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Better Place Station am Flughafen Amsterdam (c) Better Place

Renault trennt sich von Elektroauto Infrastruktur Better Place

Gute und nachvollziehbare Entscheidung von Renault denke ich. Die Idee ganze Akkus zu tauschen war nett, aber zu teuer. Auch wenn Renault / NISSAN CEO Carlos Ghosn verbal immer noch an der Möglichkeit festhält – bzw. diese nicht explizit auschließt. Wieviele Akkus für zigtausend Euros kann sich eine Organisation oder ein einzelner “Akku-Tauschstation”-Betreiber von Better Place auch leisten? Da läge dann irre viel Kapital herum, dass nur genutzt wird, wenn mal jemand mit dem passenden Auto kommt.

Was ist die Altnernative zu Better Place?

NISSAN Leaf an 30-Minuten Schnellader von RWE in Schwerte

NISSAN Leaf an 30-Minuten Schnellader von RWE in Schwerte

Tankstellen mit ausreichend Schnelladern, so wie sie RWE entlang der Strecke Bonn – Hamburg stehen hat wären in meinen Augen die perfekte Lösung. 30 Minuten Schnelladen kann man dann mit Kaffeetrinken, Scheiben putzen, Auto saugen, Zeitung lesen und was nicht alles verbinden.

Dann noch eine Tankstelle mit Büro bzw. Warte-Lounge wie hier bei der Shell-Tanke in Berlin und alles ist gut.

Die Akku-Tauschstationen werden in 10-20 Jahren Sinn machen, wenn genug Elektroautos mit standardisierten Akkus unterwegs sind (und die Akkus hoffentlich preiswerter sind).

Bei movelo funktioniert das Akku-Tauschsystem übrigens bereits für E-Bikes. Sogar Länder übergreifend zwischen Deutschland und Österreich.

Bloglight: Interview mit Renaults Produktmanager Z.E. (E-Fahrzeuge) Reginar von Schoenau

Bloglight: Interview mit Renaults Produktmanager Z.E. (E-Fahrzeuge) Reginar von Schoenau

Passend zu unserem ersten Auto-Bloggerspotlight des Monats – das im April auf Renault fällt, ergab sich am Freitag kurzfristig noch ein Interview mit Renault Deutschlands Produktmanager für Zero Emission Autos Reginar von Schoenau.

Die anderen BlogLight Beiträge der Auto-Blogosphäre findet Ihr unten am Ende des Artikels. Unbedingt durchklicken – da sind interessante Geschichten dabei!

Ich gebe das ganze hier aus dem Gedächtnis wieder, da ich das Gespräch nicht aufnehmen konnte. Die Antworten sind also meine Interpretationen von Reginars Aussagen.

Renault ZE Modellpalette (c) Renault

Als erstes interessierte mich Warum sind die Elektroautos bei Renault so nah am ganz normalen Auto dran? Verglichen mit den eher spacigen Elektroautos wie Opel Ampera, Nissan LEAF oder Tesla Roadster sehen Renaults Z.E. Modelle Fluence und Kangoo ja sehr “normal”.

Reginar erklärte mir, Renault möchte nicht nur mit einem einzelnen auf E-Mobilität spezialisierten Auto an den Start gehen, sondern mit einer Flotte von Stromern. Wenn man als Hersteller dann nah an seinen Serienmodellen bleibt, bringt das einige Vorteile:

  1. Schnellere Umsetzbarkeit bis zur Produktionsreife
  2. Es müssen keine neuen Produktionsstraßen gebaut werden
  3. Die Produktion ist günstiger

Damit war in einem Zug auf meine Frage danach beantwortet Warum im Motorraum der Elektroautos auch alles so ähnlich wie im thermischen (Renaults Begriff für Verbrenner-Autos) Fahrzeug aussieht.

Macht man die Haube eines Renault ZE auf, sieht man als erstes einen silbernen Kasten, der entfernt an einen Zylinderkopf beim Spritter erinnert. Das ist allerdings weder der Elektromotor noch der Gleichrichter, wie ich immer vermutete, sondern die Ladeeinheit. Eine 12V Batterie für die Bord-Elektrik ist auch immer noch zu finden, genauso wie eine Bremsanlage, Untersetzungsgetribe, Antriebswellen usw.
Je näher man im moment an der klassischen Nutzung des Motorraums bleibt, desto einfacher kann Serien- oder seriennahe Technologie genutzt werden. Dann noch ein paar orange Stromkabel dazu und los gehts :)

Aus der (c) Renault Fluence ZE Broschüre

Twizy und Zoe als mehr oder weniger eigenständige Modelle (der Zoe teilt sich einiges an Technologie mit dem Clio) profitieren ebenfalls von dieser Strategie.

