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Probefahrer mit Panther Pedelec

Wie ist das so, mit E-Bikes auf Reise zu gehen?

Morgen geht für mich seit langem mal wieder ein kleiner Roadtrip mit Autos los. Grund genug, mir meinen letzten Roadtrip der etwas anderen Art nochmal ins Gedächtnis zu rufen:

500km mit dem Fahrrad – eine E-Bike Reise 
Steffi hat mir für unseren damaligen Unterstützer Panther Werke ein paar Fragen dazu gestellt, wie es ist, sich mit einem Pedelec auf die Reise zu begeben:

Wie haben die Panther Pedelecs für Euch auf der 500 Kilometer Reise funktioniert?

Erstmal vorneweg ein großes Dankeschön für die Leihgabe und die tolles Ingenieurleistung! Die Räder liefen 1A. Durch den Mittelmotor am Tretlager hat man einen unglaublich natürlichen Radfahr-Eindruck. Das leise Summen des Elektromotors ist schön beruhigend, da man immer weiß, dass der eingebaute Rückenwind dabei ist ;) Dadurch, dass man beim Pedelec ja immer treten muss, verliert man auch nicht das Gefühl fürs Radfahren. Das gefiel uns sehr gut.
Am beeindruckendsten waren für mich einige kleine und unfreiwillige Geländeausritte ;) Als ich versehentlich den Fußgängermodus im Navi eingestellt hatte, mussten wir durch einen Wald fahren. Dort hat mich mein blauer Panther so kraftvoll über steile Sandhügel geschoben, wie ich es sonst nur von Enduro-Motorrädern kenne. Das musste ich dann später natürlich auf einem Deich nochmal ausprobieren und auch hier: Kein Problem. Das Fahrrad ist völlig problemlos die steile und nasse Wiese hochgesprintet, dass ich das Grinsen den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht bekam :)

Wie sicher habt Ihr Euch als Wiedereinsteiger auf den Rädern gefühlt?

Die ersten paar 100 Meter waren noch gewöhnungsbedürftig. Ich saß ja wie gesagt seit 20 Jahren nicht mehr auf dem Rad. Bei Angie waren es nur 5 Jahre und davor ist sie sehr viel Rad gefahren. Nach der Eingewöhnungsphase auf dem Parkplatz bei Euch an den Pantherwerken fühlten wir uns sehr schnell sehr sicher. Vor allem in der unsichersten Phase vom Anrollen bis zur stabilen Fahrt hilft der Motor unglaublich!
Darüber hinaus habe ich den Eindruck, das Fahrverhalten ist durch das höhere Gewicht von gut 25 Kilo deutlich stabiler als bei einem normalen Fahrrad und zum anderen hat man in brenzligen Situationen immer diese Sicherheitsreserve des E-Motors. Wenn man schnell an einem Hindernis vorbei beschleunigen will zum Beispiel. Das gibt einem noch zusätzliche Sicherheit.

Und ganz wichtig:
Je mehr die Kräfte auf einer so langen Tour schwinden, desto größer wird die Sicherheit, die einem der Elektroantrieb bietet, da man sich wenigstens trotz der Erschöpfung sicher sein kann, sein Ziel noch zu erreichen.

Seid Ihre denn auch mal ins Schwitzen gekommen?

Klar und wie! Pedelec fahren ist nix für Faule ;) Vor allem auf so einer langen Tour. Treten musst Du ja die ganze Zeit und wir wollten uns möglichst immer nah an der Geschwindigkeitsbegrenzung von 25-27 km/h bewegen. Da kriegst Du schon ganz gut was in die Oberschenkel ;)
Das Gemeine war: Der steilste Berg, der ganzen Tour war gleich zu Anfang vor unserer Haustür in Brackwede. Einmal die grüne Teutohölle bitte :) Danach war das Wiehengebirge noch einmal richtig fies.
Dicht gefolgt von einem Abschnitt auf dem wir wirklich 27 Kilometer flach geradeaus eine Landstraße entlang radeln mussten. Das war allerdings weniger anstrengend für die Beine als für den Kopf, der gegen die Langeweile kämpfen musste ;)

Wie waren die Reaktionen der Menschen, die Ihr auf Eurer Tour getroffen habt?

Grundsätzlich immer interessiert. Diejenigen, die sich mit E-Bikes auskannten waren sehr neidisch auf die BOSCH-Motoren. Wir waren uns gar nicht bewusst, dass wir da quasi mit dem Mercedes unter den Pedelecs unterwegs sind :)
Bergauf Leute auf normalen Fahrrädern abzuhängen hat natürlich immer unheimlich Spaß gemacht :) Auch wenn wir uns den Speed-Modus am Berg meistens gespart haben, damit der Akku besonders lange hält.
Der heimliche Star der Tour war Angies stufenlose NuVinci Schaltung. Die zog immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.
Wir haben einige andere Rad-Reisdende getroffen, wo sich die Gelegenheitsfahrer immer am meisten für die Pedelecs interessierten. Die Profis mit Stahlwaden und kleinen Kraftwerken in den Oberschenkeln wollen meist lieber die ganze Arbeit alleine machen. Aber die Mitfahrer fanden den Gedanken einfacher mithalten zu können immer sehr charmant.

Wie kamt Ihr mit der Reichweite der Akkus hin?

Leer gefahren haben wir nur Angies Akku auf der 2. Etappe. Da war noch einiges an Bergen zu schaffen und wir hatten mittags nicht nachgeladen. Realistisch sind mit einer Akkuladung 50-80 Kilometer zu schaffen. Je nachdem, wie sparsam man mit der Motor-Nutzung umgeht und wie schaltfreudig man fährt. Da ich als Autofahrer auch sehr sparsam fahre, habe ich mich instinktiv immer in möglichst optimalen Gängen bewegt und Angie war mit der NuVinci etwas “schaltfauler”, weil sie ihre Gänge immer ganz fein justiert hat. Ich denke, dadurch hatte ich am Ende des Tages immer etwas mehr Akkuleistung übrig (oder mein Akku hatte eine größere Kapazität – das habe ich nicht mehr geprüft).
Bei Ganztagestouren ist es auf jeden Fall empfehlenswert, in den Mittagspausen die Akkus zu laden. So ein 1-stündiges Mittagessen in einem Imbiss bringt auch dem Akku neue Kraft :) Wir hatten immer eine Dreifach-Steckdose dabei und durften uns überall ein bisschen Strom mopsen.

