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Odessa – meine Perle! – Photostadtrundgang

Odessa – meine Perle! – Photostadtrundgang

Odessa. Meine Traumstadt. Zusammen mit Baltimore ist sie nach meinem Empfinden für schöne Städtenamen auf Platz 1 ;) Ich glaube auch der Film “Die Akte Odessa” hat zu meiner Faszination für die Stadt beigetragen. Hier wollte ich immer mal hin und was soll ich sagen: Meine durchaus hohen Erwarten wurden kein bisschen enttäuscht.

Odessa ist sehr europäisch, eine typische Urlaubs- und Hafenstadt. Natürlich mit etwas Industrie- und Militär-Flair dabei. Mich erinnert sie ein bisschen an Marseille.

Die Ukrainer nennen sie “Die Perle am Schwarzen Meer”. Kein Wunder, Katharina die Große hat laut Wikitravel 1794 selbst dafür gesorgt, dass die Stadt aus dem Boden gestampft und die schönste Hafenstadt der Welt werden sollte. Da kann man schonmal den einen oder anderen Eimer Muschelkalk an die Fassaden kippen.

Sie schickte zwei französische Generäle los, die am schwarzen Meer den perfekten Platz für eine Hafenstadt finden sollten. Das ist an der Stelle wo zuvor eine türkische “Fortifikation” lage wohl durchaus gelungen, allerdings stand in dem Schreiben etwas davon, dass sie viel Wasser haben, dieses sei aber schwer, salzig und nicht trinkbar.
Auf französisch “Assez d’eau” – genug Wasser
Katharina las das rückwärts und machte Odessa draus.
Das ist die eine Legende, wie die Stadt zu ihrem Namen kam.

Katharina die Große in Odessa

Die Katharina hier ist ECHT groß in Odessa ;)

Die andere (weniger romantischere, aber wahrscheinlichere) ist, dass die Griechen hier eine Siedlung namens Odessus hatten. Direkt vor unserem Hotel liegt sogar eine Ausgrabungsstätte, die Funde von 500 v.Chr. bis 500 n.Chr. enthält.

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Im Moment haben wir hier Mittelmeer mäßiges Wetter. Herrlich auszuhalten. Im Gegensatz zu Marseille, San Remo oder Barcelona wird es hier im Winter aber auch gerne mal -15° und der Hafen ist dann immer noch in Betrieb.

Außerdem habe ich heute festgestellt, dass mir russische Hochkultur bisher weitestgehend entgangen ist. Tolstoi und Dostowjeski ok. Tschaikowski kenn ich auch noch. Aber von Puschkin (der vom Franzosen Anthès im Duell erschossen wurde) hatte ich bisher nur im Vodka-Regal des Supermarkts gehört. Dabei scheint die Geschichte die ihn mit dem Garf Woronzow hier in Odessa verband richtig spanned zu sein.

Die Potemkinschen Treppen mit Ihren 200 Stufen sind wohl echten Cineasten auch ein Begriff aus dem Film Panzerkreuzer Potemkin durch dies Szene, die als Meilenstein der Regisseurskunst gilt:

Witzig ist, dass es teilweise Straßenzüge gibt, wo die eine Straßenseite deutlichst aus dem 19. Jahrhunder stammt und auf der anderen Straßenseite sieht es eher nach Stalin und post-WW 2 aus.

Die Odessiten sind jedenfalls (zurecht) sehr stolz auf ihre Stadt. Die Lebenshaltungskosten sind – typisch für ein Touristikzentrum – höher als sonst in der Ukraine. Das Durchschnittsgehalt liegt zwischen 300 und 400 EUR.

Das iPhone 5 color wird trotzdem schon beworben und wird wohl rund 830 EUR kosten. Das iPhone 5 gab es für rund 600.

 

Ich finde die Stadt bisher unglaublich interessant. Schade, dass wir nur 1 Tag bleiben. Odessa ist absolut ne Reise wert.