Damit hat Renault bis Ende des Jahres 4 Elektro-Modelle im Showroom stehen. Auf der IAA hatten wir zudem auch noch den Frenzy gesehen – ein rein-elektrischer Family-Van, der – wenn er denn kommt – vermutlich auch bereits eine größere Reichweite erhalten wird.

Renault und Nissan sind ja in einer Allianz kooperiert. Wie groß ist der Anteil an Technologie in den Elektroautos, die sich die Hersteller teilen?

Die Antwort hat mich echt überrascht. Sie lautete nämlich: Null.

Nissan war mit dem LEAF ja bereits gegen Ende 2010 am Start. Damit knapp ein Jahr eher. Renault hatte etwas mehr Zeit zum entwickeln. Auch auf Grund der Tatsache, dass die Technologie, die Nissan verwendet sowohl mit dem japanischen Gleichstromnetz wie auch mit dem europäischen Drehtstrom funktionieren muss, konnte sich Renault auf den europäischen Standard konzentrieren. Soweit ich weiss, werden die gleichen Batterien in der Allianz verwendet, allerdings hatten wir darüber nicht gesprochen.

Dazu gibt noch einige weitere Unterschiede in der Technologie: Nissan verwendet momentan noch permanent Magneten während Renault auf Wechselimpulsmagneten setzt. Das soll zum einen effizienter sein – zum anderen ist Renault so nicht auf die “seltenen Erden” angewiesen.

Aus meiner Erfahrung mit dem LEAF interessierte mich, wie die Renaul ZE Autos die Reichweite während der Fahrt berechnen

Da sind sich Renault und Nissan dann wieder sehr ähnlich. Die Reichweite wird zunächst mal nach dem Profil der zuletzt gefahren Strecke errechnet. Ist man also vorher geheizt, wie ein geisteskranker (was ich natürlich nie tue *hust*) dann ist bei der nächsten Fahrt die Reichweite niedrig. Während der Fahrt passt sich die Berechnung dann in Echtzeit an die Fahrweise und das Streckenprofil an und kann sich also mit der Zeit erhöhen.

Umgekehrt funktioniert das Prinzip natürlich auch. Bin ich vorher wie eine alte Oma gefahren und bin dann eher zügig unterwegs, sinkt die Reichweite ggf. schneller als erwartet.

Interessant zu erwähnen ist noch, dass das optimale Einsatzgebiet für  Elektrofahrzeuge genau entgegengesetzt zu dem von thermischen ist: Stadtfahrten, mit viel Stop-and-Go und langsamer Fahrweise sind das Element der Stromer. Lange Fahrten bei Geschwindigkeiten um 80 und höher sind weniger effizient. Bei Verbrennern ist es genau umgekehrt.

Flieger und Kofferleber Olli wollte wissen, ab wann denn mit komkurrenzfährigen Preisen für Elektroautos zu rechnen wäre. 

Renault bekommt jetzt schon Preise für Elektrofahrzeuge hin, die vergleichbar sind mit den entsprechenden Dieseln. Sobald Elektro-Modelle in höheren Volumina gekauft und damit auch produziert werden, gehen die auch die Produktionskosten und damit die Preise runter. Über die Zeit werden zusätzlich noch Investitions- und Entwicklungskosten abgeschrieben, was sich auch noch einmal positiv auf den Preis auswirkt.

Grundsätzlich sind wir zur Preisdebatte um Elektromobilität aber relativ schnell auf einen Nenner gekommen. Das sehe ich persönlich nämlich ganz genauso:

Ein 386 PC SX25 – also mit 25 Megahertz kostete Mitte der 80er 25.ooo D-Mark. Ich kann gerne die Happy Computer mit der Werbeanzeige drin raussuchen. Heute kostet ein Rechner der um gut das hundertfache schneller ist – fast das hundertfache weniger. Zumindest bei ebay ;) Aber Ihr versteht, was ich meine.

Das iPhone ist auch so ein Beispiel. Als das rauskam konnte es noch fast nix ohne Apps. Und war schweine teuer. Gut heute ist es immer noch schweine teuer – das liegt aber daran, dass Apple leider nich keine ernstzunehmende Konkurrenz und bereits eine große Verbreitung hat. Aber dafür ist die Leistungsfähigkeit und Funktionsvielfalt der iOS Geräte immer weiter gestiegen

Übertragen auf Elektroautos hieße das – fürs gleiche Geld gibts in 5 Jahren mehr Reichweite, (noch) mehr Leistung, die alten Modelle werden preiswerter und die Apps im App-Store möchte ich übertragen auf E-Mobilität mal mit der Ladestruktur vergleichen.

