviews gemacht, die liefere ich noch nach.

Die Blogger waren auch mit dabei: Alles Roger, dronski, Jan von UPLOAD hatte das ganze ja mit angestossen, sogar Der Westen berichtet, Annabell Preußler Du warst auch da? Hab Dich gar nicht gesehen,