Eben beim Essen erzählten mir die offiziellen Teilnehmer der LRET noch von der Tour durch die Katakomben, die sie gemacht haben. In den Stollen aus denen der Muschelkalk für die Häuser aus Zeiten Katharina der Großen stammt, haben sich im zweiten Weltkrieg die Partisanen versteckt, die gegen die Nazis gekämpft haben. SEHR spannende Geschichte, die ich mal nachlesen muss, wenn ich wieder daheim bin.

Außerdem erfuhr ich, dass es in diesem Teil des schwarzen Meeres vor 20 Jahren keine Fische mehr gab. Wegen Militär und Industrieabfällen, die eingeleitet wurden. Mittlerweile kommt der Fischbestand wieder in die Hufe und auch Baden soll wohl an den Stränden etwas außerhalb von Odessa (wo alles Hafengebiet ist) wieder drin sein.

Ein paar Eindrücke:

Angekommen. Tag 0.5 der Land Rover Experience Tour an die Seidenstrasse #LRET

Und ich dachte noch so: Nehme ich meine Tasche mit ins Handgepäck? Und dann so: Nee, geht ja nicht wegen Taschenmesser und Zeckenzange. Hätte ich den scharfkantigen Plunder mal zu Hause gelassen. Dann hätte ich jetzt auch meine Klamotten da :) Der Anschlussflug in Wien war echt knapp. Wir haben es grade noch so gepackt, das Gepcäh nich.

Und dabei dachte ich eben am Gepäckband in Odessa noch: “Och schaue! Der Drogen Cockerspaniel hat meine Tasche gefunden! Kann ich die jetzt schon anpacken oder werde ich dann verhaftet?” Dann habe ich gemerkt, dass die Reisetasche aus dem Bonuspunkteprogramm einer nicht näher erwähnten Weißnichtwas-Kette wohl sehr verbreitet sein muss. Denn jemand anders schnappte sich dann seine Tasche ohne vom Spürhund angefallen zu werden.

Trotzdem wünsche ich mir in solchen Situationen natürlich russisch zu können. Oder ukrainisch. Was nochmal was anderes ist. Aber die Dame vom Lost&Found war sehr nett und geduldig mit uns 3 gestrandeten ;) Nachdem wir ihr erklären konnten, dass draußen jemand mit Landessprachenkenntnissen wartet, ist sie mit uns raus, wir haben die Zollformulare klar gemacht und sind dann zum Büro der Ukrainian International den Verlust aufgeben.

Dank unseres Land Rover Guides Dimi wurde das Gepäck in Wien schon gefunden und wird morgen (hoffentlich) zu unserem nächsten Hotel in Sevastopol gebracht. Das ist hier nämlich alles andere als selbstverständlich. Normalerweise müssten wir kucken, wie wir es aus Odessa weg bekommen. Aber der nöchste Flieger kommt morgen erst um 14 Uhr dann. Dann haben wir schon die halbe Strecke nach Sevastopol hinter uns.

Das Abenteuer geht direkt am Flughafen los :-D Und alles gut soweit.

Nachdem das das dritte Mal ist, das mein Gepäck wegkommt, habe ich gestern wenigstens frische Unterhosen und nen Hemd in das Handgepäck gestopft, damit ich nicht alles voll miefe :)

Außerdem habe ich gelernt, dass auf einem Flug bei Ukrainian International mehr mit Geschirr geschmissen wird, als auf ner griecvhischen Hochzeit :-D

Was der Name Odessa mit Griechenland zu tun hat, erzähle ich später.

Ach ja:
Gibt es eigentlich so was wie Esperanto für Hände und Füße? Ernsthaft jetzt. So eine allgemeingültige, verklausulierte Zeichensprache, psychologisch fundiert, die auf empathie beruht?
Wenn die Frage jetzt so gar keinen Sinn macht, dann ist das auf mein allgemeines Durch- und In-Eile-sein zurück zu führen.

Jetzt gehts erstmal auf nen kleinen Stadtrundgang.

Bis später.

Dosvidanje