Krass war für den Akku der letzte Tag: Die Etappe von Husum nach Dagebüll. 38 Kilometer und wir dachten “Ach, das wird easypeasy!” Nix war! Endlich konnten wir an der Außenseite des Deiches fahren und auf das (Watten)-Meer schauen. Und was war? STURM! Windstärke ich weiß nicht wieviel und Regentropfen, die ungefähr an die Größe und Schmerzen von Luftgewehrkugeln heran kamen. Der Gegenwind war so stark (und wir hatten es SO eilig ins Trockene zu kommen), dass wir auf der Etappe fast den ganzen Akku leer getreten haben :)

Was könnte Panther an den Rädern verbessern?

Verbesserungsbedarf besteht eigentlich nicht. Das was uns auffiel war, dass bei Angies Fahrrad der Akku unter dem Gepäckträger etwas schwer heraus zu nehmen war und bei meinem blauen Panther brauchte ich zum Einlegen des Akkus schonmal 2-3 Versuche, bis er endgültig einrastete.

Lassen sich Pedelec und E-Bikes einfach reinigen?

Den Akku habe ich beim saubermachen aus Sicherheitsgründen rausgenommen. Ob das wirklich nötig gewesen wäre, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Aber ich wollte ja auch keinen “gewischt” kriegen ;) Die Reinigung an sich funktioniert genauso wie bei jedem anderen Fahrrad. Der Motor an sich ist ja auch nochmal sehr gut gekapselt. Da muss man gar nicht dran.

Kann ein Pedelec im Auto transportiert werden?

Klar! Hinten an der Rückklappe oder auf dem Dach müssen gff. durch das höhere Gewicht einige Dinge bedacht werden, aber das geht natürlich.
Unsere Panther haben wir für die Rückfahrt von Föhr (wir wollten nicht nochmal 500 Kilometer am Stück radeln) auseinander genommen und in unserem Tour-de-France erprobten Skoda Yeti transportiert, der uns netterweise von Skoda Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

In öffentlichen Verkehrsmitteln sind die E-Bikes ganz normale Fahrräder – Wir haben nicht auf der Tour an sich, aber hier in Bielefeld ein bisschen “geschummelt” und schonmal die Bahn genommen :)

Wie habt Ihr die Räder gegen Diebstahl geschützt?

Das war so ein Thema. Immerhin hing das Weiterkommen auf unserer Reise komplett von den Rädern ab, daher habe ich sie so gut wie nie aus den Augen gelassen und bei jeder Übernachtung in Garagen oder Hauseingängen weggeschlossen. So ein Rad ist mit knapp 2500 EUR Wert ja ein beliebtes Diebstahl-Ziel.
Zudem haben wir bei jeder Pause, bei der wir uns weiter als 10 Meter von den Rädern entfernen mussten die Akkus und die Bedienelemente abgenommen.

Werdet Ihr nun weiter Fahrrad fahren?

DEFINITIV! Wir haben unsere Panther nach der Tour leider nicht mehr ganz so viel bewegt, wie wir uns anfangs vorgenommen hatten, da erstmal irre viel zu tun war nach 10 Tagen weg von zu Hause. Aber die Rückfahrt zum Pantherwerk in Löhne hat uns riesig Spaß gemacht. Wenn ich mich da an die Abholfahrt erinnere… Weia tat mir danach der Hintern weh! Das war ja das erste Mal nach 20 Jahren wieder für 40 Kilometer auf dem Fahrrad und wir hatten das Fahrrad-Navi von Falk noch nicht.

Wie haben die Vaude Taschen funktioniert?

Hammer! Wir haben Klamotten für 10 Tage, Snacks, Kleinkrams, Elektro-Equipment und Fahrradladegeräte mitbekommen und es war eigentlich noch Platz in den Taschen! Echt beeindruckend. Und wie so oft haben wir eigentlich viel zu viel mitgenommen :)
Sowohl die Satteltaschen als auch die Lenkertaschen (in denen wir Kameras, Trinkflaschen, Beef-Jerky von jerky-shop.de und Notizblöcke hatten waren auch im fiesesten Wolkenbruch Platzregen komplett Wasserdicht. Das war ja eine meiner größten Sorgen, dass es meine neue Kamera zerlegt, wenn es richtig schüttet.

Haben Euch die Regensachen von Vaude trocken gehalten?

Jupp, die waren super. Die Hose war etwas fummelig über dicke Schuhe und Jeans drüber zu ziehen. Wir hätten wohl besser eine Nummer größer nehmen sollen. Das nächste Mal sind wir da schlauer ;) Aber das Regenzeug sollte man wirklich IMMER dabei haben! Ein fieser Guss und der ganze Tag ist versaut. Dir wird sonst kalt, die Jeans scheuern an den Beinen und und und.

Die UVEX Helme habt Ihr hoffentlich immer aufgesetzt, aber nie wirklich gebraucht?
Genau so war’s ;) Ich muss schon gestehen, dass mir der Helm die ersten Stunden wie ein Fremdkörper auf dem Kopf vorkam. Als ich noch Fahrrad fuhr, gab es ja noch gar keine Helme, die kenne ich nur vom Reiten oder eben Motorradfahren. Irgendwann fand ich die Kopfbedeckung aber durchaus angenehm. Wenn es zu warm wurde, hatte ich den Eindruck, dass der Fahrtwind viel besser meinen Kopf kühlt.
Die Sturzsicherheit mussten wir aber glücklicherweise beide nicht testen ;)

Was war das wichtigste Equipment?

Die Radlerhosen mit Polstereinsatz! Sonst hätten wir wohl nicht überlebt AUAUA :)
Und das Falk Navi! Ohne das hätten wir uns vermutlich SO oft verfahren, dass wir viel zu viele Kilometer gemacht hätten. Und wir hätten auch viel zu lange gebraucht, da wir alle paar Kilometer auf eine Karte hätten schauen müssen. Vor allem die Funktion, mittags ein Lokal zum Essen zu finden war super praktisch.

