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Volksbank Gütersloh VPay EC-Karte

Wow, meine Volksbank Gütersloh spielt Social Media Monitoring Tennis!

Als ich in Russlands Anapa stand und Rubel holen wollte, war nix zu machen, da ich eine der neuen Vpay EC-Karten dabei hatte. Sicherlich wurde mir im dazugehörigen Bedienungsanleitungsschreiben auch seinerzeit mal mitgeteilt, dass das so ist. Aber hey – bis man es dann wirklich braucht, vergisst man es eben wieder. Genauso wie die PIN meiner Kreditkarte, die ich bisher nie am Geldautomaten brauchte und weil ich nicht bei der letzten Fußball-EM war.

Also musste ich mir 100 Rubel zusammen leihne. Knapp 2,30€ Kein großer Akt. Trotzdem ausreichend ärgerlich um folgenden Tweet hier zu posten:

Heute klingelte dann das Telefon und mein Banker war dran. Er hätte gesehen, dass ich in Russland war.

Erstmal rutschte mir das Herz in die Hose. “Scheiße, die haben die Karte ausgelesen und lustige Phantasiesummen abgebucht” war mein erster Gedanke.

Weit gefehlt.

Ich habe vergessen zu fragen, woher er genau die Info zu meinem Tweet / Facebook-Status bekommen hat. Jedenfalls ist es bis zu ihm durch gedrungen. Dafür schonmal Hut ab liebe Volksbank Gütersloh! Mit meinem Tweet wollte ich meiner Enttäuschung ein bisschen Luft machen und dokumentieren, das auch mal was schief geht, hatte aber mit keiner Rekation gerechnet. Zumal ich kei @reply einbauen konnte.

Ich weiß jetzt nun zumindest folgendes:

  1. V Pay wird über kurz oder lang Maestro (von Mastercard) bei der Volksbank ablösen.
  2. V Pay ist billiger als Maestro aber wohl auch sicherer, da die Infos nicht auf dem Magnetstreifen gespeichert werden, sondern auf dem Chip – wobei ich mich dabei schon frage, warum man auf einem Magnetstreifen nicht verschlüsseln kann
  3. V Pay funktioniert nur im europäischen Ausland. Allerdings erschließt sich mir nicht warum, wo es doch eine Tochter der Visa Inc ist.
  4. Die Pin meiner Kreditkarte kann ich erst bei der nächsten, dem “neueren” Modell ändern ;)
  5. Ich habe die kundenfreundlichste und Social Media kompetenteste Bank, die ich mir vorstellen kann :-D

SO muss Kundenservice und Kundeninformation laufen. Jetzt weiß ich wo das Problem lag, fühle mich gut beraten und wenn ich (bevor meine neue Kreditkarte in gut nem Jahr kommt) nochmal ins außereuropäische Ausland reise, wovon ich nicht ausgehe, dann beantrage ich schnell noch ne neue Kredikarte.

Das Rudel rollt ins große Warten

Das Rudel rollt ins große Warten

Ich gebe zu ich gebe mich für jeden üblen Kalauer her :) Eine inoffizielle Challenge des Tages war “der Rubel rollt” in einem Posting unter zu bringen ohne dass es peinlich wirkt.
Kann ich nicht.
Aber ich kann alles heinzerhardteske in mir aufbieten um mit “Das Rudel rollt” um die Ecke zu kommen.
Und (das ist jetzt zum nachdenken, bzw wird übermorgen erst augeklärt) Der Roller rubelt :)

Der letzte Satz wird erst Sinn machen, wenn ich den Text von gestern, der noch in meinen Hirnwindungen festhängt, raus gehauen habe :)

anyway.

Ich bin ein furchtbar ungeduldiger Mensch. Ich hasse es zu warten und werde echt nöckelich wenn es nicht schnell genug weiter geht. Heute war warten angesagt. An der ukrainischen Grenze und an der russischen. Ich im letzten Auto in unsere konvoischlange. Wir kamen grade so mit allen Autos auf die Fähre.
In der Zwischenzeit hatte ich mir einen Sonnenbrand nach Gutsherrenart eingefangen. Aua. Unterarme und Kragen.

Dann endlich nach gut 2 Stunden sind wir auf der Fähre. Ich habe mich zusammen gerissen und keinem Zöllner ungefragte Prozessoptimierungsvorschläge gemacht. Für diesen beispielhaften Grad an Selbstbeherrschung klopfe ich mir an dieser Stelle nochmal auf die Schulter.

