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Brockhaus und Alex Kahl

Mein Jahresprojekt: 365xBROCKHAUS – ab heute hier in diesem Theater und auf der Huffingpost Deutschland

Seit Jahren wollte ich mal ein Einjahresprojekt machen wie es mir Teymur mit seinen Troopies 365 und ifranz mit IFRANZSHOOTS und viele andere Mal vorgemacht haben. Dann stellte ich fest, dass ich zu unkreativ bin, um täglich ein Foto mit Geschichte zu schießen.

Außerdem wollte ich was mit Text machen. Und etwas, das mich wieder mehr zum Bloggen bewegt. Und womit ich was lernen kann.

Dann fiel mir ein, wie gerne ich früher als Kind im Bertelsmann Lexikon meines Dads gelesen habe. Wie gerne hätte ich alles gewusst, was da drin steht :) Dann stieß ich darauf, dass die Verwaltung vom Brockhaus mittlerweile in Gütersloh – auch bei Bertelsmann sitzt. Und las in einem anderen Zusammenhang von AJ Jacobs, der 2003 die Encyclopaedia Britannica durch gelesen hat. Dann ging alles ganz schnell. Die Leute bei Wissen Media besorgten mir eine Leihgabe der aktuellen BROCKHAUS Ausgabe und die werde ich ab heute lesen.

Alle 24.500 Seiten, die auf 70 Kilo und 30 Bände verteilt im Büro liegen :)

Und darüber schreiben. Denn ich habe noch gar keine Vorstellung davon, was mich erwartet. Werde ich jeden Tag wissbegierig und freudig aus dem Bett springen um meine tägliche Dosis Information von 67,5 Seiten Tagesration aufzusaugen?

  • Werde ich mich schon nach wenigen Wochen Tagen für meine bescheuerte Idee verfluchen?
  • Gibt es über die ganzen Artikel von A-Z überhaupt etwas zu schreiben?
  • Und was macht diese Druckbetankung mit mir, meinem Kopf und Umfeld?

WIr werden es sehen. Die letzten Tage bevor es losgeht, habe ich erstmal mit einigen Tests verbracht:

  • IQ-Test – ganz ordentlich
  • Gedächtnistest – miserabel
  • Allgemeinwissen – OK
  • 10 Zufallsrunden “Wer wird Millionär” bei RTL im Trainingslager – DEUTLICH schlechter als ich erwartet hätte
  • Lesegeschwindigkeit für 67,5 Seiten hochgerechnet derzeit ca. 3 Stunden und 17 Minuten
  • bricht der smart unter all dem Wissen im Kofferraum zusammen?

Mal sehen, wie sich das in einem Jahr verändern wird. Denke ja v.a. meine Lesegeschwindgkeit dürfte durch das Training zunehmen (oder meine Augen werden immer schlechter *g*). Wenigstens die Frage nach dem smart konnte ich positiverweise verneinen:

70 Kilo BROCKHAUS machen den smart W451 auch noch schlau :-D

70 Kilo BROCKHAUS machen den smart W451 auch noch schlau :-D

Falls jemand nen Draht zu RTL hat: Ich würde gerne ne Runde mit Herrn Jauch zocken, wenn ich mir der Nummer fertig bin ;)

Soviel erstmal zum Projekt an sich. Hier bei der Huffington Post habe ich noch etwas genauer erzählt warum ich das mache. 

Warum blogge ich täglich über 365xBROCKHAUS bei der Huffington Post Deutschland?

Weil sie mich es machen lassen :) Ernsthaft: Das ist es, was ich an der HuffPost schon immer großartig fand: Die Freiheit dort machen und schreiben zu können, was man will. Soviel Freiheit, wie ich sie erst einmal gar nicht erwartet habe. Wann, wieviel (und es wird wohl nicht grade wenig), worüber, mit welcher Tonalität – alles frei.

Das Projekt 365xBROCKHAUS ist letztendlich ein intrinsisch motiviertes Spaßprojekt mit dem ich möcglichst viele Leute anstecken möchte, sich für Bildung, Wissen, Information zu interessieren und mit mir zu interagieren. Und natürlich auch ein bisschen auf den alten Herrn Brockhaus aufmerksam zu machen, der heute vor 205 Jahren auf der Leipziger Buchmesse die Rechte am Conversationslexkon erwarb. Ich hatte die HuffPost zu Anfang nicht auf dem Schirm und hatte das Projekt 2 anderen großen Zeitungen angeboten, wo es nicht ins Programm passte. Dann erfuhr ich, dass die Huffington Post Deutschland startet und mir war klar: DAS ist der richtige Medienpartner für 365xBROCKHAUS.

Ich hatte vorher schon Kommentare zur Aktion gehört wie “Ich hoffe Du verdienst damit wenigstens Geld”:
Nein. Manchmal reichen Spaß, Austausch und Lernen schon als Motivation aus.

Das betrifft aber nur das Projekt an sich.

Was die HuffPost angeht, verstehe ich nicht, warum da draußen so viele nach Bezahlung krakeelen:

  • Instagram macht mit meinen Bildern Geld (oder auch nicht).
  • Twitter macht mit meinen Tweets Geld (oder auch nicht).
  • Facebook macht mit was weiß ich was Geld (oder auch nicht).
  • Google macht mit meinen Suchen, meinem Surfverhalten, meinen E-Mails und was auch immer Geld (oder auch nicht).
  • Tumblr, Flickr, YouTube… You name it.

Hmmmmm. Ob da ein System hinter steckt? Alle diese Dienste machen mit irgendwas, was ich in sie reingebe mehr oder weniger Geld. Da schreit doch auch keiner Zeter und Mordio, weil die ihren Usern nicht direkt was von den Erlösen überweisen.

Ich sehe die HuffPost als Medienpartner, als Werkzeug und Plattform um mit einer bestimmten Art von Content eine breite Masse zu erreichen. Das spart mir eine Menge Arbeit, ermöglicht mir deutlich größere Reichweite und wird sich auf die Zukunft meines Projekts ziemlich sicher positiv auswirken:

Heute kam schon die erste Anfrage vom Radio: Radio Bremen / WDR fragten ein Interview für Funkhaus Europa an. Das wäre ohne die Huffpost nicht zu Stande gekommen.

Und ein wunderbares Argument hat Oliver Gassner heute noch geliefert – immerhin kann man als HuffPost-Blogger jetzt auch sagen:

“Ich arbeite mit Boris Becker und Uschi Glas zusammen an einem Projekt” :-D

Ich persönlich bin gespannt, ob ich in einem Jahr sagen kann: Ich bin der einzige, der 365 Tage lang, jeden Tag ein Posting auf der Huffington Post geschrieben hat :)