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Die ersten Zensurextrawürste liegen schon auf dem Grill

Bin gespannt, wer da noch so alles seine Zensurwünsche einreicht. Klar. der Hass muß raus. Vor allem aus dem Internet. Genauso wie die Kinderpornos hinter Stoppschildern versteckt werden. Und dann die Musik. Und die Filme natürlich. Und die Bilder. Und die freie Meinung. Und wo wir schonmal dabei sind auch gleich den freien Willen.

Wie Fefe schon sagt – das recht auf freie Meinungsäußerung wie auch alle anderen Rechte machen nur DANN Sinn, wenn wir sie eben nicht nur den Freunden, sonderen auch den schlimmsten Feinden, den Arschlöchern und Rechten, den politisch Inkorrekten und denen, deren Meinung wir nicht hören – geschweige denn teilen wollen.

Was Frau Zypries da von sich gibt, ist widerlich und grotesk:

Mit dem Internet sei „ein neuer Raum der Freiheit“ entstanden, dessen größte Vorteile zugleich die größten Gefahren begründeten. „Weil das Netz anonym ist und soziale Kontrolle kaum stattfindet, verbreiten sich dort auch illegale Inhalte besonders häufig und schnell.“

Was redet die Frau da? Weil Menschen besonders gerne das von sich geben, was andere aufregt, verbreiten sich illegale Inhalte besonders schnell. Weil es in den MENSCHEN steckt. “Soziale Kontrolle”, meine Nackenhaare sträuben sich grad mit den hochklappenden Fußnägeln um die Wette.

Werden irgendwann auch nochmal die Ursachen gesucht, statt blind auf Symptomspatzen zu schiessen?

Bin gespannt, wer als nächste nen Schwung Stopp-Schilder bestellt. Oder ob doch noch jemand das Einsehen hat, wie sinnlos die Sache ist.

Vielleicht hat unser Herr Bundespräsident ja wenigstens Cochones und verweigert seine Unterschrift auf dem Gesetz.

via Rivva

Fefe, krieg BLOß keinen Husten

Und wenn:

Besser nichts von den lustigen Antischweinegrippe Flugblättern erzählen. Geschweige denn vom Reiseziel. Sonst geht’s es Dir wie Olli hier.

Meine Güte, was brennen die da für ein Feuerwerk ab. Ja schön von den wichtigen Themen ablenken. Und wenn es dafür ein Schnupfen ist. So lange das Volk denke, es fällt einer fiesen weltumspannenden Seuche anheim oder trauert einer beliebigen Celebrity hinterher, kriegen wir schön unsere Zensur- und Kontrollgesetze durchgewunken.

Besonders perfide fand ich ja, daß die Zensursula Gesetzverabschiedungsarie schön mit Steuersenkungen überlagert wurde. Zuckerbrot und Peitsche Knebel, Kette, Keller.

Unfasslich.

Das ist mal ein Leitthema: Anti Zensursula ePetition und Politik 2.0

Mein Lieber Herr Gesangsverein – ich weiß nicht, wann ich das letzte mal Rivva.de SO von einem Thema dominiert gesehen habe. Gab aber auch schon lange nicht mehr ein SO wichtiges Thema, das uns alle, die wir uns intensiv mit dem Internet beschäftigen betrifft und auf das wir Einwirken können.

Als mein Chef heute twitterte, daß es eine Online Petition auf der Website des Deutschen Bundestags gäbe hab ich flugs geklickt und war irgendwo bei um die 1.000 rum dabei mit meiner virtuellen Unterschrift gegen die Netzzensur. Das ganze Thema drösel ich hier jetzt nicht noch einmal auseinander, dafür gibt es zahlreiche und sehr gute Links da draußen.

Was ich ECHT beeindruckend finde, ist die Demonstation dessen, wozu das Internet und seine User fähig sind, wenn es ans Eingemachte geht. Nur mal so zum Vergleich: Die Petition mit den meisten Stimmen war bis heute Mittag meine ich eine zur Besoldung von Minentauchern. Nach einigen Wochen waren mal eben 500 Stimmen zusammen gekommen.

Die Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009 (wer sie noch nicht unterzeichnet hat sollte das fix tun) hat heute mal eben über 11.000 Stimmen bekommen! 50.000 werden gebraucht um die Petition vor den öffentlichen Beratungsausschuss zu bekommen. Also: Unterschreiben!.

Die Frage, die ich mir jetzt stelle ist:
Geht das jetzt so weiter? Wird es in Zukunft weitere sinnvolle und derart stark frequentierte Online Petitionen geben?

Gibt es schon offizielle Statements zu dem großen Andrang auf diese Aktion?

Ist das hier vielleicht sogar ein Anfang einer neuen Form von Bürgerpolitik? Wenn es keine Volksentscheide gibt, dann demonstrieren wir eben auf andere Weise unser Anliegen?

Ich gebe es zu: Von Demonstrationen halte ich persönlich nicht sonderlich viel. Zumindest könnte ich mir kaum vorstellen, mich noch für irgendwas auf die Straße zu stellen, mit bunten Schildchen zu wedeln und ein bißchen rumzusingen, in der Hoffnung, daß sich was ändert. Macht in meinen Augen keinen Sinn und hat es für mich auch noch nie gemacht. Es gibt mal nen hübsches Foto in der Zeitung, man kann sagen, man war dabei und hat “etwas getan” und 3 Tage später ist die Aktion wieder vergessen.

Aber das hier hat für mich eine andere Qualität. Hier ist etwas spürbar und nachhaltig. Und es wird nicht nur stumpf geklickt, sondern diskutiert. Auf der Petitionsseite, in den Blogs und die ersten alten Medien sind auch schon dabei. Ob es für eine Veränderung in diesem Fall schon zu spät ist und nichts mehr geändert werden kann, wie heute zeitrafferin (ihres Zeichens Grünen-Politikerin) behauptete weiß ich nicht und bleibt abzuwarten. Schön ist jedenfalls, daß endlich einmal etwas spürbares und nachhaltiges zu passieren scheint.

Wer lieber kuckt als liest – nach dem PolitCamp letztes Wochenende wurden einige Blogger vor der Kamera kurz nach ihrer Einschätzung zum Thema gefragt – die Videos gibt es bei Netzpolitik zu sehen.