Foto 2

Fähren sind toll. Sie vereinen alles was man sich von einem Schiff wünscht: Sie sind groß genug um nicht Boot genannt zu werden. Man kann sein Auto mitnehmen und die Fahrt endet immer dann, wenn man sich grad ins Meer verliebt hat und bevor es langweilig wird.

Bei uns würde es alles andere als langweilig. Plötzlich kam hektische Diskussionsbetriebsamkeit in den Konvoi: Irgendwas fehlte wohl. Einer der Teilnehmer rannte hektisch um die Autos und suchte etwas. Gleichzeitig erzählte unser Produzent und Kameramann Mehdi von einem Schriftstück mit Land Rover Logo, das er gesehen hatte. Im Wasser.
Nachdem Mehdi mehrfach für bekloppt gehalten wurde sprach sich einee Vermisstenmeldung aus den Teilnehmerreihen rum:

Eine Mappe mit Fahrzeug-Dokumenten war weg. Versicherung und Fahrzeugscheinoriginal.

Großer Mist in Tateinheit mit ebenso großer Aufregung. Der Teilnehmer hatte dabei nichtmal wirklich schuld. Ich habe eine ähnliche Jacke wie seine Weste. Das erste was passierte als ich die Jacke trug: Ich ließ mein iPhone durch die angedeutete Tasche, die unten offen ist, auf den Boden krachen. Gleiches muss wohl auf dem Oberdeck der Fähre mit den Fahrzeugpapieren passiert sein. Nach dem Zollstress die Papier in die Faketasche eingesteckt und Zack, warnse Fischfutter.

Eines unserer 11 Autos schwamm also ohne Papiere im Niemandsland zwischen Ukraine und Russland. (Die Papier schwammen ja in der Bucht von Kerch). Da kann einem schonmal die Düse gehen. Ich sah uns schon unsere Zelte im Niemandsland aufschlagen.

Foto 1

Gleich wurde diskutiert was zu tun sei. Erstmal am Zoll drauf ankommen lassen und es mit der beglaubigten Kopie versuchen, lautete die Devise. Unsere Instruktoren und Begleiter haben deutlich stählernde Nerven als ich hätte ;)

Was soll ich sagen: Nach weiteren 2 Stunden am russischen Grenzübergang waren wir alle drin in Mütterchen Russland. Unser Guide Dima hat ganze Arbeit geleistet und erstaunlicher weise hat man sich an der Grenze mit den Kopien zufrieden gegeben. Glück gehabt und hammer glücklich.

Nein, mit Glück hat das eigentlich gar nichts zu tun, sondern mit der hammer Vorbereitung des gesamten Teams, das nichts dem Zufall überlässt und Problemquellen bereits in Deutschland vorhergesehen und mit weitsichtiger Planung abgewendet hat.

Und sonst so?

Danke Zeitgrenze. Unsere Uhr würde 1 weitere Stunde vorgestellt. Also morgen noch ne Stunde weniger Schlaf. Mirgen wieder um 6:15 aufstehen, was dann aber nach deutscher Zeit 4:15 ist. *japs* und dann geht es morgen ncoh in ein Outdoor-Camp. Ich denke nicht, das es ausgerechnet in der Botanik rund um Adygea WLAN gibt ;) Also kommen die nächsten Meldungen erst übermorgen.

Bis dahin!

Dieser Text wurde übrigens mit den fettigsten Fingern meines Lebens bei den spektakulärsten Fleischplatten meines Lebens in Anapa getippt. Mjam.

Funfacts des Tages:

wenn 4 Schiffe auf einer Seefahrer-Kirche in alle 4 Himmelsrichtungen zeigen, fände ich In Richtung Norden Pferde angebrachter :)

Unser usbekischer Guide Dima hat und den heutigen Nationalfeiertag Usbekistans erklärt. Unabhangigkeitstag

Ich habe die sowjetische Hymne dank 38 maligen ROCKY IV Schauens in Kindertagen nach 3 Fakten erkannt.

Ich bin auch ein guter Beifahrer, ich kann Honig verfüttern. Genaueres dazu auch im nächsten Post. Und warum wir putzen müssten im übernächsten.

Odessa – meine Perle! – Photostadtrundgang

Odessa – meine Perle! – Photostadtrundgang

Odessa. Meine Traumstadt. Zusammen mit Baltimore ist sie nach meinem Empfinden für schöne Städtenamen auf Platz 1 ;) Ich glaube auch der Film “Die Akte Odessa” hat zu meiner Faszination für die Stadt beigetragen. Hier wollte ich immer mal hin und was soll ich sagen: Meine durchaus hohen Erwarten wurden kein bisschen enttäuscht.