Das beste Beispiel ist der Zoe. Der stellt Ende 2012 schon eine Weiterentwicklung dar: Er kommt mit Schnell-Lade-Technologie. Also ein weiterer Technologieschritt. Ein Fluence oder Kangoo der nächsten Generation können das dann ebenfalls.

Statt mehr Apps gibt es in Deutschland dann (hoffentlich) bald viel mehr Schnell-Ladestationen. Damit wird die Technologie noch benutzbarer und bald ist es auch kein Thema mehr, mit einer Grundreichweite von 170 Kilometern eine Reise von 500 und mehr Kilometern zu machen, wenn man genug Schnell-Ladestationen auf der Strecke hat.

Wie wird dem Kunden Elektromobilität schmackhaft gemacht?

Renault arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, um den Kunden die neue Technolgie so attraktiv wie möglich zu machen.

  • AVIS / Europcar bieten ZE Kunden vergünstigte Mietwagen-Konditionen an
  • RWE bietet die Wallbox zum Laden samt Installation und passenden Ökostrom Ladetarifen
  • Verwerterpartnerschaften um Akkus aus den Fahrzeugen neu aufgebaut oder recyclet werden

Wo steht Elektromobilität in 10 Jahren?

Reginar muss bei der Frage schmunzeln. Er hofft, dass wir bis dahin die von der Bundesregierung angepeilten 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen haben werden. (Ich hoffe ja auf deutlich mehr)

So unrealistisch ist das ganze aber auch nicht. Wir haben heute schon 2,3 Fahrzeuge pro Haushalt. Tägliche Pendlerfahrten können größtenteils elektrisch gemacht werden. Für die Stadt ist Elektro die perfekte Mobilitätslösung. Und mit der wachsenden Lade-Infrastruktur werden Elektroautos natürlich noch VIEL interessanter für kommerzielle Kunden. Vom Handwerker über den Taxifahrer oder den Lieferdienst.

Selbst eines der Hauptargumente der deutschen (so auch meiner Eltern) – die jährliche Fahrt in den Urlaub ist mit gut ausgebauter Lade-Infrastruktur kein Problem mehr. Ganz ehrlich haue ich mir bei diesem Argument auch immer wieder gerne beherzt vor die Stirn: Für EINE Fahrt im Jahr kann man sich ein Auto für 2 Wochen leihen, einen Autozug nehmen, oder zur Not auch das Auto zu Hause lassen und in den Flieger steigen.

Hinzu kommen Länder wie China, wo teilweise das thermische Auto komplett übersprungen und vom Fahrrad gleich auf E-Mobilität gesetzt wird.

Ich hoffe Ihr fandet meine Zusammenfassung unseres gut 1-stündigen Gesprächs genauso interessant wie ich. Vielen Dank nochmal an Reginar und natürlich auch ein fettes Danke an Renaults Mann für Social Media Fabian Rangol für die kurzfristige Organisation, so kurz vorm Wochenende :-)

Hier die BlogLight Beiträge der anderen Auto-Blogger zu Renault als “Hersteller des Monats”

 

 

Renault Twizy Probefahrt – Muhahaha so spassig kann Strom sein :-D

Renault Twizy Probefahrt – Muhahaha so spassig kann Strom sein :-D

So mit 16 war zu meiner Zeit das coolste was ging ja ne Yamaha DT 80. Am besten in mattschwarz. Enduro eben. Diejenigen, die mit Rollern unterwegs waren, wurden jetzt nur so bedingt ernst genommen. Aber waren immerhin mobiler als alles ohne Mopped.

Tja, eine der spannendsten Fragen ist ja erstmal:

Was ist der Twizy?

Auto? Nope. Zu klein, keine Fenster. Keine Belüftung. Nen Roller? Auch nicht – hat ja nen Dach. Ein Motorrad mit Dach wie der BMW C1? Auch nicht. Twizy hat 4 Räder. Jens bei rad-ab hat auf die Frage auch noch keine rechte Antwort. Die Jungs von Renault sprachen von Quad (Quadricycle um genau zu sein – das klingt auf französisch SUPER, ist aber für einen Ostwestfalen eine echte Aussprache-Herausforderung). Knutschkugel hat BloggingTom aus der Schweiz schon verbraten :) Der Begriff Micro-Car ist auch gefallen. Ich kann mich nicht entscheiden. Twizy ist Twizy. Punkt. Wenn mich jemand mit vorgehaltenem Starkstromkabel zu einer Bezeichnung für diese neue Fahrzeugklasse zwingen würde, wäre es wohl Stadt-Stromer mit Fun-Faktor oder sowas.

