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Akkustische Schuss-Erkennung ist der erste Buzz, den @robgreen reitet, wo führt so eine Technologie hin?

Was lange währt und so :)

Robert Basic hat sein neues Projekt-Baby Buzzriders aus der Taufe gehoben! Buzz kann man übersetzen als Interesse, Kommentarwellen im Netz, Resonanzen und Reaktionen auf Themen, viele fleißige Bienchen, die durch die Gegend summen und dabei eine Message von Blüte zu Blüte – oder eben von Blog zu Blog und Facebook-Pinnwand, Twitter-Timeline, Google-Plus-Dings und so weiter tragen. Deswegen hat Rob die Kommentare auf dem Blog selber konsequent ausgeschaltet und verlagert die Reaktionen und Feedback-Schleifen dahin, wo die Menschen sind: Nach Facebook, Twitter, G+ und trackt das ganze mit Rivva. Sehr innvoativer und v.a. sehr mutiger Ansatz!
Das erste Thema, das Rob auf seinem neuen Blog auf gegriffen hat, kommt aus der Ecke Sicherheitstechnik, Militär und Polizei:

ShotSpotter

ShottSpotter oder auch Gunfire Locators sind technische Ohren, die an mehreren Punkten in einer Stadt verteilt Schüsse erkennen können. Die Systeme sind sogar schon soweit, dass sie nicht nur Schüsse erkennen, sondern teilweise schon aus dem Geräusch ableiten können, mit welcher Waffe der Schuss abgegeben wurde. Dementsprechend können sich Cops die zur Einsatzstelle gerufen werden, darauf vorbereiten, was vor Ort abgeht: Einzeltäter mit kleiner Walther PPK oder 5 durchgedrehte Schützen mit Kalashnikovs. Soweit, so sicher.
Ob die Regierung mit diesen Gerätschaften unter Umständen auch Stimmen herausfiltern und so aus dem typischen Straßen-Stimmengewirr ganz gezielt Gespräche abhören kann? Möglich wäre es. Wenn ich die entsprechende Stimmensignatur bereits vorliegen habe, sollte sich da durchaus etwas machen lassen.
Ich frage mich grade, wie technisch aufwendig so ein Gerät wohl ist. Warum? Weil ich mir vorstellen könnte, dass so ein System als OpenSource-Lösung extrem interessant wäre. Warum soll nur die Polizei wissen, wo gerade rumgeballert wird?

Aussehen könnte das so:

Eine ausreichende Anzahl Mikrofone (zur besseren Vergleichbarkeit wären baugleiche Mikros sinnvoll), die aus Fenstern gehangen werden, macht durch die Masse vermutlich die schlechtere Positionierung wett (die Cops können Ihre ShotSpotter ja quasi überall parken und dementsprechend strategisch günstige Positionen einnehmen).
Eine Software wertet die eingehenden Daten aus und verortet sie auf einer Google Map.

Zwei Vorteile:

1. erfährt der normale Bürger auf dem Weg, wo er in den nchsten 30 Minuten besser nicht hinfahren sollte
2. bekommt der interessierte Bürger auch einen Überblick darüber, welche Schüsse so aus Polizeiwaffen abgegeben wurden.
Der zweite Punkt kann dann mal so über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden. Gibt bestimmt hübsche Statistiken:
Wieviele Schüsse wurden aus Polizeiwaffen im Vergleich zu Gangsterwaffen abgegeben?
Was hat die Ballerei an Kosten verursacht?
Eventuell lässt sich sogar eine Aussage über die Effektivität machen: Wann war nach den ersten Polizei-Schüssen Ruhe im Karton?
Könnte eine lustige Methode sein, wie die Bürger die Staatsgewalt mal zurück kontrollieren.
Im Straßenverkehr könnte so ein System (egal ob staatlich oder Crowd-Sourced) sogar Leben retten:
Autounfälle haben garantiert eine sehr signifikante Audio-Signatur. Verkehrskameras haben nur einen sehr begrenzten Blickwinkel, die kriegen wenig mehr von dem mit, was sie direkt sehen und die automatische Auswertung ist schwierig. Was aber, wenn es ein automatisches Notrufsystem gäbe, dass den Kaltverformungsknall von Blech meldet? Je nach Schwere geht dann eben sofort ein Krankenwagen raus oder man schwenkt mal eben die Überwachungskamera 20° rum.
Ach ja:
Wenn das mit der Gesprächsüberwachung klappt, sollte man das Lästern über Bundespräsidenten auf offener Straße wohl besser lassen.