Und die größte Überraschung?
Hmm, man hat uns vorher DRINGENDSTE davon abgeraten in Jeans zu fahren. Das würde nur scheuern und kneifen und nach 2 Tagen wären wir wund. Da wir aber zum einen so wenig aus Kunststoff mitnehmen wollten wie möglich und nicht auch noch neue Klamotten kaufen wollten, haben wir es drauf ankommen lassen (als Ausweichmöglichkeit hatten wir Lange Ski-Unterwäsche und die Regensachen geplant).
Und siehe da: Mit den gepolsterten Radlerhosen unter der Jeans war es überhaupt kein Problem zu fahren.
Ach und wie fix die Panther sein können :) Unser Bergab-Rekord waren 58km/h :-D Das haben wir aber nur mit selber treten geschafft – der Motor schaltet sich ab 25km/h ja ab.

Was wären Eure Tips für Leute, die auf E-Bike Reise gehen wollen?

1. Rechnet bei gemütlicher Fahrweise mit 80-100 Kilometern am Tag
2. Ladet bei Mittagspausen die Akkus nach
3. Schaltet oft und viel um den Akku mit dem optimalen Gang zu schonen – z.B. immer im 1. Gang anfahren und gleichmäßig hochschalten, nicht zu schwer treten
4. Nehmt ein Naiv mit oder schaut Euch zumindest das Höhenprofil der Strecke an – spart Akku für die Anstiege
5. Überdenkt jedes einzelne Teil, das Ihr mitnehmen wollt, ob Ihr es WIRKLICH braucht ;)

Würdet Ihr die Pedelecs weiter empfehlen?

Unbedingt! Alleine schon weil so viel längere und interessantere Touren möglich sind.
Menschen, die Ihr Übergewicht los werden wollen können mit einem Pedelec viel entspannter fahren und überlasten ihre Gelenke nicht gleich am ersten Berg.
Wer beruflich viel in der Stadt unterwegs ist, sollte sich mal über ein Pedelec Gedanken machen. Vor allem als Auslieferungsfahrzeug!
Auch für Eltern, die Ihre Kinder in Anhängern am Fahrrad durch die Gegend fahren sind Pedelecs eine super Erleichterung.

Die vierte Etappe – von Schmerzen, Mais und Deichen #PanTourDeMeer

Soooo viele Schafe heute auf den Deichen machen sooooo viel Kacke. Ich hab noch auf keinem Bürgersteig, Fahrradweg oder Zoo-Weg soviel Kacke auf einmal gesehen :) Aber das knisternde Geräusch beim drüber fahren ist unerwartet untypisch :)

75 Kilometer
19 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

1. Panther können manchmal klettern wie Berglöwen
2. Schafkacke macht knisternde Geräusche wenn man drüber fährt
3. Gefühlt steht zu 80% Mais im Norden auf den Feldern

Gut, dass unsere Panther windschnittig sind
So langsam wird es endlich windig. So richtig, richtig windig. Heute hatte ich schon das Gefühl der Gegenwind wäre heftiger als steil bergauf fahren. Kein Wunder – am Deich in der Elbmündung hat es heute ordentlich reingepustet. Und wir mussten da durch. Teilweise war der Wind so heftig, dass ich statt der normal leicht zu erreichenden 25 km/h nur noch 19-20 geschafft habe, dann war die Kraft in den Armen um mich am Lenker festzuhalten weg.

Heute Abend fuhren auf den letzten paar Metern zwei mächtig sportliche Friesen auf ihren Rennrädern an uns vorbei, als wir gerade unsere letzte Beef Jerky Ration vernichteten. Sie lächelten ein bisschen mitleidig rüber. Als wir wieder losfuhren, hatten sie vielleicht 500m Vorsprung.
Und Gegenwind.
Angie hat plötzlich die Restmotivation gepackt und sie zog mir sowas von weg und nach 2 oder 3 Minuten an den beiden Rennradlern vorbei. Als ich die beiden dann auch irgendwann kassiert habe lachten sie sich kaputt, dass ich grade nicht hinterm Damenrad hinterkomme :) Und ich weiß jetzt, dass in solchen Hardcore-Bedingungs-Gegenden wohl nur noch mit E-Bike fahren möchte :) Ohne den eingebauten Rückenwind wäre ich wohl irgendwann rückwärts gefahren.

A pros pos Rückenwind:
Das ist frustrierend. Du hast IMMER Wind von vorne. Fährst Du gegen den Wind dann volles Programm. Drehst Du um, dann merkst Du ganz kurz den Windschub. Dann gar nicht mehr. Dann irgendwann wird der Fahrtwind wieder stärker als der Rückenwind. Finde ich jetzt schon unfair :)

Der Panther klettert wie ein Berglöwe

Beeindruckt hat mich mein blauer Panther aber ganz anders heute:
Ihr wisst wie so ein Deich aussieht? Ein Hügel. Voller Wiese und Schafe. und SEHR steil. Wir mussten da heute nach unserer Pause rauf, um auf den Radweg zurück zu kommen. Durch den Garten eines Cafés. Angie hat geschoben, ich wollte wissen ob es geht. Kleinen Gang rein, den BOSCH-Antrieb auf Sport – Stufe 3 – gestellt und reingetreten.

Was soll ich sagen? Wenn ich sowas als Kind gehabt hätte, wäre ich vermutlich mein Leben lang nur im Teutoburger Wald rauf und runter gefahren!
Das E-Bike ist SO leichtfüßig über die rutschige Wiese getanzt, dass man mir das Grinsen immer noch operativ aus dem Geischt entfernen müsste. Niiieeeemals hat mir bergauf fahren auf einem Fahrrad SO verdammt ncohmal viel Spaß gemacht! Dank des Drehmoments des E-Motors hat das Hinterrad gleichmäßig geschoben statt wie beim Treten ruck- und stückweise durchzurutschen und damit das Rad instabil zu machen. Morgen muss ich mir noch ein paar mal solche Stellen suchen. Das war einfach nur großartig :-D

Die Deiche sind nur eine Kindheitserinnerung, die mich nun wie erhofft immer wieder einholt. Novh viel mehr sind es die Gerüche hier. Nicht lachen, aber Jauche und Silage an jeder Ecke. Seit kurz hinter Verden werden die Bauernhöfe immer und immer mehr. Und damit auch diese Gerüch, die für mich immer Urlaub und irgendwie nach Hause kommen bedeutet haben.