Gepäck hinten im Twizy angeschnallt

Nach den anderthalb Tagen, die ich mit Twizzy auf Ibiza (ich erspare Euch jetzt mal alle Twizibiza Wortspiele *g*) unterwegs gewesen bin, musste man mir das Grinsen im Gesicht operativ entfernen :) Die Kiste macht einfach TIERISCH Spaß!

Erste Meter im Twizy fahren

Wir sind aus dem Airport Ibiza quasi direkt in die Autos gefallen (jaaa ich weiß, jetzt habe ich doch Auto gesagt und nicht Stadt-Stromer.) Gepäck passte hinten auf den Beifahrersitz (selbst eine Kiste Bier sollte man da unter bekommen). Nach ein oder zwei Kilometern sind Jens und ich rechts in eine sandige Haltebucht um mal die erste Photolocation unter die Lupe zu nehmen. Schön direkt am Wasser. Perfekt.

Ähm – Moment mal. Diese Haltebucht ist halbrund. Und sandig. Und ich habe da etwas mit SEHR kurzem Radstand, Heckantrieb und direkter Kraftentfaltung. “HARRHARR – ich steig nochmal eben ein.”
Ich glaube das war vom Radius her die kleinste rote Staubwolke, die ich jemals aufgewirbelt habe :) Den Handlingtest im roten Inselsand um einen Felsblock herum hat der kleine E-Racker schonmal bestanden. Das werden lustige 29 Kilometer bis zum ersten Stop am nordwestlichen Ende der Insel in Cala Bassa.

Wohin mit iPhone, Portemonnaie, Kleinkrams?

Nach der ersten Fotosession unten am Wasser fällt mir auf: Dem Twizy fehlen Ablageflächen. Zwar sind links und rechts neben dem Tacho Fächer zum Aufklappen (das rechte auch zum Abschließen) aber offene Ablagen fehlen. So liegt das Funkgerät um Jens anzupiepsen im Fach unterm Sitz. Die Wasserflasche neben dem Sitz. Dank der Fahrdynamik des Twizy aber nicht sonderlich lange :) Und damit könnte ich auch prima leben.

Bandee und Wunschkennzeichen - was will man mehr? :-D

Aber:
Mein iPhone muss ich griffbereit für Fotos haben. Da nützt mir ein Fach mit Klappe leider nüscht. Bis die Klappe auf und das Telefon bereit ist, ist das Motiv weg. Also Bandee umhängen. MIST, ich habe vergessen, das Bandee einzupacken, ich Honk. Das Bandee ist für den Blogger auf Reisen ungefähr das, was für den Anhalter das Handtuch ist. Jens hat seins dabei und leiht es mir für die Fahrt. Glück gehabt. Ich würde sagen – so Schnellzugrifftaschen wie ein Bandee oder eine UrbanTool sollte man dem Twizy direkt beilegen. Dann läuft man auch gar nicht Gefahr, Wertsachen im Auto zu vergessen, wenn man aussteigt. Der Twizy hat ja keine Fenster. Von daher sollte man nichts wertvolles drin liegen lassen.

Warum hat der Twizy keine Fenster?

Ganz einfach: Mit Fenstern wäre es vor dem Gesetzgeber kein Quad mehr. Sondern ein Auto. Und mit vollständig abschließenden Fenstern müsste man auch eine Heizung – mindestens elektrische Belüftung einbauen, um beschlagene Scheiben wieder frei zu bekommen. Das hätte einen nicht zu unterschätzenden Kostenblock verursacht. Der Twizy soll ja erschwinglichst sein. Was er mit 7.500 bis 8.500 Euronen – je nach Ausstattung auch durchaus ist. Dazu dann noch 50,- Tacken im Monat für die geleasete Batterie. Bei Auto-Akkus ist ja genauso wie bei allen anderen Geräten auch. Mit der Zeit geht die Aufnahmekapazität den Bach runter. Der Vorteil bei dem Leasing Modell bim Twizy: Wenn die Batterie nur noch 75% mitmacht, gibt’s nen neuen Akku.

Twizy mit Cousin Twingo

Ohne Fenster regnet’s doch rein und wird arschkalt, oder?