Odessa ist sehr europäisch, eine typische Urlaubs- und Hafenstadt. Natürlich mit etwas Industrie- und Militär-Flair dabei. Mich erinnert sie ein bisschen an Marseille.

Die Ukrainer nennen sie “Die Perle am Schwarzen Meer”. Kein Wunder, Katharina die Große hat laut Wikitravel 1794 selbst dafür gesorgt, dass die Stadt aus dem Boden gestampft und die schönste Hafenstadt der Welt werden sollte. Da kann man schonmal den einen oder anderen Eimer Muschelkalk an die Fassaden kippen.

Sie schickte zwei französische Generäle los, die am schwarzen Meer den perfekten Platz für eine Hafenstadt finden sollten. Das ist an der Stelle wo zuvor eine türkische “Fortifikation” lage wohl durchaus gelungen, allerdings stand in dem Schreiben etwas davon, dass sie viel Wasser haben, dieses sei aber schwer, salzig und nicht trinkbar.
Auf französisch “Assez d’eau” – genug Wasser
Katharina las das rückwärts und machte Odessa draus.
Das ist die eine Legende, wie die Stadt zu ihrem Namen kam.

Katharina die Große in Odessa

Die Katharina hier ist ECHT groß in Odessa ;)

Die andere (weniger romantischere, aber wahrscheinlichere) ist, dass die Griechen hier eine Siedlung namens Odessus hatten. Direkt vor unserem Hotel liegt sogar eine Ausgrabungsstätte, die Funde von 500 v.Chr. bis 500 n.Chr. enthält.

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Im Moment haben wir hier Mittelmeer mäßiges Wetter. Herrlich auszuhalten. Im Gegensatz zu Marseille, San Remo oder Barcelona wird es hier im Winter aber auch gerne mal -15° und der Hafen ist dann immer noch in Betrieb.

Außerdem habe ich heute festgestellt, dass mir russische Hochkultur bisher weitestgehend entgangen ist. Tolstoi und Dostowjeski ok. Tschaikowski kenn ich auch noch. Aber von Puschkin (der vom Franzosen Anthès im Duell erschossen wurde) hatte ich bisher nur im Vodka-Regal des Supermarkts gehört. Dabei scheint die Geschichte die ihn mit dem Garf Woronzow hier in Odessa verband richtig spanned zu sein.

Die Potemkinschen Treppen mit Ihren 200 Stufen sind wohl echten Cineasten auch ein Begriff aus dem Film Panzerkreuzer Potemkin durch dies Szene, die als Meilenstein der Regisseurskunst gilt:

Witzig ist, dass es teilweise Straßenzüge gibt, wo die eine Straßenseite deutlichst aus dem 19. Jahrhunder stammt und auf der anderen Straßenseite sieht es eher nach Stalin und post-WW 2 aus.

Die Odessiten sind jedenfalls (zurecht) sehr stolz auf ihre Stadt. Die Lebenshaltungskosten sind – typisch für ein Touristikzentrum – höher als sonst in der Ukraine. Das Durchschnittsgehalt liegt zwischen 300 und 400 EUR.

Das iPhone 5 color wird trotzdem schon beworben und wird wohl rund 830 EUR kosten. Das iPhone 5 gab es für rund 600.

 

Ich finde die Stadt bisher unglaublich interessant. Schade, dass wir nur 1 Tag bleiben. Odessa ist absolut ne Reise wert.

Eben beim Essen erzählten mir die offiziellen Teilnehmer der LRET noch von der Tour durch die Katakomben, die sie gemacht haben. In den Stollen aus denen der Muschelkalk für die Häuser aus Zeiten Katharina der Großen stammt, haben sich im zweiten Weltkrieg die Partisanen versteckt, die gegen die Nazis gekämpft haben. SEHR spannende Geschichte, die ich mal nachlesen muss, wenn ich wieder daheim bin.

Außerdem erfuhr ich, dass es in diesem Teil des schwarzen Meeres vor 20 Jahren keine Fische mehr gab. Wegen Militär und Industrieabfällen, die eingeleitet wurden. Mittlerweile kommt der Fischbestand wieder in die Hufe und auch Baden soll wohl an den Stränden etwas außerhalb von Odessa (wo alles Hafengebiet ist) wieder drin sein.

Ein paar Eindrücke: