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Probefahrt mit TOYOTA Prius – Testbericht

Wieder eins der älteren Probefahrer Postings, die ich hier rüber hole. Eins nach dem anderen – oder wie mein Mitbewohner zu sagen pflegt: Poco a poco :)

1_weller.JPGLetztens in der Mittagspause – da wir gegenüber von der Firma einen recht großen TOYOTA Händler (Auto Weller) als Nachbarn haben und ich schon immer mal nen Prius fahren wollte, habe ich spontan angerufen und sofort hieß es:
“Klar! Kommse rüber – das kriegen wir doch hin!”

Alles klar. Also haben mein Kollege Frederic und ich uns schnell für die Mittagspause ausgetragen und die Straßenseite gewechselt.

Drüben hat uns dann Herr Maletzki, der bisher schwungvollste Autoverkäufer (so richtig vom alten Schlag, ganz herrlich!) empfangen, kurz meine Daten aufgenommen und ich habe die Probefahrtvereinbarung unterschrieben und direkt konnte es losgehen :)

auto1.JPGOk, erst mußte Herr Maletzki uns kurz in das Auto einweisen, mit der Erklärung: “Sonst kommse in 20 Minuten wieder rein und meinen, das Auto wäre kaputt weil sie es nicht hören. Ist alles schon vorgekommen” :))) Außerdem haben wir ein Vorführmodell mit einer ganz besonderen Sonderausstattng bekommen, nämlich das Taxi! Nicht nur von außen in Beige und mit Schild auf dem Dach, sondern auch innen mit Taxameter (ne Funke war glaube ich nicht eingebaut – oder ich hab sie nicht gesehen). Also reingeworfen in die Droschke und gleich ist man in einer anderen Welt gelandet, die sich am Besten mit spacig-schlicht beschreiben läßt.

innenraum.JPGEin sehr aufgeräumtes Cockpit hat man da vor Augen – auf den ersten Blick sieht man nämlich nix. Ausser eine Ausbuchtung hinter dem Lenkrad, die sich fast über die gesamte Breite des Armaturenbretts zieht und ein Button.
Ein Startbutton.
sany1957.JPG Die Usabilitypäpste im Web würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Da ist man bemüht jeden unnötigen Klick zu eliminieren und wegzudesignen und hier bauen Sie nen An-/Aus-Knopp ein: Eigentlich überflüssig aber VERDAMMT cool :D

Das Material des Armaturenbretts ist ein rauher Kunststoff, der auf den ersten Blick wie Stoff wirkt. Ich vermute mal, dadurch werden vor allem Reflektionen bei direkter Sonneneinstrahlnug verhindert.
Ach und da ich mir von meinem Chef für den Impreza Test ja gleich nen Rüffel eingefangen habe, weil ich das Wichtigste bei einem Auto gar nicht genannt hätte: Ja am Prius läßt sich nen iPod anschließen ;) Ob Du ihn so verdrahten kannst, daß der iPod über die Steuerbuttons am Lenkrad fernbedient werden kann muß ch noch nachrecherchieren.

zundschlussel.JPGDer “Zündschlüssel” dient also nur noch zum Türen öffnen und um die Diebstahlsicherung zu deaktivieren – auf Knopfdruck schaltet man das Auto erstmal EIN. Ist ja auch zur Hälfte ein Elektroauto – warum sollte es dann nicht auch so angemacht werden, wie ein Elektrogerät. Da ist schon Sinn und Verstand bei. Nach Druck aufs Knöppken geht die Sonne auf – LC-Display im Armaturenbrett geht an, dazu noch das TFT darunter.

tft-display.JPGIn dem Touchscreen-TFT wird wie von anderen Autos gewohnt, alles Wesentliche eingeblendet und angeziegt, was man so zum Autoahren oder zur Bespaßung während des Fahrens braucht. Navi, Radio, Rückfahrkamera, Bordcomputerinfos usw. Besonders sticht natürlich die Anzeige heraus, welcher Motor gerade aktiv ist und von wo die Energie wohin fließt.
Faszinierend.
display.JPGFrederic fühlte sich durch das digitale “Mäusekino” im Armaturenbrett nachhaltig an seinen Twingo erinnert :) Ich für meinen Teil liebe ja (als alter Nerd) solche Displays als Instrumentenergänzung. Am besten aber noch in Kombination mit einem Rundinstrunent – die Information eines Zeigerstands kann ich intuitiver aus dem Augenwinkel verarbeiten – bei einer Zahl (und mag sie noch so groß und klar dargestellt sein) muß ich genau hinkucken.

fuss.JPGSo, Herr Maletzki erklärt noch kurz, wie die High-Tech funktioniert und ich binde meinen Linken Fuß an der Türverkleidung fest. Ist nämlich nen Automatik und die fahre ich nicht so oft. Das letzte Mal hatte die gesamte Autobesatzung Spaß, als ich in den gewohnten Schaltwagentrott zurückfiel und erstmal beherzt mit dem linken Fuß auf das einzige freie Pedal gelatscht war ;)

Eingeschaltet ist der Wagen und nach kurzem Antippen des Gaspedals springt der 1,5l Benziner an. “Die ersten paar Minuten” wird der laufen”, sagt unser Einweiser “bis der Wagen erstmal Temperatur erreicht hat, die Heizung läuft usw. Dann geht irgenwann nur noch der Elektromotor an”. Alle klar. Eine Runde ums Haus gedreht. So einfach kann’s sein. Der kleine Automatikhebel wird kurz nach links rüber geschoben und einmal die D-Funktion angeschaltet (dabei wirft sich mir grad die Frage auf, warum eigentlich R für Rückwärts nach vorne drücken und D für Vorwärts nach hinten ziehen ist – hat da jemand ne Erklärung für?), Fuß von der Bremse und der Prius rollt los.

motor.JPGSehr angenehm. Allerdings hört sich der Motor für mich ernsthaft in den ersten kalten Minuten wie ein kleier, sehr leiser Diesel an wird später etwas ruhiger und weniger nagelig, hört sich beim Kickdown, wenn er richtig zu tun bekommt, aber etwas nervig und sägend an. (TOYOTA entwickelt wohl auch schon an einem Hybriddiesel, der noch effizienter werden soll. Allerdings ist die Herausforderung bei Dieseln – so sagte mir Herr Maletzki – um einiges größer.) Wir fahren einmal auf den Ostwestfalendamm um etwas Geschwindigkeit aufzunehmen und den Wagen warm zu kriegen. Die Automatik ist gewöhnungsbedürftig und ich muß den Dreh mit sanft Gasgeben, Kickdown und dem beim Gaswegnehmen einsetzenden Dynamoeffekt des Elektromtors erst noch rauskriegen. Besonders als wir wieder in die Stadt kommen und ich häufig an Ampeln bremsen muß merkt man das “Brake by Wire” sehr direkt und gut dosierbar läßt sich der Prius mit seinen elektronischen Bremsen stoppen dazu bremst der Elektromotor mit (das Prinzip wird in der Wikipedia ganz gut erklärt) und transformiert so die Bremsenergie wieder in elektrische um, die dann in den Batterien gespeichert wird. Den reinen Elektrobetrieb kriegen wir nur sehr kurz mit. Ich glaube daran muß man seinen Fahrstil erst anpassen was ich in der kurzen Zeit intuitiv nicht hinbekommen habe. Ich frage mich dann allerdings auch immer, wie sich das wohl von außen anhört? Kriegt man als Fußgänger so ein Elektroauto überhaupt mit? Trotzdem ein sehr coles Fahrgefühl so fast lautlos dahinzugleiten. Möglich, daß es mir auf Dauer zu langweilig würde, daß kann ich so jetzt nicht beurteilen. Zum rumcruisen ohne schlechtes Gewissen taugt es allemal.

Das Fahrverhalten an sich ist recht neutral und unspektakulär – nur in engen Kurven merkt man das recht hohe Gewicht sehr deutlich, aber gutmütig. Die Lenkung ist präzise und das Fahrverhalten sehr angenehm. Der Prius ist eben nicht als Sprinter gedacht, sondern eher als kräftesparender Marathonläufer. Ein ideales Pendlerfahrzeug um entspannt zur Arbeit zu kommen.

Ansonsten ist das Auto mit netten Gadgets vollgepackt. Die Sprachsteuerung ist zum Beispiel – wenn man sich an die verfügbareren Befehle und die Position der Aktivierungstaste auf dem Lenkrad gewöhnt hat – sicherlich sehr nützlich. Wir hatten mit Ihr v.a. Spaß und können berichten, daß weder “Ziel erfassen”, “Räder abwerfen” noch “Warp 9 – Energie” verfügbare Befehle sind ;) Auch auf “Kumpel, ich brauch Dich” kam keine Reaktion.

einparkassistent.JPGIch war leider zu feige, den Einparkassistenten auf dem Burger-King Parkplatz auszuprobieren :) Man aktiviert ihn, fährt an der Parklücke vorbei, die der Assistent dabei scannt. Danach kann man auf dem Touchscreendisplay in der Mitte noch einige Feinjustierungen vornehmen und dann sollte das Auto selbstständig in die Parklücke fahren. Schon oft im Fernsehen gesehen. Wenn hier Interesse besteht, gehen wir nochmal rüber und machen nen Videospecial davon ;)

Hinten sitzt man wie in einer Sänfte mit ordentlich Platz – wobei ich sagen muß, daß ich mächtig kurze Beine habe und die Beinfreiheit deswegen auf dem Photo auch die eines Maybach sein könnte ;) ie jemand mit 1,95m dahinten sitzt kann ich nicht beurteilen – ich hatte gerade keinen Zugriff auf jemanden dieser Grüßenordnung.

auto2.JPGAlles in allem ein cooleres Auto, als ich gedacht hätte mit witzigen und sinnvollen Funktionen. Und ein Spritverbrauch von um die 5 Liter bei einem Auto der Größe hat natürlich absolut seinen Reiz. Da sind rund 25.000 EUR Startpreis ok. Die Diskussion, daß andere Autos ebenfalls im Bereich von 5-6 Litern gefahren werden können und dabei preiswerter und größer sind, ist durchaus berechtigt, aber ich lasse sie hier außen vor – das würde den Rahmen sprengen. Google hilft da gerne weiter ;)

Mich würde ja mal brennend interessieren, wie weit man mit dem Prius mit einer Tankfüllung tatsächlich so kommt. Hallo TOYOTA Deutschland – ich würde es gerne mal ausprobieren und ein Wochenende so lange unter Alltagsbedingungen fahren, bis der Sprit ausgeht (alleine schon um zu sehen, ob der Akku dann noch bis zur nächsten Tanke reichen würde).

// UPDATE: Den Link zum Hersteller mit den genauen technischen Daten, gewonnenen Awards usw. hatte ich ganz vergessen. Hier geht es zu den Zahlen.

Alle Fotos zum Prius (insgesamt 73) gibt es diesmal als Picasa-Album zu sehen, die Videos reiche ich noch nach.

prius

Weitere Erfahrungs- und Testberichte zum Toyota Prius gigbt’s auch bei autoplenum.de