Sagen wir mal so: Auf nem Roller oder Motorrad – selbst auf einem “normalen” Quad wird es deutlich kälter ;) Klar, ein Verbrennungsmotor erzeugt wenigstens ein bisschen Wärme zwischen den Beinen, aber zum kuscheln reicht das auch nicht.
Also:
Unter 15 Grad sollte man schon eine Jacke im Twizy anziehen. Keine Frage. Und ja, wir hatten unter 15° Grad auf Ibiza des morgens. Um den Kopf rum ist der Wind aber immer noch sehr erträglich. Bei allem was einstellige Temperaturen angeht, würde ich wohl noch was auf dem Kopp empfehlen. Geht aber garantiert auch noch. Ob ich nun mit dem Twizy durch den Schnee pflügen würde weiß ich nicht. Ausprobieren würde ich es sehr gerne. Siehe dazu da oben meinen Sand-Drift-Test, hehe ;)

Renault Twizy im improvisierten Regen

Ein bisschen frischer hatten wir es auf Ibiza. Aber wir hatten nicht “das Glück” einen Regentest zu machen. Nun ja, gutes Wetter macht erfinderisch. Gibt ja Pfützen. Pfützenhopping ist bei Jens und mir ja mittlerweile sowas wie Tradition :-D Also mitten durch die Mocke. Und ich muss gestehen, ich hatte Schiss, komplett zugesaut zu werden. Hatte ja auch keine Klamotten zum Wechseln dabei. Letztendlich ist die Sauce bis aufs Twizy-Dach gespritzt, aber nicht ein Tropfen ins Cockpit. Also bin ich recht zuversichtlich auch im Regen trocken zu bleiben. Fabian – ein Mitarbeiter von Renault Deutschland und unser deutschsprachiger “Reiseleiter” hat den Twizy schon durch den Pariser Regen gefahren und konnte das bestätigen.

Speaking of Dach:

Es gibt das Dach als günstigere Plastikdach-Variante und als Glasdach. Wenn man es im Sommer etwas wärmer mag und eine gute Sonnenbrille hat, wird man mit dem Glasdach seinen Spaß haben. Für mich persönlich sind Glasdächer eine der überflüssigsten Sonderausstattungshäkchen, seit es Schminkspiegel auf der Fahrerseite gibt. Liegt einfach an meinen lichtempfindlichen Augen. Am liebsten ist mir ein durchgehender, schwarzer Himmel im Auto. Je dusterer, desto besser.

Für wen ist der Twizy was?

Wer auch immer im Alltag nur kurze Strecken zu bewältigen hat und nicht auf eine 5-sitzige Familienkutsche angewiesen ist, sollte sich den Twizy definitiv beim Renault-Dealer seines Vertrauens ansehen! Hier in Bielefeld war gestern eine Road-Show von Auto Mattern auf dem Jahnplatz. Also gibt es die Autos nun auch beim Händler zum Probefahrern.

  • Der Twizy ist etwas für Minimalisten mit Style und Freude am außergewöhnlichen Fahrspaß. Der Twizy ist nix zum heizen, aber zum Kurvenräubern.
  • Das Fahrgefühl erinnert mehr an ein Kart als an ein Quad oder Motorrad, weil die Batterie den 550kg Schwerpunkt sehr tief legt.
  • Individualisten werden Ihre Freude mit dem Auto haben. Ich bin noch nie SO oft angesprochen und nach einem Auto gefragt worden.
  • Sparsam ist der Twizy auch. Eine Ladung kostet 2-3 Euro je nach Stromanbierter
  • Eine vollständige Ladung dauert etwas 3,5 Stunden. Wir hatten nach 30km Spaßfahren weit abseits jeder Sparsamkeit nach ca. 1,5h wieder volle Akkus

Der Twizy braucht keine alten Ölfässer mehr

Auch wenn Twizy absolut alltagstauglich und erwachsenenkompatibel ist, könnte er sich gut am oberen Ende der Halbwüchsigen-Mobilitäts-Lifestyle-Nahrungskette einreihen. Wenn ich mich nicht täusche, müsste die große Variante, die bis zu 87 Sachen fährt (jedenfalls auf meinem Tacho harrharr) auch für 16-jährige mit entsprechendem Führerschein fahrbar sein. Sonst gibt es immer noch die Version, die 45 fährt und auch rockt.

Twizy und Kartbahn? Loift.

Nächste Woche gibt’s noch mehr vom Stadt-Stromer. Dann auch mit meinem ersten dreisprachigen Video-Interview, das ich mit einem Renault Sport Ingenieur zur Sicherheits-Technik im Twizy geführt habe. Dann gibt’s auch noch ein paar mehr Daten. Zum Beispiel was beschleunigt besser – Roller oder Twizy?

Bis ich mit meinem Video so weit bin, zieht Euch das Vlog von Derbysda Denis rein, der bei MC Winkels Whudat.de Gastvloggt. Und JA, das bin ich, der da am Anfang infantil vorm Flieger rumhampelt :-D

VLOG: Renault Twizy @ Ibiza – “Take It Twizy” from derbysda on Vimeo.

Ach und schaut Euch hier bei  noch bei Veronica ein paar hübsche NOSSA! Fotos an. Twizy Fashion sozusagen :-D und hier nochmal ein paar Cage-Dance Bilder ohne Twizy aber von der gleichen Veranstaltung.

Eine grüne Beleuchtung hat greencarwebsite gemacht.

Ach ja, für alle Musikliebhaber – David Guetta ist der Markenbotschafter für den Twizy.

Lisa the CarAddict hat den Twizy schon vor uns in München fahren können und hat ebenfalls ein Fahr-Video raus gehauen

Kleiner Charmeur, der Twizy

 

podCARSt flge 10 – Auto Blogger Highlights 2011

GERADE NOCH GESCHAFFT! 10 Folgen PodCARSt! (Auch wenn es wohl keiner mehr dieses Jahr hören wird *g*) Ja haben wir se denn nicht mehr alle? Kaum Feedback und trotzdem so viele Folgen? Na klar, wir kennen ja die Download Zahlen und vor allem wissen wir auch, dass Geben seeliger denn nehmen ist ;)

Heute beglücken wir euch mit der 10. Folge und haben zum Jahresende nochmal einige Blogbeiträge und Themen rausgefischt, die unsere Highlights 2011 in der Auto Blogosphäre waren. Wir haben in der knappen Stunde lange nicht alle Themen unterbringen können – einige weitere findet Ihr drüben bei Jens im Best-Of Auto Blogger 2011 auf Rad-ab.com. Freuen uns aber gehörig auf 2012:

Der Alex hat zu Weihnachten einen ganz besonderen Wecker bekommen, damit ging er mir während der Aufzeichnung schon die ganze Zeit auf den Sack, ihr bleibt auch nicht davon verschont.

Jens schickt dafür einen kleinen Gruß an Alex und Annik in Anlehnung an die aktuelle Na Servus Folge :-D

Hier die weiteren Links:

Bielefeld-gibts-doch.de

Einblicke hinter die Kulissen von Presse Events. Mercedes (Robert Basic) und Opel (Jens)

Genial fand ich die Bilder von der BMW M Garage, denn es gibt sie wirklich, die geheimen Räume der BMW M GmbH. Bimmertoday!

Alex: Assistenzsysteme von Nicole

Opel Astra GTC OPC

Navteq

Alarm für Cobra 11 Behind the Scenes Bilder

iPad App vom Renault R4 – heruntergeladen und für gut befunden!

Audi testet LTE im Auto in Köln, auch wenn es die Messeleitung der CeBIT vermutlich noch nicht gemerkt hat, aber die IT Branche macht sich immer breiter in den Automobilen, ich persönlich bin da ja durchaus ein Freund von – auch wenn es da sicherlich Risiken gibt!

Parkplatz-twitternde Mercedes Benz B-Klasse – Zukunft der Auto Kommunikation gestartet bei Nicole

Was ist eigentlich aus E10 geworden? In Österreich wird es nun auch eingeführt?! Haben wir schon E10 getankt oder haben wir es auch verschmäht? Anfang des Jahres hat es große Wellen geschlagen und selbst bei MotorTalk hat es für eine kurze, eigene, Domain gesorgt.

Bloggerboliden Folge 3! Diesmal mit Johnny Haeusler von @spreeblick

Bloggerboliden Folge 3! Diesmal mit Johnny Haeusler von @spreeblick

Überraschend, was manchmal zum Vorschein kommt, wenn man Blogger nach Ihren Autoerlebnissen fragt :) Heute darf ich ein paar automobile Einblicke von Johnny Haeusler (Spreeblick, Re:Publica und vor langer Zeit Sänger meiner Lieblingsband der frühen 90er *g*) präsentieren: Englische Autos und Allwetterjacken haben ja durchaus was miteinander zu tun. Zumindest wenn es sich um Roadster handelt. Johnny bringt aber auch noch den Touran ins Spiel!

Facebook Profilbild Johnny Haeusler

Da ich es just auf youtube gefunden habe, empfehle ich den guten, alten Song oben erwähnter Lieblingsband der frühen 90er Plan B “Beam me up Scotty” als Posting-Soundtrack :)

Wie ist Dein allgemeines Verhältnis zu Autos? Begeisterter Fahrer oder notwendiges Übel?