Mais fast auf jedem Feld
Unser Gastgeber auf Föhr hat mir am Telefon schon gesagt, dass vor 2-3 Wochen der Winter-Weizen eingefahren wurde. Nach den wenigen trockenen Tagen musste es schnell gehen. Nur wenige Regenschauer können ausreichen um das Abernten unmöglich zu machen. Die Halme legen sich durch das Gewicht des Regens hin und können nicht abgemäht werden. Das was gemäht würde, ist nass und fängt an zu gähren.Die Ernte wäre nicht wirklich ergiebig.

Heisst also, dass die meisten Felder ja eigentlich abgeerntet sein müssten.
In unserer Wahrnehmung sieht das etwas anders aus: Auf gefühlten 70 bis 80 Prozent der Felder an denen wir in den den letzten anderthalb Tagen vorbei gefahren sind stand:
Mais.
Mais, Mais und nochmal Mais. Unglaublich viel. Ein bisschen rumgooglen hat mir diesen ZEIT-Artikel zum Mais-Anbau in Deutschland als Erklärung ausgespuckt. Allerdings ist unsere Wahrnehmung der Mais-Menge noch VIEL höher als das was da in dem Artikel steht.

Die letzten Kilometer waren eher nachdenklich heute. An zwei Kernkraftwerken innerhalb von 20 Kilometern vorbeizukommen, hinterlässt sogar bei einem technik- und fortschritts-vertendem Menschen ein mulmiges Gefühl. Erst Brokdorf, das KKW läuft soweit ich das rausfinden konnte aktuell auch noch. Dann natürlich das KKW Brunsbüttel. Das Werk mit den meisten Störfällen in Deutschland. Sieht unscheinbar aus und ist seit Jahren still gelegt, trotzdem frage ich mich, ob die Leute hier Angst haben oder einfach mit der nicht ganz ungefährlichen Technik in der Nachbarschaft leben gelernt haben.

Wir freuen uns jedenfalls über jeden Windpark, den wir sehen :) Vor allem, weil die Elektro-Mühlen hier immer größer werden, Deutlich größer als bei uns in Ostwestfalen jedenfalls.

Jetzt werden wir noch ein bisschen auf Frühstücksjagd gehen und uns dann auf den Weg weiter nach Norden machen. Heute stehen Büsum und dann Tönning auf dem Plan.

Vor allem freue ich mich dort auf einen Drink und kleine Stadtführung mit der Exil-Bielefelderin Alina.

Die dritte Etappe war ne nasse #PanTourDeMeer

Abfahrt in Vreden, wo Jens von Rad-ab.com noch überlegt hatte uns zu besuchen. Kurz mal überschlagen: Auto-Fahrtzeit 1,5 Stunden. Unsere Fahrtzeit: 1,5 Tage. *japs* da wird uns zum ersten Mal klar was wir hier eigentlich machen :)

82 Kilometer
20,3 km/h Durchschnitt

1. Windräder sind toll – an Wind kann man sich auch mal anlehnen ;)
2. 4 Kilometer Kopfsteinpflaster nacht AUA und Schrauben locker
3. “Gute Reise und zankt Euch nicht…”

Auf der 3. Etappe war Kilometerfressen angesagt. Wir wollten nur ankommen und viel spektaluräes war nicht drin.

Beim Frühstück trafen wir unsere Ampelbekanntschaft noch einmal wieder. Die beiden kamen aus Potsdam und waren schon seit 3 Wochen auf dem Elberadweg unterwegs, den sie nun endlich komplettieren wollten. Seit 17 Jahren machten die beiden schon Fahrrad-Touren – vom mehrwöchigen Urlaub bis zu Tagestrips. Am Elberadweg knabberten sie seit 3 Jahren und fuhren immer wieder ein Stück.
Sie verrieten uns Tips wie z.B. Ersatzschuhe mitnehmen oder mal die Radwege im Osten auszuprobieren. Seit der großen Flut damals sind die nicht nur niegelnagelneu sondern Fahrrad Fahrer durften auch bei der Streckenführung mitreden, sodass interessante Passagen entstanden sind.
Wir mussten den beiden nochmal unsere E-Bilkes genau erklären. Er wollte Ihr eins schmackhaft machen, damit er auch mal vorweg fahren und sie die Geschwindigkeit mithalten kann ;)
Zum Abschied wünschten wir uns gute Reise und bekamen den Ratschlag “Zankt Euch nicht auf dem Weg” :-)

Bis jetzt halten wir uns dran. :)

Die ersten Kilometer führen uns durchs Moor. Ich meine durchs Teufelsmoor war’s.

Große Strecken waren eher langweilig, aber der Teil wo die Moorleichen wohnen sollen war hübsch ;)

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STURMWARNUNG! Der Wind war das erste Mal so stark von West, dass wir uns in ordentlicher Schräglage dagegen lehnen konnten, ohne umzufallen. Sehr witziges Gefühl, wenn Du so seitlich gehalten wirst :)

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Nach gut 4 Kilometern Kopfsteinpflaster hatten sich nicht nur unsere Hintern bedankt, auch die Halteschrauben der Ständer-Beinchen (die Angie immer Anker nennt *g*) unserer Panther brauchten ein paar Umdrehungen mit dem Imbus. So langsam hatte ich das Gefühl, mit etwas zu wenig Luft zu fahren. Das Navi fand ein paar Kilometer weiter einen Fahrrad-Händler, der sollte sich das ganze mal ansehen.
Ok, TAT Autoteile klingt nicht grade nach Fahrrad-Werkstatt, lustigerweise standen aber mehr Räder als Autos vor der Tür. Cheffe kam auch gleich mit raus und fing uns gleich zu den Pantherbikes auszufragen,
“Wie seid Ihr denn zufrieden damit?”
“240km schon? Also auch Langstreckentauglich?”
“Was sagt Ihr zum BOSCH-Motor”…
Es stellte sich raus, dass er auch Pantherbike vertkauft :)
Und mein Luftdruck passte noch perfekt.

In einer Beef-Jerky-Pause stand ich da so mit meiner Cam auf einem Feldweg rum und fummelte sie für eine Selbstauslöser-Aufnahme aufs Stativ.
Angie so: “Geh mal zur Seite, da kommt was.”
Ich so: “sofort” *fummel*
Angie so: “Ähm zur Seite gehen?”
Ich so “mooohmääähääänt”
“Da kommt was GROßES!”
In dem Moment wurde es dann auch dunkel und ich sprang den größten Trecker meines Leben aus dem Weg. Und ich habe schon ein paar gesehen. Mein lieber Herr Gesangsverein, war das ein Brocken.

Je mehr wir fahren, desto mehr fragen wir uns, ob es in Bielefeld und drumzu eigentlich auch so schöne Strecken gibt, wie sie uns das Fallk Fahrrad-Navi auf unserer Reise immer raussucht. Aller erste Sahne!

Dann kam der Regen.

Die zweiten 40 Kilometer hat es so bielefelderisch durchgenieselt. Alles kein Problem. War sogar ganz gemütlich in den Regensachen, die Vaude uns zur Verfügung gestellt hat. Nach 4 Stunden wird’s vielleicht ein bisschen warm :)

Ich rief in der Pension an, dass wir so in 15 Minuten ankommen und die Däne meinte mit hessischem!! Dialekt, sie hätte und schon die Heizung angemacht. “Das ist lieb” meinte ich, “bis jetzt sind wir noch verhältnismäßig trocken. Bis gleich”.

Genau 1000m vorm Ziel hat der Himmel über Bremervörde sich gedacht:
“Wollen mall sehen ob die Sachen wirklich dicht sind: Hrrhrr. SCHLEUSEN AUF!”

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Klatschnass ist Kindergeburtstag dagegen. ABER nur äußerlich. Unser Vaude Regenzeugs hat 1a dicht gehalten.

Als wir dann vom Essen zurück fuhren: Im Dunkeln, bei 8 Grad *bibber* fing es dann nochmal an zu regnen. Genauso heftig. Wieder ca. 1,5km vor der Pension.
Wieder waren wir klatschnass. Diesmal dann auch bis auf die Haut. Wir hatten blöderweise das wasserdichte Zeugs zu Hause gelassen.

Regel Nummer 1 von “Per Fahrrad durch die Galaxis”: Des Radfahrers Handtuch ist sein Regenzeug.

Die zweite Etappe war ne ganz knappe

1. Haben heute einen großen Fehler gemacht…

2. Haben wir nun endlich eine Unterkunft in Husum!

3. Freuen wir uns auf die Bielefelderin Alina, die nun in Tönning – unserer 5. Station lebt und uns die Stadt zeigen mag.

4. Unsere Rückfahrgelegenheit ist eingetroffen! Der Skoda Yeti wird uns nach Hause holen, wo er mich doch schon so gut durch Namibia gebracht hat :)

75,7 km
Schnit von 19,2 km/h

Wir sind bei Top-Wetter nach einer ordentlichen Portion Rührei in Rehburg losgekommen. Unsere Vaude Packtaschen mussten erstmal als Wäschetrockner für die Funktionsklamotten von gestern herhalten. Ich dachte ja, das Zeug trocknet vom böse ankucken. War wohl nix. Ganze Nacht hängen und immer noch klatschnass. Also musste es der Fahrtwind richten.

Erstmal ins Moor:

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Was mich völlig aus den Socken gehauen hat waren die Apfelbäume, die hier überall an den Straßen stehen. Einfach so und alle hängen voll! Sowas kannte ich nur mit Orangen und Zitronen-Bäumen aus Spanien.
Doof, dass erst Sonntag wieder Obst erlaubt ist ;)

Allerdings merkte ich auch bei schönsten Sonnenschein, dass Angie immer noch angeschlagen ist von Ihrer Erkältung. Die erste Parkbank nach dem losfahren war Ihre. Nach EINEM Kilometer ;)

Das beeinträchtigt allerdings nicht Ihre Fähigkeit Sachen zu sehen, die sonst keiner sieht – zum Beispiel die kleineste Laterne der Welt, an der sogar Angie mit Ihren 1,58 seeeehr groß aussieht. Sowas bemerkt man allerdings auch nicht, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

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Jetzt muss ich allerdings erstmal eine Lanze für unser Navi im speziellen und Navis im Allgemeinen brechen:
Zwar hat uns das Falk Lux 30 heute zum ersten Mal in eine Sackgasse geführt: Plötzlich war der Bahnübergang der da sein sollte zugewuchert und mit Maschendrahtzaun abgesperrt.
Trotzdem sind die Strecken, die uns der kleine Falk raussucht einmalig! Einmalig schön und gut zu fahren. Ok, bis auf eine, aber das konnte er nicht wissen – dazu später mehr.
So oder so begeistert mich die Navi Technologie immer und immer wieder. Ein Trip wie dieser wäre ohne Navi nicht möglich, behaupte ich. Denn auch der beste Kartenleser vertut sich mal und sorgt für eine verfahrene Situation. Zumal kein Mensch eine Strecke über 80 Kilometer so genau planen kann. 80 Kilometer sind so ziemlich unsere magische Grenze, von daher denke ich eben ohne Navi wäre es nicht möglich. Genauso wenig wie die anderen 4 Reisen, die ich in den letzten 2 Jahren gemacht habe. Danke Navi :)

Die erste ordentliche Pause haben wir heute im Café Merlin eingelegt. Da dort schon eine Horde Radel-Rentner drin saß, konnte das nicht so verkehrt sein. Da den Herrschaften fröstelte hatten wir auch die Terrasse für uns alleine.

Die Gäste, die grad gingen, musste ich aber trotzdem noch anquatschen:
Sie hatten einen winzigen Pinscher dabei, der gerade einen Wollpulli angezogen kriegte. Dann eine Barbour-Wachsjacke für Hunde und dann in einen Fahrradkorb gesetzt wurde, der aussah wie eine Mischung aus Picknick- und Maul-Korb für tollwütige Bernhardiner.

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Das Frauchen erklärte mir, dass er sonst friert und im Korb zittert, also muss der Aufzug sein. Naja. Sicher gesünder als mit den kurzen Beinchen am Fahrrad laufen.
Die Jerrschaften kamen aus Fulda – waren aber schon seit VIER Wochen mit ihrem Wohnmobil in ganz Deutschland unterwegs. Von ihren Stellplätzen machten sie sich dann auf den Weg und erkundeten mir ihren E-Bikes die Gegend.

Der Herr erkannte gleich unsere BOSCH-Motoren an den Panthern und zeigte sich etwas neidisch ;) “Die kenne ich! Die sind nochmal deutlich besser im Anzug UND der Reichweite als unsere”.
Wenn er das sagt, glaub ich ihm das gerne :-D

Wir ließen die beiden Fahren und bestellten erstmal einen Kaffee.

Unsere Akkus waren beide noch fast voll, also verzichteten wir auf das Laden hier. Fehler.

Nach dem Mittag rödelten wir weiter und hatten an der Drakenburg-Schleuse das Glück zu beobachten, wie die lange Britta aus Duisburg abgelassen wurde: Ein Binnenschiff, dass die Weser runter… oder rauf? Was auch immer woltle. gut ne Viertelstunde hat das Maneuver gedauert. Zu Hause mach ich ein hübsches Timelapse daraus :) SEHR beeindruckend!

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Und die ersten Regentropfen begannen zu fallen… Versucht mal eine Regenhose ohne fremde Hilfe über dicke Wanderschuhe zu ziehen. Erstens sieht es lächerlich aus und zweitens habe ich mir glaube ich irgendwas in beiden SChultern gleichzeitig gezerrt und lief 5 Minuten lang rum wie ein Gibbon mit GIcht.

Die gute Nachricht: Die Regensachen halten super trocken. Allerdings sollte man sie nach dem Regen auch wieder ausziehen, sonst wird es mit zwei T-Shirts und normaler Jacke ein bissken sehr kuschelig :)

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Was ist schlimmer als Regen?

Wenn es das Navi gut meint und einen nicht mit zu komplizierten Strecken stressen will:
25 Kilometer lang die gleiche Straße ist dann aber doch des guten zuviel. :) Monotonie in Reinkultur. Das zog sich wie Kaugummi und wollte gar kein Ende nehmen.

Zu allem Unglück wurde es windig und windiger. Unsere blöderweise nict geladenen Akkus gingen immer mehr zur Neige und nach dem wir ENDLICH nach der Strecke, die fast schon US-Freeway Charakter hatte, wieder ein paar Mal Richtung Verden abbiegen durften, musste ich Angie schon im Windschatten mitziehen, da sie Ihren Akku schon etwas weiter strapaziert hatte.

2,5 Kilometer vorm Ziel hatten wir dann am Ortseingang Verden noch eine nette Begegnung an einer Ampel mit einem netten Paar, die auch auf längerer Tour unterwegs waren und heute ca. 10 km weniger als wir auf der Uhr hatten. Schon ein offenes, kommunikatives Völkchen, diese Radler. Gefällt mir.

500 Meter vorm Ziel war er dann ganz am Ende. Ich hatte ncoh 10 Kilometer im Eco Modus. Egal. EInmal Ritter auf blauem Panther Ross spielen. Sport-Modus rein. runter auf 3 Kilometer Reichweite, dafür kaum noch selber treten müssen und Angie anschieben. Klappte ganz gut bis zum Kopfsteinpflaster, da kapitulierte mein Gleichgewichtssinn. Reichte aber auch so zum ankommen.

Und für die Lehre: Immer fein die Akkus laden, dann musst DU nicht Dein Fahrrad tragen ;)

Endlich hatten wir es zu unserer Bed+Bike Pension geschafft.

Wir wurden herzlich in Empfang genommen und gleich gefragt, was wir zum Frühstück haben wollen. Als wir um Rührei baten, stellte sich raus, das unsere Vermieter auch Low Carb Ernährung machen und Er damit 32 Kilo abgenommen hatte. Donnerlittchen und Chapeau. Und die Ernährungslage morgen is gesichert :D Und Vermieterin Sabine sachte, sie hätte dieses Jahr noch gar kein Rührei machen müssen und würde sich morgen dann RICHTIG Mühe geben. Yay!

“Gleich kommen auch noch die anderen Gäste im 2. Zimmer” meinte Sabine, hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, da trudelte unsere AMpelbekanntschaft ein. Die Radwelt is eben klein.

Duschen, umziehen Verden ankucken.

Das witzigste hier finde ich ja, das Verden auch als die Pferde und Reiterstadt gilt. UND sogar das größte Deutsche Pferdemuseum am Start hat. Also wird uns Verden definitiv nochmal wieder sehen, wenn sein Museum offen ist.

Das Städtchen an der Aller lohnt sich aber auch für Nichthippologen. Hier Pittorekität mal ganz neu definiert! Ein hübsches Häuschen am anderen. Ich hatte fast schon den Eindruck in Holland gelandet zu sein.

Eine weitere Exklusivität hier ist das deutschlandweit einzigartige John Lennon Denkmal. Der hat nämilch hier 1966 im Film “Wie ich den Krieg gewann” mitgespielt und hat dafür nun drei nette Betonsockel bekommen.

Der größte Pluspunkt aber war:
Wir waren wieder in der Touri-Zivilisation angekommen!

Gestern kriegten wir auf unsere Frage, wo wir was zu essen bekommen noch zu hören. “Hmmmm, da muss ich erstmal überlegen was heute auf hat…” Nur um dann erst bei der dritten Dorfkneipe vor nicht verschlossenen Türen zu landen.

Heute gab es Auswahl satt :) Also können wir morgen auch wieder ordentlich Kilometer fressen und werden in der Mittagspause DEFINITIV unsere Akkus laden – auch wenn Sie nur einen Balken weg haben.

Das kann der Ladebalken sein, der Dich nach Hause bringt :)

ach so außerdem werde ich meine Regenhose brav wieder ausziehen. dadrunter ist keine jeans nicht im fahrtwind getrocknet und auf dem weg zum essen musste ich Angies Ersatzbose tragen :-D
Und JA davon gibt es sogar Videos

Die erste Etappe ist geschafft #PanTourDeMeer

Eins vorweg: Hier is EDGE-Land – also erwartet keine Bilders ;)

Un-Glaub-Lich – wir sind wirklich 88,08 Kilimoter Fahrrad gefahren heute. An einem Stück.

Und es tut gar nicht soooooo weh, wie ich befürchtet hatte. Angie kämpft noch etwas mit ihrer Erkältung und mir tut lustigerweise nur der Rücken weh. Aber ein bisschen Schwund ist jja immer.