Ich fahre gerne Auto und finde technische Entwicklungen spannend, bin aber alles andere als ein “Auto-Narr”, lese keine Auto-Magazine, bin nicht im ADAC, ich hasse es, mich um ein Auto kümmern zu müssen, gebe meinen Autos keine Namen und gucke nur alle paar Jahre mal, was sich technisch so getan hat.

Ich finde den Blick unter die Motorhaube ebenso uninteressant (man sieht ja eh nix mehr) wie die meisten technischen Daten. Auto-Design hingegen interessiert mich ein bisschen, eben so, wie mich Produktdesign generell interessiert, weshalb ich auch alte Autos meistens mehr mag als neue.

Was war Dein erstes Auto – kannst Du Dich noch an ein besonderes Erlebnis erinnern?

Fotos habe ich keine, aber mein erster Wagen war 1982 oder 1983 ein hellblauer Renault R5, ziemlich genau wie der hier:

Renault R5 von Flickr

Toller Schalthebel übrigens.

Die Karre hat damals 1.000 DM gekostet, die mein Vater bezahlt hat, alle anderen Kosten gingen auf mich. So auch die Verschrottung, nachdem ich das Auto Freunden geliehen hatte, die es auf italienischen Gebirgsstraßen fertiggemacht haben. Danach kam ein mattgrau übergerollter VW Käfer, der viel cooler war. Und außerdem billiger.

Später hatte ich – nacheinander natürlich – viele Mini Cooper, bis heute eines meiner liebsten Autos. Einer davon, ein 1977er Modell, hatte ein Loch im Boden, das war toll, denn man konnte die Straße nur wenige Zentimeter unter sich vorbei rauschen sehen. Hatte aber keine Airbags, glaube ich. Der war leider irgendwann wirklich komplett am Ende.

Stellvertretend für Johnnys Mini-Historie hier mein alter 1000er Mini Mayfair MkII

Was fährst Du aktuell?

Da bei uns alles familientauglich sein muss, fuhren wir fast 10 Jahre lang einen Kangoo (wieder Renault – Zufall), eine Hassliebe, denn die Kiste ist enorm praktisch und günstig (außer im Verbrauch), aber irgendwie doch sehr klapprig… inzwischen ist es ein VW Touran. Sehr komfortabel und modern und mit einigen netten Spielereien. Nichts klappert, aber die hinteren Schiebetüren des Kangoo vermisst man… die hat bei VW nur der Sharan, aber der wäre für uns zu groß.

Flickr User Erik Jaeger

Ein Testbericht zu Deinem Auto in 140 Zeichen:

Komfortabel, hochwertig, zuverlässig, familientauglich, modern und so sexy wie eine Allwetterjacke von Tchibo.

Was wäre Dein absolutes Traumauto?

Ich würde sofort wieder einen alten Mini Cooper kaufen und fahren, aber zwei Autos sind noch schlimmeres Umweltverbrechen als eines, geht also gar nicht. Zumal ich meinen Arbeitsweg in erster Linie zu Fuß oder mit dem Rad bewerkstellige, der Wagen ist bei uns
Gebrauchsgegenstand für Einkäufe, Transporte und Urlaube oder Ausflüge.

Ansonsten wäre ich einem MGA absolut nicht abgeneigt. Meine Email-Adresse ist johnny@spreeblick.com, falls jemand seinen nicht mehr mag… um den würde ich mich auch kümmern, ehrlich!

Selbst in dem Zustand eine Schönheit! (Flickr User Shortlake)

Anm. Alex: Ich kenne einen Engländer, der die Dinger hier rüber holt. Also wenn wirklich mal Interesse besteht, sag(t) Bescheid!

Und ein Blick in die Kristallkugel: Was glaubst Du, wie wir in 2030 Auto fahren bzw individuell mobil sein werden?

Wirklich umweltfreundliche(re) Autos werden Massenware sein, vielleicht hat man bis dahin auch den Absprung vom Benzin wirklich eingeläutet (wenn es die Lobby zulässt – nun ja, langes Thema). Individualtransport wird wohl niemals sterben, aber Automatisierung
wird immer weiter voranschreiten, auf Autobahnen wird man auf elektronischen Schienen fahren können. Es wird noch mehr Konzepte wie den Smart oder dieses ulkige BMW-Konzept-Motorrad geben, das eingestellt wurde, bevor es ein paar Leute verstanden haben, also
wirklich kleine (und noch kleinere) motorisierte Individualtransportmittel. Man sieht das auch am Trend zu diesen Elektro-Fahrrädern. Außerdem wird alles vernetzt sein, na klar.

Und wir werden Blade-Runner-mäßig durch die Luft kacheln.

Bei Blade Runner sah das aber etwas anders aus, oder? :-) (Flickr User Tommy Location)

Vielleicht aber auch nicht.

Die größte Herausforderung beim Individualtransport bleibt die Frage der Umweltverträglichkeit und alles, was man hier verbessern kann, wird geschehen, denke ich, weil es geschehen muss. Dazu muss sich aber die Branche enorm umstellen, allein was das eigene Wissen und die Produktion angeht, und das dauert halt.

Und sobald die Dinger nicht mehr so viel Dreck in die Welt pusten, können sie auch endlich wieder schön sein. Und nicht nur vernünftig.

Stell doch kurz noch Dich und Dein Blog vor – gibt es ein Posting zum Thema Auto(-Fahren)?

Nee, das ist auf Spreeblick kein Thema. Ich denke so gut wie nie über Autos nach und bin gerade selbst überrascht, dass mir doch so viel dazu einfiel… vermutlich habe ich die vergangenen 20 Jahre gerade nachgeholt!

Beste Grüße!
Johnny

Vielen Dank für die spannenden und witzigen Antworten! Ich geh mir jetzt ne Tchibo-Allwetterjacke kaufen :) Und auch das Autoposting auf Spreeblick hat Johnny gleich mal nachgeholt :)

Renault Nissan CEO Carlos Ghosn auf der @LeWeb mit @loiclemeur

Carlos Ghosn von Renault Nissan hat einen Talk auf der LeWeb 2010 gehalten und wurde anschließend von Loic Le Meur (Seesmic) interviewed. Und das was er sagt, passt ziemlich gut zu dem, was ich mir dieses Jahr thematisch für diesen Blog vorgenommen habe: Die Zukunft unserer Mobilität und den erweiterbaren Nutzen von Auto zu beleuchten.

Ghosn erklärt, warum Autohersteller seit Henry Fords erstem Fließband eher nach Optimierung und Kaizen als nach innovativem Durchbruch gestrebt haben: Es kostet rund 2 Milliarden Euro um die Entwicklung eines Autos wie den Megane durch zu führen.

Wenn wir das mal mit den Entwicklungskosten von Webanwendungen vergleichen… Nur mal bei den angeblichen 1000$ die Mark Zuckerberg für den Start von Facebook gebraucht hat, ein ganz schöner Schluck aus der Pulle.

Wobei die Autohersteller hier glaube ich noch ein bisschen auf dem falschen Dampfer sind. Das Zauberwort womit man die jungen Käufer bekommt ist nicht unbedingt innovativer Durchbruch in Techniken, die zur noch besseren, schnelleren oder sicheren Fortbewegung führt. Vielmehr bin ich überzeugt, dass es einen Durchbruch in der Benutzung der Autos geben muss. Und im Mehrwert während der Benutzung. Double your time und mach etwas Sinnvolles, während Du im Auto von A nach B fährst.

Und mittlerweile MUSS umgedacht werden, denn in Japan sind Autos erst auf Platz 17 der Produkte, für die sich Jugendliche interessieren.

Das Elektro Auto als Plattform ist schon ein großer technischer Durchbruch. Aber wenn man genau hinsieht, auch nur eine Optimierung in Verbrauch und Antrieb. Es ist aber kein grundsätzlich neues Fahrkonzept. Kein grundsätzlich neues Bedienkonzept.

Loic Le Meur Einwürfe fand ich klasse: “Wir wollen die Autos hacken. Sie verbessern und unseren Bedürfnissen anpassen. Ihr plant für 5-6 Jahre. Wir für 2 Wochen bis einige Monate”

Ansonsten stimme größtenteils mit Ghosn überein: Motor, Getriebe, Sicherheitssysteme interessieren den Benutzer meist gar nicht mehr (und ich sage bewusst Benutzer und nicht Fahrer.)

Was er aber zu bedenken gibt, ist dass Sicherheit bei einem Auto eine immens größere Rolle spielt als bei Computern, Telefonen und Gadgets. Elektro-Autos sind sicherer, weil ich akkustisch von meiner Umwelt mehr mitkriege (wenn ich nicht grad die 800 Watt Dröhnung an den Ohren habe). Diese Sicherheit kann natürlich kein Autohersteller durch übertriebene Ablenkungen oder gar fehleranfällige Systeme gefährden.

Ghosn sagt: “Du machst EINEN Fehler und hast hunderte von Millionen von Schadensersatz am Hals. Klar, dass da ein ganzer Industriezweig nicht mal eben so umdenkt.

Schaut Euch das Video einfach an. Ist sehr interessant. Besonders die Anekdoten aus Japan. Ghosn ist einer von ganz genau ZWEI europäischen CEOs in Japan :)