Wären wir heute pünktlich los gekommen und hätten nicht bis 10.30 noch die Hütte getüddelt (man will ja doch auch wieder in eine hübsch saubere WOhnung zurück kommen) – hätten wir uns noch deutlich mehr umkucken können. Letzten Endes haben uns heute viele Kleinigkeiten immens viel Zeit gekostet:

1. Der fiestes Berg kam gleich zu Hause.
2. Mit dem Gepäck in den Packtaschen war zu wenig Druck auf den Reifen
3. Es ist wie beim Elektro-Auto fahren: Berge fressen Strom des E-Mobilisten um Frühstück

Das heißt gleich nach dem fiesen Berg sind wir auf der anderen Seite kurz bei B.O.C. eingekehrt und haben nach Hilfe beim Luftdruck gefragt. Lustigerweise kam dann vom Fahrradmechaniker die Fragen, ob wir denn selbst pumpen wollen – falls ein Reifen explodiert wird so oder so keine Haftung übernommen.
Mein Argument, dass ich dann wohl gleich an eine Tanke fahren könnte, war wohl überzeugend genug, dass werde Angie noch ich wüssten, wie wir den richtigen maximalen Luftdruck überhaupt rausfinden würden.

Die Reifen sind nicht geplatzt und mit 3,5 Bar auf Angies Rad und 2,8 auf meinem mit den Big Apple Reifen konnten wir dann weiter und das Pendeln bei mir im Lenker war danach auch weg.

Danach waren wir beide völlig begeistert darüber, wo uns das Falk Lux 30 Navi lang geführt hat. Immer nur die hübschesten Strecken wo möglich. Highlight war der Kirchplatz in Herford wo ich sonst wohl NIE hingefunden hätte :) Zum SChluss der Etappe führte es uns über wunderbar ruhige Straßen zwischen den Feldern hindurch wo wir über eine Stunde lang keine Menschen sahen. Als uns das auffiel, kamen wir grad an einer Grillparty vorbei :)

Trotz Angies Resterkältung und immer noch fiesen Hustens, der hoffentlich morgen abklingt, hat sie den ersten Geschwindigkeitsrekord der Reise vorgelegt: 55,3 km/h auf ihrem wei0en Panther.

Ich konnte zwar hinterher nochmal um 2,5 auf 57,8 Sachen erhöhen, aber nicht über eine so lange Strecke (wurd ECHT kalt bei dem Speed *g*). Respekt an meine Süße. Sie schlägt sich wacker.

Bei Porta Westfalica – das gar kein Dorf ist wie ich heute gelernt habe, sondern eine Ansammlung von 15 Dörfern – sind wir dann nach dem Großen Weserborgen in die Flugplatz Restauration eingekehrt – da ließ uns Bedienung Nina die Akkus laden und schwärmte uns vom Camping-Platz unseres Etappenziels Rehburg-Loccum und dem Natur-Pool dort vor.

Nach Pool war uns nicht zu Mute, denn wir waren gerade in die Pilotenpinte reingestolpert, da fing es an zu schütten.
Ok, ich hätte auch einen von den Fliegern vor Ort fragen können, wie sich das Wetter entwickelt – am Nebentisch ging ein Fluglehrer gerade die letzte Flugstunde mit seiner Schülerin durch – aber die Regenradar App tat ihren DIenst auch.

Innerhalb von Sekunden war klar, dass wir noch 1 Stunde hier bleiben müssten, bis der Regen durchgezogen war. Dann mussten wir uns ranhalten, damit wir in der Lücke zwischen dem durchgezogenen und dem kommenden Regengebiet trocken durch kämen.

Die Welt aus neuer Perspektive

Nach diesem Jahr genau 20 Jahren AUto fahren ohne ein Fahrrad ernsthaft anzupacken ist es eine VÖLLIG neue Perspektive auf dem Rad.
An der Seite der A2 über eine Autobahnbrücke zu fahren und den Verkehr auf der Bahn mal ganz hautnah ohne Büchse drumherum zu erleben war schon abgefahren.

Und lehrreich: Erkenntnis des Tages: Wir brauchen mehr Elektroautos -PUNKT-

Eben in Rehburg-Loccum angekommen haben wir kurz die Penison soweit bezogen und sind dann in den Möncheberger Hof zum essen.

Herrlich urige Kneipe mit erhöhtem Spelunken-Potenzial. Ich wurde in der Waldquelle in Bielefeld sozialisiert, also kann ich das beurteilen :)

Ich war hin und her gerissen, ob ich nun nen Tequila SunriCe! oder nen Rotwein trinke. Als unsere Bedienung meinte: “DU! Ich hab aber NUR trockenen Rotwein” war klar: “Der soll’s dann sein”.

ALTER Verwalter! Das Zeug war ganz lecker. OK. Aber letzten Endes SO quietschesüß, dass ich dachte ich hätte Himberr-Met gekriegt. Ich glaub ich schicke mal ne Flasche Chateau Giscours vorbei, nur mal so als Trockenheits-Benchmark :) Egal, ich trink ja auch süß.

Die Schnitzel warn Spitze und in dem Laden wird nicht nach der Bedienung gerufen, sondern einfach mit der Lampe überm Tisch gewackelt. Schön pragmatisch. Und man kriegt einen Aschenbecher AN DEN TISCH! Würde ich noch rauchen, hätte mich das sogar gefreut ;) Angie hats gefreut – ist ne Kippe doch momentan der ultimative “bin ich noch gesund?”-Test :)

Die Etappe morgen wird deutlich kürzer so wie es aussieht.

Von hier bis Verden an der Aller sinds mal eben 70km Also können wir uns nach dem Einstiegsritt heute etwas schonen.

Unsere Panther schnurren jedenfalls tatsächlich wie die Elektro-Kätzchen. Nach dem Mittagessen waren die Akkus wieder voll und wir sind für das letzte Drittel sind wir dann auch aus dem TOUR Modus in den SPORT Mode gewechselt. Der BOSCH Motor macht dann noch deutlich mehr elektrifizierten Rückenwind. So konnte ich mein mittlerweile etwas schmerzendes Knie wieder zur Mitarbeit überreden :)

Aber Hey:
Ich wollte ja wissen, ob man als Untrainierter, der das Radfahren fast verlent hat schafft, 500km am Stück zu fahren.

Bisher klappts sehr gut. Zumindest die ersten 88,08 :)

Ach ja:
Unsere Bedienung hatte uns dann noch aufgeklärt, dass sie Angie statt Roiboos auch einen Schlich-Tee anbieten könnte.

Wir so:
HÄH?

Sie so:
Ach, das ist son Schnaps, den wir heir gerne trinken.

Ich so:
Schinkenhäger von Schlichte?

Sie so:
Jau, genau den. Kennste den etwa?

Ich so:
Hey, ich KOMME aus Steinhagen ;)

Sie so:
Nein EEEECHT?

Ich so:
Jau.
Aber wenn ich den jetzt trinke, komme ich niorgen nicht mehr aufs Rad ;)
Danke schön und zahlen bidde.

Mal gucken, ob wir morgen leiden oder nicht.
Jetzt muss ich mich erstmal auf das Extra-Gästebett hauen, weil wir wegen der Verzögerung um einen Tag nun nur das Einzelzimmer gekriegt haben, in dem ich auf nem Klappbett penne, was sonst die Monteure kriegen.

Chhhhhrrrrrrrr…..

Unsere Route gen Norden ab Morgen #PanTourDeMeer

Falls uns jemand auf dem Weg Hallo sagen, einen Kaffee anbieten oder ne Stadtführung geben will (falls wir noch laufen können)

12.9. Rehburg-Loccum
13.9. Verden (Aller)
14.9. Bremervörde
15.9. brunsbüttel
16.9. Tönning
17.9. Husum (hoffentlich – wegen dem Windengergie-Kongress ist fast alles ausgebucht)
18.9. dann Dagebüll und rüber nach Föhr

Was müssen wir unbedingt gesehen haben?


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Wenn ein Autoblogger auf große E-Bike Reise geht: 500km nordwärts strampeln

Aber mit elektrischem Rückenwind :)

Wie ich letztens ja schon schrob, sind wir mit dem Nissan LEAF in Tirol herum gefahren. Die Stadt Innsbruck lieh uns 2 E-Bikes mit denen wir Berge rauf kamen, die ich sonst nicht mal zu Fuss hochgegangen wäre (zur Olympia Skisprungschanze Bergisel z.B.). Und bei dieser Radelei in der Hauptstadt der Alpen kam mir eine Idee:

Das letzte Mal Fahrradfahren an das ich mich bewusst erinnern konnte, war auf der Nordseeinsel Föhr. Dort wo ich 10 Kindheitsurlaube auf dem Bauernhof verbracht habe. Und das ist über 20 Jahre her!

Der kleine Probefahrer möchte vor der Fahrt nach Föhr noch von der Motorhaube abgeholt werden

 

So lange habe ich schon nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen. Von 0 auf 80 Kilometer pro Tag. *japs* Aber ich mag ja solche Herausforderungen. Rad-Ab Jens ist ja auch gelegntlicher Mountainbike-Blogger und er meinte schon 70 Kilometer sind auch ohne E-Bike kein Problem. Naja, wir werden sehen, was mein – bzw. unsere Hintern – dazu nach den ersten Tagen sagen werden.

Angie, Thorsten von den Pantherwerken und ich bei der Leihrad-Übergabe :)

 

Ich will einfach wissen, ob auch 2 untrainierte Menschen es mit E-Bikes über eine so lange Strecke schaffen.

Also hoch nach Föhr fahren und nach über 20 jahren die “alte Heimat” wieder sehen. Mit dem Auto dauert die Fahrt gerade mal 5 Stunden. Ziemlich genau halbe Strecke ist der Elbtunnel in Hamburg. Den werden wir umgehen und stattdessen in Wischhafen mit einer Fähre über die Elbe nach Glückstadt übersetzen.

All das, was ich als Kind nur aus der Seitenscheibe des 1980er 320i Meiner Eltern gesehen habe, möchte ich bewusst erleben. Am besten immer seeseitig vom Deich :) Frische Brise aus Südost und dabei ncoh den elektrischen Rückenwind der BOSCH Motoren, die die beiden Panther-E-Bikes antreiben.

Mein Pantherbike mit BOSCH-Akku und -Motor

 

Die Pantherwerke AG, die u.a. die Pedelec E-Bikes der Marke PANTHER produziert stellt uns für diese Tour leihweise 2 Räder und Ausrüstung (Regensachen und Taschen von Vaude und UVEX-Helme) zur Verfügung, unterstützt uns etwas bei den Übernachtungen. Dafür schonmal ganz lieben Dank an Steffi Möller von Faktwerk und Thorsten Busse von den Pantherwerken!

Der Trip wird für mich noch auf ganz andere Weise zur Herausforderung: Digitaler Entzug ;) Aber nicht ganz! Ihr glaubt doch nicht, ich käme 10 Tage komplett ohne Web aus. Eben. Ich auch nicht. Darum habe ich mir ganz strikte Diät verordnet und begleiten werden mich nur iPhone, Logitech Solartastur K760 und meine Olympus Pen Cam.

Und natürlich das Falk Lux 30 Fahrradnavi. DAS ist Pflicht. Auf der Rückfahrt von den Pantherwerken in Löhne nach Bielefeld, habe ich schon geflucht wie ein Bierkutscher, weil wir kein Navi hatten. Erzähle ich Euch später nochmal genauer. Danke an den Beitrag im Bandee-Blog, der mich drauf gebracht hat! Da fällt mir grade ein: Sind die iPhones im Bandee eigentlich spritzwasser-geschützt? Wird ja wohl ne Menge Nieselregen geben. :-/

Sonst nehmen wir wirklich nur das mit, was in 4 Packtaschen und ein kleines Lenkertäschchen passt (gut, dass es noch kein Geruchsplugin für WordPress gibt *g*). Ach ja und natürlich 20 Tüten verschiedene Beefjerky-Sorten für den Mittags-Snack. YUMMY! :-D Danke an Jerky-Shop dafür.

Und mit dem Skoda Yeti werden wir wiede rden Heimweg antreten. Die ganze Tour nochmal rückwärts würden wir wohl in der Zeit dann doch nicht schaffen :)

Soweit erstmal vielen Dank an unsere Supporter! Wir scharren so langsam schon mit den Pedalen und hoffen, dass wir morgen dann endlich los können, wenn Angies Erkältung weit genug abgeklungen ist.

Nachher erzähle ich Euch noch genauer, welche Route wir nehmen werden, wie das so mit dem Taschen packen klappt usw. :)